Frage an die Bauprofis

20.04.2004



Ich möchte mein Haus (für eine kleine Familie) nun endlich an das öffentliche Abwassernetz anschließen und muss ein entsprechendes Abwasserrohr nach außen führen. Das Haus steht auf einem Feldsteinfundament (80-100cm tief), dass ich Schritt für Schritt saniert habe - eine Stelle für das Abwasserrohr habe ich noch "unbehandelt" gelassen.
Nun meine Fragen: Führt man das Abwasserrohr (wenn ja, welche Art Rohr?) direkt durch das Fundament oder baut man erstmal ein Leerrohr (wenn ja, welches?) ein? Muss ich die Tiefe, in der das Rohr liegen soll, mit der Firma besprechen, die den Anschluss ans Netz macht, oder gibt es da "Standardmaße"? Muss das Rohr bzw. das Lehrrohr ein Gefälle haben (wenn ja, welches)?

Für jeden Tipp dankbar
Peter



abwasserrohr



Se bauen das Rohr direkt in der "Erde" (oder Felsen), in einer frostfreie Tiefe, d.h. mind 80 cm. Das Rohr ist ein sog. KG Rohr DN 100, wenn viele Leute angeschlossen, oder zwei Wohnungn DN 125. Diese Rohre haben eine orange Farbe. Gefälle 1cm.p.m. Am Ende ein Gefällesturz einbauen, der die Differenz zwischen Niveau des Rohres und Niveau der Übergabeschacht aufnimmt. Es Gibt auch örtliche Regelungen, die eine zusätzliche horizontale Verbindung fordern (als Reinugungs Rohr aus dem Schacht heraus) Ein wenig schwer ohne Zeichnung zu erklären.
Mfg.



Abwasseranschluß



Dag ok. Sie sollten vor Beginn der Arbeiten, schon mal Kontakt mit dem Versorgungsträger sprich Abwasserbetrieb aufgenommen haben. Zumeist haben diese Merkblätter aus denen die Regularien für einen Abwasseranschluß hergehen. Der zuständige örtliche Versorgungsträger führt auch eine Liste der für Abwasseranschlüsse lizensierten Betriebe. Diese Betriebe haben auch ein Leitungskataster, aus dem ersichtlich ist, in welcher Höhe NN ihre Anschlußleitung an das Entsorgungsnetz anzubinden ist und, wenn bereits vorhanden, welcher Anschlußschacht dafür in Frage kommt. Wenn notwendig muß ein Gefällesturz eingebunden werden , um das Niveau der, sagen wir mal "Amtsleitung" zu erreichen. Dieser Abfall liegt inner halb des Gebäudes. Nur am Anfang des Absturzes und beim Übergang, also unten auf das Niveau der "Amtsleitung" sind 90° oder 60° Bögen "erlaubt". Lassen Sie sich auf nichts anderes ein. Sonst nur versuchen maximal 15° Bögen. Wenn alles zubetoniert ist oder sonstwie haben Sie den Ärger. Die 1% bis 1,5% Gefälle der Abwasserleitung sollten unbedingt eingehalten werden. Nur so ist gesichert, daß die Dickstoffe vor dem Spüllwasser hergeschoben werden. Ansonsten rollt das Spülwasser über unser "Geld" darüber weg und gelangt nicht dorthin wo es sein soll. Meine Meinung





Hallo Peter, ich stöbere im www, weil ich Infos suche wie man eine Abwasserleitung durch ein Feldsteinfundament legt ohne die Statik zu verändern. Wie hast du das gemacht? Unterhalb des Fundamentes kann die Leitung nicht durch, da ich eine gegebene Leitungshöhe vor dem Haus habe. Mein Gedanke ist der, wenn ich Feldsteine aus dem Fundament löse (mit einem Stein ist es wohl nicht getan, da diese ineinander "verkeilt" sind) besteht das Risiko von Setzungen. Muss ich einen Sturz im darüberliegenden Mauerwerk einbringen, um die Kräfte umzuleiten? Oder wie wird soetwas ausgeführt? Vorab danke für die Antwort. Roland



An Roland...



... Ich habe inzwischen schon viele Meter Feldsteinfundament saniert und "tiefer gelegt", also mit einem Unterbau bis zur Frosttiefe versehen. Dabei sind mir viele verschiedene Zustände über den Weg gelaufen, den ein solches Fundament haben kann, von stabil bis völlig lose.
In Deinem Fall hängt es m.E. auch davon ab, wie stabil das GESAMTE Fundament ist. Wenn es gut steht, kannst Du ohne Bedenken versuchen, einen Stein in der von Dir benötigten Tiefe für das Rohr zu lösen. Problematisch wird es nur, wenn sich dahinter ein noch größerer Stein befindet, den Du durch das erste Loch nicht ausführen kannst (meistens besteht ein Feldsteinfundament aus mehren "Lagen", um die Fundamentbreite zu erreichen). Dann musst Du vielleicht von Innen ran und den Durchbruch machen.
Wenn das Rohr dann passt, würde ich ringsherum nur eine Betonschicht legen (vielleicht so 3 oder 4 cm) und die restliche Öffnung wieder mit Steinen schließen. Aber nicht verkeilen, sondern mauern!! Zwischen den Steinschichten muss also jeweils eine Mörtelfuge sein, sonst bröselt alles früher oder später wieder auseinander. Einen Sturz brauchst Du m.E. bei einer solch kleinen Öffnung nicht, es sei denn, Deine Feldsteine sind SEHR grooooß. Aber dann kannst Du sie ohnhin wohl kaum aus dem Verband lösen...
Soweit mein Tipp.

Viele Glück
Peter