Wasserrohre unter Fußboden im Sand

01.09.2012 net_seeker



Wir haben vor, bei der Trinkwasserinstallation in einem alten Fachwerkhaus unter dem Fußboden Kupferrohr zu verlegen.

Der Boden befeindet sich etwa einen Meter über dem Außengrund und besteht überwiegend aus recht trockenem Sand. Es befinden sich aber auch Steine und zum Teil altes, verrottetes Holz darin. Wie damals üblich Verlegen wir Holzdielen schwimmend im Sand als Abschluss.

Nun macht mir ein bekannter Installateur die Hölle heiß, wie ich denn nur Kupferrohr im Sandboden verlegen könne. Das würde korridieren und undicht werden, drängt mich zu Plastik.

Es wird eine Ringleitung aus Kupfer geben für Warmwasser, und Zuleitungen für Kaltwasser auch in Kupfer. Die Warmwasserringleitung wird mit 25mm PE-Schaummantel gedämmt. Sie wird regelmässig im Betrieb sein und auf Grund der Temperatur und der Ummantelung sehe ich da keine Probleme.

Anders bei der Kaltwasserzuleitung. Hier wird sich Kondenswasser bilden, und wenn das Kupferrohr im zum Teil dreckigen Sand liegt, wird es das Korridieren begünstigen. Also Ummanteln. Auch mit wasser- und luftdichtem Schaumrohr? Da kann doch dann keine Feuchttigkeit mehr weg vom Rohr, falls sich durch leichte Undichtigkeiten in der Dämmung doch Schwitzwasser ansammeln sollte im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte. Also offenporig dämmen, aber wie?

Habe gehört, Kupferrohr sei problemslos in Lehmputz zu verlegen. Lehmausfachung zieht ja bekanntermassen die Feuchtigkeit aus dem Holz. Im Boden habe ich aber Bedenken, daß der Lehm die Restfeuchtigkeit aus dem Sandboden bei sich konzentriert. Beobachte das auch an den Lehmfugen der Bruchsteine an den Innenfundamenten. Der Sand ist recht trocken, aber die Lehmfugen der Steine fühlen sich recht feucht an.

Gibt es einen Schutzanstrich für Kupferrohre?

Bin für jeden Tip dankbar.



Brauch oder Trink



Hallo

Reden Sie über Brauch- oder Trinkwasser?

Ich würde Trinkwasser nur in V2A verlegen und keine Zentrale Warmwasserversorgung nehmen.

Lieber einen oder zwei DLE.

Alle Leitungen so kurz als möglich!

Florian Kurz
www.slow-house.de



RE: Brauch oder Trink



Hallo,

danke für die Antwort.

Es geht um Brauchwasser. Trinkwasser geht über eine kleine Umkehrosmoseanlage. Warmbrauchwasser macht ein 7kw (Raumluft)/9kw (Warmwasser) Kaminofen mit Wassertasche über einen 150 Liter Eisenboiler mit Wärmetauscher, Korrosionsschutz und Opferanode auf dem Dachboden, über 4 Meter 1 Zoll Eisenrohr nach Schwerkraftprinzip angeschlossen. Davon geht in 22mm Kupferrohr eine Zirkulationsleitung rum (insgesamt ca. 20 Meter Länge) mit 12mm Kupferleitungen zu den Zapfstellen, so kurz wie möglich.

Unser Haus ist klein, der Kaminofen mit Wassertasche steht im zweiräumigen Bad (mit großem Durchgang verbunden) und heizt die beiden Räume, die Warmwasserschleife läuft durch die beiden Räume. Die zwei Küchen werden durch die Wand direkt angeschlossen. Passt ganz gut so.

22mm nehme ich, da ich noch 20 Meter liegen habe hier.

Die restlichen Räume haben (noch) Ofenheizung, werden auf Grundofen und Ofen mit nachgeschalteten Speicherzügen umgerüstet. Warmwasser über den Ofen mit Wassertasche bietet sich geradezu an bei unseren Gegebenheiten.

Durchlauferhitzer (DLE) möchten wir vermeiden.



Erst einmal...



... Begriffe klären:

Was verstehst Du unter "Trinkwasser" und was unter "Brauchwasser"?

Eigentlich ist alles Wasser, was Mensch im täglichen Gebrauch (Duschen, Baden, Spülen, Kochen, ...) mit der Qualitätsbezeichnung "Trinkwasser" zu versehen...

Tatsächliches "Brauchwasser" ohne Trinkwasserqualität eignet sich für Industrieprozesse, landwirtschaftliche Nutzung, Gartenbewässerung, Klospülung, evtl. Waschmaschine...

Hier erschließt sich mir nicht, dass man im Privathaushalt warmes "Brauchwasser" benötigt, und davon war die Rede, und deswegen meine Nachfrage...

Zur Frage an sich: Die Verlegung von blanken CU-Wasserleitungen (kalt) im Erdreich/Sand ist aus Korrosionsgründen eigentlich unkritisch zu sehen, ich würde denn doch eher zu werkseitig ummantelten Leitungen (z.B. Wicu) raten und die Verbindungsstellen mit entspr. Schrumpfschläuchen schützen, allerdings müssen die Steine ferngehalten werden, ein sauberes Sandbett von 20 cm sollte das tun... Die Gefahr von kritischem Kondenswasser sehe ich nicht.

Eher Sorgen machen mir mechanische Belastungen... durch die zu erwartenden Bewichtungen wird das Rohr einer gewissen Arbeit ausgesetzt sein, die auch in ein paar Dutzend Zentimeter Tiefe spürbar sein werden...

Zum WW-Ofen: Was macht Ihr im Sommer? Ihr könnt doch nicht bei 25° draußen das Badezimmer heizen wollen, nur um warmes Wasser zu erziehlen... Da passt was nicht... und nur mal schnell zwei Scheite verheizen führt ziemlich schnell zu Problemen mit dem Kamin...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Welchen ph-Wert ...



... hat das Wasser und welchen TOC-Wert gibt das Wasserversorgungsunternehmen an?

Dies sollte m. E. abgeklärt werden, bevor die endgültige Leitungs-Materialwahl getroffen wird.


Nach den derzeitigen Empfehlungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) wird die Verwendung von Rohren aus reinem Kupfer nur noch als vertretbar angesehen, wenn das Trinkwasser über die Anforderungen der Trinkwasserverordnung hinaus eine der folgenden Bedingungen erfüllt:

Der ph-Wert liegt bei 7,4 oder höher.

oder

Bei ph-Werten zwischen 7,0 und kleiner 7,4 liegt der TOC-Wert (Gesamtmenge an organischem Kohlenstoff) nicht über 1,5 mg/l (g/m³).

Diese Angaben finden sich auch in Teil 6 der DIN 50930.

Weitere Informationenen zum Thema "Trinkwasserinstallation - Rohrleitungsmaterialien im Vergleich" finden sich unter:

http://www.meisinger-ingenieurleistungen.de/index.php/bauberatung/79-trinkwasserinstallation-rohrleitungsmaterialien-im-vergleich



Hallo



Herr Hausleithner,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Über das Thema Trinkwasser habe ich aufgehört, weiter nachzudenken und zu forschen, nachdem ich mir die aktuell übliche Feststellung der Trinkwasserqualität vor Augen geführt habe.

Es gibt eine Handvoll Substanzen, meist Schadstoffe, nach denen untersucht wird und deren Konzentration festgestellt und wofür dann Grenzwerte definiert werden.

Was nun aber wirklich drin ist im Wasser, an Hormonen, Medikamentenrückständen und sonstigen Verbindungen, unerkannten Rückständen aus den Plastikzuleitungen der Versorger und wie das Wasser schwingt, darüber gibt es leider keine Angaben vom Wasserversorger oder gar Vorschriften. Ab da geht es um Vertrauen.

Es ist in meinen Augen unverantwortlich und nicht mehr zeitgemäß, nur auf eine Handvoll Substanzen zu testen und darauf zu vertrauen, daß ansonsten schon nicht viel schädliches drin sein wird.

Wenn ich meinen Koffer auspacke nach einer Reise, nehme ich auch nicht nur die Hemden, die Socken und die Hosen raus und gehe davon aus das der Koffer dann schon leer sein wird. Sondern ich schaue am Ende mal nach, ob vielleicht nicht noch ein Mitbringsel oder alte Dreckwäsche drin ist. Erst dann weiß ich, was ich alles mitgebracht habe. Ist vielleicht ein bischen komischer Vergleich aber ich hoffe man erkennt was ich meine.

Eine Umkehrosmoseanlage, welche mittlerweile recht günstig beschafft werden kann, filtert einfach alles andere als Wassermoleküle raus - leider auch die nützlichen Bestandteile wie Wasserhärte und dergleichen. Ab da weiß man aber wirklich, was man hat und kann ja noch entsprechend nachbehandeln, vor allen Dingen energetisieren. Ich verweise an dieser Stelle auf die Arbeiten von Viktor Schauber, Wilfried Hacheney oder Masaru Emoto.

Zu dem Kupferrohr im Sandboden: Wie nehme ich denn am besten die mechanische Belastung weg vom Rohr? Ist die überhaupt so groß, wenn der Dielenboden vollflächig auf dem Sand aufliegt, und der Druck nicht nur punktuell über die Unterkonstruktion übertragen wird?

Ich ziehe in Erwägung, das Kupferrohr außen mit einer Epoxydharzgrundierung einzustreichen, um Korrosion zu vermeiden. Die Warmwasserschleife liegt in einer 25mm starken Dämmung aus PE-Schaumrohrisolierung. Das sollte doch auch mechanische Belastung "abfedern".

Zum Warmwasser. Ihr Beitrag ist wirklich hilfreich und wir haben auch schon in dieser Richtung gedacht. Wir haben dieses Jahr den Sommer über in unserer Küchenhexe gebacken, und die zusätzliche Wärmebelastung war erträglich. Im Bad hält man sich ja meißt nur kurzfristig auf, und hat es gerne auch mummelig warm - da finde ich es weniger störend, wenn es zusätzlich warm wird.

Auch ist der WW-Kaminofen in keiner Weise ein Speicherofen, er hat Vermiculite anstelle von Schamotte und keine Speicherzüge, so wie unser anderer kleiner Raumheizer. Und ich gehe davon aus, daß im Sommer einmal Anheizen, 8-9kw für eine Stunde die 150 Liter im Speicher warmmacht und das dann 1 bis zwei Tage hält. Rein rechnerisch kommt das ziemlich gut hin. Wie es sich in der Praxis dann aber verhält werden wir sehen.

Inwieweit der Schornstein mitspielt bei der ganzen Nummer wird sich auch zeigen. Laut Bschfm ist der Ofen für den vorgesehenen Zug geeignet. Die Flammen jedoch direkt mit einem maximal 90 - 100 Grad "kalten" Eisenrohrgeweih runterzukühlen lässt Rußprobleme erwarten - wir werden sehen und beobachten. Andererseits ist der Ofen ja für diesen Betrieb ausgelegt und konstruiert - Versuch macht also kluch.

Ideal wäre es im Sommer über Solarkollektoren das Wasser zu erwärmen, unser Kessel hat aber nur eine Schleife. Eventuell werde ich einfach die Heizungsrohe abschrauben im Frühling und die Kollektoren dranhängen, bis wir einen Kessel mit zwei Wärmetauschern haben.

Im Winter schön mit Ofenwärme das Bad und das Warmwasser bereiten, und im Sommer die Sonnenwärme fürs Warmwasser nutzen - das ist unser Ziel.



Nun gut...



... Du möchtest also das anliegende Trinkwasser an mindestens einer Zapfstelle mittels Umkehrosmose weitgehend entionisieren... und anschließend wieder aufbereiten...
Ich lasse das mal unkommentiert...

Eine Bettung des Rohres im Sand wird sich mit "neuem Sand" sicher machen lassen... Bitte beachte, dass eine Trinkwasserinstallation eines Fachmmenschens Abnahme bedarf...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Wenn



Kupfer, dann würde ich schlicht fertige Isolierschläuche nehmen. Die kauft man als lange Rolle und zieht sie über das Rohr, innen entweder mit Vlies oder (inzwischen meistens) Schaum isoliert. Hier in der Gegend verwenden das alle Installateure für Kupfer.