Roteiche




Hallo. Ich hab mir vor einer Woche Roteiche einschneiden lassen. Hat jemand Erfahrung beim Einsatz im Außenbereich gemacht. Mfg Mike Vulturius



Amieiche



Jeder alte Bauer hier weiß das Zaunpfähle aus Roteiche nur halb so dauerhaft sind wie Stieleiche,wesentlich geringerer Gerbsäureanteil .

Grüße Martin



Roteiche



Amieiche klingt fast ein bisschen abwertend.Was mann so ließt,ist nicht so berauschend im Außenbereich.Ich möchte aber trotzdem meine Terrassen Umrandung daraus bauen, weil ich das Holz von der Färbung und Maserung sehr schön finde.Mann muss halt Konstruktiv aufpassen.Nur im Spritzwasserbereich bin ich nicht so sicher.Erfahrungswerte habe ich halt nicht. Mfg Mike Vulturius



Amieiche



ist der gängige Spitzname der Alten,das ist ein schönes Holz ohne Frage.
Ich hab s meist mit Frischhholz zu tun,da rieche ich den Unterschied zu Quercus robur.

Wenn ich für Bauern oder auch für mich fälle,die Roteiche geht in den Ofen ,aus der Stieleiche werden Pfähle gemacht,zum Bauholz kann ich dir leider nix sagen.

Grüße Martin





Solltest mal drüber nachdenken wenn du einen schönen Querschnitt hast ,dir mal ein paar Pfosten einschneiden zu lassen.Feuerholz 100,- € pro Festmeter Roteiche Trocken 1000,-€ pro Festmeter. Gruß Mike



Vergängliches



Lieber Mike

Die Kommentare der Forumsmitglieder sind eigentlich schon eindeutig. Zur Ergänzung hier noch:

Nach DIN EN 350-2 gehört die Roteiche wie auch die Fichte in die Dauerhaftigkeitsklasse 4 ("wenig dauerhaft") die Stileiche gehört in die Dauerhaftigkeitsklasse 2 ("dauerhaft").
Zu deiner Frage der "Erfahrung": Diese Einstufung erfolgte nicht willkürlich, sondern auf Basis langwieriger Feld- und Laborversuche.

Auch wenn die Maserung und Farbe der Roteiche schön ist, wirst du im Außenbereich leider nur eine begrenzte Zeit daran Freude haben.

Gruß
Lutz Parisek



… Einsatz im Aussenbereich … 



Hallo

ist ein sehr dehnbarer Begriff … 

Wenn die Roteiche als Verbretterung verbaut ist, unter Einhaltung vom "konstruktivem Holzschutz" werden die Bretter m.E. länger halten als untergleichen Bedingungen eingebaute Fichtenbretter … so ca. 60 Jahre mindestens … 

Schauen Sie alte Scheunen an, die im "Freien" stehen … das hält ewig … 

Pfosten oder andere "erdgebundene" Bauteile eher nicht … 

Florian Kurz





Danke für Eure Kommentare.Die Dauerhaftigkeitzklasse kenne ich.Natürlich gibt es nur wenig Erfahrungsberichte da dieses Holz ja so schlecht eingestuft ist.Ich werde bei der Konstruktion besonderen wert auf Konstruktiven Holzschutz legen.Ich denke aber das es doch dauerhafter ist als Fichte, da es doch eine erheblich höhere Dichte hat.Außerdem gibt es gut gemachte Konstruktione aus Fichte die sehr alt sind.Gruß Mike



Konstruktiver Holzschutz



Vollkommen richtig Florian

Man muss die "Dauerhaftigkeit" natürlich immer zur Art des Einbaues bzw. Belastung in Relation setzen. Die Normen und Fachregeln sprechen hier je nach Betrachtungswinkel von Gebrauchsklassen, Schutzklassen und Nutzungsklassen.
Von daher ist die "Dauerhaftkeit" eines Holzes nicht mit einer Anzahl der Standjahre verbunden, sondern setzt Hölzer bei gleichen Witterungsbedingungen in einen Vergleich ihrer "Dauerhaftigkeit" untereinander.

Soweit ich Mike verstanden habe, wollte er das Holz als Terassenumrandung einsetzen. Ich habe "Terassenumrandung" als dauerhaft bewitterte Konstruktion im bodennahen Bereich verstanden. Aber richtig, auch da könnte der konsequente "konstruktive Holzschutz" natürlich die Standzeit verlängern. Ob das Holz bei gleichen Bedingungen allerdings länger als die Fichte steht, wage ich gerade wegen der holzanatomischen Besonderheiten (rechts im Bild ein Schema des Hoftüpfel der Fichte von Dr.-Ing. Michael Rosenthal) der zwei Holzarten zu bezweifeln.
Nun, aber das lässt sich hier nicht klären.

Gruß
L. Parisek



… dicht … oder "undicht" … 



Hallo

was sagt die "Dichte" denn aus … 

nehm' halt Rotbuche … is auch "dichter" als Fichte … und das wird auch nicht klappen … 

Vorsicht also mit "voreiligen" Schlüssen, die man aus "Kennwerten zeihen könnte"

Wenn "draussen" dann als sekundäres Teil nicht als konstruktives … 

Florian Kurz





Ja.Diese Überlegung habe ich auch schon angestellt.Werde den Steher mit einem längerem Caportfuß versehen, ihn unten am Auflager des Fußes mit einer Abtropfkante versehen damit das Hirnholz kein Wasser zieht und dann die Sache mal beobachten. Ist ja auch nur für mich.Gruß Mike



Ich empfehle,



daß Holz im Innenbereich zu verwenden. Von der schönen Maserung bleibt draußen sowieso nur ein Grau übrig, das sich auch ziemlich schnell einstellen wird.

Ohnehin sollte peinlich genau der Splint weggeschnitten werden, aber ich sehe gleichfalls die Dauerhaftigkeit des Kernholzes im Freien geringer als die der Fichte, eben der Holzanatomie wegen. Fichte dürfte deutlich unwilliger das Wasser aufnehmen, als eben die Roteiche. Roteiche ist zudem für Anobien ziemlich schmackhaft.

Eine 60 Jahre alte Roteichenschalung? Wo kann man sich sowas ansehen? Roteiche wird sich im Feuchtwechsel viel lebhafter als Fichte zeigen, was im Reißen und Verziehen sichtbar wird.

Grüße

Thomas