Wie altes Haus abfangen?Fundament einseitig 20cm agbesackt

13.09.2008



Hallo,
ich habe vor mir ein ca 100Jahre altes Bürgerhaus(Massivbauweise) in der Wesermarsch zu kaufen(Jade).Das haus hat hier und da kleiner Risse.Da vor ca 15 Jahren nebenan eine Werkstatt gebaut(trockenlegung?) wurde ist das haus nun einseitig in richtung halle um ca 15-20cm abgesackt(auf 8m).Meine frage ist nun wie kann ich es am besten anstellen das das haus nicht weiter sackt oder sackt es vielleicht nicht weiter?der Untergrund ist Kleeboden und wohl kein Moor.
Das Haus selber sonst in einem naja eher stark renovierungsbedürftigen zutsatnd.

Da ich die Holzfußböden rausreisse(restlos vergammelt und nicht betretbar)und neuen Estrichfußboden verlgeen möchte sollte man vielleicht vorher das Haus irgendwie auf der abgesackten seite Abfangen.Nur wie stellt man soetwas an?
Das Haus besitz auch einen Teilkeller mit 30cm Wasser.

Das Haus ist aber gleichmässig schräg abgesackt.Also keine schlimmen risse.Man kann es im Haus beim Laufen aber schon merken.

Der Makler hat mir doch ein recht günstiges angebot gemacht mit 2500qm grundstück.Ich bezahle also nur den Bauplatz.Würde es nur sehr schade finden wenn jemand das haus abreisst.Weil es aus meiner sicht es sich lohnt das haus zu retten.

MfG
Marcel Stölting





Man kann den Baugrund mit Micropfählen oder Injektionen Stabilisieren(Harze oder Zementsuspension).
Mir ist eine Firma bekannt die mit Bodenverpressungen sogar Bauteile anhebt.
War da mal mit bei.
Funktioniert tatsächlich.
Ist aber von den Kosten her nicht ohne.
Da kommt ein Abriß sicher günstiger.
Aber für die Bodenverfestigung rechnet sich sowas unter Umständen sicher. Preise sind abhängig vom System, Micropfähle oder Injektion.
Wir machen sowas mit Injektionen.

mgf jens



Setzungserscheinungen



Das was Sie schildern, ist ein typisches Erscheinungsbild für Konsolidierung von bindigem Baugrund durch Wasserentzug.
Ursache ist der geschilderte Anbau der Werkstatt.
Die Dränung sorgt für das Abführen des unter Druck stehenden Porenwassers im Boden. Das dauert sehr lange.
Die Setzungen können noch weitergehen, wenn der Wasserentzug nicht gestoppt wird.
Eigentlich ist das ein Fall für Baugrundgutachter und Rechtsanwalt, wenn durch die nachbarliche Baumaßnahme das Gebäude geschädigt bzw. in seiner Nutzung beeinträchtigt wurde (§ 907 BGB).



Viele Grüße



Injektion?



Vielen Dank erstmal für die schnellen antworten.
@jens:Wie muss ich mir das vorstellen mit Injektion?Wird da was in die Wand injektziert?Wird dadurch das absacken verhindert?Ich hätte jetzt gedacht das man was "unter die mauern stellen muss"bzw. unter das fundament.

Noch ist es nicht meins aber ich überlege es zu Kaufen.Wenn das denn Ratsam ist.Also die Dinge selbst machen ist für mich nicht das Problem bis auf das Fundament.

Am besten man legt das Nachbargrundstück auch trocken dann steht das haus ja wieder gerade*scherz*





Warum es zur Setzung kommt hat Georg ja schon beschrieben.
Durch die Bodeninjektion wird der Porenraum dr derzeit mit Wasser gefüllt ist mit Zement oder Harz gefüllt und so Stabilisiert. Weitere Setzungen werden so unterbunden.

gruß jens



Selbst machen?



Arbeiten an Gebäudefundamenten sollte man nur selbst machen, wenn man Fachmann ist und über entsprechende Gerätschaften verfügt.
MfG
dasMaurer



selbstmachen?



Ja das habe ich mir auch überlegt.ich kann das meiste selber wie Fliesen legen und Elektrik (gelernt habe ich tischler)aber das mit dem Fundament werde ich dann wohl doch machen lassen.also entweder einem Maurer oder dies mit der Injektion falls mich das überzeugt.ich hänge eher dazu das alte bewährte zu nehmen.

habe mich informiert über diese injektionen und bis jetzt muss ich sagen das es garnicht schlecht ist.allerdings wenn der maurer oder betonbauer? preislich eher anspricht werde ich das dann wohn von diesem machen lasen.schließlich steht da ein haus drauf und keine garage...





Hallo Herr Stölting,

die AugenZuUndDurch- bzw. die DasWirdSchonTaktik ist hier eher nicht anzuraten. Ich berate zahlreiche Bauherren zu deren Baumaßnahmen und zu evt. Immobilienkäufen. Wasser im Keller und ein um 20cm abgesacktes Haus - wenn es nicht das ultimative Objekt, die heiße Liebe oder die traumhafte Aussicht wäre - ich wüsste, was ich meinen Kunden empfehlen würde.

Überlegen Sie sich das gut,

absackende Grüße aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



lösung?



Hallo,
so hab nun mit einigen fachleuten gesprochen und auch den umliegenden nachbarn.

Das verfahren mit der injektion von kunstharz ist dort nicht möglich weil dort kein tragender grund ist.Ganz zu scheigen von den Kosten.Das würde sich nicht lohnen.
Nun hat der nachbar ,der das hasu selbst mal bewohnt hat,erzählt wie das fundament aufgebaut ist.

Also es ist gerammt.Dann kommen Querbalken auf die rammpfähle wo dann drauf gemauert wird.nun kann man am haus erkennen das immer in abständen von ca 150cm leichte risse in den fensterbänken und steinen sind.der nachbar sagte daran kann man ganz gut erkennen das zwischen den rammpfählen die querbalkenlage die das Mauerwerk stützt weggegammelt ist so das nur noch da wo die pfähle sitzen das haus getragen wird.das lässt mich hoffen das man das wieder hinbekommt.

nun bleibt nur noch eine frage was die holzfußböden betrifft.neuen Holzfußboden oder estrich.vom Estrich hat er mir abgeraten(der nachbar) da das zu schwer sei und evtuell absackt.aber da habe ich schon viele berichte hier gelesen die helfen könnten.

P.S:Übrigens sehr hilfreiches forum hier...





Nachtrag zum Thema Bodenverpressung.
Hier wird kein Harz sondern Zementsuspension verpresst!

Ohne Ihre Hoffnung zerstören zu wollen.
Das ermüden des Ringbalkens oberhalb der Rammpfählen wird mit Sicherheit hohe Kosten zur Folge haben. An der Qualität dieses Balkens hängt das gesamte wohl und weh des Hauses!

Ich würde vom Kauf Abstand nehmen!!

gruß jens



Einseitige Hebung



Sehr geehrter Herr Marcel Stölting,

mit Mörtelpfählen (compaction grouting) können kleinere Hebungen gemacht werden. In Ihrem Fall sind reine Zement- und Harzinjektionen auszuschließen, da das Material irgendwohin läuft. Auch sollte darauf geachtet werden, daß man über nicht belastbare Holzfußböden die inneren Mauern auch mit stabilisiern kann.
Vorab ist aber genauer zu sondieren, warum die Setzung so einseitig ist.
Die teuere Variante ohne Hebung ist: neue Pfähle rammen und über den Pfahlköpfen einen neuen Verteilerbalken zB.:Holzquerbalken einbringen.

MfG
netrafting



hmm



weiss nicht, ob es mir zusteht da einen tipp zu geben, aber ich werde unsicher, weil sie bereits über den fussbodenaufbau und solche details nachdenken, wo das ganze haus noch instabil ist.

Ich würde in ihrer situation alle kosten zusammenstellen, die sofort anfallen um das haus professionell und sicher zu retten.
Da sind irgendwelche renovierungen, das bewohnbar machen, etc noch gar nicht dabei.
Dann sind da vielleicht noch andere unbekannte risiken versteckt, die gemacht gehören?
Erst wenn ich wüsste, was ich unvermeidbar an mitteln aufbringen muss, würde ich weiter überlegen.

Und dann sollten sie bedenken, dass ein abriss erhebliche kosten mit sich bringen kann, u.U. den wert des grundstückes leicht übersteigen kann.



Alles machbar



Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben recht, die Kosten und die Frage "oder sackt es vielleicht nicht weiter?"
Wir praktizieren in diesen Fällen so:
Spezielles entwickeltes Bodengutachtenverfaheren mit Ausbau zum Wasserkellergutachten. Hier ist die Bodenstatik und die Gebäudestatik angemessen berücksichtigt. Dabei stützt man sich auf alle Hinweise auch mündliche und auf Vermutungen. Dann erstellt man ein Konzept was in welcher Reihenfolge wie getestet wird. Was kommt, wenn dieses jenes Ergebnis eintritt. Zum Schluß muß der Grund für die Setzung eindeutig für dieses Gebäude fundamntiert sein. (Jedes Gebäude ist anders gebaut, so daß auf jedes Gebäude ein eigenes Konzept zutrifft.) Ist die Ursache nicht am Boden zu sehen, soll diese erst selbst abgestellt werden. Sollte es am Boden liegen, dann ist zu klären um wieviel die Setzung noch weiter geht. Damit kennt man alle Schichten und weiß ab wann man auf tragfähigen Boden stößt. Kennt man die Tiefenmaße und die innere Bodenfestigkeit und die im Baugrund ankommenden Lasten oder die Hohlräume im Boden, dann läßt sich für die verschiedenen möglichen Verfahren erst eine Kostenrechnung/LV mit Massen durchführen.
Um die Kosten für ein Gutachten gering zu halten, werden in der Regel viele Details vor einem Orststermin vom Betroffenen von vornherein selbst abgeklärt und zur Verfügung gestellt.
MfG Netrafting Beck GmbH



Kurzum, ein Abriss und Neubau....



sind allemal besser zu Kalkulieren und wahrscheinlich Preiswerter als nachträgliche Baugrundstabilisierungen mit Kostenschätzungen die nicht selten um das 4fach übertroffen werden, sieht man mal von historisch wertvollen Gebäuden ab.

viele Grüße



Abriss nein



Sehr gehehrte Kollegen,

warum den gleich Abriss. Ein Bodengutachten ist auch bei einem Neubau erforderlich. Es geht wohl dann um die Sanierungskosten. Falls festgestellt wird, daß man keine Setzung mehr zu erwarten hat und man so evt. schon das Gebäude gut nutzen kann, ist auch keine Sanierung dieserhalb nötig. Auch das kommt vor. Es kommen sogar erhebliche Gewinne vor, nebst Wertsteigerung. Wird das akummuliert, dann überschreitet man so manchmal leicht 100.000€ Gewinn.
Behauptungen sind recht, aber ein Gewinn ist mir so 100.000 mal lieber. Der Einsatz war ja nur mal nachzudenken.
MFG Netrafting Beck GmbH