Zentralheizung dezentralisieren ?

27.02.2004


Hallo Community,
eine Herausforderung bei der Planung des Rückbaus
unseres Hauses ist die bestehende Heizungsanlage. Es handelt sich hierbei
um eine 15 Jahre alte Ölheizung mit 130 l Kessel und Brenner von Brötje.
Zusätzlich sind noch zwei 2000 l Öltanks vorhanden. Angeschlossen ist die
Heizung an einen Einzugigen Schornstein mit Lüftungsschacht.
Wenn ich von einer Zentralheizung spreche ist dies wortwörtlich zu nehmen,
d.h. Heizung mit Tanks bilden das Zentrum unseres 11 m x 21 m Niedersachsenfachwerhauses.
Sie nimmt also sehr viel Platz weg und versperrt uns die Möglichkeit einen
Kachel-/Grund-/Lehmofen zu installieren.
Einer meiner (vielen) Hirngespinste ist, die gesamte Anlage
in die ca. 20m entfernte Scheune zu translozieren, einen Schacht dorthin zu graben,
die Leitungen zu Verlegen usw. Strom ist dort vohanden, einen Wasseranschluss
müsste noch gelegt werden, bla bla bla. Auf eine Warmwasserversorgung, über die
Heizung, wäre ich bereit zu verzichten.

Meine Frage:
Hat jemand etwas Ähnliches hinter sich ?
Meine einzigen Bedenken bisher, wäre die Isolierung der Rohre, um möglichst wenig
Wärmeverluste auf der Strecke Scheune |-------20m------> Haus zu haben.

Na, ich bin mal gespannt :)

Christian



Modernisieren



Ich würde nur die Tanks in den Schuppen bringen, die alte Ölheizung rausschmeissen und eine neue kaufen. Es soll schon wandhängende geben. An einer Aussenwand lässt sich bestimmt eine neuer Schornstein in dezentem "Edelstahl-look" für die neue Ölheizung anbauen. Bei mir stehen die Öltanks in einem Schuppen und die Heizung stand im Keller. Mein Vorgänger hatte auf Gas umgerüstet. Tanks und Rohre existieren noch. Die Strecke war also wohl kein Problem. Oder den Energieträger ganz wechseln zu was ökologischerem?



Dezebntralisieren der Heizung



Hi,
ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Es gibt von verschiedenen Heizungsherstellern sehr klein bauende Geräte die auch an die Wand gehängt werden können. Dieses ist vieleicht die kostengünstigere Methode.
gruß Frank



ich habs hinter mir



Halloechen,

ich hab das Spiel hinter mir: nach dem Kauf unseres 280m2
Hauses hier in Südfrankreich habe ich ca 20m entfernt vom
Hauptgebäude ein Atelier mit integriertem Heizungsraum
gebaut, im Stil der Region. Hauptsorgen waren für mich
3 Dinge:

1) Wärmeverlust über die grosse Distanz
2) Was passiert bei Undichte im unterirdischen Bereich?
3) Warmwasserverfügbarkeit mit Zeitverzögerung, da grosse
Distanz

Zu 1): Es gibt fertige Rohrkombinationen zu kaufen, sauteuer. Ich persönlich habe folgende Kombi gewählt:
Heizungsrohre (2*32mm Kupfer, hartgelötet aus 5m Rohren
plus Muffen), Kaltwasserzu-, WarmwasserinsHaus-, Warmwasser
zirkulationsrohr, macht 5 Rohre. Die kleinen Röhrchen
(20mm) habe ich aus biegbarem Kupferrohr (Rollen) gezogen.
Jedes Rohr habe ich separat mit scharzen Rohrisolieren
(ca 1.5m Länge pro Stück) überzogen und mit Klebeband
verklebt. Das Ganze habe ich in einer 30cm Durchmesser
Röhre aus Kunsstoff (für Strassenbau) verlegt.Die Iso
scheint korrekt zu sein, meine Heizkosten halten sich sehr
in Grenzen (Buderus machts möglich!).

2) Ich habe damals Mut zum Risiko gehabt und alles
hartgelötet, den Graben (1m tief) zugeschüttet und erst
2 Monate später bei Einbau der Heizung auf Dichtigkeit
geprüft; besonders idiotisch, da auch im Innenbereich
des Hauses das Rohrsystem von mir ca 6m lang unter den
Terrakottafliesen verlegt worden ist. Aber: es hat geklappt,
ich hatte keine Verluste, auch unter Druck nicht! So,
wie würde ich es heute machen: ich würde wohl i) die Rohre
nicht in einer grossen Kunststoffröhre verlegen, sondern
mir ein System aus einem Beton-U mit Deckel bauen/giessen/
kaufen. Auf gut Deutsch ein Graben der U-förmig mit Beton
elementen ausgekleidet ist (ca 50*50cm, 1m tief), mit Deckel
drauf, Sand drauf, nur die letzten 20cm Erde. Dann kann
man zumindest ran im Notfall. Ach ja, hätte ich mehr Zeit
gehabt, und ich kann es nur jedem raten: jedes Rohr nach
dem Hartlöten auf Druck prüfen!!!!!

zu 3) ich habe einen Warmwasserkreislauf gebaut, einen
Kreislauf, der durch eine kleine Pumpe bei der Heizung
in Bewegung gehalten wird, und somit steht Warmwasser immer
im Haus am Verteiler zur Verfügung. Warmwasser ist quasi
unmittelbar verfügbar.

FAZIT: ich würde jederzeit wieder diesen Schritt gehen.
Im Haus ist Ruhe, kein Gestank (gibts bei guten Zentralheizungen eh nicht mehr), kein Lärm (!), und viel
Platz. Echt genial. Der Ölkanister ist auch gleich mit draussen, eine rundum gute Lösung.

Nur dass öl halt nicht so unbedingt meine bevorzugte Lösung
ist, aber hier in Südfrankreich sind die Ideen noch etwas
hintendran (und du findest keinen, der dir einen Grundofen
mauert). Ach ja, noch etwas: wir habens hier auch öfters
ziemlich kalt (einige Minusgrade), aber in D muss man
vielleicht noch ein wenig die Iso verbessern, könnt ich
mir vorstellen.

beste Grüsse
Torsten



Kupferrohre / eine andere Idee ?!?



@ Torsten Böhm
Ich beschäftige mich an einer anderen Front (Bauteil-Temperierung) mit dem Gedanken, Kupferrohre durch Verbundrohre (PE/Al) zu ersetzen.
Verbundrohre sind zwar wesentlich teurer, haben aber m.E. einige Vorteile gegenüber hartgelötetem Kupferrohr (Stangenware).
Preise / Beispiele:
- 100 m Kupferrohr (15/1 mm) => ca. EUR 120,-- (inkl. MWSt)
- 100 m Verbundrohr, Rolle (16/2 mm) => ca. 290,-- (inkl.)
Beim Kupferrohr kommen noch die Kosten für etliche Fittings hinzu und der Aufwand für das Hartlöten. Außerdem bleibt aufgrund der vielen Verbindungen (insbesondere bei den verbuddelten Teilen) eine permanente Havarie-Gefahr.
Verbundrohr läßt sich leicht / schnell verlegen, ist leicht zu biegen, ist diffusionsdicht und es werden nur die Anfangs- und End-Nippel benötigt (Verpressen). Nach meinen bisherigen Infos ist Verbundrohr geeignet bis ca. 90° C.
Was spricht für / gegen diese Idee ???
Grüße aus BS



@Bernd



wenn du mit "Verbundrohre" diese roten/blauen 12mm oder 16mm
Rohre aus Hartpvc für Fussbodenheizung etc meinst, gibt es
leider ein grosses Problem: Die Dinger sind super, ich habe
sie in meinem ganzen Haus nach dem Hauptverteiler benutzt;
man muss sie allerdings ummantelt nehmen, d.h. mit einer Art
Riffelröhre, in der sie sich frei bewegen können. Der Ausdehnungskoeffizient dieser Teile ist auch nicht zu unterschätzen, wenn zum Beispiel der Hauptverteiler der
Anlage im Speicher ist, wie bei mir, so sollten zumindest
ca 5m oder mehr frei auf dem Boden (oder in einem Fehlboden) beweglich liegen, sonst rupft es dir die Heizkörper von den
Wänden...
ABER: das grosse Problem bei den Hauptleitungen von und zu
der Heizung ist der Durchmesser. Es gibt keine grossen
Durchmesser bei den Leitungen (man kann zwar 30mm finden,
dazu gibt es aber nicht mehr die richtigen Adapter, es
wird alles sehr kompliziert). Mehrere parallel verlegte
Rohre wären auch eine Lösung, mir wurde aber aufgrund
des flusswiderstands (je kleiner die Röhre, desto
grösser der effekt der Reibung auf die Flüssigkeit) davon
abgeraten. Daher mein Kompromiss. Kupfer für Hauptleitungen,
PVC für den Rest (jeder Heizkörper hat eine eigene zu- und
ableitung zu 2 Hauptverteilern.

a ciao
torsten



@ Torsten



Das Verbundrohr ist kein Hart-PVC. Ich hänge mal ein Bild an.
Ich habe die Dinger auch erst am Wochenende im Zusammenhang mit einer funktionierenden Bauteil-Temperierung kennengelernt und in Aktion gesehen.
Es gibt sie in Querschnitten von 10 – 54 mm Innendurchmesser (14 – 63 außen).
Weiteres u.a. unter dem Link www.polytherm.de
Ich habe bisher nur noch keine Lieferanten und Preise für die Anschlußnippel und für alle Querschnitte.
Vielleicht hat irgendein Mitglied da noch weitere Infos.
Gruß in den Süden
Bernd



@ alle: danke fuer eure Meinungen



Eine Neue kommt z.Zt. nicht in Frage, die Werte sind auch noch
top, also warum wegschmeissen ? Leider ist der Brenner doch sehr laut. Ne Gastherme kommt ebefalls nicht in Frage, solange ich mir den Zulieferer nicht aussuchen kann :). Und sollte einmal Holz/Pellets zur Diskussion stehen, dann dient der Tankraum (in der Scheune) als Holzlager.
Hmmmh, also bisher favorisiere ich immer noch die "alles raus" Methode :)



flexibles Fernheizungsrohr



Hallo,
warum so kompliziert, es gibt flexibles Fernheizungsrohr in den verschiedendsten Nennweiten als Meterware das ist 100%-ig isoliert und nimmt garantiert keine Feuchtigkeit auf. Vor- und Rücklauf sind in einem Rohr das ganze hat einen Außendurchmesser von 20- 25 cm. Es ist zwar relativ teuer aber dafür unkompliziert und schnell zu verlegen.
MfG.
Frank





Hallo,

es gibt schmaler Wandthermen. Wenn mann aber die Heizungsanlage ca. 20 m vom Gebäude entfernt aufbauen will. Kein Problem. Es gibt fertige verbundisolierte Rohrleitungen in Kunststoff, Kupfer und Stahlrohr. Sollte aber mit dem Dämmwert 3 sein. (Dicke Dämmung). Die Rohre können mit zwei Drähten am Rohr verlegt werden. Wenn eine Undichtigkeit auftritt, kann über ein Meßgerät bis auf einpaar cm den Punkt Ordnen.
20 m Entfernung ist nicht tragisch. Sollte aber nicht viel mehr sein. Ein Wärmeverlust ist es immer.