welche Heizungsrohre?

06.12.2007



Hallo!
vielleicht kann mir jemand sagen, ob es TECHNISCH besser ist, Heizungsrohre aus Kupfer oder aus Kuststoff zu benutzen (Verlegung größtenteils in Leichtlehm). Welchen Durchmesser nimmt man für Ein-bis Zweifamilienhäuser?
Sind dankbar für jede Antwort!



Rohre



Hallo,
was meinst Du mit "technisch" ? :-)

Ganz aus reinem Kunststoff sind auch moderne Heizungsrohre nicht. Ich würde für Bereiche, an die man später nicht mehr ohne Weiteres drankommt, Endlosrohre aus Kunststoff/Alu verwenden, die an den Enden, an die man problemlos herankommt, verpresst werden. Früher hießen die "Wicu"rohre, aber da gibt es schon wieder neue und bessere Systeme.

Wenn man das Verlegen nicht selbst macht, ist das auch günstiger, weil das Verlegen einfacher ist und weniger Zeit benötigt wird (lassen sich auf engste Radien verbiegen und werden dann einfach endlos verlegt). Die Rohre selbst sind aber etwas teurer pro Meter als Kupferrohre.

Der Kunststoff-Außenmantel hat den Vorteil, das er auch bei Feuchtigkeit nicht mit dem umgebenden Medium (Lehm, Gips, wasimmer) reagiert. Auf der anderen Seite würde man Kupferrohre aber auch dämmen, und sie nicht direkt in den Lehm legen - eine Isolation/Dämmung ist dann auch vorhanden, auf jeden Fall darf an Kupfer kein Gips.

Kupfer korrodiert auch irgendwann, meist wird es dann an den Lötstellen undicht (Lot und Kupfer reagieren)- das dauert bei sauberer Arbeit aber vierzig bis sechzig Jahre und mehr.

Was den Durchmesser angeht ? Das kommt darauf an:
Fußbodenheizung ?
Wieviele Heizkörper sollen hintereinander an eine Leitung angeschlossen werden ?

Generell gilt bei mehr als zwei Heizkörper hintereinander die dickeren Rohre, und das letzte Ende (vorletzter bis letzter HK) dann dünn. Aber bei Planung einer neuen Heizung würde ich doch einen örtlichen Heizungsbauer fragen - allerdings sollte der die neuen Techniken (Rohre, niedrige Vorlauftemperaturen etc.) auch kennen.

Viele Grüße,
Kai



Kunstoffrohre



Hallo
Das von Kai beschriebene Rohrsystem kann z.B. Wiroflex sein. Jedoch werden bei Wiroflex keine Verpressungen vorgenommen, bei diesem System werden die Rohre mit verschiedensten Verbindungsteilen verschraubt.
Wir haben bei uns die ganze Kalt- und Warmwasserversorgung so selbst verlegt. Die herkömmlichen Rohrsysteme sind preislich sicher billiger, aber für uns als Laien war das Arbeiten mit Wiroflex ideal.

Gruss
Marlene



Rohre



Hallo !

Die heute verwendeten Kunststoffrohre sind Verbundrohre aus drei Schichten, Kunstoff, Aluminium, Kunststoff (PE-RR / AL / PE-RT . Die Aluminiumlage ist wichtig, damit das Rohr sauerstoffdicht ist.
Bei den aktuellen Kupferpreisen sind die Verbundrohre ganz klar billiger. 20x2mm gibt´s für einen Euro pro Meter, bei Rollenabnahme. Kupfer kostet etwa das FÜNFFACHE ! Man braucht auch weniger Verbinder und Winkelstücke.

Ich habe meine gesamte Wasser und Heizungsinst. in Verbundrohr mit Verschraubungen gemacht. Mir war es dabei wichtig keine Verbindungsstellen unter Putz oder an Stellen zu haben, an die man nicht herankommt.

Die Meinungen zu Rohrsystemen gehen mit Sicherheit auseinander, drei Leute fragen, vier Meinungen bekommen. Es gibt Leute die schwören auf Kupfer weichgelötet, die anderen löten lieber hart und wieder andere nehmen Pressverbinder. Fakt ist aber, das auch die Verbundrohre und dazugehörende Verbinder DVGW geprüft sind.

Die Frage nach dem Durchmesser kann man nicht pauschal beantworten. Bei Kalt/Warmwasser ist das nicht so kritisch, bei der Heizung spielen die angeschlossenen Heizkörper, Leitungslängen, Verteiler, Pumpen, Mischer usw. keine unerhebliche Rolle. Ich bin nicht "vom Fach" und habe die gesamte Installation auch ohne Fachmann erledigt. Habe allerdings vorher auch geplant und gerechnet, naja ob durch eine Leitung Strom oder Wasser fliest, ist in der Theorie nicht ganz so entscheidend, mit Fachliteratur kam ich als Elektroniker auch damit zurecht.

Bitte nicht jeden Samstag in den Baumarkt fahren und dort Stück für Stück das Material holen. Planen was gebraucht wird und dann beim örtlichen Großhandel anfragen. Der wird nur an Handwerker verkaufen wollen, sein Pech, es gibt genug Onlineshops die das Material zu gleichen Konditionen an Jedermann verkaufen.

Viel Erfolg, Karsten



Nur ein paar unwichtige Gedanken zum Thema



Nur am Rande:
zum Material: Die neumodischen Plastrohre sind mechanisch sehr empfindlich. Einmal aus Versehen angestossen, und das wars dann.
Und wer weiss, wie es mit der Lieferbarkeit aussieht, wenn der Hersteller mal Pleite macht?

Und, Loeten ist nicht schwer. Wobei Weichloeten auch ohne Flamme moeglich ist (wichtig im Holz-Altbau!)

Hinzukommt, dass die - sehr nuetzliche - Waermestrahlung der Leitungen in den Raeumen bei Plastleitungen entfaellt. Und je dicker die Leitung, desto besser auch die Waermestrahlung .

zum Querschnitt/Durchmesser:
Auch wenn man keine Schwerkraftheizung bauen will, spielt der Durchmesser eine gewichtige Rolle, naemlich in puncto Pumpenleistung (Geraeusche!) und der Versorgung entfernt gelegener Bereiche.

Ich empfehle die Anschaffung von Heizungsbau-Fachliteratur, um sich ein Vorabbild zu machen. Als Qualitaetsmerkmal bei der Auswahl im Buchladen wuerde ich empfehlen, nachzusehen, ob auch die Berechnung von Schwerkraftheizungen darin noch vorkommt; wenn dieses vorhanden ist, ist auch der Rest meist besser erklaert und nicht auf irgendwelche herstellerspezifischen Systeme ausgerichtet.



Rohre



Hallo !

Die Verbundrohre sind ähnlich empfindlich wie Kupferrohr, nicht anbohren und nicht mit dem Hammer draufkloppen.
Die Aussage "Einmal aus Versehen angestossen, und das wars dann" kann ich nicht nachvollziehen.
Sprichtst Du von den einfachen, durchsichtigen PE Rohren, mit denen man früher Fußbodenheizung gebaut hat ?

Wenn _der_ Hersteller mal Pleite macht ? Dann kauft man es bei einem der anderen Hersteller, das Zeug ist genormt.

Löten ist nicht schwer ? Weichlöten von Kupferrohr ? Na, auch das sehe ich aber anders. Erst mal die fummelei um die Lötstellen zu reinigen und wie schnell ist dann doch eine kalte Lötstelle produziert die auf den ersten Blick gut aussieht, im ersten Test dicht ist und nach Wochen das tropfen anfängt. Natürlich dann irgendewo unter Putz.

Hartlöten, das ist einfach, kein Flußmittel keine Reinigung, machs rotglühend, Lot dran, fertig.


>>>>
Und je dicker die Leitung, desto besser auch die Waermestrahlung .
>>>>>>
...und je größer der Wasserinhalt der Leitungen desto Träger die ganze Mimik.


Nee nee, Für den Heimwerker überwiegen die Vorteile der Verbundrohre bei der Monatage ganz klar. Alles andere geht ins Philosphische.

Karsten



Verbundrohre



Die meisten Beiträge würden mich als unbeleckter Endverbraucher abschrecken, Rohre in die Wand zu verlegen und dann auch noch die "neumodischen" Systeme.
Zum Einsatz kommen sollten stets Verbundrohre (14 oder 16 mm) und diese werden stets verpreßt bzw. in den Verteilerkästen mit Schneidringverschraubungen angebunden.
In den Wandbereichen befinden sich eigentlich nie Verbindungselemente, da diese bekanntlich die schwächste Stelle des Gesamtsystemes sind.
Wenn, dann sollten es so wenig wie möglich Verpressungen sein. Also nur wenn große Laufmeter noch vorrhanden sind und diese eine Rechtfertigung für den Neuanfang einer neuen Montagerolle begründen!
Die jeweiligen Wandregister sollten eine Gesamtlänge von etwa 80 m nicht übersteigen, da sonst eine ungenügende Leistung sich ergibt.
PE-Systeme sind für den späteren Verputz aus Sicht der Effizienz eher ungeeignet, da der Verputz bei Lehm unter Wärme erfolgen sollte.
Die PE-Systeme dehnen sich "gewaltig" aus und so ergibt sich eine enorme Mengenmehrung für den Verputz.

Sollten Sie zu Ihrer Gesamtsituation Hilfestellung benötigen, so können wir Ihnen hier einen guten regionalen Handwerksbetrieb an die Seite vermitteln.

Kontakt: (Plattformer)

Flegel GmbH - Bad Heizung Dach
Dirk Flegel
Radeberger Straße 110
01900 Großröhrsdorf
Tel.: 035952-46100
Fax : 035952-46035
eMail: dirk.flegel@gmx.de

Die Panikmache mit den nachherigen Leckagen sehen wir eher unrelevant, da dies ein gutes Zusammenspiel der entsprechenden Unternehmen erfordert und auch die Sensibilität der einzelnen Handwerker untereinander ausmachen muß.
Wir haben bisher ca 6000 m² Wandheizungssysteme bereits verbutzt und vielleicht in zwei bis drei BV's nachherige Beschädigungen problemlos ausgebessert (meistens der Elektriker!).

Gutes Gelingen und vorweihnachtliche Grüße

Udo Mühle



Vergleich: PE zu Verbundrohr



Nach dem Aufheizen!

Nachdenkliche Grüße

Udo