Ästhetische Heizrohre für Fachwerkhaus gesucht

08.04.2013



Hallo zusammen,
ich bin neu hier und brauche Eure Hilfe.
Wir müssen in unserem 3-stöckigen Fachwerkhaus eine Heizung einbauen und würden auf Auf-Putz Rohre gehen.
Allerdings habe ich noch keine Rohre oder Anschlusstechnik gesehen, die wirklich zusagt oder zum Ambiente eines FW Hauses passen würde.
Könnt ihr mir hier weiterhelfen ?

Danke im voraus,
Gruss
Wolfgang



Heizleitungen



Es gibt Fußleistensysteme in denen man die Leitungen Verlegen kann. Senkrecht kann man kleine Verkofferungen bauen.
Besser passen in einem Fachwerk Wandheizung, Innendämmung und ein Niedertemperatur- Heizregister zusammen.

Viele Grüße



Fußleistensystem...



... zum selber gestalten gibt es z.B. von HZ-Weitzel:

http://hz-weitzel.de/fileadmin/PDFs/Katalogseiten_einzeln/HZ_Gesamtkatalog_DE_EINZEL_15.pdf

MfG,
sh



Fachwerk-Heiz-Ästhetik



Hallo

"Damals" gab es keine Heizrohre … und die dann kamen waren Schwerkraftheizanlagen, die mit verschweissten Stahlrohren versorgt wurden …

meist wurden die brachial durch die Konstruktionen getrieben …

In Ihr Fachwerkhaus würde ich Ihnen keine Heizkörper im üblichen Sinne vorschlagen … sondern eher die vom Herrn Böttcher vorgeschlagene Wandheizung allerdings ohne Dämmung oder eine Temperierung …
www.thermische-bauphysik.de
oder
www.temperierung.net

Wenn Sie eine "Auf-Putz-Installation" vornehmen wollen - partout ;-) - dann würde ich Cu-Rohre nehmen, ordentlich verlegt und entweder "klar" gestrichen oder weiss im Ton Wandfarbe … Aufputz-Montagen bedürfen der genauesten Planung und vor allem der präzisesten Bauausführung … nicht zu dünn … schaut popelig aus … 

bei tiefer gehenden Fragen - Mail

Florian Kurz



Heizleitungen



Hallo Wolfgang,

steige auch momentan von Ölöfen auf Gasheizung um.
Da bei mir aber auch der Dielenboden samt Schüttung erneuert wird, liegen die Heizrohre größtenteils in der Schüttung unter den neuen Dielen. Solltest du ähnliches planen, ist das vielleicht auch eine Option.

Viele Grüße

Elke



Lieber Florian Kurz,



seit Jahren nun schon hoffe ich von Ihnen zu erfahren, aufgrund welcher nachvollziehbarer Fakten in einem Fachwerkhaus mit üblicherweise recht dünnem originalen Wandaufbau KEINE Dämmung unter die Wandheizung kommen sollte.

Immer noch neugierig grüßt

Thomas



@ Elke



Die Heizungsrohre werden hoffentlich gedämmt? Eine derart "wilde" Fußbodenzusatzheizung führt durch ungleichmäßige Wärmeverteilung und hohe Vorlauftemperatur fast gesetzmäßig zu breiten und ungleichmäßigen Fugen.

Grüße

Thomas



Heizungsrohre



Hi Wolfgang,
also entweder eine Wandheizung – aber mit Dämmung – oder Heizkörper mit AP-Leitungen.
Die senkrechten Leitungen in einer Verkofferung und die waagerechten Leitungen hinter einer Holzfußleiste verlegen.
Der Fachhandel bietet die Fußleiste mit Aussparungen für zwei Leitungen bis 22 mm Außendurchmesser an, z.B. aus Abachi.
Wenn dann Ventilheizkörper (diese haben die Anschlüsse unten; wahlweise rechts, links oder in der Mitte) verwendet werden, ist nur das kurze Anschlussstück auf Putz.
SG Paul
PS wenn nähere Info gewünscht, einfach eine Mail senden.



Ästhetische Heizrohre für Fachwerkhaus gesucht



Hallo zusammen,
zunächst einmal vielen Dank für die vielen konstruktiven Tips.
Jetzt weiss ich zumindest in welche Richtung ich weiter gehen muss.
Und ausserdem werde ich mich umgehend im Forum anmelden..

Ich bin bestimmt in Zukunft häufiger hier um "blöde Fragen" zu stellen.

Grüsse
Wolfgang



@ Thomas



Danke für den Hinweis. Die Heizrohre wurden gedämmt, hätte das aber wohl noch erwähnen müssen.

@ Wolfgang

Willkommen im Forum! :-)
(Stelle hier auch gerne blöde Fragen und habe bislang immer kompetente Tipps bekommen.)

Viele Grüße

Elke



Allerdings



ist anzumerken, dass diese Fußleisten für 15er- oder 18er-Cu doch recht wuchtig sind, ich würde sie aus dem Bauch heraus auf gut 40 mm dick schätzen. Möbel passen dann natürlich auch keine mehr ganz an die Wand und die Optik ist nicht jedermanns Sache.

Dass die billigen solchen scheußlichstes PVC-Holzimitat sind ist noch extra zu erwähnen, bessere muss man schon gezielt suchen.

Geschweißte Stahlrohre kann ich mir bei Schwerkraftheizungen übrigens schwer vorstellen, eher geschraubt. Das waren dann wuchtige Rohrdimensionen (mal so eben dreizölliger Steiger in der Küche oder so) und alles andere als unauffällig verlegt. Man wollte ja die moderne Technik zeigen!





"...Möbel passen dann natürlich auch keine mehr ganz an die Wand"

Da gehören die Möbel auch nicht hin, denn sonst kann die Wärme die die ästhetisch verlegten Heizungsrohre abgeben nicht ungehindert an der Wand hochsteigen und diese temperieren.

Wer in derartigen Altbauten die Heizungsrohre im Fußbodenaufbau versenkt ist selbst schuld.

Das einzige was an einer Schwerkraftheizung geschraubt wird sind die Teile die gelegentlich auch mal gewechselt werden müssen, Heizungen, Absperrventile usw. der Rest wurde und wird geschweißt.



Fußleiste für HK-Rohre



Die Maße für eine Abachifußleiste für Rohre bis 18 mm sind H = 90 mm und T = 30 mm.
Die Leisten sind natur und können gestrichen werden.
Im übrigen sollte ein Möbel – vor allem an der Außenwand – nie direkt an der Wand stehen.



Schwerkraftheizung



Rohre für Schwerkraftheizungen wurden i.d.R. geschweißt.
Anschlüsse waren je nach Art und Durchmesser Gewinde oder Flansche.
Schwerkraftheizungen sind aber schon seit vielen Jahren out.
Neue werden i.d.R. keine mehr gebaut und bestehende umgerüstet.
Es gibt auch keine nachvollziehbaren Gründe, heute noch Schwerkraftheizungen zu bauen.



Ab



wann hatten kleine Heizungsbaufirmen die technische Möglichkeit Rohre zu schweißen? Bei Gas hat sich das in Österreich in den 90ern zögerlich ausgebreitet, geschraubt wurde bis zum Aufkommen von Edelstahl-Pressfittings in den letzten 10 Jahren fleißig. Geschweißte Heizungsrohre kenne ich von Großbaustellen ab etwa den 60ern oder sogar 70ern. Bei der Heizung meiner Verwandten (Gutshof in der Altmark) von 1937 habe ich jedenfalls eine ziemlich klare Erinnerung an geschraubte Rohre.



Heizungsrohre schweißen



Wie die Situation in Ö ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
Hier in D wurden Heizungsrohre von Anbeginn geschweißt.
Ein Autogenes Schweißgerät ist für jeden Handwerksbetrieb erschwinglich.
Und bevor Acetylen in Flaschen geliefert wurde, gab's A-Entwickler, die mit Karbid betrieben wurden.
In jüngerer Zeit wurden vor allem kleine Anlagen mit Kupferrohren (hart- oder weichgelötet) ausgeführt.
Mittlerweile haben Pressfittings die Lötfittings weitestgehend verdrängt.
Daneben werden bei kleinen Anlagen auch Stahl- und Verbundrohre mit Pressfittings eingesetzt.
Bei großen Anlagen werden immer noch Stahlrohre (Siederohre) geschweißt; teilweise auch elektrisch.



Ich habe...



in Häusern der Jahrhundertwende die vermutlich zeitgleich mit der Errichtung montierte Heizung ausnahmslos geschweißt vorgefunden.

Grüße

Thomas





Manchmal trügt halt die Erinnerung auch wenn sie uns doch so klar erscheint.

Verschraubt wurden nur Wasser- und Gasleitungen.



Rohre



In unserem FH wurde in den 40/50ern eine Schwerkraftheizung für Koks eingebaut. Die Rohre sind in der Tat mit 60mm waagerecht unter die Zimmerdecke geprügelt worden. Alles geschweißt. Autogenschweißen gab es schon länger.... .

Ich habe alles raus und Multipor platten an den Aussenwänden, darin und drüber 15er Kupferrohre zwischen den Etagen. Die neue Brennwertheizung verteilt über den Dachboden nach unten. Das ist die einfachste Lösung. Heizkörper opfern sich gerade für eine Wandheizung im Lehmputz.
Heizung ist aber aus, der Kachelofen bringt die 160qm auf 20-25C° .



Rohre schweißen oder schrauben



Genau das ist auch meine Erfahrung (in D).
Heizungsrohre schweißen.
Gas- und Wasserrohre mit Fittings verbinden.
Bei größeren Anlagen (ab DN 50) wurden vereinzelt auch Gasrohre geschweißt; hierfür musste der Schweißer aber eine extra Zulassung haben.



Mit



Heizung historischer Bauart habe ich ehrlich gesagt wenig Erfahrung. Abgesehen von massiveren Neubauten usw. (vor allem öffentlichen Gebäuden) war Zentralheizung hier bis Anfang der 70er purer Luxus und selbst da wurden zum Teil E-Nachtspeicher verbaut als DIE moderne Heizung. Als dann Zentralheizungen so richtig durchstarteten waren die meistens mit weichgelöteten Cu-Rohren installiert. Gas war seit Jahr und Tag Stahl mit Schraubfittings und Hanf, Wasser erst gelötetes Blei, dann geschraubter verzinkter Stahl und noch später weichgelötetes Cu.

Seit ungefähr 10 Jahren setzt sich für Gas langsam Edelstahl mit Pressfittings durch (hartgelötetes oder verpresstes Cu ist zumindest im Wiengas-Versorgungsgebiet de facto unbekannt) und für Heizungen entweder verpresstes Cu oder diverse Verbundrohre. 2005 habe ich letztmals einen Betrieb eine komplette Gasinstallation mit Schraubfittings erstellen sehen, möglicherweise ist das immer noch zulässig.

Ansonsten habe ich noch Erfahrung mit der Etagenheizung in einer Luxuswohnung von 1960, das sind definitiv geschraubte Stahlrohre, beim Kessel 1", bei den Heizkörpern 1/2".

Auch bei meiner Oma in Münster/Westf. war die Originalheizung von 1930 sicher zumindest teilweise geschraubt, und zwar die Bögen aus der Wand zu den Ventilen. Wie das in den Wänden aussah weiß ich nicht.