Rostschutz Stahlträger Kappendecke

02.11.2008



Hallo,
wir (1898) haben im Keller eine Kappendecke mit Stahlträgern. Da diese leichten Rost aufweisen, meine Frage: Welche Maßnahme ist sinnvollerweise zu treffen bez. Rostschutz? Genügt Streichen mit Rostschutzfarbe? Ist zu befürchten, dass auch im verborgenen Bereich Rost ist? Welche Rostschutzfarbe, usw. Es geht hierbei natürlich nicht um eine Lösung für die nächten 2 Jahre, sondern das Problem soll möglichst langfristig beseitigt werden.

Gruß
Stephan Lang



Stahlträger



Hallo Ihr!

Probiert es doch mal mit Owatrol-Öl als Rostblocker & zur Gestaltung mit Eisenpaste Chaumont.
Gibt es z.B. bei Deffner und Johann Restaurierungsbedarf.

mfG Ronny



Rostschutz



Leinöl ist ein hervorragendes Rostschutzmittel
und wird seit Jahrhunderten dafür verwendet.
Auch bei der deutschen Bundesbahn und in der Hochseeschifffahrt baut man auf Leinöl und erreicht mit Blei- Bzw. Eisenmennige eine der höchstwirksamen Rostschutzbeschichtungen überhaupt. Auch Owatrol und Rostschutzfarbe von Kreidezeit z.B. basieren darauf.
Im übrigen ist Leinöl auch hervorragend als Unterbodenschutz am Auto geeignet, muss allerdings regelmäßig wiederholt werden. (Besser als diese Schwarze Pampe wo man nachher nicht mehr sieht wo der U-Schutz vom Rost überall unterwandert wird...)
Aber ich schweife ab, hier ging es ja um Eisenträger im Keller. Wie gesagt ganz normales Leinöl oder Leinölfirnis(trocknet schneller) hervorragend geeignet.
Gefahr der Durchrostung würde ohnehin nur bei stark dauerfeuchten Wänden bestehen. Da hilft dann auch der beste Rostschutz auf Dauer nix.

Rostfreie Grüße
Mathias



Rostschutz



Hallo,

ich würde den Rost mechanisch entfernen (rotierende Drahtbürste) und anliessend mit Fertan-Rostumwandler arbeiten (24 Stunden einwirken lassen, mit Wasser abspülen). Anschliessend Rostschutzgrundierung und Lack.



Bei Leinölbehandlung...



allerdings sollte der Rost nur ganz oberflächlich entfernt werden. Ein blankschleifen währe kontraproduktiv.
Der Rost (bzw. das Eisenoxid) geht mit dem Leinöl eine Chemische Verbindung ein. Dies ergibt dann sozusagen eine Eisenmennige.

Anbei noch ein Auszug aus Wikipedia:

...Schon im Mittelalter wurde Leinöl als Korrosionsschutzmittel für Rüstungen und Waffen verwendet (Brünieren). Man verwendete es früher auch im Fahrzeugbau. Heute kehrt man in Oldtimerkreisen, in der Denkmalpflege und beim gesunden Bauen wieder zu dieser ungiftigen und lösemittelfreien Art der Konservierung zurück. Das Öl bildet eine wasserunlösliche Verbindung mit Fe3+-Ionen im Rost. Zusätzlich bildet das Öl nach dem Abbinden einen rissfreien Überzug.

Durch den Zusatz von Bleioxid (Pb3O4) entsteht Bleimennige, ein klassisches Korrosionsschutzmittel, das selbst von modernen Rostschutzprodukten nicht übertroffen wird. Die Verwendung des giftigen Bleioxids ist jedoch nur noch mit Ausnahmegenehmigung – z. B. für Restauratoren – zulässig. Deshalb wird bei modernem Rostschutz mit Leinölfarbe statt des giftigen Bleioxids heute Eisenoxid verwendet. Diese Eisenmennige ist ungiftig...

Viele Grüße
Mathias



Bleimennige



Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt schwer politisch unkorrekt ist: Wäre es nicht die beste Lösung die Träger mit einer Bleimennige-Öl-Grundierung zu behandeln? (Wo) kann man eine solcheine noch kaufen?

Zur Beruhigung: Ich bin mit Sicherheit in der Lage, auch mit giftigen Stoffen verantwortlich umzugehen und würde die Farbreste weder in Abguss oder Restmüll schütten, noch den Pinsel abschlecken.
Gruß
Stephan



Bleimennige



Hallo,
Bleimennige ist das beste Rostschutzmittel GEWESEN.

Die Anwendung ist inzwischen VERBOTEN.( Ausnahmen: siehe Mathias)

Im freien Handel wird es nicht mehr angeboten.

viele Grüße