Gusseisernes Abflussrohr mit statischer Funktion???

26.06.2012 De Meinweg



Hallo,

in unserem Haus gibt es ein uraltes Abflussrohr aus Gusseisen, welches durch alle Etagen geht und in die Mauer eingelassen bzw. verputzt ist. Ich hatte geplant, es zu entfernen und den sowieso vorhandenen Schacht für neue Installationen zu verwenden.

Heute riet mir jedoch ein Bekannter (allerdings kein Baufachmann) davon ab, weil das Rohr Bestandteil des statischen Gefüges der Wand sei und die später neu verlegten Rohre und Leitungen dort im Gegensatz dazu keinerlei Stützfunktopn hätten.

Jetzt bin ich etwas verunsichert, zumal das Rohr noch nicht einmal komplett verputzt war, sondern sich in der Aussparung noch Hohlräume befanden, lediglich nach vorne hin war alles schön verputzt.

Habt Ihr schon mal von solchen Fällen gehört oder erlebt, dass die Wand instabil wurde, nachdem so ein Rohr entfernt wurde?
Soll ich das olle Ding lieber belassen und die neuen Leitungen woanders verlegen?

Danke für Eure Antworten
Grüße Christian



Ich



bin zwar auch kein Statiker, aber das halte ich für kompletten Unfug. Im Allgemeinen wird eher davon ausgegangen, dass Leitungen die Statik schwächen, nicht verbessern.

Gibt es einen konkreten Grund für den Austausch? Schallschutztechnisch sind Gussfallstränge an sich modernen Materialien ohne zusätzlichen Schallschutz deutlich überlegen. Ich kriege jetzt keine hysterischen Anfälle, weil man es im Strang plätschern hört und verlange völlige Stille, aber im direkten Vergleich glaubt man, wenn man mit Guss aufgewachsen ist, nach dem Austausch eher, es würde grade das Bad geflutet wenn oben Wasser läuft.



Wenn…



… es eine Möglichkeit gibt, diese alten Gussrohre in die aktuelle Planung mit einzubeziehen, spricht natürlich nichts gegen eine Weiterverwendung, aber die Vorbesitzer haben z.B. diesen Raum mit dem aus der Wand ragenden Toilettenabfluss und Abzugshebel irgendwann mal zur Küche umfunktioniert.
Jetzt soll es zwar wieder ein Bad werden, aber die Sanitär-Installationen (z.T. noch alte weiche Bleirohre für Trinkwasser) sollen erneuert werden. Die Abflüsse sollten vor allem aus dem Grund neu, weil wir aufgrund geänderter Vorschriften nicht mehr in die Grube hinten im Garten, sondern in den neu zu erstellenden Kanalanschluss vorne an der Straße einleiten müssen.

Sorry für die Details, ich werde die Planung noch einmal überdenken.



Vertikale Schlitze



Vertikale Schlitze sind zu mauern. Wichtig ist die Restwanddicke, die steht in der DIN 1053-1.
Zustand belassen: Bestandsschutz
Neuer Installationsschacht: DIN einhalten.



Bestandschutz?



Es sollte ja kein neuer Installationsschacht angelegt werden, sondern der bestehende Schacht (er ist gemauert, nicht einfach in die Wand gestemmt) nach Entfernen des alten Abflussrohres nur mit neuem Rohr wieder genutzt werden.

Oder gilt der Bestandsschutz nur, wenn ich auch das alte Rohr belasse? Angesichts der Wandstärke würden die Vorgaben der DIN 1053-1 allerdings auch bei einem neuen Installationsschacht erfüllt.



Rohr-Frei…



Das gusseiserne Geröhr ist nun draußen, es war leider nicht mehr zu verwenden, denn es steckte im ganzen Haus voll mit ca. Lehmkonstistenter Sch… ), aber egal, darum geht es jetzt gar nicht:

Nun wird es bei der Neuinstallation natürlich eine Rohrbelüftung geben, die vorher gar nicht vorhanden war.
Lt. Vorschrift muss der Durchmesser, in diesem Falle DN 110, auch für die Entlüftung im Dachraum beibehalten werden.
Kann mir dafür mal jemand eine physikalische Erklärung liefern? In der Entlüftung gibt es doch sowieso mit dem Geruchsverschluss nach dem Prinzip eines Rückschlagventils ein Luft-Nadelöhr. Wäre es da nicht sowieso egal, wenn der Rohrdurchmesser schon vorher vorher auf z.B. 70mm reduziert worden wäre?

Im darüberliegenden Stockwerk, wo das Entlüftungsrohr dann durchläuft, gibt es keinen Mauerschlitz mehr, das Rohr endete jetzt mit einer dichten Abschlusskappe auf Fußbodenniveau. 70 mm könnte ich noch irgendwie problemlos im Putz/zwischen der Wandheizung verschwinden lassen, aber nicht mehr 110 mm.

Wenn es gute Gründe für den großen Durchmesser gibt, ist es auch klein Problem, dann wird das Ding halt irgendwie verkleidet. Wenn es aber nur aus nicht nachvollziehbaren Willkürvorschriften ist, muss ich noch einmal drüber nachdenken. Immerhin war es bis vor kurzem ja auch noch Vorschrift, dass durch eine Spezialpfanne im Dach nach außen entlüftet wurde, das gilt ja heute nicht mehr.

Wie dem auch sei, Vielen Dank, wenn sich jemand dieser Frage mal annimmt.

Christian