Dielen auf Sand, Loch im Gefache usw.

23.07.2008



Hallo Ihr,

wir haben uns ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1863 gekauft. Am Liebsten würden wir alles selber machen was irgendwie möglich ist. Dazu kommen viele fragen auf:

BODEN:
Als erstes haben wir in zwei Zimmern mal die alten Ochsenblut Dielen von den Spanplatten und PVC Belägen befreit. Leider ein nicht so schöner Anblick. Die Dielen sind fast alle Morsch. Daraufhin habe ich angefangen sie rauszureissen und musste feststellen das sie aufliegend auf Sand verlegt wurden. Ist das normal? Zu welchem Zweck diente das damals? Isolierung? Die quer auflege Balken sind auch komplett hin. Können wir jetzt einfach den Sand wegschaffen, also auf vielleicht 50cm ausheben, eine Plane drunter dann neue Querbalken, dazwischen eine Schüttisolierung dann einbisschen Luft und nun die neuen Massivholzdielen? Ich weiss das es perfekt nur mit Beton giessen ist. Geht es aber auch so wie eben beschrieben? Es soll keine Luxusvilla werden.

INNENWAND:
Wir haben Glück den überall ist ein völlig intakter Lehmverputz. Nur eine halbe Wand im Schlafzimmer ist mit irgendwas anderem Verputzt. Es ist so fast 5cm dick aufgetragen, Weisslich mit Sandkörnen oder ähnlichem vermischt. Auf der anderen Seite ist aber keine Wasserleitung, sondern das Wohnzimmer mit der normalen Lehmwand. Ist es warscheinlich das dieser Putz unsere Balken oder das Gefache angreift? Müssen wir den entfernen? Ist es schwer Lehmbewurf selber zu machen?

AUSSENWAND:
In einem Zimmer ist unten über der Schwelle ein ca. faustdickes Loch durch das Gefache direkt nach draussen. Mit was ist das am besten zu stopfen? Mörtel soll doch nicht gut sein, oder?

INNENBALKEN:
Irgendein Idiot hat alle grossen an der Decke verlaufenden Balken mit Plastikfolie auf der Holzmuster ist verklebt. Kann ich da mit ner Heissluft Pistole dran? Oder Tapetenlöser? schadet vielleicht dem Balken?

Also schont uns nicht mit anstrengenden Antworten, wir sind Jung und wollen jetzt selber Hand anlegen . Los gehts.

Wäre echt Klasse wenn jemand helfen kann.

DANKE
Simona



Ein paar Antworten



Hallo Simona,

zunaechst mal herzlichen Glueckwunsch zum Haeuschen. Viel Freude wuensche ich Euch damit; Ihr werdet's schon schaffen.

Zu einigen Fragen kann ich was beisteuern:

>INNENWAND:
>Ist es warscheinlich das dieser Putz unsere Balken oder das Gefache angreift?
Vorbehaltlich einer besseren Auskunft durch die Experten wuerde ich vermuten, dass es sich um Kalkmoertel handelt. Der ist unbedenklich - an einer Innenwand sowieso.

>Ist es schwer Lehmbewurf selber zu machen?
Jain. Eigentlich ist es ganz einfach. Aber ich bemerke leider doch einen Unterschied zwischen dem etwas welligen und loechrigen Putz, den ich gemacht habe, und den perfekt glatten Oberflaechen unseres Putzers. Ausserdem ist er rund zehnmal so schnell.

> AUSSENWAND:
In einem Zimmer ist unten über der Schwelle ein ca. faustdickes Loch durch das Gefache direkt nach draussen. Mit was ist das am besten zu stopfen?

Womit sind denn die Gefache ausgemauert? Das wuerde ich wieder nehmen.

>INNENBALKEN:
Irgendein Idiot hat alle grossen an der Decke verlaufenden Balken mit Plastikfolie auf der Holzmuster ist verklebt.

Das muss wirklich ein Idiot gewesen sein. Man staunt oft, wie wenig Geschmack in der Welt verteilt worden ist. Bei uns sind hoelzerne, 50cm tiefe Fensterbaenke mit einer Marmorimitatfolie beklebt . . .

>Kann ich da mit ner Heissluft Pistole dran? Oder Tapetenlöser? schadet vielleicht dem Balken?

Folie muesste sich doch abziehen lassen, oder? Wenn nicht, geht eine Heissluftpistole auf jeden Fall; Tapetenloeser wohl auch. Balken halten 'ne Menge aus.

Liebe Gruesse,
Konrad



Zur Dielung:



Sind die Räume im Erdgeschoß, wenn ja, unterkellert?

Grüße

Thomas



zur Dielung



Erstmal Danke Konrad, dass hat schon ein paar Fragen beantwortet vor allem was die Innenwand betrifft.


Zu Thomas,
ja die Räume sind alle im Erdgeschoß aber sind NICHT Unterkellert!

Der kleine Keller den wir haben befindet sich unter dem alten Mägde Zimmer und da ist der Boden gut in Schuss.

DANKE,
Simona



Hallo,



Diese spezielle "Verlegeweise" diente keinem speziellen Zweck oder Prinzip, außer dem Sparen. Es ist eine "Armeleutebauweise", und mußte zwangläufig mittelfristig versagen.

Eine Bodenplatte mit Schweißbahn darauf, bis Dielungsoberkante hochgezogen, solltet Ihr schon herstellen. Auch, wenn alles auf Sand steht, würde ich wenigstens 15cm kapillarbrechende Schicht bringen (Schotter), darauf ein Geovlies als Trennlage, dann wenigstens 8cm Bodenplatte. Wenn Euer Aushub (Sand) halbwegs brauchbar ist, könnt Ihr den ja verwenden. An die Bodenplatte werden ja hier keine größeren Anforderungen gestellt. Also eigener Sand, Zement, Mischer borgen, auf gehts.

Zieht die Bodenplatte sauber und waagerecht ab, darauf die Schweißbahn. Auf dieser kann dann z.B. mit Holzweichfaserplatte und zwischengenutetem Lagerholz gedämmt werden, darauf die neue Dielung, am besten geölt.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Noch mehr Fragen



DANKE Dir Thomas, dann werden wir diese Methode anwenden.
Dazu habe ich trotzdem noch ein paar Fragen:

-Habe des öfteren in Büchern gelesen das die Betonplatte unter das gesamte Fundament gegossen wird und somit in einem Stück mehrere Zimmer abdeckt. Können wir trotzdem Zimmer für Zimmer giessen?

-Wie nah darf der Beton an die Wand gegossen werden? Muss da ein paar cm platz sein oder geht das direkt an die Wand?

-In welcher tiefe muss die Boden Platte sein? Also bis wohin darf die Platte gehen um dem Holz nicht die Möglichkeit zu nehmen Feuchtigkeit abzuführen?

-Welches Mischungsverhältnis müssen wir für den Sand und Zement anrühren?

-Sollten die schwellen schlussendlich oberhalb der Bodenplatten sein?

-Benötigen wir bei dieser Vorgehensweise keine Dämmschüttung mehr?

So viele Fragen, ich freue mich über Antwort,


DANKE,
Simona



Hallo:



Habe des öfteren in Büchern gelesen das die Betonplatte unter das gesamte Fundament gegossen wird und somit in einem Stück mehrere Zimmer abdeckt. Können wir trotzdem Zimmer für Zimmer giessen?

Wenn Ihr Euer Haus nicht hochheben wollt, macht Ihr jeden Boden einzeln :-) Ihr stellt ja hier nur eine stabile Fläche für die Aufnahme der Abdichtung her

-Wie nah darf der Beton an die Wand gegossen werden? Muss da ein paar cm platz sein oder geht das direkt an die Wand?

Bis an die Wand


-In welcher tiefe muss die Boden platte sein? Also bis wohin darf die Platte gehen um dem Holz nicht die Möglichkeit zu nehmen Feuchtigkeit abzuführen?

Diese Frage verstehe ich noch nicht. Die Höhe der Platte resultiert aus dem geplanten Aufbau.

-Welches Mischungsverhältnis müssen wir für den Sand und Zement anrühren?

Vorbehaltlich fachlich versierterer Betoneure: Ich habe deim eigenen Haus 1:4 Schaufeln verwendet

-Sollten die schwellen schlussendlich oberhalb der Bodenplatten sein?

Gute Frage, das beachten viele nicht: Die Schwelle darf natürlich nicht eingegossen werden, sie soll allseitig frei bleiben

-Benötigen wir bei dieser Vorgehensweise keine Dämmschüttung mehr?

Holzweichfaserplatten (z.B. "Gutex Thermofloor NF") sind Unterbau und Dämmung gleichzeitig.

Ach ja, eines noch: Die Schweißbahn soll an der Wand bis zur zukünftigen Oberkante der Dielung hochgezogen Werden.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Danke



Nochmal vielen Dank.
Jetzt endlich habe ich mal kapiert das der Beton als Untergrund/Stabilisierung für die Schweißbahn dient. DANKE

Also 1:4 bedeutet 1ne Schaufel Zement und 4 Sand? und wie viel Wasser?

Und die nicht verstandene Frage hat sich schon damit beantwortet das die Schwellen nicht eingegossen werden dürfen.

Danke wirklich sehr,

Simona



Die Frage der Verhältnismäßigkeit



Ihr dürft natürlich auch 2 Schaufeln Zement und 8 Schaufeln Sand in dem Mischer werfen.

Die Wasserzugabe regelt sich über die Verarbeitung. Der Beton sollte nur wenig Wasser bekommen, so, daß er sich gerade noch gut abziehen lässt.

Sicherlich habt Ihr irgendeinen Kumpel greifbar, der mit solchen Geschichten schon 'mal hantiert hat.

Grüße

Thomas



Zement, Sand, Wasser



In meiner studentischen Zeit als Gartengestaltergehilfe musste ich viel Beton anmischen. Gleichzeitig habe ich damals auch gerne gebacken. Bald fand ich heraus: Ein guter Beton hat dieselbe Konsistenz wie ein guter Mürbeteig.



Aber geschmacklich...



...gewinnt der Mürbeteig :-)

Grüße

Thomas



Danke



Ja Klasse, dann habe ich vielleicht sogar Talent im Beton anrühren, auf alle Fälle Backen kann ich. Wir werden ja sehen. Liebe Grüße und nochmals einen riesen Dank,
Simona