Rutengänger oder HighTech-Gerät?

31.10.2012 De Meinweg



Hallo,

auf unserem Grundstück verläuft in Richtung eines Bachlaufs ein altes Tonrohr, welches wir gerne für Regenwasser wieder reaktivieren wollen. Das Rohr ist zwar im Grundbuch eingetragen, aber niemand weiß mehr, wo genau und in welcher Tiefe es verläuft. In grauer Vorzeit muss es wohl auch vom Haus einen Zugang dahin gegeben haben, worauf alte Rohrfragmente von einer Dachrinnenableitung hindeuten, inzwischen ist durch viele Um- und Anbauten aber nichts Schlüssiges mehr auffindbar.

Da ein Umgraben des Grundstückes vom Aufwand her indiskutabel ist, frage ich mich, ob so ein Rohr nicht anders gefunden werden kann. Da kommen dann halt Rutengänger ins Spiel. Ist das alles nur esoterischer Humbug, oder könnte man mit dieser Methode bestenfalls Wasseradern finden? Oder gibt es moderne Geräte bzw. Firmen mit entsprechender Dienstleistung, die diesen Service anbieten?

Danke und Gruß
Christian



Regenwasser



Einleitungen von Wasser aus Dachentwässerungen in die öffentliche Vorflut ist grundsätzlich genehmigungspflichtig,
also erst beim Bauamt nachfragen.

Viele Grüße



Bauamt...



Das ist mit der Stadt alles geklärt, schließlich mussten wir auch unseren Hausabwasserkanal komplett neu unterm Haus her zur Straße hin erstellen, weil die alte Grube im Garten nicht mehr genehmigt wurde. Für Niederschlagswasser wurde jedoch auf ebendieses Rohr verwiesen, welches im Übrigen vom Nachbargrundstück über unser Grundstück verläuft und auch zu deren Entwässerung eingesetzt wird. Alle Häuser der Straße lassen ihr Regenwasser in Richtung des Vorfluters laufen, diese alten Leitungen sind jedoch nicht genau im aktuellen Kanalkataster erfasst, warum auch immer...



Regenwasser



Und wo ist denn das Problem?



Hab ich mich so schlecht ausgedrückt?



Wir finden das vorhandene Rohr nicht, bzw. die Vorstreckung zu unserem Haus.



Regenwasser



Es gibt einen ungefähren Einleitungspunkt (Nachbar, alte Hausentwässerung- Rohrstücke).
Es gibt einen Ausleitungspunkt an der Vorflut- da wo es rausplätschert.
2 Punke definieren eine Gerade in Länge, Richtung und Höhenlage.
Etwa in der Achse (oder in der Achse auf der Flurkarte) einen Suchschürf setzen.
Spätchen, Schippchen, quer zur Leitung buddeln.
Nach spätestens 2 Stunden Erfolg.
Ist das so schwer?

Viele Grüße



Natürlich...



... gibt es auch "High-Tech"-Verfahren um in einen Boden hineinzuschauen... Ultraschall, Mikrowelle, etc.
Es stellt sich allerdings die Frage ob das alte Rohr überhaupt noch intakt ist...

Gruß,
sh



Okay, ...



... ich schicke ein ferngesteuertes U-Boot vom Vorfluter aus rein. Danke für die zielführenden Antworten.



Auch Okay...



... Wenn der Auslass bekannt ist, können auch via Endoskopie die Koordinaten geloggt werden.

Gutes Gelingen,
sh



Auslass...



... ist natürlich nicht bekannt, weil der Vorfluter in dem Abschnitt eingerohrt wurde, außerdem geht das Rohr vorher noch durch weitere Nachbargrundstücke, unter der Straße und einem Parkplatz her und durch einen Grünstreifen.
Keiner der Nachbarn weiß jedoch wo genau die Rohre dort verlaufen. Früher war das alles mal Bahngelände, aber es gibt auch von dieser Seite keine Unterlagen mehr.
Beim Schmutzwasserabfluss in die reguläre Kanalisation lag die Markierung die das Bauamt uns vorne auf die Platten gesprüht hat, auch fast 2m neben der Stelle, wo ich den Vorstrecker letztendlich nach viel Arbeit mit Spaten und Spitzhacke im harten Lehmboden gefunden habe. Das Tiefbauunternehmen hat natürlich nur an der markierten Stelle gebaggert, dort fand sich aber nichts.

Auf unserem Grundstück ist das Graben eben nicht in zwei Stunden getan, weil es dort noch mehrere Beton-Bodenplatten von irgenwelchen früheren Werkstattschuppen oder Gartenhäusern gibt, außerdem ist alles "grüne Hölle" (Efeu, dichtes Buschwerk etc.). Ein Bagger kommt derzeit noch nicht aufs Grundstück, weil der einzige Zufahrtsweg völlig von Gehölzen zugewuchert ist und erst in den nächsten Tagen vom bestellten Baumdienst freigeschnitten wird.
Ich habe bereits ein ganzes WE mit Schippe und Spaten gegraben und bisher nur das o.g. Rohrfragment weg vom Haus Freilegen können. Bei dem Tempo bräuchte ich Wochen...



Wer suchet..



...Der findet

Entweder viel zeit und lustig weiter Buddeln oder ein bisschel Geld im moderne Technik investieren/verschwenden. Je nach Ergebnisse..

Suchen Sie nach "Rohr-Leitungsortung / Ortungsgerät" und ähnliches im Virtuellen Welt.
-Vielleicht gibt's Professionelle Unternehmen in Ihre Nähe. Oder Mietgeräte.

Viel Glück



Sammler



Also:
Den Auslasspunkt können Sie nicht lokalisieren.
Den Einlasspunkt beim Nachbarn anscheinend auch nicht.
Der Karte glauben Sie nicht.
Schachten können und wollen Sie nicht wegen Beton, Efeu usw.
Der Bagger kann nicht aufs Grundstück weil die Einfahrt zugewuchert ist.
Was nützt ihnen dann jetzt die genaue Lage des Rohres, anschließen können Sie sowieso nicht.
Weil Sie dann auch bis zur Leitung schachten müssen, die Grundleitungen neu legen, einen Anschlußschacht setzen...
Da kommt wieder der böse Beton, der Efeu, der fehlende Bagger...
Das mit der Kamerabefahrung können sie natürlich auch machen lassen, Sie müssen nur eine Öffnung haben.
Kostet natürlich Geld.

Viele Grüße



Es gibt ...



... keine Karte!

Natürlich muss ich vom Haus zum Abwasserrohr neu schachten, und dann auch entsprechende Hindernisse beseitigen, aber dann bitteschön auch zielgerichtet. Es ist ein Unterschied ob ich einfach so vor mich hin buddle oder ob ich genau weiß, wohin der Graben verlaufen soll.

Der Hinweis von brod mit der Rohr-Ortung (Gerät oder Dienstleistungsfirma) ist gut. Ich dachte bisher, so etwas ging nur mit Metall.

Eigentlich ist m.E. ja die Gemeinde in der Pflicht, schließlich erheben die ja auch Anschlussgebühren und kassieren bereits jetzt nicht zu knapp für Regenwasser, welches ausschließlich auf meinem Grundstück versickert. Da es wahrscheinlich günstiger sein wird, das vorhandene Wasserrohr zu orten und bei der Gelegenheit ggf. auch zu überprüfen, als einen kompletten Kanal an die Grundstücksgrenze zu legen, dürfte das auch in deren Sinne sein.



Na denn



setz Dich mal entspannt mit der Kommune zusammen... Denen wird es weitgehend egal sein, was auf Deinem Grundstück so passiert...
Mach neu das Rohr, statt Zeit, Geld, Energie, Nerven auf der Suche nach einem möglicherweise unbrauchbarem uraltem Tonrohr zu verplempern...

LG,
sh



Solange



kein Wasser durchläuft, zweifle ich ganz grundsätzlich an der Sinnhaftigkeit eines Rutengängers, i.a. können die hauptsächlich Wasserläufe aufspüren. Wenn man beim Nachbarn Wasser in die Dachrinne bzw. das Fallrohr leitet, KÖNNTE ein Rutengeher eventuell zumindest das Stück vom Nachbarn bis zum Vorfluter orten, Garantie gibt es da aber absolut keine. Rutengeher finden meiner Erfahrung nach oft irgendwas, können aber nicht sagen, was das genau ist. Manche nennen es dann Wasserader, andere Erdspalt, der dritte wieder anders...

Wenn würde ich jedenfalls einen nehmen, der sich auf das Aufspüren von Wasser spezialisiert hat, und nicht auf das energetische Auspendeln von Wohnräumen etc.

Zum Thema Endoskopie: wenn wenigstens die annähernde Lage des Rohrs bekannt wäre (z.B. die Distanz der Einmündung vom Beginn der Ummauerung des Vorfluters) könnte man eventuell trotzdem endoskopieren.

Nichtmetallische Rohre im Boden technisch zu orten (mit Sensoren an der Bodenoberfläche) halte ich für schwierig bzw. ist mir persönlich kein Verfahren bekannt. Größere Hohlräume könnte man wohl mit Ultraschall aufspüren, aber ein kleines Rohr?



Regenwasser



Normalerweise beginne ich bei einem Bauvorhaben mit einem Plan (wie Egon Olsen).
Eine löbliche Angewohnheit die ich Ihnen auch ans Herz lege.
Ich z.B. fange mit einer Bauablaufplanung an.
Die wiederum beginnt mit einer Aufstellung aller Arbeitssysteme, wenn möglich gleich in der zeitlichen Abfolge ihrer Arbeiten.

Das fängt an mit der ersten Position:
Freilegen und Beräumen des Baufeldes
Darunter fallen solche Leistungen wie:
Zuwegung schaffen (eventuell eine Baustraße)
Rodung, Grünschnitt,
Abbrucharbeiten,
Beräumung,
Mutterbodenabschub und Deponierung,
Schaffung von Lager- und Stellflächen,
Baustellensicherung (Zaun, Bauzeittür)

Dann kommt als Zweites Baustelleneinrichtung:
Bauzeitklo,
Bauwasser und Baustrom,
Lagermöglichkeiten.
Und so weiter.
Irgendwann komme ich dann während der Rohbauphase zur Problematik Medien/Hausanschlüsse, wenn die Freilegung und Sanierung des Sockelbereiches bzw. Kellerabdichtung ansteht. Bei der Sanierung ist das in der Regel nach Abschluss der Dach- und Fassadenarbeiten wenn das Gerüst weg ist.
DANN, lieber Herr Meineweg/Bisping, ist es Zeit sich um die Grundleitungen und deren Anschluss zu kümmern.
So halte ich es jedenfalls.
Vielleicht warten Sie ja wenigstens solange bis der Weg freigeschnitten und der Bagger da ist.
Immer eins after dem anderen und nicht hurry hurry wie Egon Olsen immer zu sagen pflegte.
An Kellergassenkatze:
Bei einer Kamerabefahrung wird ein dickes (ca. 15 mm), relativ steifes Kabel mit einer Kamera und einem kleinen Sender am Ende in das Rohr geschoben. Mit einem Empfänger kann man die Signale über dem Sender orten und so die Lage des Rohres verfolgen. Gleichzeitig liefert die Kamera Bilder vom Zustand der Leitung.

viele Grüße
p.s. wenn die Leitung bzw. das Leitungsrecht im Grundbuch eingetragen ist gibt es auch einen Plan.
Den haben der Alteigentümer und der Nachbar bzw. das begünstigte Grundstück erhalten. Dann liegt noch ein Exemplar beim Notar (die Nr. der Urkundenrolle steht im Grundbuch) und ein Exemplar des Planes liegt in der Grundakte. Die befindet sich im Archiv des Grundbuchamtes.



...



... Prima Plan, mächtig gewaltig...



Schön!



Dass Sie einen Plan haben. Der hat sich bestimmt schon bei unzähligen Neubauvorhaben draußen auf der grünen Wiese bewährt.

Was den anderen Plan, also den beim Grundbuchamt angeht:
Wir haben von dem ganzen Kram Abschriften vorliegen.
Das Thema ist schon beim Kauf mit Makler und Notar final durchgekaut worden. Vergessen Sie es!
Nicht Soll- mit Ist-Zustand verwechseln.



@ Sebastian:



Ich ging ursprünglich sowieso davon aus, dass ich die Ableitung neu machen muss. Der Nachbar hat schon grünes Licht für die Buddelei über sein Grundstück gegeben, das wäre also kein Problem.

Wenn ich aber schon diese Grunddienstbarkeit eingetragen bekommen habe, die mich schließlich auch auf meinem Grundstück einschränkt, dann möchte ich ggf. auch davon profitieren. Immerhin kann ich dort, wo das Rohr verläuft wohl kaum noch einen Swimmungpool :-) errichten, auch könnte es Probleme mit Regenwasserspeicher/Gartenteich/Aufgrabungen für Erdwärme/Bäumen bzw. deren Wurzeln geben.

Zum Glück sind die Leute vom Amt sehr nett und unkompliziert, wir werden schon eine Lösung finden, egal nach welchem Plan.



Grundleitung



Lieber Herr Meineweg,
ich habe in den letzten 30 Jahren fast ausschließlich Sanierungen von Altbauten geplant, als Bauträger bzw. Generalübernehmer selber saniert, als Bauleiter die Bauüberwachung ausgeführt. Das halbe Dutzend Neubauten fällt da kaum ins Gewicht.

Find ich übrigens interessant. Da kaufen Sie ein Grundstück mit einer Dienstbarkeit und wissen nicht einmal, wo die Leitung liegt. Hätte ich Ihnen nicht zugetraut.
Ich hoffe die erhebliche! Wertminderung durch den Leitungsbereich haben Sie sich wenigstens finanziell abgelten lasssen. Davon können Sie sich das bisschen Schachterei versüßen lassen.

Viele Grüße



Ohne Funktion



Ich bin bislang davon ausgegangen, dass das alte Rohr momentan ohne Funktion ist... insofern ist es völlig Banane, ob da jetzt ein Kartoffelacker oder ein Pool drüber oder durch geprügelt wird...

sh



Suchschachtung



Ich habe vor eigen Jahren eine Steinzeugleitung suche müssen, die vor 1840 schon verlegt wurde.
Da bleib mir nichts anderes übrig, als an einer machbaren Stelle (das meiste ging durch Nachbars neu geplasterten Hof) einen Schürfgraben anzusetzen und zu erkunden, wo der Boden durch das damalige Graben in seiner Struktur verändert wurde.
nach 2 Stunden hatte ich die Stelle und in 1,80 Tiefe dann das Rohr ! Das gab mir dann die Richtung für die anderen Arbeiten ... - da war aber auch nicht viel Platz:



Funktion?



In meinem Eröffnugsbeitrag wies ich ja bereits darauf hin, dass das Rohr im Grundbuch eingetragen ist. Ein Rohr ohne Funktion würde wohl kaum diesen "Schutz" genießen.
Um genau das zu überprüfen, muss halt gebuddelt werden.

Was den Kaufpreis hinsichtlich der Dienstbarkeit angeht, meine Güte, worüber sich die Leute so alles Gedanken machen...



@Georg



Das mit den Plänen ist so eine Sache. Von meinem Grundstück führt die Abwasserleitung über das Nachbargrundstück zu einem Sickerschacht. Auf dem Nachbargrundstück ist eine Baulast eingetragen, davon gibt es auch einen Plan. Wo was auf meinem Grundstück langläuft, wird auch noch ziemlich viel Buddeln erfordern, da Plan Fehlanzeige. Und ja, ich habe mir die komplette Bauakte kopieren lassen. Der letzte Plan von irgendwas ist von 1936 (Stall) und danach gibt es nur noch ein freundliches Schreiben, dass sich Strassenname und Hausnummer geändert hat.



Es tut mir Leid...



... wenn hier jemandem der Kragen platzt, aber meine Frage ging ausschließlich dahin, ob es Geräte oder Dienstleistunger gibt, die Wasserrohre aufspüren können. Was kann ich dazu, dass User, die diese Frage nicht beantworten können oder wollen, wenig zielführende Antworten geben, z.B.:

#199865: Irgenwas mit Genehmigung
#199890: Nonsense, bzw. Frage nicht gelesen
#199923: dito
#199929: "Bauablaufplan"
#199937: Hinweise auf Wertminderung des Grundstücks etc.
#199946: Da platzt jemandem der Kragen...

Ich habe aus reiner Höflichkeit versucht, auch auf unsinnige Gegenfragen einzugehen, nun werde ich dafür auch noch angegriffen.

Nochmals vielen Dank an diejenigen, die mir hier mit ihren zielführenden Antworten geholfen haben. Den Rest verbuche ich unter Cybermobbing, also Ablage "P" bzw. schnell vergessen.

Grüße
Christian



Dienstbarkeiten



Natürlich kann es passieren das Pläne verschwinden.
In Deinem Fall war es was aus der Bauakte, kann aber auch sein das es noch ein Baulastenverzeichnis gibt. Vielleicht ist da was drin. Ich habe gerade eine Pension in Wittenberg umgebaut, da war die Bauakte im Bauamt auch nicht auffindbar, obwohl Mitte der 90-iger schon mal eine Sanierung stattfand.
Wenn etwas im Grundbuch eingetragen ist dann gibt es auf jeden Fall weitergehende Unterlagen in der Grundbuchakte. Das da was wegkommt kann ich mir nicht vorstellen. Grundbücher sowie Kredit- und Kontounterlagen der Banken sind in Deutschland gesichert wie Goldreserven. Selbst in der DDR ist nichts verschwunden, es sei denn wie in Aschersleben, da brannte das Gebäude mal ab. Wenn in den Grundbuchämtern nichts zu finden ist helfen manchmal auch die Archive. Ich war mal im Landesarchiv in Barby, dort konnte ich eine mittlerweile archivierte Grundakte einsehen, es ging um einen ähnlichen Fall, konkret Wegerecht. Die ging bis zur Zeit Napoleons zurück, alles war vorhanden. Man muß da eben etwas Zeit hineinstecken, auch im Hinblick auf die Zukunft. So kann man zukünftigen Streitereien aus dem Weg gehen.
Einen ähnlichen Fall hatte ich vor zwei Monaten, in einem Pflegeheim war die Entwässerung verstopft. Vermutung der Heimleitung: Die Leitungen waren an einen gemeinsamen Abwasserstrang mit dem Nachbarn angeschlossen. Keiner konnte mir im Pflegeheim Bestandsunterlagen zeigen, der Leitungsverlauf war unklar. Die Leiterin hatte nichts Eiligeres zu tun als dem Nachbarn einen Drohbrief zu schicken, er sollte sich um seine verstopfte Leitung kümmern.
Das Problem lag übrigens beim Pflegeheim. Schachtdeckel waren überwachsen und nicht sichtbar, es gab für die Teeküche keinen Fettabscheider. Ich habe den Leitungsverlauf wie oben beschrieben eingepeilt (Zuerst Anfangs- und Endpunkt bestimmt, die Flucht abgesucht)und die Schächte freigelegt. Das ganze dauerte 1 Stunde. Ein paar Stunden später war die Leitung gespült und frei.
Spätestens wenn es um die Instandsetzung so einer Leitung geht kommen dann Schuldzuweisungen oder Ärger. Als Schiedsmann kann ich ein Lied davon singen. Deshalb würde ich nie ein Grundstück kaufen wo solche Sachen vom Verkäufer! vorher nicht ordentlich abgeklärt sind.
Gerade Dienstbarkeiten der Abteilung 2 können manchmal noch böse Folgen nach sich ziehen.

Viele Grüße



Kanal finden



einfach mal ins Branchenbuch gucken. Da gibt es Leute die sich mit Kanalsanierungen beschäftigen.
Man braucht einen Zugang zum Kanal; z.B. beim Nachbarn – am besten oberhalb. Von dort wird eine Kamera in den Kanal geschoben. Dann kann man den Zustand und den Verlauf genau feststellen.
Und anschließend buddeln.
SG
Paul



Kanaluntersuchung:



Hat bei uns knapp 300,-€ gekostet:
2 Mann + Fahrzeug, ca. 2 Stunden incl. DVD.

Auf der DVD werden die gefahrenen cm angezeigt, so dass die Abzweige/Risse etc. später präzise lokalisiert werden können.

Das Gerät konnte aber nur Hauptrohre und Bögen untersuchen (also nicht in die 90°-Einleitungen "abbiegen"). Es gibt aber glaube ich schon Dinger die das können - kostet aber deutlich teurer.

Dann haben du und deine Nachbarn wieder einen Plan oder wisst dat Ding is' hoffnungslos putt.

Gruss, Boris



die



Wasserwirtschaft hat zur Leitungssuche dünne einschiebbare "Kabel", durch die man dann oberhalb des Erde mittels Magnetfeldsenor den Verlauf orten kann.
Voraussetzung: eine Öffung zum Einführen in den Kanal, alte Steinzeugleitung DN 50 dürften passen.



Also...



... vom Nachbarn aus Kamerafahrt mit Koordinatenlogging, an sinnvollen Abzeigen per Hand schachten und öffnen, neue Kamerafahrt mit Logging.

Gruß,
sh



Georadar



Google mal nach Georadar. Im Studium habe ich die Dinger kenngelernt, dabei handelt es sich um eine Sonde, die über den Boden gezogen wird, auf dem Bildschirm sieht man in Echtzeit den Untergrund durchleuchtet. Da lassen sich Blindgänger, alte Mauerreste, etc. gleich mitaufspüren.

Über den Zustand der Leitung erfährt man dabei natürlich nichts.

Ingenieurbüros für Geophysik kennen sich mit sowas aus, man kann die Dinger mit Glück auch ausleihen. Kosten sind mir nicht bekannt, sollte aber nicht teurer werden als eine Kamerafahrt.

Je nach Länge scheidet die Kamerafahrt komplett aus, da der Aufwand zu gross wird und immense Kosten verursacht, das würde in keinem Verhältnis zur herkömmlichen Schippe stehen.

Ultraschall ist physikalisch gesehen ungeeignet, da Schall nicht eindringt in den Boden und auch kein eindeutiges Signal zurückkommt. Wünschelrute wäre haarsträubender Unsinn, nur was für Esoteriker.

Ich persönlich täte klaren Verstand und Schippe bevorzugen, zumindest vom Sessel aus...

Grüsse,

Dirk



Leitungsortung



An BD:
Wieso scheidet die Kamerafahrt je nach Länge komplett aus
und was hat das Ultraschall mit der beschriebenen Ortungsmöglichkeit zu tun?

Viele Grüße



Ultraschall



kam in meinem ziellosen Sinnieren über Ortungsmöglichkeiten von Hohlräumen in der Erde weit oben in der Diskussion vor, und zwar als vermutlich unbrauchbar.



Rutengänger



Hallo Christian,

Mein Ex-Chef (Garten- und Landschaftsbau) sucht immer mit der Rute nach allen möglichen Leitungen (Strom, Wasser, Telefon, Gas) bevor er irgendwo den Bagger anrollen lässt. Bisher lag er immer richtig, so auf ca 50 cm genau. Er hält es allerdings vor Mitarbeitern und Kunden geheim, weil er Angst um seinen Ruf als seriösen Handwerker hat. Ich bin ihm nur durch Zufall auf die schliche gekommen.

Es geht mit der Rute, aber es gibt in dem Bereich wohl auch sehr viele Scharlatane.

Viel Erfolg
Gruß
Jacob



jeder



der sich mit Altbergbau beschäftig, weis, daß die Aussage "Wünschelrute wäre haarsträubender Unsinn, nur was für Esoteriker." nur reine Unkenntnis ist. Das hat nichts mit Hexerei zu tun. Unsere Altvorderen haben damit Erzgänge und Wasseradern sehr erfolgreich gesucht (selbst Agriccola beschäftigte sich mit dem Thema - ohne Hohn !). Wenn man selbst erlebt hat, wie ortsunkundige seriöse Rutengänger mit einfachen Möglichkeiten Bodenstrukturen erkennen, die man mittels Bagger später aufspüren kann oder wo es einen Lageplan über alter Stollen gibt (den man vorher nicht zeigen darf!), dann redet man anders darüber. Eine Erfolgsgarantie kann man jedoch nicht erwarten. Dazu gibt es zu viele Einflussfaktoren.
Ich hoffe aber, DeMeinweg hat das Problem inzischen gelöst. Leider kam keine Rückinfo.



Rutengänger



wer's glaubt, zahlt einen Thaler.
siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wünschelrute
SG



Dein



Mißtrauen nehme ich dir ja nicht übel, habe es nur selber erlebt ...



Rutengänger



Ich habe sowas Anfang der 90-ger auch mal erlebt. Wir bauten als Bauträger ein MFH in Halle-Osendorf, einem Vorort. Vorher holten wir uns einen alten Geotechniker zum Baufeld, der uns was zur Untergrundsituation sagen sollte. Auch der lief mit einer Rute herum und murmelte was von einer Wasserader, die schräg über das Grundstück laufen sollte. Stimmt, da war ein alter Entwässerungsstollen eines längst aufgelassenen und wieder verfüllten Braunkohlentagebaus ein paar km weiter. Der verfüllte Graben des Stollens wirkte wie ein unterirdischer Bach, wenn es viel geregnet hatte. Der Kerl kannte allerdings die alten Karten der Grube und auch den Verlauf des Grabens.
Man guckt sich vor dem Termin im Archiv die Aufschlüsse und Unterlagen sowie die Leitungspläne an und kann dann natürlich den Rutengänger raushängen lassen. Die Geomorphologie und die hydrogeologischen Verhältnisse kannte er sowieso aus dem Efef.

Viele Grüße



Das "Problem" ...



... ist übrigens bisher noch nicht gelöst, es hatte auch keine besondere Eile. Derzeit liegt der Garten sowieso unter einer Schneeschicht, der Boden ist gefroren. Wir haben innen im Haus genug anderes zu tun und eine Nässegefährdung durch versickerndes Regen- bzw. demnächst Tauwasser besteht nicht.

Wenn das Wetter wieder besser ist, werde ich mir die Schaufel schnappen und weitergraben.

Wenn ich mir die Beiträge in diesem Thread jetzt, nach ein paar Wochen noch einmal durchlese, frage ich mich, warum manche Leute, die zwar nicht an Wünschelruten glauben, anderseits wiederum Spökenkiekerei bzw. Glaskugelschauen bezüglich der Einzelheiten meines Grundstücks bzw. der gesamten Baustelle betreiben.

Das Rohr, was ich bis jetzt freigelegt habe, macht nach ein paar Metern einen 90°-Knick und verläuft in Richtung einer ca. 4x5m großen Betonbodenplatte. Von dieser Bodenplatte geht im 45°-Winkel ein Plattenweg zu einer weiteren Bodenplatte, an die sich leicht versetzt noch eine Bodenplatte anschließt. Ganz am Ende des Grundstücks befindet sich noch eine weitere Bodenplatte. Der Garten ist weitgehend freigeräumt, störende Bäume und Sträucher sind von einer Baumdiensttruppe entfernt worden. Die Bodenplatten stammen von längst abgerissenen alten Ställen oder Schuppen, sollen aber teilweise als Basis für eine Terrasse bzw. Gartensitzgruppe und ein neu zu errichtendes Gartenhaus aus Holz herhalten. Das neu zu verlegende Grundrohr wird später sowieso ganz anders geführt, es kommt mir nur darauf an, den Anschluss bzw. Vorstrecker zu finden.

Der Bodenaushub vom Freilegen des Rohres besteht überwiegend aus altem Bauschutt, durchsetzt von zerbrochenen Backsteinen etc., man muss also teilweise eher die Spitzhacke als die Schaufel verwenden, von daher kam man bisher nicht so schnell voran, bei Gelegenheit werde ich berichten, auch was erneute Behördenanfragen ergeben haben.



Nachtrag/Rückmeldung



So, nun ist die Sache endlich erledigt. Das gesuchte Rohr befand sich ganz am Ende des Grundstücks, nach über 30 Metern in ca. 1,5m Tiefe.

Ich bin vorher noch extra zum Bauamt, um mir dort noch einmal persönlich bestätigen zu lassen, dass es keine Unterlagen gibt, dass keiner Bescheid weiß. Man bot mir an, mir auf meine Kosten einen städtischen "Suchtrupp" vorbei zu schicken oder einen neuen Anschluss legen zu lassen…

Da ich meine Zeit lieber für andere Arbeiten auf der Baustelle einsetze, habe ich einen Tiefbauer mit der Suche beauftragt, der mit seinem Suchschlitzsystem schon nach wenigen Stunden fündig wurde.

Dieser Regenwasserabfluss wird inzwischen allerdings nur noch optionaler Überlauf, da auch ein Tank eingebuddelt wird, der erst mal voll werden muss und aus dem bei Trockenheit der Garten bewässert wird.