Sandstein mit Trasszement verfugeb

18.06.2018 Hamish



Hallo zusammen,

Bei meinem Fachwerkhaus soll der Sandsteinsockel renoviert werden. Der Steinmetz (auch Denkmalschutzprojekte) hat Trasszement Gräfix 65 angeboten.

Nun habe ich hier schon viele Horrorstories zu Trasszement und
Sandstein gelesen.

Was wäre die Alternative? Trass-Kalk? Sollte ein Steinmetzmeisternetrieb nicht wissen was er da tut? (Falls Trasszement wirklich so schlimm ist.

Vielen Dank im Voraus für Einschätzungen.

VG



Trasszement vs Trasskalk



Trasszement nimmt man, damit es keine Ausblühungen gibt. Trass in Zement- oder in Kalkleim dichtet ab und so wurden die Aquädukte mit Vulkanzuschlagstoffmörtel aus Puzzolo beschichtet.

Das Problem mit Zement mit zusätzlichem passiv-hydraulischem Faktor ist das E-Modul, d.h. die fehlende Elastizität.

Mit doppelt gebrannten Klinkerziegeln passt das super. Hält augenscheinlich besser als spätere Betonrohre in der Kanalisation ...

Mit Sandstein halten die oberen Sandkörner dann am Mörtel, was zu einem Fugenabriss führt. (Deswegen gibt es auch die Regel 'Von hart zu weich' und zu gut, zu hart gemeinte Putzscheiben vor Wänden ...)

Aber Sandsteinsockel sind oft zersetzt durch Salz, was man vor 100 Jahren als Streugut nicht kannte (?) und man dazu pissende Pferde wie in Schloss Ludwigsburg brauchte und man braucht einen Schutzschirm, der es möglichst komplett abhält. Man könnte es mit (Plexi-)Glas machen, ausreichend tief in der Erde.

Thermoshield-Farben.de hat da eine Entfeuchtungsbeschichtung ... doch im Prinzip ist in diesem Fall Trasszement bis zum Fundament-Ende als Komplettbeschichtung oder unter Gehwegplatten eine denkbare Lösung.



Trasszement



habe ich bei bei meinen Fundamenten verwendet.
Die Fundament der Häuser, die vor dem Hochwasser saniert und repariert wurden, haben es gut überstanden, wurde nur etwas grün nach dem das Wasser weg war. Aber es gibt ja einen Gartenschlauch.
Bei dem Haus das ich zur Zeit herrichte, werde ich es wieder so machen.
Wegen der Härte und der Festigkeit muss man sagen:
Ein Fundament das, wie bei mir, mehr als 100 Jahre Zeit sich zu setzen hat wenig bis kein Interesse sich zu setzen oder verformen.

Und wenn dir ein guter Fachmann dir das so empfiehlt, dann mache es so.

Klaus



Sandsteinsockel verfugen



Trasszement ist zunächst mal nichts schlimmes, sondern ein ganz normaler, und gängiger Mörtel im Natursteinbereich zum Versetzen von Werkstücken. Gräfix kenne ich persönlich zwar nicht, macht aber auf den ersten Blick einen für die Denkmalpflege spezialisierten Eindruck. Gräfix Nummer 65 ist laut deren Website allerdings ein Grundputz - und mit Grundputz würde ich natürlich nicht verfugen :-)

Die Nummer 55 von Gräfix ist ein Trass-Kalk-Mörtel - handelt es sich im Angebot / deinem Post vielleicht einfach nur um einen Tippfehler?

Ich persönlich halte nichts von Trasszementmauermörtel zum Verfugen, nicht weil Trasszementmauermörtel prinzipiell schlecht sind - aber es handelt sich eben um VERSETZmörtel. Auch die Nummer 55 von Gräfix ist ein Mauermörtel.

Jetzt kommt es natürlich darauf an wie dein Sandsteinsockel aussieht. Hier in der Gegend wurden die Sockel immer aus sauber verarbeiteten und fast knirsch gesetzten Steinen gebaut - da brauchs einfach einen sehr feinen Fugenmörtel um die Fugen in guter Qualität schließen zu können. Mauermörtel wären dafür zu grob. Wenn dein Sockel allerdings aus bruchrauhen Quadern besteht und die Fugen sehr viel größer sind, würde ich auch eher zu einem Mauermörtel tendieren.

Generell sagt man, dass die Fugen immer weicher sein sollen als der Stein. Über die Fugen trocknet das Mauerwerk auch zu großen Teilen ab, weshalb sich in den Fugen zum Beispiel Salze konzentrieren. Bringt man das System durch einen zu harten und dichten Fugenmörtel durcheinander, muss die Feuchtigkeit (inkl. Salze) sich durch den Stein zwängen - die Folge sind dann Schäden im Stein an den Fugenflanken, hier bilden sich dann Mürbezonen. Eine defekte Fuge ist günstiger repariert als ein defekter Sockelstein - von daher verfuge ich mittlerweile ausschließlich mit weichen Trass-Kalk Fugenmörteln.

Da gibt es aber auch immense Unterschiede. Jede Herstellerfirma preist was anderes an und je mehr Chemie zugesetzt wird, desto übler wird der Kram (meiner Erfahrung nach). Vor kurzem habe ich mir von einem Hersteller, der mir sonst hervorragenden Restauriermörtel liefert, Fugenmörtel anmischen lassen - und war entsetzt.

Beste Erfahrungen habe ich hier tatsächlich mit den Fugenmörteln von Remmers gemacht, die sind von Haus aus schon sehr gut, man kann diese aber auch nochmal weicher eingestellt bestellen.


Viel Erfolg!