Feuchte Bruchsteinmauer verputzen

30.05.2009



Hallo Forumsmitglieder,

ich bräuchte Hilfe zu einem Problem mit einer Bruchsteinmauer.Ich habe den Putz einer Bruchsteinmauer (ca.5m²) bei uns im Vorsaal abgehackt. Hier mal ein Bild: http://mitglied.lycos.de/xxl24/mauer.jpg
Die Mauer ist feucht und auch sehr unförmig gemauert. Außerdem habe ich beim Entfernen des Putzes bemerkt, das ein großer Teil der Bruchsteine schwarz waren und nach Ruß riechen. Ich denke mal, das es Überreste vom Stadtbrannt
1875 sind. Darauf waren von den vorherigen Generationen ca. 3 unterschiedliche Lagen Putz. Wie gesagt, habe ich alles gründlich abgeschlagen, die Fugen ausgekrazt und mit einer Drahtbürste den schwarzen Belag so weit wie möglich entfernt. Da die Häuser hier Haus an Haus stehen, und die Bruchsteinmauer an meinem Nachbarn grenzt, ist eine Trockenlegung nicht möglich. Jetzt habe ich schon ein wenig hier im Forum gestöbert. Wie soll ich jetzt dieses Mauer verputzen? Mit Kalkmörtel? Hält dieser auch auf feuchten Mauerwerk? Wäre vielleicht auch eine Fußleistenheizung sinnvoll? Fragen über Fragen.
Ich hoffe, Ihr könnt mir ein paar Tipps geben.
Vielen Dank!

Gruß
Mirko



Und warum dies alles?



Lassen Sie doch das Fundament feucht.
Das tut doch nichts. Trocken bekommen Sie es sowieso nicht!
Was offen ist mit Kalk-Zementmörtel sogenannter Sockelputz verputzen - fertig.



Danke



Vielen Dank für Ihre Antwort. Was meinen Sie mit "Was offen ist" ? Eine Trockenlegung habe ich schon von vornherein ausgeschlossen. So alte Häuser bekommt man nie trocken.



Nur die offene Grube...



...wenn noch offen ist.



Was für eine Grube



Entweder wir reden aneinander vorbei, oder ich verstehe nicht, was sie mir sagen wollen. Was für eine Grube???
Die Wand befindet sich im EG, hat eine Fläche von ca. 5m², ist feucht, unförmig und teilweise noch schwarz, wie auf dem Foto. Von einer Grube ist hier nicht die Rede.



Sorry, weil von Bruchstein die Rede war...



...bei uns sind meist die Bruchsteine im Fundamentbereich.
Es gibt natürlich auch andere Bauweisen.
Für den Verputz schlage ich einen Putzträger aus Edelstahlrabitz vor und dann Sanierputz drauf.



Böse Zungen behaupten



dass beim Sanierputz nur die Herstellerfirma sich saniert und nicht die Wand (der Bauherr) was davon hat.

Zementäres Zeug würde ich ebenso wenig nehmen wie mit Kunststoff vergütetes Zeug (auch wenns die BYAK so liebt) - ich würde den Russ wegkratzen (manchmal soll ein Unterputz mit Kuhdung den Russdurchlag sperren - habe aber da keine Erfahrungen) und dann mehrlagigen Luftkalk Putz drauf machen: www.solubel.de.
Wegen der Feuchte würde ich mir da keinen Kopf mehr machen: schauen Sie die Bilder bei mir an. (Sockel trocken)

mfG

FK



Alternativen zu Solubel



Hallo FK,

vielen Dank für ihre Antwort. Den Sockel haben sie aber super hinbekommen. Ich wünschte, bei mir würde es auch schon so auschauen. Es war genau meine Vorstellung. Ich wollte auch keinen Zement mehr auf die Wand schmieren. Aber muß es denn unbedingt Luftkalk von Solubel sein? Ich habe davon schon viel hier im Forum gehört, und mein Problem bei Solubel vorgestellt. Leider habe ich darauf keine Antwort bekommen. Nur ein Angebot über mehrere hundert Euro wobei schon ca. 50% davon an Versand und Verpackungskosten draufgehen. Wahrscheinlich verkaufen die ihre Ware nur ab Werk. Das ist mir dann doch schon etwas heftig. Ich habe mich jetzt mal im Netz nach Alternativen umgeschaut und bin auf Trass-Kalkputz TVP und TKP von Schwenk gestoßen. Den gibt es wenigstens im Baustoffhandel bei uns um die Ecke. Was halten sie davon? Ich wollte den TVP-Vorspritzmörtel zum vorspritzen nehmen, danach alle größeren Unebenheiten mit TVP-grob ausfüllen und dann mit TVP-fein alles gerade abziehen. Brauche ich bei der Fläche und den Unebenheiten ein Gewebe als Rissüberbrückung, wenn die Putzstärke eventuell ca. 40-50mm beträgt? Muss ich vorher alles mit Tonerdelösung behandeln? Das einzige, was mir noch Sorge bereitet ist, das die Wand niemals trocken sein wird, und das der Kalkputz das nicht mitmacht.

Gruß
Mirko



Preise



resultieren immer aus dem Produkt und den Frachten.

Dafür kann ich nichts! Der Nass-Trocken-Sockel von den Bildern ist nun nach Jahren wieder trocken.
Es hat ja auch 6 Monate gedauert, bis der Sockel oberflächlich trocken war.
Das macht der sperrende Zement und die zementären und vergütenden Eigenschaften der Standart-Industrieware.
Billige Materialien und Zusatzstoffe, damit die auch der dümmste Verarbeiter Verarbeiten kann und dass man das Zeug anständig in Silos verfüllen kann.

Die Alternative, die Sie erwähnen ist für mich keine: Lassen Sie sich mal eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe geben! (Werden die nicht machen: Betriebsgeheimnis) Gerade Trass machts sehr ähnlich wie der Zement: es Sperrt Wasser: nicht nur von Aussen - auch von innen ab. Das sind so Zauberworte, die hier und am Bau rumgeistern und rein gar nichts bringen.
Erstens hat der hiesige Trass nichts mit dem "römischen" zu tun und die Römer haben damit ganz andere Sachen gemacht, als Sockel und Wände kaputt zu machen!

Das mit der Antwort von Solubel ist so ne Sache: Haben Sie ein Mail geschrieben oder angerufen? Letzteres ist besser! Und den Albert verlangen wegen Information. Allerdings rufen da sehr viele an und immer wegen den gleichen Geschichten: wenn der etwas "kurz angebunden ist: nicht persönlcih nehmen! Allerdings nimmt er sich meistens die Zeit "Es" zu erklären!

Ich würd so vorgehen:
Sauber machen
Tonerde und Vorspritz 4er
dann die tiefen Stellen mit 4er auffüllen
trocknen und reissen lassen
4er drüber über alles und dann einen feineren (2er)
Kalkfarbe drüber

Wird trocken + bleibt trocken

Muss er den kerzengerade sein??

Ist doch ne Innenwand und ein altes Haus!

Von dem "gerade = gut" bin ich auch schon weg. (Das lernt man in der Schreinerei und im Studium)

Erkundigen Sie sich bei Solubel, ob er einen Händler oder Handwerker hat in Ihrer Nähe!

Gutes Gelingen

FK



Genau so



werde ich es machen. Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Ich werde mal bei Solubel anrufen und fragen, ob ich den Mörtel auch hier in der Nähe bekommen. Natürlich muß die Wand nicht kerzengerade werden. Ich glaube, das gerade DAS den Scharm eines alten Hauses ausmacht.

Gruß
Mirko



Noch eine Frage



könnte ich auch den Luftkalkputz von Gräfix nehmen?



Können oder nicht?



Sie fragen:
Können Sie den nehmen!
DEN würde ich nicht nehmen, denn der hat Sachen drin, die da nicht reingehören.
Das sehen hier zwar andere anders - aber ich würde solubel nehmen,

FK



Kuhmist als Sperrgrund



Hallo Forumsmitglieder,

ich habe den Tipp von "FK" ausprobiert, und wegen des Durchschlagens des Russes einen Grundanstrich mit Kuhmist durchgeführt. Ich habe eine Mischung von 1:2 aus Luftkalkmörtel und frischem Kuhmist hergestellt, mit Wasser zu einer steichbaren Masse verdünnt und mit der Quast auf die betreffenden Stellen aufgebracht. Alles andere habe ich mit 4er Luftkalk vorgespritzt. Alles hat auch wunderbar geklappt. Die vorgespritzten Bereiche binden und trocknen langsam ab. Was mir aber Sorgen bereitet sind die Stellen mit den Kuhmist. Diese Bereiche trocknen so gut wie garnicht, es befindet sich sogar ein Wasserfilm auf der Oberfläche, trotzt gutem Lüftens. Außerdem haben sich die Bereiche, wo sich der Ruß befindet, bräunlich verfärbt. Habe ich etwas falsch gemacht, oder muß das so sein???
Vielen Dank.

Gruß
Mirko