Rotkalk bei Innendämmung streichen - Kalkfarbe oder Silikatfarbe?




Wir haben in unserem Fachwerkhaus die eine Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten (60mm) angebracht. angeklebt wurden diese mit Lehmkleber.
Verputzt wurden die Platten mit Rotkalk.

Jetzt stellt sich die Frage, womit wir den Rotkalk Streichen sollen.

Zur Auswahl stehen Kalkfarbe oder Silikatfarbe.

Kann hier Silikatfarbe verwendet werden, oder ist diese weniger diffusionsoffen als die Kalkfarbe?

Welche Vor- und Nachteile haben die Farben in diesem Fall?

Vielen Dank für eure Hilfe.





"Diffusionsoffen" sind letztlich beide Anstrichssysteme.

Wobei es nun die "Silikat-" und die "Kalkfarbe" nicht gibt. Eine Dispersionsilikatfarbe ist nun auch wieder was anderes wie eine "reine" Silikatfarbe die grundsätzlich aus zwei Komponenten (Pigmente und Fixativ) bestehen. Ein fertig formulierte "Profi-" Kalkfarbe ist nun auch nicht dasselbe wie ein Sumpfkalkanstrich.

Auf frische Kalkputze sollte Silikatfarbe nur nach 4 Wochen Trockenzeit gestrichen werden, da es sonst zu Ausblühungen im Anstrich kommen kann.

Bei Kalkanstrichen hat man die Wartezeit hingegen nicht.

Kalkputze kann man auch vorgängig mit "Vogelfluat" neutralisieren.

Für den unerfahrenen Endanwender sind fertig formulierte Kalkfarben und Dispersionssilikatfarben in der Handhabung einfacher.

Dispersionsilikatfarben neigen insbesondere nach mehreren Renovieranstrichen zu einer etwas geringeren Dampfdurchlässigkeit und höheren Oberflächenspannung als reine Silikat und Kalkfarben.

Praktisch hat das wohl kaum Bedeutung, so das die Auswahl vorrangig von den gestalterischen Erwägungen und der Schwierigkeit der Verarbeitbarkeit abhängig gemacht werden sollte.

Diese Dämmaufbauten sollen halt bloß nicht mit füllstoff- und bindemittelreichen Dispersionsfarben gestrichen werden, da diese deutlich geringere Durchlässigkeiten aufweisen.



Schön formuliert



hat der Mario das ;-),
und Recht hat er auch.
Sowohl Kalk- als auch Silikatfarbe sind geeignet,
wobei bedacht werden muss, dass reine Silikatfarben unter Malern zur Königsdisziplin gehören, verarbeitungstechnisch gesehen.
Hochwertige Sumpfkalkfarben sind in der Verarbeitung auch durchaus von versierten Laien machbar.(z.B Kreidezeit)
MfG
dasMaurer



Vielen Dank



Vielen Dank für eure Hilfe.

Also wenn ich das richtig versanden habe, dann kann ich beides machen, aber Silikatfarbe ist eher schwerer zu verarbeiten?

Ich bin eher ein versierter Laie (gestrichen habe ich schon öfter, aber noch nie mit Kalk oder Silikatfarbe).

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann könnte ich also gut die Farbe von Kreidezeit nehmen.

Hierzu habe ich diese rausgesucht:

https://www.amazon.de/Kreidezeit-Sumpfkalkfarbe/dp/B003H6FXB0/ref=sr_1_sc_1?ie=UTF8&qid=1493107996&sr=8-1-spell&keywords=kreidezeit+supfkalk

Ist dies die richtige, und was muss ich da bei der Verarbeitung beachten?

Gruß Michael





Ja, dass ist die besagte Farbe. Der Preis ist mit Versand auch recht wirtschaftlich.

Die Farbe wird bei uns im Farbenkontor viel verkauft und ist auf alle Fälle eine gute Referenz bei den Naturfarben.

Mit den 10 Liter Gebinde kannst du locker 50 Quadratmeter einmal anstreichen. In der Regel ist ein zweifacher Anstrich zufriedenstrellend.

Erschöpfende Informationen findest du auf der Webseite des Herstellers.

Auch die Telefonberatung dort ist gut.

http://www.kreidezeit.de/Produktinformationen/PDFs_Datenblaetter/Sumpfkalkfarbe.pdf

Eine Grundierung auf einem frischen (Kalk-) Putz ist nicht notwendig.

Die Farbe sollte mit dem Quast im Kreuzschlag aufgetragen werden.

Die fertige Formulierung der Farbe unterscheidet sich von dem traditionellen Sumpfkalkanstrich, dahingehend das den Sumpfkalk, Marmormehl als Füllstoff beigegeben wurde und etwas Zelluloseleim enthält.

Dadurch bekommt der Anstrich mehr Deckkraft auch sind Bindekraft, Haftung und Wasserrückhalt besser.

So das die Farbe fast alles bietet was der Konsument von einer "normalen" Wandfarbe erwartet. Sofern man sich ans Merkblatt hält, geht da auch nichts schief.





Bei den (Dispersions-) Silikatfarben hilft auch oft schon ein Blick auf den Preis pro Anstrich und Quadratmeter um eine Entscheidung treffen zu können.

Die Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von "reinen" Silikatfarben ergibt sich aus der Erfordernis den Farbansatz vor jedem Anstrich neu gemischt werden müssen, dabei ist das Mischungsverhältnis (Fixativ / Pigmente und Füllstoffe) auf die Saugfähigkeit des Untergrundes und die Anstrichfolge abzustimmen.


Die Flächen müssen vorher ggf. mit "Vogelfluat" geätzt werden. Und die Flächen müssten mit Kaliwasserglas (Fixativ) grundiert werden.

Ein zu dicker Anstrichaufbau kann zum "abblättern" der Farbe führen.

Ggf. sind vorgängig struckturausgleichende füllstoffreiche Grundanstriche notwendig.

Auch sind Farbspritzer chemisch recht aggressiv und könne sogar Glas oder Fliesen verätzen, so das man gesteigerte Vorkehrungen beim Schutz der Umgebung treffen sollte.

Dispersionssilicatfarben sind anwendungsfertig und was die Untergrundeignung angeht gutmütiger .

Allerdings enthalten die Farben auch bis zu 5 Prozent Acryl und die preiswerten "Mineralfarben" wohl auch mehr.

Auch sind diese wie die "reinen" Silikatfarben auch recht teure Anstrichmittel.

Diese Farben eignen sich fachgerecht verarbeitet eher für hochwertige Fassadenanstriche.