Bodenaufbau und Heizung

07.03.2011



Hallo Ihr lieben,

ich bin per Zufall über euer Forum gestoßen und finde es wirklich informativ. Leider konnte ich mit der Suchfunktion kein hinreichend ausführliche Antwort zu meiner Frage finden. Ich und meine Schwester besitzen derzeit ein Haus, dass ca. 90 Jahre alt ist.

DAS PROBLEM:
- es hat z.T. schiefe Böden
- vorhandene Fußleisenheizung ist c.a. 4 Jahre alt mit teilweise krummen verlegten Rohren

Wir würden gerne die Fußleistenheizung weg machen und müssen auch zusehen, die Böden auszugleichen. Rohre verlaufen über die verputzte Mauer auf dem Boden recht nahe an der Wand entlang. Unser Heizungsbauer sagte, dass aus statischen Gründen die Rohre nicht in die Wand gebracht werden könnten (also unter dem Verputz), da die Ziegelsteine (rote Bachsteine) dann zu sehr beschädigt werden würden, so dass die Rohre auf dem Boden müssen und wegen einem bevorstehenen Aufbau das sowieso so sein müsste.

Die Rohre sind ja schon da, nur teilweise krumm. Ich bin zwar mit Streichen, Pflanzen und kreativen Schleifarbeiten schon vertraut, was das Heizungsrohre und Wasserrohre Verlegen angeht wirklich Laie.

nun meine Fragen:

FRAGE 1:
Ist das wikrlich so, dass man bei so alten Bachsteinhäusern nicht unter der Verputzen Wand die Rohre legt? Ich habe schließlich auch schon alte Häuser gesehen, wo man keine Rohre sieht. Wir haben alte Museen mit normalen Heizungen ohne sichtbare Rohre am Mainufer.

FRAGE 2:
Wenn die Rohre doch schon vorhanden sind, nur etwas unschön verlegt, wäre es doch weniger Arbeit an die vorhandenen Rohre Radiatoren anzuschließen und dann eben auf die krumm verlegten Rohren einen Aufbau zu machen?!?Klar müssen dann Teile herausgesägt werden, da ein Radiator eine andere Breite hat, als eine Fußleistenheizung. Bei mehreren Etagen spart man aber doch Ingsgesamt viel Geld und Arbeitszeit, oder nicht? Wir haben allgemein ein wenig Angst die Rohre unter den Boden legen zu lassen. Macht man das so? Wenn mal ein Rohr platzen sollte, da macht der Handwerker doch lieber eine Wand auf, als das ich meine Pflanzen und Möbel inklusive Boden aufreißen muss oder nicht?!?

Vielen Dank für eure Antworten

Eine gute Nacht


Patricia S.





Wer eine altes Haus hat, muss sich damit abfinden, dass die Begriffe gerade, horizontal, waagrecht usw. doch sehr relativ sind.
Der Heizungsbauer hat schon recht, man soll bestehende Wände nicht einfach schlitzen, zumal die Rohre ja gedämmt verlegt werden müssen - die Schlitze werden also tief und breit.
Wollen Sie unbedingt unter Putz verlegen, sollten sie sich von einem Statiker zuvor grünes Licht geben lassen. Heizungsrohre kann man unter einer Vorwand oder in einer Trockenschüttung verschwinden lassen - manche 'rohrlosen' Heizkörper laufen auch schlicht mit Strom.
Ob es besser ist, die Leitungen ganz neu zu machen oder mit der bestehenden Installation weiterzuarbeiten, kann der Heizungsbauer auf Grund seiner Berufserfahrung und der Tatsasche, dass er schon auf der Baustelle war, viel besser entscheiden als irgendjemand hier im Forum. Ästhetisch befriedigende und dichte Anschlüsse an alten, vielleicht schon mehrfach gestrichenen Leitungen erfordern viel Arbeitsaufwand und sind deshalb teuer.
Das Problem bei verdeckt installierten Rohren ist oft weniger das Öffnen der Schadstelle, als vielmehr das Auffinden. Kleine Lecks können jahrelang unentdeckt bleiben und grosse Schäden in der Bausubstanz verursachen.


Wenn Sie in einem alten Haus mit krummen Wänden und schiefen Böden alles gerade und waagrecht machen wollen, verlieren Sie viel Raumhöhe und Raumgrösse und oft auch einen beträchtlichen Teil von dem, was den Reiz alter Bausubstanz ausmacht.



Antwort Patricica



Mit einem krummen Boden meinen wir, dass er zur Raummitte hin ein Kuhle hat. DIes ist aber nur in zwei Räumen der Fall. Diese Sind auch die größten des Hauses. Heißt das, eine Verlegung im Boden ist unausweichlich? Wie Sie schon sagen, wenn ein Rohr undicht sein sollte, dann würden wir das so nie merken, bis es schlimme Schäden hervorruft. Könnte man nicht alternative über der verputzten Wand die ROhrleitungen verlegen. Ein Freund meiner Schwester (er ist aber kein Handwerker) machte diesen Vorschlag um dann den Überstand einfach mit Holzplatten (spahn, oder ähliches) zu verkleiden. So hätten man einen Arbeitsschacht und würde sich das verputzen sparen. Wie gesagt ist er aber kein Handwerker...er hat sich das, glaube ich, bei Fertighäusern im Internet abgeschaut.

Lieben Gruß aus Frankfurt



Heizung und krumme Wände



Hallo

Sie sollten sich erst im Klaren sein, was der Unterschied zwischen den Heizsystemen ist - BEVOR Sie die Heizleisten wegmachen und sich von Ihrem Heizungsbauer "die Richtige" rein machen lassen.

Es besteht nämlich ein Unterschied zwischen Heizleistensystemen und Konvektorenheizungen.

http://www.jurahaus-verein.de/grosseschmidt/temp_haus-text.pdf

Für das Bodenproblem gibt es mehrere Möglichkeiten: Schüttung + Aufbau; konische Leisten oder Bretter, Anflanschen der Balken, etc.

Lassen Sie sich von "unabhängigen" Fachleuten beraten.

FK



Wenn Ihre Raumhöhen...



wie sie schreiben, übers Mittelmaß hinausgehen, könnten Sie die neuen Rohre an der Decke des darunterliegenden Raumes verlegen lassen, und die Decke geringfügig abhängen.

Grundsätzlich sollte die Leitung weder im Fußboden verlaufen, noch in der Wand. Wenn die Verlegung an der Decke nicht gewünscht ist, könnten die Leitungen auch gerade neu vor der Wand verlegt werden, dazu gibt es Verkleidungen, auch aus Holz in Form einer etwas voluminöseren Wandleiste.

Warum wollen Sie die Heizleisten demontieren? Ich persönlich halte von den Teilen nichts.

Grüße

Thomas



Patricia Antwort



Die heizleisten sollen weg, weil einerseits meiner schwester und mirt nicht gefallen. Dies lag darin begründet, das die vollständige Verrohrung über dem pütz verläuft und die Rohre sehr schlampig gelegt worden sind. Ursprünglich wollten wir gar keinen Bodenaufbau machen, sondern die Hozlzdielen zu einem schönen und natürlichen >oden Schleifen lassen. Der heizungsbauer zudem sagte uns, dass die heizleisten viel mehr Energie verbrauchen würden als radiatoren. Ehrlich gesagt sind wir nun etwas verwirrt.



Patricia Antwort



Ist es denn möglich die rohre an der wand entlang zu legen und dann ggf. Die leitungen mit einen osb oder spahnplatte zu verkleiden. Oder verformen sich diese materiakien. Mit osb habe ich leider keine erfahrung.

Gruß aus dem sonnigen Frankfurt



Unabhängig



Hallo

"Der heizungsbauer zudem sagte uns, dass die heizleisten viel mehr energie verbrauchen würden als radiatoren."
Das ist einfach "falsch"!

Atmen Sie mal durch und lesen Sie mal den Artikel / das PDF.

Stellen Sie mal ein paar Fotos ein, wenn's geht!
Kann man noch erfahren, wer die Sachen eingebaut hat, bzw welches System es ist??

FK



Früher



hat man sich mit Statik nicht allzuviel angetan, und durchaus auch mit Hammer und Meißel tief geschlitzt. Heute ist die Situation besonders in Deutschland sehr eng reglementiert. Gerade bei relativ alten Häusern sehe ich die Chancen aber besser als bei neueren, weil damals eher Bauteile überdimensioniert wurden - moderne Hohlziegelwände beispielsweise sind im Normalfall statisch absolut auf Kante genäht, eine 45er-Massivziegelwand in einem ein- oder zweistöckigen Haus hat noch viel Reserve.

In Österreich ergeben sich solche Probleme nur bei größeren Umbauten wenn sich auch tatsächlich ein Statiker auf die Baustelle verirrt... ist kein Statiker da, schlitzt der Installateur auch mal ohne Probleme 7er-Hohlziegelwände 3cm tief für seine Rohre.

Die bestehenden Rohre in den Boden legen würde ich auf keinen Fall, wer weiß wie alt die sind und wie lange sie noch halten.

Mein Kenntnisstand bezüglich verschiedener Heizsysteme ist der: Heizleisten haben weniger Wärmeübertragungsfläche, folglich müssen sie mit höherer Temperatur gefahren werden um die gleiche Wärmemenge an den Raum abgeben zu können oder es muß deutlich mehr Wasser durchgepumpt werden, was zu erhöhter Geräuschentwicklung führt. Hohe Vorlauftemperaturen wirken sich aber negativ auf den Kesselwirkungsgrad aus. Insofern halte ich nicht viel von Heizleisten, von der Theorieseite her. Praktisch erlebt habe ich sie in einem Wohnhaus noch nie, ich weiß, daß es glühende Fans davon gibt, nachvollziehen kann ich persönlich das nicht.

Wegen den Böden: da würde ich einen Experten befragen, ob das auf ein statisches Problem hinweist, und ansonsten die Möbel mit Keilen unterlegen, fertig. Mein letztes Regal hier (50 cm tief) steht hinten auf dem Boden, vorne habe ich 2 cm(!) untergelegt... Altbau halt.



Heizleisten...



...sind kleine Radiatoren und bis auf die Leistung mit normalen Heizkörpern vergleichbar. Die erstaunlichen Eigenschaften, die ihnen mancher andichtet, haben sie nicht. Eine "Wandheizung" sind sie nicht. Andererseits ist ein Mehrverbrauch an Energie nicht plausibel, woher sollte der kommen? Allenfalls die Pumpe muß vermutlich etwas mehr ran.

Habt Ihr jetzt Verkleidungen vor den Teilen, oder hängen die roh auf der Wand? Wird es hinreichend warm?

Grüße

Thomas



Wissen oder Glauben



Oh grosser Baugott:

"Die erstaunlichen Eigenschaften, die ihnen mancher andichtet, haben sie nicht."

Wissen oder Glauben?

oder gilt der Satz auch für Sie?
"Die erstaunlichen Eigenschaften, die ihnen mancher andichtet, haben Sie nicht."

Machen Sie sich frei um unvoreingenommen urteilen zu können.

Oder haben Sie schon "ausgelernt"?

FK



Mangelnde



Energieeffizienz würde ich wie gesagt eher im Bereich der höheren Vorlauftemperatur suchen, das dürfte aber nicht so groß auffallen.

Soviel von der Seite der klassischen Heizungstheorie. Aber wie gesagt, ich habe einen Schnellsiedekurs auf dem Gebiet, der reicht nur für grobe Abschätzungen. Tatsache ist, daß die Leistung eines Heizkörpers wesentlich von dessen Fläche abhängt und die ist bei Heizleisten kleiner.

Ob jetzt Konvektion oder Strahlung die "bessere" Wärmeübertragungsform ist, überlasse ich als Streit gerne den entsprechenden Verfechtern.

Für meinen ganz persönlichen Geschmack sind Heizkörper jeglicher Bauart (Stahl oder Gußrippen) die praktischste Heizungsart und ich würde sie daher jedem empfehlen, der mich um meine persönliche Meinung fragt. Nicht mehr und nicht weniger. Strahlungsheizung (vor allem elektrische, aber auch Gas-Katalytbrenner) heizen kaum die Luft sondern nur angestrahlte Gegenstände auf, die Wirkung: man fühlt sich wie ein Brathuhn und dreht sich regelmäßig um einen unsichtbaren Spieß, um halbwegs gleichmäßig warm zu bleiben. Gilt für offenes Feuer (Kamin) im Übrigen ganz genauso. Wieder, das ist mein persönliches Empfinden, andere mögen das anders sehen!



Wenn der Phrasen-Florian...



...mal wieder zuschlägt.... Sie scheinen wirklich ein entsetzlicher Zeitgenosse zu sein, wenn Sie schon bei einer schiefen Heizleiste persönlich werden müssen. Halten Sie besser den Ball flach, kurzer Mr.Slow-House.

Ich mache mich ganz gewiss nicht auf bayerische Zurufe hin frei, wovon auch immer. Heizleisten finde ich tatsächlich aus eigener Anschauung, im eigenen Testzimmerchen, minderwertig. Allenfalls das Gedöns und Getrommel, das einige Leute mit liebevoll gezüchteter Außenseiterattitüde loslassen, damit Sie auch zum Thema Heizung etwas Auffälliges ablassen können, ist bemerkenswert. Aber manchem wird ja auch vom Trommeln warm, da reicht für den Rest eine "Temperierung".



Patricia



Maenner,
bevor ich weiter schreibe nochmal vielen Dank fuer die zahlreichen Antworten. Ich wollte hier im Forum keine Streitigkeiten ausloesen :-)

Ehrlich gesagt wissen wir noch immer nicht, wie wir es am Besten machen sollen. Auf jeden Fall werden wir uns auch mal die PDF heuta Abend durchlesen (Vielen Dank an dieser Stelle)

Das Haus hat 3 Stockwerke mit unten recht dickem Mauerwerk und nach oben hin immer duenner werdendem Mauerwerk.

Da es leer steht, dachten wir gewisse Grundlagen gleich richtig zu machen.

Unser Heizungsbauer moechte, haben wir das Gefuehl, nicht an fremden Baustellen basteln, deswegen hat er eine Komplettloesung angeboten. Wir sind nun so verunsichert, dass wir gar nicht wissen, wie wir nun weiter machen sollen...oje oje :-(



Na,



bevor er EUER Heizungsbauer wird, vielleicht doch noch andere Heizungsbauer fragen, oder einen unabhängigen Heizungsplaner. Viele bieten am liebsten komplett neue Lösungen an. Das ist einfach und bringt viel Geld.

Da die Heizung nicht die einzige Baustelle bei Euch sein wird, solltet Ihr, statt Euch durch das nicht wirklich passende und ellenlange pdf von Herrn Kurz-Großeschmidt zu kämpfen, noch besser einen altbauerfahrenen Planer oder Praktiker suchen.

Das wäre z.B.

Architekturbüro Kornmayer
Christoph Kornmayer (Architekt)
Hofmannstraße 17
65191 Wiesbaden
Tel.: 0611-6097951
Fax : 0611-6097952
eMail: office@kornmayer.com

oder

Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH
Gerd Meurer
Am Ufer 17
56070 Koblenz
Tel.: 02 61/3 10 69
Fax : 02 61/3 10 70
eMail: info@lehmbau.com


Mit Sicherheit wird Euch eine gute Planung mehr Geld einsparen, als sie kostet, vorallem aber ein gutes Ergebnis ermöglichen. Ein Planung kann immer auch Eigenleistungen einbinden, benennt aber auch Grenzen dafür.

Ich würde zum Beispiel eine echte Wandheizung installieren, also Holzweichfaserplatte in Lehm angesetzt, Heizrohre darauf in Lehm verputzt. Sparsame Heizung mit Strahlungswärme, bestes Raumklima. Aber sowas muß ein Fachmann vor Ort prüfen und projektieren.

Grüße und viel Erfolg

Thomas



und Dämmen?



Hallo Patricia,

habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, eine Innendämmung anzubringen? Dabei fällt eine Lösung für das Verstecken der Rohre mit ab.

Gruß
Wolfgang



Patricia



Hallo Wolfgang,

ein Handwerker sagte mir immer, dass man von innen in der Regel nie dämmt, weil man sich den Taupunkt nach innen zieht (was auch immer das ist)

LG

Patricia



Jeder Handwerker...



...wird Euch etwas über sein mehr oder weniger schmales Stückchen Horizont erzählen, deshalb: Planer.

Innendämmungen können durchaus dauerhaft und fachlich korrekt ausgeführt werden.

Grüße

Thomas





Hallo,

Sie sollten aber wissen, dass eine Flächenheizung ins Geld geht: untr 60,00 € für Putzarbeiten und die Heizung noch mal dasselbe ist nichts zu machen.

Grüße



@ Dietmar



War das nicht ein wenig aus der Hüfte geschossen? Da hab' ich auch schon andere (niedrigere) Preise gesehen.

Grüße

Thomas