Drainagerohre

05.09.2008



Guten Tag,

ich habe mal ein ganz triviale Frage.
Die gelben Drainagerohre die es überall für den Einbau einer Drainage gibt, haben doch Löcher oben und unten.
Für mich bedeutet dies, das Sickerwasser läuft oben rein und unten wieder raus.
Wie kann dann ein Drainagerohr Wasser abführen?
Oder verstehe ich da etwas falsch?

Viele Grüße aus dem Thüringer Wald
Tom



es gibt zweierlei Drainagerohre:



1) Rohre, die unten halbrund geschlossensind mit Löchern nur oben. Diese verwendet man,wenn sehr viel Wasser erwartet wird,das dann schnellstens abgeführt werden muß.
2) das von Ihnen beschriebene rundum gelöcherte Rohr verwendet man in Bereichen,wo recht wenig Wasser erwartet wird. Meist ist der Boden auch in der Lage,Wasser problemlos aufzunehmen. Trotz untenliegenden Löchern kann dennoch einiges an Wasser abgeführt werden,wenn die Neigung stimmt.



Dränrohr



Das Wasser beginnt normalerweise von unten in das Dränrohr einzusickern, nicht von oben.
Deshalb sind die Perforationen normalerweise auch unten.
So kann auch weniger Feinkorn aus dem Boden mit eingespült werden.
Ein regelmäßig gelochtes Rohr muß nicht genau positioniert werden, das ist bei flexiblen Leitungen ohnehin ein Problem.
Allerdings wirkt es nur in Verbindung mit einem umgebenden mineralischen Filter. Das Wasser gleichzeitig von allen Seiten in ein Dränrohr strömt, ist eine absolute Ausnahme. Es bedeutet, das der umgebende Filterkies vollständig und unter Druck mit Wasser gesättigt ist, ein unwahrscheinlicher Fall.
Wenn Wasser nur von der oberen Hälfte aus in das Dränrohr strömen kann, ist die Dränung nutzlos bzw. es besteht die Gefahr, das sie aufschwimmt.

Viele Grüße



das richtige Drainagerohr



Hallo Tom,

gruss zurück in das Thüringische.
Das besagte Drainagerohr ist vermutlich auch mit DN 100 zu gering bemessen. So auch wieder kürzlich bei einem Objekt versandet vorgefunden. Machen Sie es am Besten so:
http://www.mauertrocken-shop.de/download/Draenage_Drainage.pdf

MfG A.Cyba



Drainagerohre



Vielen Dank. Sehr interessant und teilweise auch für mich nachvollziebar.
Frau Cyba, dies ist bestimmt die zwanzigste Art eine Drainage
aufzubauen, die ich im Forum gefunden habe. ;-)
Klingt aber sehr einleuchtend.
Heisst dass, DN160-Rohre sind Rohre mit Tunnelprofil, ohne Löcher am Boden?
Die Geschichte mit Lehm-Tonpackung und ohne Noppenfolie ist vorallem neu. Dieser Aufbau scheint mir geeignet zu sein, wenn sehr viel Wasser der Wand entgegen strömt?



Dränrohre



Hallo Tom,
von der individuellen Auffassung der Frau Cyba zum Thema Dränung würde ich die Finger lassen.
Die Darstellung auf der Zeichnung entspricht nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik.

In dem Aufbau laut Skizze sind 5 marginale Fehler bzw. Mängel enthalten:
1. Das Dränrohr liegt so tief, das zum Einbau die Fundamentsohle unterfahren werden muß, ein schwerwiegender technischer Fehler, der zum partiellen Grundbruch und damit bis zum Einsturz des Hauses führen kann.
2. Bei der gezeigten Abdichtung (es soll wohl eine kunststoffmodifizierte Dickbeschichtung KMB sein)fehlen der Verfüllschutz, die Gleitebene und eine Drän- bzw. Filterschicht.
3. Der Aufbau des Filters ist falsch. Das kann zum Einspülen von Bodenteilchen in den Filterkörper und großen Setzungen an der Oberfläche führen.
4. Der Böschungswinkel der Baugrube ist zu groß.
Ohne Verbau kann es zu Einstürzen kommen. In genau solchen zu steil abgeböschten oder nicht verbauten Arbeitsräumen sterben fast jedes Jahr Heimwerker bei genau dieser Arbeit, Abdichten.

5. Die Darstellung der Tondichtung vor der KMB ist schlichtweg Blödsinn.
Die Dichtung ist so nicht ausführbar, die Dichtung selber auf einer KMB nicht nur nutzlos, sondern auch noch schädlich.

Die ersten 4 Punkte stellen ernsthafte Mängel dar, der letzte, da nicht ausführbar, ist Nonsens.
Wenn eine Firma für einen Bauherren so eine Dränung baut, sind das Mängel, die zu beseitigen sind oder der Werklohn ist für die nicht funktionsgerechte Dränung hinfällig.

Viele Grüße

p.s. In Ergänzung meines ersten Beitrages sei anzumerken, das starre Rohre mit geschlossener Sohle auch möglich sind, aber in einer Betonsohle oder einer anderen geeigneten Bettung. Der Durchmesser beträgt für den Regelfall DN 100.
Weiteres zur Ausführung einer Dränung steht in der DIN 4095.
Dort finden Sie auch die Abbildung des korrekten Aufbaues der Dränung vor einer Wand im Regelfall.



Von den anderen Punkten habe ich keine Ahnung...



...aber bezüglich des Abbuddelns unter die Fundamentkante kann ich ebenfalls nur abraten. Anbei ein Bildchen, was so nötig wird, wenn die Vorbesitzer das machen (wenn auch für ein Abwasserrohr und nicht für eine Drainage).
Die Stampfbetonmauer macht einen schönen Bogen, unter den Dielen im jetztigen Eßzimmer konnte ich in den Gewölbekeller kucken, zwischen Gewölbekeller und Kellerraum ist eine Mauer, da paßt oben meine Faust in den Spalt.
Jetzt sorgen ca. 10 Kubikmeter Beton (die Lisenen sind der kleinste Teil davon, der Löwenanteil ist in der Erde) und haufenweise Eisen dafür, daß der Zustand konserviert ist.

Gruß Patrick.





Ist ja soweit alles gesagt.
Vielleicht noch eine Anmerkung zu den Baumarktrohren Tom.
Ich nehm mal an du meinst diese flexiblen Gelben!?
Genau aus diesem Grund sind die nämlich ungeeignet.
Sind zwar bequem um Ecken herum zu Verlegen nur in einem sauberen Gefälle sind die nicht zu verlegen.
Das Ergebnis ist dann stauendes Wasser im Rohr aufgrund Kontergefälle. Meines Wissens wurden diese Rohre für die Be-und nicht Entwässerung entwickelt.
Das weis bestimmt ein Gartenbauer genau, würde mich mal interessieren!
Also besser zum Baustoffhändler mit Fachkompetenz fahren und dort Drainagerohre kaufen.

gruß jens



Drainrohr



Hallo,

genau so ist es.

MfG Andrea Cyba