Säuerlicher Geruch nach Streichen von Altbauwänden

29.06.2018 Ulrike



Fortsetzung...
(vor ca. 2 Monaten hatte ich hier um Hilfe gebeten: Wohnzimmer Tapete entfernt, Wände gespachtelt mit Vitalux von Brillux gestrichen, seitdem säuerlicher Geruch)
Der Maler hat inzwischen (vor einer Woche ) eine Nachbesserung gemacht, die sah so aus: Anschleifen der Wände, erneutes Grundieren mit Tiefengrund (wie eine Art Farbe), dann Streichen mit Brillux Superlux 3000.
Ergebnis: Es stinkt noch schlimmer, Zimmer nutzen unmöglich, Augenbrennen, Übelkeit, benommen - die ganze Palette. Zimmer wird gelüftet, aber ansonsten bleibt das schöne große Zimmer, das die Wohnung bei geöffneter Flügeltür groß und weit macht, geschlossen, ich habe sogar jetzt eine Decke unten vor die Türritze gelegt.
Am Montag kommt ein Baubiologe, den ich kurzerhand beauftragt habe. Der Maler hat nach mehrmaligen Bitten, zu dem Termin dazuzukommen (vom Baubiologen so vorgeschlagen), zugestimmt.
Er sei "mit seinem Latein am Ende".
Der Baubiologe hat nach kurzer Schilderung am Telefon schon seine klare Einschätzung genannt: Chemische Reaktion direkt auf der Wand, da alte Kleber- und/oder Tiefengrundreste nicht entfernt wurden. Er hätte gerne die Wände "vorher" gesehen, das konnte ich ihm bieten, denn zum Glück hatten wir Fotos gemacht. Die gelben Flecken seien schon ein Zeichen für eine Reaktion gewesen. Spätestens dann hätte man reagieren müssen, um weitere Reaktionen zu stoppen (Ha! Welch ein Wortspiel).

Dasselbe erklärte uns ein anderer Maler, den uns Freunde genannt hatten, von dem sie wussten, dass er ähnliches erlebt hatte.
Warum kam meine Malerfirma nicht auf diese "Idee"?
Nun ja, vor Ort war der Baubiologe noch nicht, aber es scheint doch was dran zu sein. Am Montag sehen wir weiter....
Der Geruch ist übrigens schlimmer als vorher, die Aktion letzte Woche hätte man sich sparen können. Im Grunde haben sie nichts anderes
gemacht, als drüberstreichen. Die Auswirkungen sind katastrophal, wie wir finden und empfinden.

Wir hoffen sehr, dass der Baubiologe nun dem Maler vor Ort möglicherweise erklären kann, wie man nun vorgehen sollte.
Für uns steht fest: das Zeug muss heute, nicht erst morgen restlos runter. Die Umstände und der Dreck, die da weiter auf uns zukommen sind im Grund unzumutbar. Noch haben wir 2.000 Euro der Rechnung nicht bezahlt. Ich fürchte nun, dass der Maler sich sträubt, aber auf der anderen Seite können wir doch nichts dafür und haben extra (!) eine Fachfirma beauftragt, die ansonsten auch den Eindruck macht, gut zu arbeiten (die optischen Ergebnisse sind hervorragend, die Sauberkeit der Arbeiten, das sehr gute Abdecken usw.) WIE KONNTE DAS ALSO PASSIEREN? Wir sind doch nicht die ersten Altbauwände, die die machen.... :-(

Ich möchte vor allem hiermit allen raten, die solche aufwändigen und teuren Arbeiten beauftragen oder selbst durchführen: Seht Euch die Wände genau an, macht sofort alles runter, was evtl. zu späteren Reaktionen führen könnte, alles besser, als am Ende dazustehen, wo wir jetzt stehen. Noch besser: Jemanden beauftragen, der sich auskennt (Baubiologe o. ä. Fachmann), nicht unbedingt allein auf die Fachkenntnisse des Malers vertrauen. (Meine Eindruck ist: denen ist vor allem wichtig, dass das Zeug, was sie verwenden, gut zu Verarbeiten ist, egal was drin ist, egal, was der Kunde will, egal egal - und Hauptsache, die Optik stimmt, die Gesundheit egal) und klatscht die Wände zu und gut is :-( - Sorry, aber so ists doch.

Na, ja, und wir stehen vielleicht dann bald vor der Frage: Was machen?
Mario, Sie hatten schon Tips gegeben, in die Richtung geht auch der Baubiologe.
Aber wir sind jetzt total verunsichert und trauen eher keinem mehr....

Bin weiterhin dankbar für ähnliche Erfahrungen.



Reaktion vin Brillux?



Gab es schon eine Reaktion von Brillux, abgesehen von dem Tip mit Kaffee? Auch wenn das Problem nicht bei dem Produkt liegt, sondern an der Untergrundvorbereitung des Handwerkers, sollten Sie trotzdem auch dort etwas Druck ausüben. Ich kann zwar nicht für Brillux reden, weiss aber aus Erfahrung das die Industrie durchaus auch kulant sein kann.

Auch wenn Ihnen das nicht hilft, aber Ihr Fall ist nicht alltäglich. In meiner Vertriebstätigkeit gab es in den letzten 18 Jahren kein Fall in dieser Intensität. Einmal bei Freunden gab es eine Reaktion mit Kleberesten auf dem Boden ...



Ersatz von Material durch Brillux nützt leider nichts



Was sollte und das nützen? Was sollten wir von dem Hersteller erwarten? Die werden nicht die Arbeit des Malers (Abfräsen der Wände, Neuerstellen mit anderen Produkten) übernehmen. Dafür hat der Maler hoffentlich eine Versicherung. Wir werden bereit sein, das neue Material (keine solche Chemie mehr, NEVER AGAIN) zu zahlen, nicht aber die weiteren Arbeiten jetzt (das Wohnzimmer hat uns bereits 2.600 Euro gekostet und 10 Wochen ein unnutzbares Zimmer, viel Ärger, Sorgen, schlaflose Nächte, gesundheitliche Beeinträchtigungen usw. und noch ist es nicht ausgestanden...). Wenn der Maler Ersatz in Form von Ware oder Geld von Brillux haben will, ist das seine Sache.



Moin,



Ich verstehe ja Ihren Frust, aber in jedem 2. Thread wird hier immer wieder gesagt, dass ein Sanierungskonzept durch einen Fachplaner erstellt werden soll um gerade solche Erfahrungen zu vermeiden.
Den planer haben wir uns schön gespart und jetzt soll der kleine Maler , der sich tag täglich mit mieser Zahlungsmoral , fadenscheinigen Mängelrügen herumschlagen muss dafür herhalten.....
So sieht es aus, um ihren Terminus zu gebrauchen.



Fachplaner



für einfache Anstricharbeiten ist doch sehr "mit Kanonen auf Spatzen schießen". Das Problem liegt auch nicht in der Farbe, sondern an der Kombination von Untergrundvorbehandlung und Wechselwirkung mit nachfolgenden Beschichtungen. Von 100 Wohnungen passiert das vielleicht bei einer Wohnung.

Ich kann für die Threaderstellerin nur hoffen das ihr Märtyrium irgendwann ein Ende hat. MIt welchem Material auch immer.



DANKE!



Danke!!!!

Und das mit Kanonen auf Spatzen trifft es ;-) ... bin auch irritiert, dass wir für das Wohnzimmer einen Fachplaner hätten beauftragen sollen vorher... - Morgen kommt ja einer in Form des sog. Baubiologen, machen wir's halt umgekehrt und zahlen noch mehr (nachdem dem dem "kleinen Handwerker" nichts weiter einfiel als er sei "mit seinem Latein am Ende". )
Hätten uns gerne diese zusätzl. Kosten gespart. (Was meinen Sie mit kleinem Handwerker? Egal wir groß oder klein er ist, muss er sein Handwerk verstehen, das zählt. Und wir sind die Auftraggeber, egal wir groß oder klein wir sind. Und ein Fachplaner (?) oder Baubiologe oder was auch immer, ist einfach ein anderer Fachmann auf seinem Gebiet, der wiederum sein Handwerk verstehen sollte - egal wir groß oder klein) - aber nichts für ungut.



fadenscheinige Mängelrügen?



...lese jetzt gerade noch mal... ehrlich gesagt, finde ich das eine Frechheit.
Lesen Sie doch bitte den gesamten Thread, bevor Sie sich so auslassen hier :-( oder antworten Sie doch gar nicht, wenn Sie nichts Konstruktives beizutragen haben. Das ist wirklich ärgerlich.
Wir hatten uns ans Forum gewandt, um herauszufinden, was passiert sein könnte, um Lösungen zu erfahren, was andere möglicherweise in solchen Fällen unternommen haben, um uns schlau zu machen usw. und sind der Ansicht, wenn solche Fehler passieren, muss der Verursacher es in Ordnung bringen und dafür einstehen. Wir haben schließlich nicht explizit verlangt, wie es gemacht werden soll, sondern auf die Fachkenntnisse des Handwerkers vertraut. Wir schätzen die Arbeit von Handwerkern stets, da wir selbst keine sind. Dafür sind wir Fachleute auf anderen Gebieten, im übrigen selbst selbständig mit eigenen Kunden, wenn auch auf gänzlich anderem Gebiet.
Ich denke aber, alles ist gesagt.



Ich



Beschrieb nur das womit der Handwerksbetrieb tagtäglich zu kämpfen hat . Was Sie daraus machen oder lesen ist nun wirklich Ihre Sache
Aber da war doch was mit dem getroffenen Hund der bellte........
Zum Thema Kanonen und Spatzen, wenn es so einfach gewesen wäre würde es nicht säuerlich riechen. Der Maler wird, so unterstelle ich im System geblieben sein. Die Ursache, so orakeln Sie nach dem Telefonat mit dem Baubiologen war Untergrund. War denn bekannt was es für ein Untergrund war bzw. hätte der Maler davon ausgehen müssen das.....?



Möglichkeiten gibt es



Mein Großvater, Selbstständiger Malermeister, hatte einen Grundsatz:

Leg Dir eine Probefläche an, dann kennst Du das Ergebnis nach getaner Arbeit.

Vielleicht sollte man solche ( alten ) Grundsätze übernehmen.
Das anlegen einer Probefläche kostet einen Bruchteil dessen, was eine Reklamation nach sich zieht.

Nur mal so ein Gedanke !!



Die Einschätzung des Malers



hätte ergeben müssen das alte Kleisterrückstände und unvorhergesehene Wirkungen haben können, aber ich glaube nicht das er mit so einem Ergebnis hätte rechnen können.

Wenn ich mich richtig erinnere hat die Threaderstellerin erzählt das es ein Altbau mit, wahrscheinlich altem 2-lagigem Unterputz, ist. Ob da eine Probefläche von ca. 1qm schon diese Geruchsbelästigung hervor gerufen hätte kann ich mir nicht vorstellen.

Und ich behaupte weiter, das die Farbe nicht das Problem ist ;) Eigengeruch hat jedes Produkt, auch eine Kalkfarbe kann bei manchen Menschen als belästigend empfunden werden. Und bei richtiger Untergrundvorbehandlung wäre das wahrscheinlich nicht soweit gekommen.

Wäre schön wenn wir hier hören können wie es weiter geht.



Geruch bei Dispersionsfarben



Der Maler kann wahrscheinleich am wenigsten dafür. er hat soweit alles richtig gemacht und soweit ich das aus den Produktdatenblättern von Brillux entnommen habe sogar eine möglichst emmisisionsfreie Farbe verwendet. Das Problem liegt beim( bei den) Hersteller(n). Es werden einfach heutzutage von allen namhaften Farbherstellern Acrylate verwendet, deren chemische Zusammensetzung acrysääureesther beinhaltet, aus Wikipedia: "Acrylsäure oder Propensäure gehört zu den ungesättigten Carbonsäuren. Sie ist eine farblose, mit Wasser mischbare bei Raumtemperatur flüssige chemische Verbindung mit stechendem, essigähnlichem Geruch. Acrylsäure wirkt stark korrodierend und ist entzündlich. Ihre Salze und Ester (Acrylsäureester) werden Acrylate genannt,
Struktur von Acrylsäure

Name Acrylsäure
Andere Namen
Prop-2-ensäure
Propensäure
Ethylencarbonsäure
Vinylcarbonsäure
Summenformel C3H4O2
Kurzbeschreibung
farblose Flüssigkeit mit penetrantem, ekelerregenden Geruch"


.Ich hatte auch schon Fälle, bei denen durch zuvor aufgetragene Dispersion bzwl Latexfarbe es zu starkem Essigsäuregeruch kam. es half in diesem Fall nur die Wände komplett abzufräsen und Lehmputz aufzubringen Auch ein Intervenieren bei Brillux wird wohl nicht viel bringen, diese werden entweder den Geruch bei einem Ortstermin nicht feststellen oder eine Sanierung mit einer Ihrer Dispersionsfarben empfehlen, wodurch sich nichts ändern wird. Die beste Lösung wird sein sich mit dem Maler auf eine Sanierung zu einigen, wobei die Farbe komplett durch Schleifen oder Fräsen entfernt wird und ein neuer mineralischer Putz- oder Farbe aufgebracht wird, auch wenn dann zusätzliche Kosten kommen.



Säuerlicher Geruch von Wandfarbe und Abfräsen der Wände



Danke, ja, wir sind inzwischen auch weiter... Am Montag erschienen hier der Baubiologe, der Maler (Chef) und sein Mitarbeiter (auch Malermeister).

Wir haben inzwischen ein "Angebot" von unserem Maler für das Abfräsen bis 2mm Putzschicht. 1000 Euro :-(

Der Baubiologe schlägt vor, danach eine Weile alles ruhen zu lassen (1 Woche?), um zu riechen, wie es dann ist.

Dann muss ein Neuaufbau gemacht werden. Meine Maler sind aber eher unerfahren mit diesen Naturmaterialien.
Hier im Forum wird viel von Lehmfarbe gesprochen und Kalkfarbe, auch Silikat... Der Baubiologe schlug Lehmfarben vor.

Ich blicke da nicht wirklich durch. Vor allem: Das Ganze kostet Wahnsinns-Summen :-( Wir wollten doch nur die Raufaser loswerden....
Ganz zu schweigen von den vielen Wochen und der Baustelle, die nun immer noch (!) vor uns liegt...

Frage: Kann jeder Maler, der grundsätzlich nur mit den konventionellen (nenne sie mal so) Materialien arbeitet, auch ohne weiteres mit den anderen Materialien umgehen, auch wenn er damit bisher keine (!) Erfahrung hat? Sie haben zwar "schon ganze Häuser mit Silikat-Dispersionsfarbe gestrichen", aber wahrscheinlich nach Brillux-System.

Ist es tatsächlich so, dass der Maler keinerlei Haftung übernimmt? Ist es wirklich fachgerecht, was er gemacht hat, hätten nicht wirklich vorher diese ganzen Kleber- oder Grundierungsreste von vielen Jahren möglicherweise (?) abgetragen/abgewaschen oder so werden müssen? Sofort nach dem Entfernen der Raufaser wurde so ein Tiefengrund draufgesprüht (das hat eine Hilfskraft von dem Maler gemacht)....



Überarbeitung



Grundsätzlich könnte jeder Handwerker der vorher noch nicht mit Lehm gearbeitet hat auch Lehmputz oder -farbe aufbringen. Allerdings fehlt dann häufig das interresse und wenn dann was schiefgeht wird es auf das Material geschoben. Von daher sollte es jemand ausführen, der bereits mit diesen Materialien gearbeitet hat.