Sachsen & der Brandschutz ... eine Katastrophe!




Moin,

wir sind seit zwei Jahren in der Bauplanungsphase.
Wollen eine ehemalige Mühle, Familienbesitz, zu einer Kultur- & Begegnungsstätte mit einer Pension ausbauen.

Mittlerweile haben wir den zweiten Bauingenieur, der uns bei unserem Vorhaben sehr gut unterstützt.

Vor kurzem hatten wir Besuch vom ansässigem Bauamt, dem Denkmalschutz, Bauingenieur & dem Brandgutachter.

Das Bauamt war von unseren Ideen & dem Haus sehr angetan & sehr entgegen kommend. Der Denkmalschutz äußerst wohlwollend.
Und dann kam der Brandgutachter zu Wort.
- alle Zimmer müßen mit rauchgasdichten Türen & Schlösser versehen werden, 220 € pro Tür plus Einbau
> die zwei Flurabschnitte ebenfalls
- beide Gästeflure & an jedem Stockwerk, auch privat, sollen mit außen liegendene festen Fluchttreppen versehen werden
- eigendlich müßten alle Gästezimmer mit F90 Decken ausgerüstet werden, aus historischen Gründen wären F30 eventuell machbar
- in der historischen Mühle mit massiver Holzdecke soll eine F90 Decke rein
- alle Holztreppen raus, da kein Bestandschutz mehr, Gebäude ist mehr als drei Jahre unbewohnt
- eine Brandmauer zum (leider) verkauften Anbau
- Gebäudeklasse 3 oder 4, Sonderbau (Beherrbergung)

Unser Gebäude ist eine Mühle as dem 16. Jahrundert. War einstmals ein Wohn-, Lager & Arbeitsgebäude.
Eigendlich sollten in der ersten Etage die Gästezimmer, in der zweiten unser Privatbereich.
Ab der dritten Etage wäre eine baurechtliche Sperrung möglich, damit wir in der Gebäudeklasse drei blieben, Darauf will sich der Brandgutachter nicht einlassen.
Für Fluchttreppen im Außenbereich haben wir keinen Platz. Die Flure vor den Zimmern sind maximal 4 Meter lang.
Die Historischen Zimmertüren müßten evebtuell gegem Brandschutztüren getauscht werden. Auch sind die Fenster (Fluchtweg), dem Brandmenschen aufeinmal zu klein.

Bei dem oben genannten Vororttermin kam unser Brandgutachter mit hanebüchenden Argumenten.
- externe Fluchttreppe im dritten Stock, Privatwohnung
> wir könnten ja mal Besuch haben & der müßte bei nen Brand fliehen können
> wir sollen u.a. das vorhande Treppenhaus in ein autakes, nicht brenbares umwandeln, wozu dann noch ein zusätzliches, externes Treppenhaus?
- in dem Mühlenraum mit Holzboden, Veranstaltungraum
> wir könnten ja mit ner Fritöse handtieren & das heiße Fett austreten & Feuer fangen
> 1. wird eine Fritöse in der Küche benutzt
> 2. kann Fett nur brennen bei Überhitzung & bei extremen Wassereintritt
- das Argument, das die ortsansässige Feuerwehr in 7 bis 10 bei uns sei gilt nicht
> die Feuerwehr aus der Kreisstadt wäre in 30 Minuten da, das zählt, die anderen sind ja nur Leien ...

Eines zeigt sich, das sich wie die Verdämmungslobby, eine Brandschutzkaste gebildet hat. Und da hängt eine Menge Geld drann. Der heutige Brandschutz macht ein Viertel bis die Hälte der Baukosten aus.
Das ganze Brandschutzgedöns sieht so aus; es muß ein Brandgutachter ein Brandgutachten erstellen, was ein Brandprüfingenieur prüfen muß. Die Brandschutzmaßnahmen müßen von zertifizierten Firmen, mit zertifizierten Materialien ausgeführt werden. Diese Maßnahmen werden gesondert abgenommen & dürfen zur Überprüfung ihrer Richtigkeit geöffnet werden ...
"Ein 300 Jahre alter 30 cm mal 30 cm Eichendeckenbalken hat kein kein Zertifikt. Und desswegen ist der saugefährlich ..."


Wir sind kurz vorm Aufgeben unseres Projektes.
Wir dürften eventuell nur noch einviertel des Gebäudes nutzen. Der Rest vergammelt ...
Auch wenn wir das Gebäude nur privat nutzen würden, kämen wir um einige gravierende & sau teure Brandschutzmaßnahmen nicht drum herum.
Alleine die Brandmauer zum Nachbargründtück würde zwischen 50 & 60 tausend Euro kosten.

Wir werden jetzt versuchen das verkaufte Gebäude zurück zu kaufen. Klappt dieses nicht, wird ein weiteres denkmal geschütztes Gebäude dem Lerrstand & Verfall übergeben.
Das käme einer Enteignung gleich!

Sollten wir den Anbau zurückkaufen können, werden wir einen Rechtsanwalt für Baurecht konsultieren & neue Pläne schmieden.
Dann heißt es an einen Tisch zu bringen;
Bauingenieur, Fachanwalt, Brandgutachter, Brandprüfingenieur, Brandmeister der hiesiegen Feuerwehr & wir als Bauherren.



Sucht euch



einen neuen Brandschutzingenieur! Man kann diverse Sachen über Ersatzmaßnahmen wie z.B. Brandmeldeanlage regeln.
Nur mal fix ein Punkt rausgegriffen: Die Zimmertüren müssen mMn lediglich "dichtschließend" sein. Das bedeutet, dass die Tür einen DREIseitigen Falz haben muss und vollflächig sein muss (z.B. keine Lüftungsschlitze, aber einfache Verglasung erlaubt, keine Bodendichtung erforderlich).
Ich kenne das auch nicht anders, dass die Brandschutzleute grundsätzlich weit übers Ziel hinausschießen.
Ich hab denen schon öfter in die Feder diktiert, was die zu schreiben haben.



Google



mal "Almer Schlossmühle". Da siehst du, dass das geht mit Holzdecken, Holztreppen, und du siehst auf den Fotos schön die Rauch- und Feuermelder.



Sprachkontakt...



...wieder aufnehmen, den wir schon einmal hatten.
Hier in der Lausitz gab es ein ähnliches projekt einmal, was aber dann der Bauherr aufgrund ähnlicher Aussagen abreißen ließ.
Die Crux dieser Anomalie war folgende:
Man hat dem ganzen Ding nur einen falschen "Namen" gegeben.



Die neuste



"Masche" bei uns in der Gegend, apropos. Namen, so makaber das auch klingt, um ähnliche Projekte (tlw. im Außenbereich) durchzuboxen ist das Stichwort "für Menschen mit Behinderung"!



Tatsächlich,



sucht Euch einen "Abbrandsachverständigen" mit Altbauerfahrung. Bei Statikern kennt man ja ähnliche Auswüchse...

Viel Erfolg

Thomas





Danke für Eure Meinungen & Gedanken!

Wir werden jetzt einen Anwalt für Baurecht & Steuerrecht konsultieren. Dann heißt es auf zur nächsten Runde mit Fachanwalt, Brandgutachter, Brandprüfingineur, Bauingenieur & Brandmeister der Feuerwehr.

Dann werden wir sehen wies weiter geht.

Schritt 1 Anwalt konsultieren
Schritt 2 Rückkauf versuchen
- beim Scheitern, Projektaufgebe
- Rückkauf möglich, folgt Schritt 3 oder 4
Schritt 3 Expertenrunde & das Bestmögliche rauspokern
> bei mehr 12 Betten gehts fast weiter wie gehabt
> bei weniger als 12 Betten, kommen 5 Wohnwagen auf die Wiese
> oder es wird ein Restaurant- & cafebetrieb an den Wochenende angestrebt

Es wird also spannend ...

Sonnigst Nadja



Du brauchst



einen Ingenieur für Brandschutz, keinen Anwalt! Da hat weder ein Feuerwehrhauptmann, noch ein Anwalt, und schon gar keiner vom Bauamt Plan von. Google mal Neumann Krex und Partner, dann weißt du was ich meine.



Brandschutz im Bestand



meine Empfehlung: Planungsgruppe Geburtig, Weimar. Kompetentes und sensibles Herangehen an Problemlösungen im Altbau und Denkmal.

Viel Glück!