Sandsteinmauer einsturzgefährdet?

14.01.2014 Cowgirl78



Hallo Zusammen,

ich lese schon seit einiger Zeit hier im Forum und habe auch schon viele nützliche Antworten gefunden.

Zu folgender Frage habe ich die Suchfunktion bereits bemüht jedoch nichts gefunden, was das Problem bei unserem "Objekt der Begierde" ;-) wirklich trifft.

Bis jetzt haben wir noch nicht gekauft und auch noch kaum mit Fachleuten gesprochen. Mir geht es hier eigentlich nur um eine Einschätzung, wie schlimm es in einem solchen Fall kommen kann...

Das Haus aus dem Jahr 1750 hat zwei, aus Sandstein gemauerte, Vollgeschosse und darauf ein Fachwerk mit Ziegelausfachung als Speicher.

Die Mauer (Giebelseite) die uns am meisten Kopfzerbrechen bereitet steht an einem Hang und hat sich ein ganzen Stück abwärts bewegt. So wie es aussieht steht das ganze Haus trocken auf einem Bruchsteinfundament, welches sich zum Hang hin gesenkt hat. Es hat in der Vergangenheit wohl ein paar stümperhafte Reperaturversuche (Ytong Steine, Mörtel...) gegeben und wie es aussieht, hat sich die Mauer seitdem nicht mehr bewegt.

Im ersten Stock beträgt der Abstand der Mauer zum Bodenabschluss ca. 10 bis 15cm!!! Der Putz außen ist großflächig abgefallen.

Mir ist natürlich klar, dass ich zu einer endgültigen Lösung auf jeden Fall einen Statiker und fachkundige Planer zu Rate ziehen muss, aber mich würde interessieren, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt. Im Moment ist das nämlich der einzige Aspekt an diesem Haus, der uns wirklich Kopfzerbrechen bereitet und zu dem wir uns keine Lösung vorstellen können. (Im schlimmsten Fall abtragen und neu aufbauen möglich?)

Hat jemand ein ähnliches Problem schon einmal gelöst?

Ich würde mich sehr über ein paar grobe Einschätzungen freuen.

Vielen Dank und viele Grüße,
Daniela



Bruchsteinmauer



Ein paar Beiträge vor dem Ihren wurde ein ähnliche Frage gestellt: "Bruchsteinwand statisch verstärken?" Ich habe dazu einen Beitrag geschrieben, der auf Ihre Frage passen wird.

Um die Tragfähigkeit und weitere Verwendbarkeit der beschriebenen Sandsteinaußenmauer beurteilen zu können, braucht man genaue Kenntnisse Ihres Aufbaues und, in Ihrer Situation besonders, Angaben zur Gründung, zur Tragfähigkeit des Bodens, eventuell zur hydrologischen Situation.

All dies kann ggf. ein Bodengutachten klären, was aber den üblichen RAhmen für eine Baugrunduntersuchung sprengen könnte, wenn die Ursachen für ungeklärte Bodenbewegungen gesucht werden müssen.

Der Statiker wird auch mit den so gelieferten Angaben seine Schwierigkeiten haben, eine weitere statische Verwendbarkeit der Mauer nachzuweisen. Das läuft alles auf umfangreiche Nachfundamentierungen, Abfangungsmaßnahmen, separate Gründungen ect. hinaus.

Ich würde an Ihrer Stelle Abstand von dem Objekt nehmen, wenn Baukosten eine Rolle spielen. Ein Neubau der Wand ist zwar möglich, in Bruchstein aber astronomisch teuer, konstruktiv und bauphysikalisch auch eher nachteilig. Dann schon Neubau mit zeitgenössischem MAterial. Aber auch auf diese Weise wird Ihr Sanierungsetat ziemlich belastet werden.





Vielen Dank für die prompte Antwort. Das klingt natürlich nicht so gut... Ich werde jetzt mal sehen, ob es vielleicht schon entsprechende Gutachten und eventuell auch schon Empfehlungen eines Bauingeneurs zur Sanierung gibt. Die Gemeinde hatte schon einmal geplant hieraus eine Erweiterung zum Rathaus zu machen und soweit mir bekannt ist, waren die Pläne schon sehr konkret.