Sandsteinsockel freilegen und sanieren

03.08.2016 Petzi



Hallo,

ich habe ein (geschätzt) knapp 200 Jahre altes Fachwerkhaus, dessen Fassade mit Blechschindeln verkleidet ist.

Die Kellerwand (halb unter Gehwegniveau) besteht aus ca. 55-60 cm dickem Sandsteinmauerwerk mit Lehmfugen und ist innen weitgehend unverputzt. Eine Seite ist kaum bewittert (Einfahrt = Ostseite), die Gehwegseite (Nordseite) jedoch dem Regen ausgesetzt. Der Asphaltbelag verläuft direkt bis an die Wand, Drainage ist nicht vorhanden und auch nicht möglich.

Ich habe kürzlich außenseitig den unterschiedlich festen Kalkputz bzw. Löschkalkputz entfernt und möchte die Wand gerne sichtbar lassen und neu verfugen.

Nun meine Frage: ist das 'Offenlassen' bei solch altem Sandstein überhaupt sinnvoll? Bearbeiten kann ich nur oberhalb der Asphaltbeläge. Wenn ja: ein Fachmann rät zur Verfugung mit Kalkspatzenmörtel, ein anderer mit Trasskalkmörtel. Wie mache ich es richtig?



Sandsteinsanierung



So wie der Sockel auf dem Foto aussieht (siehe links das vorspringende Fenstergewände) wurde er nicht steinsichtig erstellt. Trotzdem lässt der Zustand des Mauerwerkes von der Ausführung als hammerrechtes Schichtenmauerwerk her eine steinsichtige Verfugung zu. Es gibt regelmäßige Sandsteinquader und schmale, waagerechte Lagerfugen mit geringem Gesamtquerschnitt. Voraussetzung muß allerdings sein das die verwendeten Sandsteine frostsicher und gefügedicht genug sind. Der Verfugmörtel sollte auf keinen Fall härter sein als das Steinmaterial; hydraulische, frostsichere Kalkmörtel, Kalkzementmörtel oder Verfugmörtel erfüllen dieses Kriterium. Firmen wie Webac, Remmers oder STO bieten für Sandstein speziell abgestimmte Fugenmörtel an; ich empfehle Ihnen sich mit dem zuständigen Bezirksvertreter in Verbindung zu setzen. Angaben dazu finden Sie auf den Internetseiten der Hersteller.
Am Fußweg haben Sie das Problem mit dem Spritzwasser das im Winter noch durch Tausalzanfall die Wand zusätzlich belastet. Je nach Art des Steinmaterials kann das zu erheblichen Schädigungen führen. Auch hier empfehle ich die Konsultstion mit einem Bezirksvertreter um geeignete Schutzmaßnahmen abzustimmen.
Wenn das Steinmaterial eine Verfugung nicht zulässt dann muß wieder verputzt werden. Das wäre ein mehrlagiges chloridresistentes Sockelputzsystem aus Zement- und Kalkzementmörtel.