Salpeter und Flecken mitten im Haus

06.11.2015



Liebe Community,

wir haben vor 3,5 Jahren ein altes Bauernhaus gekauft, was wir jetzt größtenteils saniert haben.

Im EG haben wir einige Wände entfernt und den Boden komplett neu gemacht. Das Haus war vor ca. 110 Jahren unterkellert, dieser Keller wurde dann 1902 mit Bauschutt/Sand aufgefüllt. Den Bauschutt haben wir teils entfernt (etwa 60 cm) und dieser schien trocken zu sein. Die Kellerwände sahen auch trocken aus.

Der neue Bodenaufbau besteht aus Glasschaumschotter, Kalkzement ("Limecrete") und Terrakotta fliesen/alten recyclten Zementfliesen. Wir haben uns gegen eine Feuchtigkeitssperre entschieden. Ich weiß, dies ist in Deutschland nicht üblich.

Zwei Wände, mitten im Haus, haben ein Flecken-Salpeter Problem. Fängt ca. 20 cm über dem Boden an und hört bei 60-80 cm auf. Eine Stelle ist direkt gegenüber vom Pellettofen, wo die Luftzirkulation super ist. Alles weit von den Aussenwänden entfernt. Die alten Innenwände sind von 1902, 13 cm dick und bestehen, so weit ich weiß, aus Bims und Zementputz. Der Zementputz auf der selben Höhe sah aber auch (vor meinem Verputzen) etwas angegriffen aus. Die Salpeter Felcken scheinen teilweise in Verbindung zu stehen: Vorderseite und Rückseite der einen Wand sind an der selben Stelle betroffen.

Ich werde jetzt zum 3. Mal Verputzen müssen. Ich habe 3 Bilder gemacht, die sind in meinem Profil zu finden.

Hätte jemand vielleicht einen Idee, was hier los sein könnte? Und was ich machen könnte um nicht jede Paar Jahre neu verputzen zu müssen?

Vielen Dank für alle Tipps!



feuchte Innenwand



Das sieht nach einer hautbildenden Farbe aus die durch Trocknung der Wand (Dampfblasen, Salzkristallisation) abgehoben wird.
Das Wasser wird wohl Restbauwasser aus dem Kalkbeton (was auch immer das ist) und dem Bettungsmörtel der Fliesen sein, das über die Wandflächen abtrocknet.
Wie dick wurde dieser Limecrete eingebaut? Mit welcher Konsistenz? Gibt es einen Randstreifen?
p.s. Ich habe gerade die Homepage überflogen:

"It is vital to have an alternative option for a traditionally built house as an impervious, non flexible cement floor may create problems with dampness being forced into the walls at ground level which can result in poor insulation, mould growth with associated health problems and even structural damage".
Ist schon komisch.
Das mit der Feuchte in den Wänden haben Sie jetzt, obwohl Sie das Material verwendet haben. Da hätten Sie auch bei einem billigeren Zementestrich bleiben können. Die Fliesen und die Verfugung sind so diffusionsdicht das es egal ist ob hydraulischer Kalk oder Zement als Bindemittel im Estrich ist. Na gut, was solls.
Sie werden wohl so lange warten müssen bis die Baufeuchte im Bereich der Kontaktfläche zum Estrich und aus dem Putz ausgetrocknet ist. Wenn Sie nicht solange warten wollen können Sie sich mit einem hydrophilen Funktionsputz behelfen. Genauere Angaben dazu stehen im WTA- Merkblatt 2-10-06.



Salpeter und Flecken mitten im Haus



Vielen Dank für die Antwort!

Wahrschreinlich habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt:

* der Boden ist jetzt schon seit 2,5 Jahren gegossen (Kalkbeton + Kalkestrich = 25 cm dick) und dürfte schon länger trocken sein
* der Salpeter tritt in sehr begrenzten Bereichen auf, wie gesagt, im Inneren des Hauses
* er tritt erst ab einer Höhe von 20 cm über dem Boden auf. Die untersten 20 cm sind also nicht betroffen
* der alte Putz von 1902 hat an diesen Stellen schon angegriffen ausgesehen

Ist es nicht möglich, dass irgendwas in der alten Wand bzw. dem alten Putz den Salpeter produziert, ohne dass Feuchtigkeit was dem Boden etwas damit zu tuen hat?

Wäre ein hydrophiler Funktionsputz in so einer Situation auch zu empfehlen?



Salzausblühungen



Bauschädliche Salze werden durch verdunstende kapillare Feuchte transportiert. Sie können aus der Wand selber stammen. Wenn durch kapillares Wasser das Salz gelöst wird erfolgt ein Transport zur Verdunstungsebene. Das Salz kann auch aus dem eingebauten Kalkbeton stammen. Ob es Nitrate sind wissen Sie nicht.
25 cm Kalkbeton können, je nach Abbindeverhalten des Bindemittels, bei vorwiegend carbonatischer Erhärtung noch viele Jahre Feuchtigkeit produzieren und zwar durch den Erhärtungsprozess selber.
Das es erst ab einer gewissen Höhe auftritt zeigt nur das dort die Verdunstungs- bzw. Trocknungsebene liegt, das ist der Bereich wo sich Feuchtenachschub und Trocknung die Waage halten. Natürlich kann auch Feuchte am Fußpunkt der Mauer von außen eindringen. So etwas muß man immer vorher klären bevor man anfängt zu bauen.
Zum Schluß noch eine Bemerkung:
Ca. 5-8 cm Betonestrich, darauf Fliesen und eine Dämmung an die Deckenunterseizte des Kellers mit Topdeck- Deckenlamellen hätte nur einen Bruchteil des Aufwandes und der Kosten erfordert den Sie aufgewendet haben.