Habe fächerförmiges Gewächs, was kann das sein?

18.02.2005



Hallo !

Ich habe beim Entkernen meines Hauses ein Gewächs gefunden, meiner Meinung nach kein Hausschwamm!?



Der Maueraufbau ist folgender:

Außenputz, 36er Ziegelsteinwand mit eingemauerten Holzfachwerk (keine Eiche), Lehmputz ca. 2cm, Oberputz Gips oder ähnliches + Tapete.


Der Riegel ist stark geschädigt. Aber im oder auf dem Holz sind kaum Spuren des Gewächses. Ich habe auch eine kleine Seite mit Bildern: www.burninghands.biz/haus/haus.html


Ich habe in den Bildern kleine Berichte verankert.

Danke schon im Vorraus



Nachtrag



Ich habe doch glatt die Beschreibung vergessen.
Also, der Fächer ist weiß bis cremefarben und ist zwischen Mauerwerk und Lehm, bzw. durch diese durch gewandert.
Das Gewächs zieht sich eigentlich durch die komplette Fachung und es waren auch bräunliche Stränge dabei.



Noch ein anderes Bild



Hier nochmal der bräunliche Strang.



serpula lacrymans würde ich meinen....



Hallo Nico,
also so wie Deine restlichen Bilder ausschauen, würde ich erstmal auf Echten Hausschwamm tippen. Diese Verästelungen - knacken die beim abbrechen oder sind die stark biegsam (funktioniert nur wenn sich die Myzele trocken anfühlen)? Wenn ja, noch ein Punkt für Echten Hausschwamm.
Lass einen Gutachter ran mit einer örtlichen Besichtigung, auch wenn Dein Wahlmotto etwas anders lautet.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri





Hallo Nico, ich erkenne auch auf Deinen Bildern Hausschwamm, den echten und gemeinen.! Da kommt richtig Arbeit auf Dich zu. Das sollte alles ganz gründlich gereinigt und entsorgt werden, gleich verbrannt - auch im gesamten Umkreis, in dem dieses Myzel vorhanden ist. Sobald etwas vergessen wird, entsteht das Myzel gleich wieder neu, denn der Schwamm sucht sich seine Nahrung selber, setzt sich an jedem Holz fest und baut seine eigene Wasserleitung auf.
Ich denke, daß Du unbedingt einen Bausachverständigen /Gutachter heranholen mußt, der alle Balken mal durchtestet. Sonst bekommt Deine Statik ein Problem.
Nachdenkliche Grüße
D.Fr.



Der Tränende!



Tach Nico,

möchte nicht alles wiederholen, was schon im Einzelnen als Verursacher beschrieben wurde!
Da Du ja ein Zimmergesell, laut deinem Profil bist, gehe ich davon aus, dass Dir ein Tränender wohl bekannt ist!
Wie im Einzelnen zu verfahren ist, muss man Dir sicherlich auch nicht hier erklären.
Aber der Rat, eines Sachverständigen, ist trotz alledem sehr empfehlenswert!
Habe regelmäßig BV, wo der Tränende unterschätzt wird, was zu Mehraufwand und Streß für die Bauherrenschaft führt!
Die Kosten für einen Sachverständigen sind es immer wert!
Auch Architekten unterschätzen diese Problematik, auch wenn man Bedenken hinsichtlich dieses Abtrünnigen anmeldet!



Zimmerliche Grüße

Micha





Hallo Nico

Auch ich tendiere dazu dir mein Beileid auszusprechen.
Aber ein Foto ist halt ein Foto, lass bitte einen Myzelstrang in einem Labor untersuchen.

Lutz



Bin mal wieder der letzte



Hallo Martin, hallo Lutz, ich "stoße ins gleiche Horn", wie Lutz schon sagt, ist die Begutachtung eines Fotos aber nicht sehr aussagekräftig. Das muss durch Laborbefud und/oder Sachverständigen untermauert werden.
Sehr geehrter Herr Beier, an einem anständigen Sanierungskonzept und einer aufwendigen Sanierung wird wohl nichts vorbeiführen.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold





@ Hallo Ulrich Arnold, schon in der Bibel steht: Die Letzten werden die Ersten sein.



In tiefer Trauer



... und dankend, nehme ich Ihre Beurteilungen zur Kenntnis.
Ich werde Ihren Rat befolgen, und einen Sachverständigen zu Rate ziehen. Ich werde die Hölzer in diesem Bereich auswechseln bzw. durch Mauerwerk ersetzen.
Schade um die Deckenbalken und die Lehmwickel. Naja, mal schauen was der Verständige vorschlägt.


Nochmal vielen Dank an Alle, die Reaktionszeit hat mich wirklich beeindruckt!

Nach 5 Minuten kam schon ein Anruf von Martin Malangeri, WAHNSINN!


Eine Frage hab ich doch noch:

Falls ich doch wieder Ständer einbaue, reichen da kesseldruckimprägnierte Fichte/Tanne oder muss was harteres rein?
MfG Nico



Prinzipiell nach DIN 68800-2, -3



Guten Tag,
prinzipiell muss neu eingebautes Holz nach DIN 68800 Teile 2 und 3 entsprechend der Gefährdungsklasse der Konstruktion beurteilt werden und danach richten sich dann Holzschutzmaßnahmen wie Holzauswahl, chemischer Schutz usw.
Es ist durchaus von einem höheren Risiko auszugehen, als wenn kein Schwammbefall vorlag. Bei chemisch geschütztem Holz ist Kesseldruckimprägnierung im Zusammenhang mit Schwammsanierungen empfehlenswert. Dann aber vorzugsweise Kiefer, weil Kiefersplint wegsamer ist als Fichtensplint. Generell muss man "sich auf den Kopf stellen" um große Eindringtiefen zu erreichen. Auch hier sollte in Ihrem Speziellen Einzelfall der Sachverständige eine Empfehlung für das konkrete Objekt aussprechen. Übrigens ist das A und O die Feuchtequelle auszuschalten und die Konstruktion in Zukunft trocken zu halten.
Mit feundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



Ich denke,



daß beim Neueinbau der Fenster und der Sanierung der Fassade, die Fechtequelle versiegen wird.

Das Haus stand ca. 8 Jahre leer. Ich habe vor, innen wieder Lehm zu benutzen. Was kann man benutzen, damit kein Stoh oder anderes organisches Material eingemischt werden muss? Ausserdem wird das Haus im nächsten Winter beheizt, wie gesagt nach 8 Jahren oder mehr.

16/16er Kiefernstiele impräniert und zusätzlich behandelt, sollten an der Stelle also reichen(wegen Kostenschätzung).
Jetzt waren unbehandelte drinne.

MfG
Nico





Hallo Nico, wichtig ist neben allen guten und gut gemeinten Baumaßnahmen, daß das Myzel ganz und vollständig entfernt wird. Auch seine Sporen. Sonst bekommt man den Pilz nicht los, denn das Gefährliche beim Hausschwamm ist: Er sucht sich seine Wasserstelle selbst - und dazu ist ihm kein Weg zu weit. Und keine Betonwand zu dick. Er "riecht" förmlich jedes Stück unverbrauchtes Holz. Und genau dort will er hin.
Sorgfältige Grüße
Dietmar