Quarzsand als Kalkputz-Zugschlagstoff

27.04.2013



Hallo,

macht QuarzSand als Kalkputz-Zuschlagstoff (für einen Feinputz) Sinn?
Das Material ist fein und sehr hart, weiters ist es nicht so dunkel wie Flusssand. Aus diesem Grund überlege ich Quarzsand anstelle von Flusssand zu verwenden.
Schlussendlich soll die Wand reinweiß werden und daher wäre es von Vorteil, wenn der Zuschlag nicht so dunkel ist.
Kalksand ist kaum zu bekommen, daher meine Überlegung.
Spricht etwas dagegen?

Danke und Gruß

Mark



Kurze Frage - kurze Antwort!



JA!

es spricht was dagegen …

Googeln Sie mal nach Sieblinie, Zuschlagsoffe für Mörtel, Kornverteilung etc.

Florian Kurz



Sieblinie



Hallo,

der Quarzsand, welchen ich gekauft habe, hat die Sieblinie 0-0,8 das sollte für einen Feinputz in Ordung sein, so nehme ich an.

Gruß Mark



Faustformel



Der Durchmesser des größten Kornes sollte ca. eindrittel der Putzstärke betragen.

Grüße Martin



Eigenschaften



Hallo,

spricht - außer der Siblinie - sonst noch etwas gegen Quarzsand (Chemische Zusammensetzung, sonstige Eigenschaften - was auch immer)?

Gruß Mark



Sieblinie + Faustformel



...ganz nett zum betonieren, jedoch als PUTZSAND und MAUERSAND
sind beide Typen keine gute Wahl!

In dem Fall hilft kein Googlen weiter, es bleibt rudimentär.
Sorry!





Hallo,

Quarzsand ist der Klassiker schlechthin bei der Herstellung wasserabweisender Putze, weil er einen hohen Schluffanteil hat. Als Mauermörtel ist er aus diesem Grund nicht zu gebrauchen: kein ordentliches Stützgerüst möglich.
Quarzsand aus Flaesheimer Sanden z.B. ist reines Silizium und geht in die optische Industrie.
Als Feinputz allererste Sahne !

Grüße





Hallo,

Quarzsand ist der Klassiker schlechthin bei der Herstellung wasserabweisender Putze, weil er einen hohen Schluffanteil hat. Als Mauermörtel ist er aus diesem Grund nicht zu gebrauchen: kein ordentliches Stützgerüst möglich.
Quarzsand aus Flaesheimer Sanden z.B. ist reines Silizium und geht in die optische Industrie.
Als Feinputz allererste Sahne !

Grüße



Ich möchte...



... höflichst die Herren Kurz und Stonewall bitten, ihre Abneigung gegen Quarzsand als Zuchlag für Kalkmörtel/-putz zu begründen...
Im Falle des von Florian Kurz bevorzugt häufig empfohlenen Herstellers von Fertigputzmörtel ist von "...quarzitischem gewaschenem Grubensand..." auf der Zuschlagsseite auszugehen...

MfG,
sh



Quarzsande



Stimmt, Quarzsand auch mit Verunreinigung bleibt der Klassiker
und wird es zu diesem Zweck auch bleiben. War auch nicht meine Aussage!
Ich glaube ja sehr viel, aber nicht, daß man mit einem gewaschenem Rheinsand und reinem CaO einen dauerhaften Außenputz herstellen kann!
Ich werde den Teufel tun und jeder hier soll doch erst einmal selbst sich kundig machen, was er da verwendet.



Begründung …



Also Herr SH … Ihnen hier ne Begründung zu liefern, die SIE akzeptieren werden … so alt werde ich nicht mehr … und Ihnen und anderen ein Seminar zu Baustoffen, Zusammensetzungen und Einfluss von Sanden (Brech- und oder Flußsanden) auf Mörtel- und Putzqualitäten für die verschiedensten Anwendungsgebiete zu geben … 

Ach nee …

ich sagte schon: die Sieblinie, Kornverteilung … etc. sind maßgeblich

Florian Kurz



Diesen ausweichenden Antworten...



... auf eine konkrete Frage entnehme ich, dass weitestgehend Wissen bezüglich Hohlräumen weitergegeben worden ist, dahingehend, dass Hohlräume Luft enthalten...
Also nur Gelabere, bzw. für'n Arsch...

Natürlich lässt sich Quarzsand für einen Kalkfeinputz verwenden... und natürlich ist die Eignung u.A. von der Siebung und der Kornverteilung abhängig...

MfG,
sh



Resümee



Hallo,

ich staune über die rege Beteilung an dieser Ferndiskussion.
Allgemein entnehme ich den Antworten, dass Quarzsand grundsätzlich als Zuschlag geeignet ist.
Bleibt noch die Frage nach der Kornverteilung.
Ich gehe davon aus, dass die Putzdicke maximal so ca. 2,5 bis 3mm betragen wird. Mehr wird es sehr wahrscheinlich nicht. Die Wände sind Plan und es fehlt "nur" noch die Endbeschicktung.
Da Hohlräume vermieden werden sollten, nehme ich an, das Feinanteil kein Fehler ist. Andererseits setzt das glaublich einen größeren Anteil an Bindemittel voraus.
Der Quarzsand (Sackware) hat die Siblinie 0 bis 0,8 - ist dieser nun geeignet oder eher nicht?

Danke und Gruß

Mark





Ja !

Machen Sie doch erst mal ein Zimmer fertig und schauen, was dabei herauskommt !

Viel Erfolg !



Kleiner Versuch



Hallo,

ich glaube, ich versuche es erst einmal auf einem 1/2m².
Gleich ein ganzes Zimmer ist mir etwas ein zu gewagtes Testfeld.

Gruß Mark



Auch OK...



... im Endeffekt hast Du doch eh schon alles eingekauft... Sumpfkalk, Quarzsand...

MfG,
sh



Kalkputz



2-3 mm Auftragsdicke, das ist eher eine Kalkglätte.
Die selber zusammenzurühren und an der Wand in ordentlicher Oberflächengüte zum Carbonatisieren zu bringen ist für einen Laien eine recht anspruchsvolle Aufgabe.
Viel Spass beim Experimentieren!

Viele Grüße



Putzstärke und Zusammensetzung



Hallo,

für den Deckabrieb habe ich einen Sack Kalkhydrat gekauft. Sollte ich den nicht verwenden?
Mein Plan ist/war aus Kalkhydrat und Quarzsand einen Deckabrieb zu mischen und das bei Bedarf (je nach Abriebfestigkeit) nach dem Trocknen ev mit einer dünn angemachten Kalk-Kasein-Farbe zu fixieren.

Wie stark sollte diese letzte Schicht ausfallen? Einen Lehm-Feinputz habe ich bereits aufgebracht und mit diesem vollfälichig ein Netz eingespachtelt. Die Fläche ist also plan.
Den Feinputz habe ich mit Kalk-Kasein-Farbe (dünn angemacht) fixiert. Darauf sollte jetzt noch die letzte Schicht kommen und ich dachte, dass 2 bis 3mm ausreichend sind.

Gruß Mark



Kalkputz



Können sie noch mal GENAU! den Aufbau der zu putzenden Decke schildern?
Was meinen Sie mit "Deckenabrieb"?
Was ist das für ein Sand, den sie Verarbeiten wollen, für was ist der eigentlich gedacht?

Viele Grüße



Putzaufbau



Hallo,

hier der gesamte Aufbau:
Wand (Altbestand - sehr unterschiedlich, aber stabil) - darauf ein Schilfrohr-Putzträger. Dann ca. 4,5cm Lehm-Grundputz (selbst gemischt) - in einem Arbeitsgang aufgebracht.
Dann wurde mit Lehm ein Netz eingespachtelt - da aber der Unterbau sehr stabil ist, hätte ich mir das wahrscheinlich sparen können. Ev. nur an den Eckübergängen hätte wahrscheinlich gereicht. Dann kam ein Anstrich mit stark verfünnter Sumpfkalk-Kasein-Farbe (selbst hergestellt). Dieser Schritt hat erstaunlich gut funktioniert - damit wollte ich die Oberfläche festigen (eine Art Tiefengrund). Darauf kommt nun der Deckabrieb - also die letzt Schicht. Wenn ich es schaffe ein Sinterhaut zu erzeugen, dann verzichte ich auf einen Endanstrich - geht das nicht, dann male ich nochmals mit stark verdünnter Sumpfkalk-Kasein-Farbe (selbst hergestellt) nach. Das war es dann; ich hoffe, ich habe es verständlich erklärt.

Gruß Mark



Sand



Hallo,

ich vergaß den Sand.
Verwendet habe ich beim letzten Abrieb (die erste noch nicht trockene Versuchsfläche) Quarzsand mit der Sieblinie 0 bis 0,8mm.
Grund ist, dass dieser Sand nur leicht grau ist. Ich gehe davon aus, dass er gemeinsam mit Kalk eine weiße Wand ergibt - noch ist sie nicht trocken, ich bin schon gespannt.

Gruß Mark



Putz



Das ist keine Wand sondern eine Zwiebel.
Schilfrohr- Putzträger: sehr ungewöhnlich, an einer Wand überflüssig.
4,5 cm Lehmgrundputz- reden wir hier von einer Wandheizung auf Schilfrohrdämmung?
Putzbewehrung in einem dicken Lehmunterputz macht Sinn.
Darauf Lehmfeinputz, eventuell darauf Farbe. Noch mal eine Kalkglätte ist darauf überflüssig.

Bei einer nomalen Wand würde der Aufbau eines Innenputzes normalerweise so aussehen:
Bei geradem Untergrund: ca. 10 mm Kalkputz, Anstrich oder Kalkglätte
oder
10 mm Lehmputz, darauf Lehmfarbe oder Lehmfeinputz.
Bei ungeradem Untergrund kommt vorher ein Unterputz zur Egalisierung,entweder Lehm oder mineralischer Putz. Dann weiter wie oben.
WARUM
wollen sie die (überflüssige) Kalkglätte aufbringen?
Wenn Ihnen der Oberputz zu uneben ist dann sollte der mit Lehm nachgearbeitet werden.
Sonst pappen Sie die nächste Schicht auf die Kalkglätte wenn die Ihnen auch nicht gefällt.

Viele Grüße

p.s. Eine Alternative wäre ein Gipsspachtel aus dem Baumarkt. Der kann durch mehrmaliges Schleifen und Nachspachteln in Form gebracht werden.



Mehrschichtig



Hallo,

mir wären auch weniger Schichten lieber gewesen - aber - die Familie hätte gerne ganz glatte ultraweiße Wände; das ist mit Lehm etwas schwierig.
1. enthält ein - meiner Meinung nach guter - Lehmputz Stroh, was unruhig wirkt, auch wenn man darüber streicht.
2. hat natürlicher Lehm eine dunklere Farbe.

Daher die Schichten über dem Lehm.

Mehr als 1cm Lehm macht meiner Meinung nach Sinn. Ich müsste nachlesen, aber wenn ich mich recht entsinne, dann ist Lehm bis in eine Tiefe von ca. 4 bis 5 cm sehr aktiv in Bezug auf Feuchtigkeitsausgleich. Daher die Putzstärken. Ich habe schon mehrere 4 bis 5cm dicke Lehmwände im Haus. Unserer Meinung nach hat das für das Raumklima sehr viel gebracht. Der Raum wird damit zwar etwas kleiner, aber unser Haus ist mehr als groß genug. Mischt man es selbst, so kostet es einen Pappenstiel. Es spricht also nichts dagegen.

Gruß Mark



Innenputz



Wenn Sie Ihr Raumklima regulieren wollen dann tun Sie das besser über eine ordentliche Lüftung. Es bringt nichts, die Wand als Speicher für überflüssige Raumluftfeuchte zu missbrauchen. Damit sollte man kurzzeitige Feuchteschwankungen puffern aber nicht das Lüften ersparen. Für so eine Pufferung reicht auch 1 cm normaler Putz aus. Kohlendioxid wird nämlich nicht vom Lehm gespeichert und der ist in höherer Konzentration giftig.

Viele Grüße



Erste Wand ist fertig und trocken



Die erste Wand ist fertig und trocken.
Das Ergebnis ist genau das, was ich mir erwartet/erhofft hatte.
Der Putz ist sehr fest, rissfrei, plan und leicht (wirklich nur ganz leicht) strukturiert.
Die Herstellung ging ganz leicht.
Ich habe Kalkhydrat mit schwach 4 Teilen Quarzsand vermischt. Das wurde in einer dünnen (ca. 2 bis 3mm) gleichmäßigen Schicht auf der Wand aufgebracht (aufgezogen).
Dann habe ich zugewartet, bis es "angezogen" hatte.
Dann habe ich etwas Kalk mit Wasser vermischt und mit diesem Wasser die gesamte Wand mit einem festen "gummierten" Reibbrett (wird gewöhnlich beim ausfugnen verwendet) abgerieben.
Jetzt - wo es trocken ist - sandet die Wand beim ersten darüberstreichen leicht ab. Dann ist Ruhe - weiteres Absanden findet nicht statt.

Ich bin rundherum damit zufrieden - und mehr braucht es nicht :-)

Gruß Mark



zum Verzweifeln…



Bislang habe ich für selbst gemischten Feinputz immer erfolgreich sogenannten "Lippsand" (Lippesand) genutzt, das dürfte der von Herrn Beckmann beschriebene Haltern-Flaesheimer Quarzsand sein (liegt an der Lippe). Den habe ich mir aber bisher immer nur kübelweise im Kofferraum von einem Baustoffhändler dort geholt, weil ich beruflich oft in der Nähe bin. Jetzt benötige ich allerdings größere Mengen und wollte die bei unserem örtlichen Baustoffhändler im Rheinland (ca. 150 km von Flaesheim entfernt) bestellen, da verstehen sie aber nur Bahnhof. Dieser Begriff, diese Art von Sand, scheint hier völlig unbekannt.

Weiß jemand, mit welchen regional übergeordneten Begriffen oder Klassifizierungen (Körnung, Sieblinie) dieser Sand bzw. Sand in vergleichbarer Qualität beschrieben werden kann? Danke!

Ein anderer (Öko-)Baustoffhändler in der Nähe bietet Putzsand nur als ziemlich grob gekörnte Sackware an, wo ein Sack aber genau so teuer ist, wie der Kalk, das muss ja nicht unbedingt sein.