Rotkalk Grundputz, Schwenck Kip vs. Hessler




hi
ich habe einiges gelesen zu den Innenputzen. Ich habe Ziegelwände mit Dämmung in den Steinen (Coriso WS07 42,5 cm).

Mein Stuckateur bietet mir den Grundputz mit Knauf oder Schwenck an. Begründet den Hessler wegen Mehrkosten nicht zu nehmen.

Was haltet ihr davon. Was spricht gegen den Knauf Rotkalk Grund? Was gegen den Schwenck spricht habe ich beim Kollegen Engist schon auf der Seite gelesen.

Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Danke euch.

Gruß Andy



Kalkzement !



Bei "Kalkputz Lüge Nr. 4" lässt sich der Kollege Engist auch zum "Rotkalk" aus.

Wobei ja schon die Putzmörtelgruppe II denn Hinweis gibt, dass es sich bein Rotkalkgrundputz um ein Kalkzementmörtel handelt.

Nimm den Hessler HP 9 als Grundputz und den HP 90 als "Schweißputz" und alles ist prima. Kann mir eigentlich nicht vorstellen das du da ernsthaft mehr bezahlen musst. Jedenfalls sparen die sich bei Hessler das Marketing und beschäften sich dafür mehr mit den Produkten.

http://www.gerold-engist.de/wp-content/uploads/2017/05/Kalkliste-Knauf.pdf



antwort von meinem stuckateur...



Hab den Hessler bei mir gehabt...soweit ich noch weiss ist der teurer und total übel zu verarbeiten....
Mörtelgruppe hat nix zu sagen...Geht nach Druckfestigkeit und nicht nach Bindemittel...
War früher anders



"übel"



Gut da hat der Stuckateur keine Ahnung vom Kalkputz.

Die Putzmörtelgruppe klassifiziert sehr wohl die Bindemittelbasis.

Also besagten Hessler nehmen wir hier gerne und teuer ist der jetzt gegenüber Rotkalk nun auch nicht.



verarbeitung



hat er da wirklich unrecht bzgl der DIN?
wie ist es mit der verarbeitung aus?



keine Schwierigkeiten



Also ich verarbeite den immer mit der Hand. Zumeist bessere ich hier in die Jahre gekommene Kalkputze aus der Gründerzeit aus. Es hat da noch nie Probleme gegeben.

Wenn es Probleme gibt liegt es daran das der "Putzer" das wie Gips verarbeitet.

Wenn man sich da schön an die Maximalstärken pro Auftrag hält wird alles gut. Dann nach Standzeit schön rabotieren und 2-3 mm mit dem Schweißputz drüber.

Ich bekomme den Hp9 so um die 9,50 Euro / 25kg, dass sollte noch konkurrenzfähig sein.



Schade



... das man hier nicht liken darf ??



Bad



Kann ich im Bad auch rein den Kalkputz verwenden?
Nur im Fliesenbeteich Kalkzement oder?
Kellerraum mit Heizung und Waschmaschine und Wäsche trocknen?
Keller ist teils betoniert teils kalksandstein...



Produktberatung



Ja, kannst du machen. Unter Fliesen musst du Kalkzement nehmen.

Auf Beton wird ein "Haftmörtel" vogelegt.

Bei Kalksandstein reich in der Regel gutes Vornässen aus. Das kannst du aber auch mit den Leuten vom Hessler Kalk besprechen.

Wegen der Kosten könnten im Keller auch "Baustellenmischungen" verarbeitet werden.



Rotkalk Grund



Ich überlege gerade beim Thema Rotkalk, woher man den Zementgehalt ableitet.

Normalputz
Normalputz, Kurzbezeichnung nach DIN EN 998-1: „GP“. Putzmörtel ohne besondere Eigenschaften, Trockenrohdichte > 1.300 kg/ m³.

Bei Rotkalk Grund wurde der Zement durch das Bindemittel Kaolin, welches auch in Porzellan verwendet wird, ersetzt. Rotkalk Grund enthält keinen Zement. Das kann man auch vom Sicherheitsdatenblatt ableiten





Ältere Merkblätter, der "Knauf" ändert die quartalsweise, verweisen noch auf die "Putzörtelgruppe II,
nach DIN V 18 550, also eindeutig.

Die Klassifizierung als "Normalputz GP" steht ein Zementgehalt nicht entgegen.

Die Zusammensetzung weist klar auf ein "hydraulisches Bindemittel" hin.

Der Zusatz von Kaolin (Porzellan-, Tonerde) und Ziegelmehl wirkt latent hydraulisch in Verbindung mit Kalkhydrat, alter Hut, dass haben die Römer mal erfunden.

Genauso wenig wie ich jemanden die Suche nach Erdbeeren in der Yogurette empfehle, verspüre ich wenig Lust mich mit solchen Auslobungen wie "Rotkalk – Wohlfühl-Werkstoff der Extraklasse" und dann noch die "Wohlfühlfarbe" "Rotkalk Farbe E.L.F", auseinanderzusetzen, mal ganz abgesehen vom Preis, sieht hier jeder Materialkundige sofort was los ist.

Warum nicht ein Produkt was sich nahtlos in die tradierte Kalktechnik einfügt. Gewonnen aus mergeligen Kalkvorkommen (Tongehalt um die 15 Prozent) aus einer kleinen Grube, sorgfältig gebrannt zu einem natürlich hydraulischen Kalk (NHL 2) und mit Kalkbrechsanden zu Putzmörtel gemischt.

Wie gesagt alles in übersichtlichen Betriebsstrukturen wo der Inhaber noch mit seinem Namen fürs Produkt haftet.

Da gibt es alles für die Kalktechnik, Kalkputz, Kalkfeinputz, -Glätte und Sumpfkalk- oder Kalkkaseinfarbe, alles ohne aufdringliche Werbung die sich dicht an der gesetzlichen Grenze zur Irreführung bewegt.

Also ich schätze da die Ehrlichkeit und Fairness mehr und auch Unterstützung für das handwerkliche Detail, an dem es bei "total übel" ja zu ermangeln scheint.

Aber das dar jeder halten wie der Dachdecker.



Hydraulische Bindemittel



Gut, dass Kalk auch ein hydraulisches Bindemittel sein kann. Nicht nur Zement.
Zement würde im Sicherheitsdatenblatt stehen.



genaues ist nicht bekannt



Ja um solche Deklarationspflichten zu re­cher­chie­ren fehlt mir leider die Liebe.

Wie gesagt ist der nach der DIN V 18550 in der Putzmörtelgruppe II eingestuft worden. Die Putzmörtelgruppe wird durch die Bindemittelbasis und Eigenschaft des Putzmörtels bestimmt.

Warum den keine vollständige Deklaration. Wenn man eine "Coccio-Pesto" mischt sind da (natürlich hydraulisches) Kalkhydrat, Ziegelkörnung sowie Quarz- und Kalkbrechsande enthalten.

Warum versteckt man das? Warum ist das "Ziegelmehl" so staubfein. Ich will hier niemanden was ausreden, aber auch meine Vorbehalte nicht verbergen.

Und wenn jemanden einen Kalkputz sucht, dann leite ich niemanden auf einen Umweg den ich nicht kenne.



Ziegelmehl



...soweit mir das noch in Erinnerung ist, ist Ziegelmehl ein Zuschlag, der dem Kalk zu einem hydraulischen Verhalten verhilft...





Genau, Ziegelmehl ist ein latent hydraulisch wirkender Zuschlag, der dem Kalk als Bindemittel hydraulische Eigenschaften verleiht. Das "ZIegelmehl" ist im Rotkalk sehr fein gemahlen, was verwunderlich ist.

Jedenfalls ist das nicht neu, dass hat Vitruv in seinem Werk "de architectura" im 1. Jahrhundert vor Christi Geburt publiziert.

Warum schreibt man es nicht drauf. Die Mitbewerber machen es vor.

Beispiel:

"Produktbeschreibung: Gebäudeputzmörtel auf Basis von
Naturkalk und gemahlenem Ziegelton, sehr atmungsaktiv.
Zusammensetzung: Natürliches Kalkhydrat, Marmorpulver, Luftkalk, ausgesuchter gemahlener Ziegelton aus alten Hohl- und Vollziegeln mit Körnungskennlinie."

Da weiß jeder was los ist und kann eine Entscheidung treffen.

Daneben haben wir (natürlich) hydraulische Kalk die sind dann P Ic.

Wenn wir P II haben dann haben wir es mit einem hochhydraulischen Bindemittel zu tun. Vielleicht kein Potlandzement, aber hochhydraulisch. Da haben wir KEINEN "Kalkputz" im technischen Sinne mehr.



Kalkputz



Ich kenne die Definitionen nicht. Aber ist es denn nicht trotzdem "technisch" ein Kalkputz, auch wenn dieser in PII klassiert ist, wenn ein hoch hydraulischer Kalk drin steckt?





Das ist dann ein Kalkputz in dem Sinne wie auch ein Kalkzement ein "Kalkputz" ist, für Knauf ist es dann noch gleich eine Wohlfühlputz.

Wie gesagt es darf jeder für richtig halten was er will. Ich gebe nur ehrliche Hinweise zu den Materialzusammensetzungen und habe eben auch gute Erfahrungen mit dem Hessler Kalkputz-System gemacht.

So das ich das einem Nachfrager nach Kalkputz mitgeben kann.