Sandsteinmauer mit was verputzen bei bis zu 10 cm Materialauftrag

18.12.2021 Maximilian

Sandsteinmauer womit verputzen mit bis zu 10 cm Materialauftrag

Guten Abend,
(Fragen stehen ganz unten)

ich bin neu in dem Forum und würde mal gerne die Community nach Rat fragen.

Ich habe ein Haus Bj 1905, die Grundmauer ist aus Sandstein, 50cm dicke außen Wände, ein Teil ist von außen verputzt und der andere Teil mit Platten verkleidet.

Innen habe ich den kompletten Putz abgeschlagen, da er hohl war Bzw eine Wand mit Holz und Styropor verkleidet.

Nach langen Recherchen ist meine Entscheidung auf den Zementmörtel (Baumit) von Hornbach gefallen, da er Kalkhaltig ist. Allerdings habe ich dann nochmal einen Mitarbeiter bei Hornbach gefragt wie ich mehr Stabilität in die Wand bekomme, da ich an gewissen Stellen bis zu 10 cm Putz auftragen muss. Allerdings sagte er das ich in 5-6 Jahren Probleme mit der Wand bekommen werde. Der Sandstein wird nachsanden und dadurch verliert der Zementmörtel seine Haftung. Außerdem habe ich eine Wand im Schlafzimmer mit Rigipsplatten und Dämmung verkleidet, dort würde es in 1-2 Jahren schimmeln, sagte er.

Er riet mir zu Mörtel auf Trass Basis vom Baustoffhandel. Dort angerufen sagte mir der Mann am Telefon: Ich würde es mit Kalkgrundputz machen. Allerdings ist das 3-4 mal so teuer wie der Zementputz den ich jetzt verwende.





Nun zur Frage an euch:
- Was muss ich auf die Sandsteinmauer auftragen, dass es nicht nach Jahren an Haftung verliert.
- Falls z.B. Kalkgrundputz: Reicht es wenn ich den Sandstein komplett mit dem Kalkgrundputz ca 1cm bedecke und den Rest der Wand mit dem Baumit Zementmörtel verputze?
- Soll ich die im Schlafzimmer verkleidete Wand mit Rigips und Dämmung wieder entfernen und was kann ich tun um dort Schimmel zu vermeiden. (Abstand von der Dämmung zum freigelegten Sandstein mindestens 5cm
- Wie verhindere ich das der freigelegte Sandstein (Sichtmauerwerk) nachstandet

Im Anhang ist nochmal ein Bild von einer Wandseite im Wohnzimmer die ich bereits freigelegt, sauber gemacht und die Fugen verputzt hab, dass ihr seht um was für Steine es sich handelt.

Vielen Dank für jede Antwort!

Gruß Max



Wegen was wollen Sie verputzen?



Lassen Sie doch die Wand wie sie ist, schöner geht's nicht.



Die Wand auf dem Bild bleibt wie sie ist


Die Wand auf dem Bild bleibt wie sie ist

Es geht um die restlichen Wände im Haus. Die eine Wand bleibt so wie sie ist. Links kommt ein Kamin hin und rechts an den Steckdosen kommt der TV dran.
Hier ist ein Bild von der Wand die ich bereits mit Zementmörtel angefangen habe und man auch das Sichtmauerwerk sieht. (Bin noch nicht fertig mit Verputzen und beim Übergang muss noch etwas Putz drauf.



Re: Sandsteinmauer mit was verputzen



1. gebe ich Herr Bromm absolut recht: Lassen Sie doch die Wand wie sie ist, schöner geht's nicht !!!
Zumal du dir schon die Mühe gemacht hast und die Wände sehr schön gereinigt und neu verfugt hast!
2. hat der Verkäufer völlig recht mit seiner Aussage dass Kalkzementputz auf Sandstein sehr kritisch ist.
3. geht es nicht dass man zuerst einen weichen Kalkputz aufträgt und einen viel härteren Kalkzementputz
drüber zieht. Der Effektiv ist der gleich als würde man ihn direkt auf den Sandstein auftragen: Die harte
Putzscheibe kann sich vom weichen Untergrund lösen und hohl stellen.
Lehrsatz erstes Lehrjahr im Verputzerhandwerk: Der Beschichtungsaufbau einer Wand muss von innen (das Wandinnere) nach außen (die Wandoberfläche) immer weicher werden. Maßgebend ist das Material (z. B. der Stein) aus dem die Wand gebaut ist.
4. von wegen "3 bis 4 mal teurer", vergleiche Preise bevor du solche Aussagen machst: Baumit KZ-Putz (Hornbach), 25kg Sack, 6,95 € vs. Hessler HP 9 Naturkalk-Grundputz, 25kg-Sack, 8,75 €.
Siehe: https://www.hornbach.de/shop/Baumit-Kalkzementputz-Unter-und-Oberputz-fuer-Schweres- Mauerwerk-fuer-innen-und-aussen-25-Kg/7196553/artikel.html und https://www.naturbauhof.de/hp9
5. belies dich bitte unter der Rubrik "Lesestoff" und benutze bitte auch die Suchfunktion des Forums, mit verschiedenen Suchbegriffen. Deine, im Grunde recht pauschalen, Fragen wurden schon gefühlte 1001 mal diskutiert und beantwortet. Wenn du dann noch konkrete Fragen hast, wird dir hier gerne geholfen.

Gruß,
KH

Edit: Parallel mit dir geschrieben....



Materialauswahl



Es wird Zementmörtel P III bzw. M 10 verwendet. Preis 160 Euro / Kubikmeter Fertigmörtel.

"Mehlmischung" (1,2 mm) für "geschmeidige" Verarbeitung hält in Überstärke auch nur mit Zement an der Wand.

Dieser Zementmörtel enthält keinen freien Kalk. Neben einer geringeren Haftzugfestigigkeit und Elastizität hat der Mörtel auch ein mehr als doppelt so viele Wasserdampfdiffusionsäquivalente wie empfehlenswerte Mörtel aus Kalk oder Lehm.

Das ist nicht optimal. Probleme kann es geben wenn das Mauerwerk mit Salz und Feuchtigkeit belastet ist. Dann kann durch Salzkristallisation an der Grenzschicht von Mauerwerk und Putz, infolge der Volumensprengung zum Verlust des Haftverbundes führen, bzw. wird der Sandstein mürbe.

Die sichere Haftung wird durch das Fugennetz gewährleistet, je kleinteiliger das Mauerwerk desto besser, weiterhin ist ein hinreichend tragfähiger, rauer und saugfähiger Mauerstein entscheidend. Was bei Sandstein durchgängig gegeben sein sollte.

Bei reduzierter Saugfähigkeit empfiehlt sich ein Zusatz von natürlich hydraulischen Kalk bzw. der Zusatz von Trassmehl im Kalkmörtel.

Traditionelle werden hohe Putzstärken mit einem entsprechenden Grobmörtel mit Splitt bzw Kiesanteil ausgeglichen und nur die Oberflächenbearbeitung erfolgt mit Feinmörtel. Als bauseitig gemischter Mörtel kostenmäßig vergleichbar.

Wobei auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit zu hinterfragen ist ob immer lotrecht angeputzt werden muss. Macht man eigentlich nicht.

Bei einer Vorsatzschale mit Plattenbaustoffen und Dämmung ist wichtig das diese hohlraumfrei und luftdicht ausgeführt wird.

Gerade wenn groser Ausgleich und gleichzeitig eine Dämmung gewünscht wird, bietet sich hier als Alternative die monolithische Ausführung in Hanfkalk an.

Auch das liegt preislich unter Lehmbaustoffen gleicher Mengemit vergleichbaren oder gar besseren hygrothermischen Eigenschaften, ist selbsbau- und umweltreundlich.



Mörtel



Vorhandenen Altputz abschlagen, loses und mürbes Fugenmaterial ca. 2 cm tief auskratzen. Mauerwerk mit Stahl- oder Straßenbesen gründlich abkehren. Haftungshindernde Trennschichten wie Staub, Verwitterungsprodukte, etc. mittels Druckluft- oder Nebelstrahlverfahren reinigen.

Vorbereiteten und grundierten Untergrund dünn und vollflächig mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 6 mm bzw. 4 mm) vorspritzen. Standzeit max. 1 Tag. Spritzbewurf ggf. aufrauen.

Auswerfen von Fugen, Fehlstellen, Vertiefungen, etc. auf ausreichend angesteiften Haftspritzbewurf mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 6 mm bzw. 4 mm). Anschließend mit einem Holzbrett auf Mauerwerksniveau abziehen. Nach ausreichender Ansteifung der Putzoberfläche für Carbonatisierung und nachfolgender Putzhaftung aufrauen (Putzkamm, Zahnspachtel). Max. Schichtstärke 25 mm, bei größeren Schichtstärken ist mehrlagig zu arbeiten. Standzeit 1 – 3 Tage.

Aufbringen eines Grundputzes auf vorbereiteten und egalisierten Untergrund mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 4 mm) mit einer mittleren Schichtstärke von ca. 15 mm. Waage- und senkrecht mit Holzlatte abziehen. Nach oberflächlicher Ansteifung für Carbonatisierung und nachfolgender Putzhaftung aufrauen (Gitterrabott). Standzeit 1 – 3 Tage.

Aufbringen eines Feinputzes auf Grundputz mit Solubel Luftkalkmörtel z. B. 1 mm. Anschließend kann die Oberfläche abgefilzt oder nach Musterfläche gestaltet werden. Schichtstärke 2 – 4 mm. Evtl. Nachbehandlung ist zu berücksichtigen.

Mehrmaliger freskaler Sumpfkalk – Kaseinfarben- Anstrich (siehe Solubel Sumpfkalk – Kaseinfarbe)