Glänzende Kupferrohre durchs´ Zimmer....?

21.09.2012



Hallo zusammen!

Ich möchte in kürze ein Fachwerkhaus mit einer Pelletheizung ausrüsten, Wände wurden bereits vor einiger Zeit isoliert. Auf Grund dessen sollte die Heizungsrohrinstallation teils aufputz erfolgen.

Meine Frage an euch:

In zwei Räumen, mit freistehendem Gebälk und rustikalem Boden, möchte ich die 22er Kupferrohre gerne sichtbar mit Doppelschellen verlegen. Zuvor leicht zum glänzen bringen und mit Klarlack überziehen.

Wir reden hier von circa 8m Verlegeweg.

Sinnvoll oder starker Energieverlust?
Schön und mal was anderes in jedem Fall :)

Gruß aus dem Bergischen Land

Marcel



22er Cu...



... heißt, dass es sich um die Verteilung handelt...

Wärmeverluste für das Gesamtsystem entstehen nicht, da abgestrahlte Wärme ja im Gebäude bleibt, es kommt lediglich die Wärme nicht ganz dahin, wofür sie gedacht ist...

Insgesamt ist das vernachlässigbar...

Streichen würde ich nicht, was soll das bringen außer Ausdünstungen...

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Heizrohr oder Dunst



Hallo

Ich würde zwar keine Pelletsheizung nehmen, aber die Rohre frei vor die Wand ist so nicht schlecht.
Siehe Fischer und Großeschmidt - ähnliche Konzepte dafür.

Tipp:
press an die Wand (Kontakt)
Google mal Fixbriden - Bierbach zur Befestigung

Streichen würde ich auf jeden Fall, da gestrichene Rohre einen wesentlich höheren Strahlungsanteil dadurch bekommen (deshalb sind auch Heizkörper "gestrichen")

Können Sie auch mit Leinöl machen oder Weiss vor der Wand Streichen

Viel Erfolg

Florian Kurz
www.slow-house.de



wenn man unbedingt streichen möchte



um das Anlaufen des Kupfers zu verhindern, kann man den klassischen Zaponlack (Nitrozellulose in Alkohol) verwenden. Einen halbwegs gleichmäßige matten Glanz bekommt man mit sehr feiner Stahlwolle hin.
Der Zaponlack trocknet extrem schnell und gibt in dieser kurzen Zeit nichts von sich, was giftig wäre.

http://kremerpigments.com/shopus/PublishedFiles/79550_SHD_DEU.pdf

wie stark der Wärmeverlust ist, lässt sich pauschal nicht sagen, das hängt von der Temperatur der Rohre und des Zimmers ab. Immerhin gibt es Zeitgenossen, die so ähnlich ihre Wände temperieren und schwören, dass das funktioniert.
Wenn das aber ohnehin ein beheiztes Zimmer ist, spielt es doch keine Rolle ob der Heizkörper oder das Rohr die Wärme abgibt.

Gruß G

p.s.

Blanke Metalloberflächen haben eine sehr viel schlechtere 'Emissiviät' als gestrichene (schwarz wäre am besten), aber ich dachte, der TS wollte möglichst wenig Verlust.

Leinöl würde ich persönlich nicht nehmen, weil ich Verfärbungen fürchten würde. Möglich ist das aber auch.



Kupferrohristallationen ...



... bekommen, sofern sie gelötet und nicht gepresst werden, ohnehin zumindest in den Bereichen der Lötstellen ein gewisses Farbspiel. Je nach "Kunstfertigkeit" des Installateurs treten zudem die Zinnnähte der Lötstellen selbst mehr oder weniger markant hervor. Diese Verfärbungen fallen natürlich besonders auf, wenn die übrige Kupferrohrleitung blank gewienert ist, d. h. nicht die sich natürlich einstellende Patina aufweist.
Das einzige, was mich bei blanken sichtigen Kupferrohren stören könnte, ist der herstellerseitige Aufdruck. Auch hatte ich schon Kupferrohre mit einem irgendwie seltsam anmutendem Überzug, der den Kupferton etwas verfremdete. Beides kann man aber problemlos, z. B. mit Aceton, beseitigen.
Ansonsten würde ich die Rohre so wie sie sind in Würde altern und eine Patina ansetzen lassen.
Was allerdings beachtet werden sollte: Vorsicht beim Umgang mit Lötpaste, d. h. bitte nicht mit lötpasteverschmierten Fingern oder gar ganzen Händen die Rohre anfassen und auch nicht die Lötpaste im Bereich der Lötstellen zu großzügig verteilen, denn dies führt unweigerlich zu unschönen Verfärbungen des Kupfers, die dann nichts mehr mit natürlicher Patina zu tun haben, sondern schon recht störend ins Auge fallen.



Heizkörper...



... sind "gestrichen", bzw. lackiert, weil sie i.d.R. nicht aus Kupfer sind... und weils besser aussieht... und die CU-Rohre würde ich eben nicht streichen, es soll ja darin warmes Wassser transportiert werden, und zwar zu den Heizkörpern, die Rohre sind damit nicht als "Strahlungsquelle" vorgesehen sondern als Verteilsystem.

Ansonsten ist es fast unmöglich, CU mittels wie auch immer gearteter Beschichtung dauerhaft blank zu halten, das gilt innen wie außen...

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Wenn aber ein Heizkörper aus Kupfer wäre



würde man ihn dennoch streichen müssen, oder man müsste auf 90% des Strahlungswärme-Anteils verzichten.

Selbst bei Gusseisen trägt die Oxidschicht (oder die Ofenfarbe) ganz wesentlich zur Strahlungsleistung bei.

ist aber alles graue Theorie, weil hier ja ein möglichst geringer Wärmeverlust gefordert war. Da würde es tatsächlich Sinn machen, die Oberfläche zu Polieren und so gut es geht, gegen Anlaufen zu schützen.

Verbesserungen der Energiebilanz wird man aber dennoch nicht erreichen.

Gruß G



...viel Wissen in einem Forum!....



Huuch, jetzt bin ich doch überrascht! Danke für die vielen Antworten in diesem super Forum! :)

In der Tat handelt es sich um eine Verteilungsleitung. Sie wird letztendlich 3-4 Heizkörper versorgen, die noch in Räumen danach folgen. Dass die Wärme irgendwie im Haus bleibt stimmt allerdings auch wieder...

Genau sowas in der Richtung wie diese Fixbriden-Bierbach Schellen (@ Florian) hatte ich angedacht, oder halt ähnliche mit noch Gummi innen, die ich aus der Industrie kenne.

Ich würde vermutlich alles Löten, da die Fittinge zum pressen doch wesentlich teurer sind. Löten ist für mich kein Problem, so habe ich bisher alles gemacht & sehr gute Übung.

Dass die Metalle nun wirklich besser die Wärme abstrahlen, wenn sie lackiert sind, wusste ich auch noch nicht und ich denke dieser Zaponlack ist wirklich eine gute Lösung.
Klar, kann ich besonders an den Lötstellen nicht alles dauerhaft blank halten. Aber an den langen Stücken sähe es schon besonders aus.

Vielen Dank für eure super Antworten! Ich melde mich auch mal an, da durchaus noch die eine oder andere Frage auftreten wird, wie z.B. die Pelletheizung, von der ich Überzeugt bin... ;)

beste Grüße
Marcel





Das mit der verbesserten Strahlung und Farbe kannst du getrost vergessen, das wirkt sich so wenig aus, dass es sich nicht lohnt darüber nachzudenken. Farben im Bereich Heiztechnik dienen durchweg nur dem Korrosionsschutz oder ästhetischen Gründen.
Ich würde die Rohre einfach so altern lassen. Das ergibt nach einiger Zeit eine halbwegs einheitliche Patina. Lack platzt früher oder später ab und dann sieht es nicht mehr gut aus.

Die handelsüblichen Kupferrohrschellen sind so konstruiert, dass die Schellen die Längendehnung der Cu-Rohre bei Erwärmung aufnehmen können ohne dass es knackt oder eine Lötnaht so unter Spannung gerät, dass sie aufgeht. Außerdem wird der Kontakt mit Metallen vermieden, an denen es zu einer Kontaktkorrosion kommen kann.



Also wäre es heiztechnisch egal, welche Farbe die Rohre und Heizkörper haben?



Ich würde die Kupferrohre ja auch in ihrer natürlichen Farbe lassen, Marcel, das sieht - wenn man ihn erhalten und bewahren kann - in einem alten, rustikalen Haus sehr gut aus. Zapponlack wäre hier auch meine Empfehlung.

@erwin: Wenn ich Sie richtig verstehe, ist es für die Wärmeabgabe vernachlässigbar, sprich: letzten Endes egal, welche Farbe die Heizkörper haben und dient nur der Optik? Unser Sohn möchte den alten Rippenheizkörper in seinem Zimmer dunkelbraun streichen und mir sein Vorhaben mit dem Hinweis auf bessere Wärmeabstrahlung nebst niedrigerr Rücklauftemperatur verkaufen...

Freundliche Grüße
Heinz



Theorie



da gibt es irgendwo Formeln mit denen man das ausrechnen kann. Ich kenne das von der Auslegung von Kühlkörpern für elektronische Bauteile. Wenn die Mattschwarz sind, dann hat man auch ein Optimum an Wärmeabstrahlung. Das macht aber so wenig aus, dass es sich auf die notwendige Größe des Kühlkörpers nicht auswirkt, so dass man am Ende nur den höheren Preis für den beschichteten Kühlkörper hat. In der Praxis sind dann fast alle Kühlkörper einfach aus Aluminium blank. Eloxierungen oder Beschichtungen gibt es nur da, wo man die Kühlkörper sieht oder der Kunde das extra bezahlen möchte.
Die höhere Abstrahlung des Heizkörpers bei dunkelbrauner Farbe werden sie nicht nachmessen können.
Laienhaft nachgestrichene Heizkörper sehen nach kurzer Zeit schrecklich aus. Da platzen schnell die ersten Stellen des dunklen Lacks ab und dann schaut der helle Lack durch.

Wenn in dem Raum eine größere Heizleistung bei kleinerer Rücklauftemperatur benötigt wird, dann hilft nur ein Heizkörper mit größerer Fläche.



Der Farbton



ist nicht praxisrelevant für die Wärmeabgabe, es sollte sich aber schon ein messbarer Unterschied beim Strahlungsanteil ergeben können. Eine dunkle und matte Fläche sorgt für erhöhte Wärmestrahlung, eine helle und glänzende, im Extrem auch spiegelnde, für Reduzierung.

In der Praxis ist das im Regelfall auch ohne Bedeutung.

Selbst Lackieren würde ich nicht... Eine Möglichkeit wäre noch, einen Austausch(flach-)Heizkörper einzusetzen, der von den Anschlussmaßen auf einen "alten" DIN-Radiator abgestimmt ist. Das geht relativ fix und sauber und ohne großes Rumgetöse mit den Rohren. Das Teil ließe sich dann in RAL-Wunschfarbe einbrennlackiert ordern.
Ich nenne hier den Hersteller Purmo, nicht weils der beste ist, sondern weil ich weiß, dass sowas da möglich ist.

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Farblose Lacke....



...aller Art würde ich meiden. An Abnutzungsstellen patiniert das Kupfer dann doch, und die ganze Sache wird scheckig.

Und da war noch ein Ausflug in die Ulk-Physik:

"Streichen würde ich auf jeden Fall, da gestrichene Rohre einen wesentlich höheren Strahlungsanteil dadurch bekommen (deshalb sind auch Heizkörper "gestrichen")

Können Sie auch mit Leinöl machen oder Weiss vor der Wand streichen …"

Der Stahlungsanteil steigt in Wirklichkeit nicht mit der Farbe grundsätzlich, sondern nur mit dunklen matten Farbtönen, und sinkt mit hellen. Lassen Sie also besser das Kupfer patinieren (also gar nichts machen), dann Strahlen die Rohre etwas mehr. Oder streichen sie sie in Wandfarbe, dann sind sie nicht so dominant und strahlen etwas weniger. Das hat aber auf die gesamte Heizwirkung keinen spürbaren Einfluß.

Grüße

Thomas



@ Erwin



Die erhöhte Abstrahlung schwarzer matter Bleche ist durchaus spürbar. Bei den Heizblechen von Ripal führt die Mattschwärzung der Aluminiumbleche zu 12-25% Mehrleistung oder aber zu einer entsprechenden Absenkung der Vorlauftemperatur.

Grüße

Thomas



Nachtrag zu Th. Böhme...



Bevor es jetzt ein Mißverständnis gibt:

Es ist natürlich der Farbton der Wand gemeint und keine Wandfarbe...

Nebenbei: Einem für Heizung geeigneten Klarlack bin ich noch nicht begegnet... hier geht es um teilweise recht hohe Temperaturen im Innenbereich...

LG & gutes Gelingen,
Sebastian



Richtig,



deshalb habe ich ja "in" Wandfarbe geschrieben, statt "mit" Wandfarbe.

Bunte Grüße

Thomas



IR Bereich entscheidend



Zur Farbdiskussion: Hier kommt´s drauf an, wie die Sache im IR aussieht.
Da die Heizkörper/Rohre nicht glühen, wird im sichtbaren Bereich auch
nichts nennenswert abgestrahlt



Äh...



... ja klar... wir sind bei Wärmestrahlung & Co. in einem NT-Heizsystem...

???
sh



Man kann aus einem Furtz einen Donnerschlag machen --



-- oder solange Sabberbeiträge zu einer naiven Frage schreiben, bis sich auch noch die allerletzten langjährigen
fachwerk.de Mitglieder angewidert von dieser ehemals so hilfreichen Netzseite abseilen !



Was geht ab, Andreas?



Gerade über Heizleitungen gestolpert?

Hier muß doch keiner mitlesen.

Wer hier schreibt, hat halt gerade nichts besseres vor. Und da darf man auch mal über Bagatellen klönen. Das nennt sich: Freizeit.

Schönes Wochenende

Thomas



Befestigung + Dämmung + Farbe der Kupferrohre



Hi,
die Kupferrohre auf keinen Fall mit de Metallbriden befestigen, das gibt Kontaktkorrosion und Knackgeräusche; Kunststoffklipse für Kupferrohre sind hier angesagt.
Kupferrohre würde ich nur streichen, wenn ich wiederkehrende Arbeit suche.
Die sich im Laufe der Zeit ausbildende Patina ist m.E. ok. Aber das ist Geschmacksache.
Der Einfluss von Farbe auf die Wärmeabstrahlung ist eher akademischer als praktischer Natur – also vergessen.
Sind die Rohre im beheizten Teil des Gebäudes, ist eine Dämmung nicht erforderlich. Im unbeheizten Gebäudeteil sehr wohl; dann aber richtig, d.h. 100% und nicht diese dünne Baumarkzeug.
Dann viel Erfolg
Paul



Es gibt doch …



… so Kupfer-Lack. Also kein Lack für Kupfer, sondern kupferfarbiger Lack. Sieht dann zwar nicht mehr so ganz natürlich aus, aber vielleicht ist es pflegeleichter.

Wie sähe es denn vom Aufwand her aus, die unbehandelten Rohre regelmäßig mit der Polierbürste zu bearbeiten?

Ich sehe da immer die kupfernen Kochtopfe und Pfannen in französischen Küchen vor mir, immer schon kupferfarbig glänzend, nix oxydiert oder geschwärzt.



Farbe....



Also Freunde - meine Heizkörper werden in jedem Fall weiße sein :-)

Der Zapponlack wird bald bestellt.

@De Meinweg: Rohre von Zeit zu Zeit polieren fällt definitiv raus. Es gibt genung am Haus zu tun :) Der Zaponlack wird sein Dienst gewiss gut erfüllen.

danke euch



Lass...



... das mit dem Lack...
kostet nur Geld und bringt nix...

und das Nebenthema mit dem braunen HK ist wohl auch durch...

LG, sh



Farbe und Wärmestrahlung



Habe gerade noch einmal etwas zu dem Thema gegoogelt.

Heizkörper geben bei den heute üblichen Vorlauftemperaturen den größeren Teil ihrer Energie über Konvektion ab. Auf diesen Anteil hat die Farbe gar keinen Einfluss.
Auf die Menge, die als Wärmestrahlung abgegeben wird, hat der Emmissionsfaktor der Oberflächenbeschichtung im Infrarotbereich der Wärmestrahlung einen Einfluss. Für weiße oder schwarze oder braune Lackfarbe liegt er im entsprechenden Wellenlängenbereich ziemlich einheitlich nahe bei 1. Das Emissionsverhalten im sichtbaren Bereich sagt darüber nichts aus.



Langweilig...



...werden threads dann, wenn einer den anderen Frischergoogeltes völlig unverstanden auf's Brot schmiert. Lustig wird's dann, wenn sowas wechselseitig erfolgt.

Bis zur Langweile sind wir hier schon.

Grüße

Thomas





@w.böhme

Was gefällt Ihnen denn nicht?

Wenn der Farbton des Lackes einen derart großen Einfluss auf die Heizleistung von Heizkörpern hätte, wie sie es zu den Ripal Heizblechen schrieben, dann wäre die Standardfarbe von Heizkörpern sicherlich nicht weiß.

Wissen Sie vielleicht noch, woher Sie diese Angaben haben?