Risse Lehmputz durch Bewegung Wände Bauen im Bestand

03.04.2013 Maria Johnson



Hallo Community,

ich plane gerade einen Anbau an ein Einfamilienhaus. Dabei soll die Porenbetongarage z.T. rückgebaut werden und mit neuen Porenbetonwände erweitert und um ein Geschoss aufgestockt werden mit hilterlüfteter Holzfassade. Es muss auch ein neues Fundament gegossen werden. Nun meldet die ausführende Firma wahrscheinlich zu Recht Bedenken an wegen Rissbildung (nicht nur Haarrisse sondern stark sichtbare) an Innen- und Aussenwand an. An den Innenwänden ist Lehmputz vorgesehen. Kann man behaupten, dass hier an den Innenwänden mögliche Risse im Laufe der Jahre problemlos beseitigt werden, in dem der bestehende Lehmputz angefeuchtet wieder "verwischt" wird bis die Risse nicht mehr sichtbar sind und dann trocknet und alles ist gut?

Bin für jeder antwort dankbar...



Sicherlich



können Sie immer wieder entstehende Risse mit neuem Lehmputz zuschmieren. (aber mit neuen Putz, nicht den vorhandenen von der Wand in Ritzen wischen...) Tiefe Risse vorher mit Stopfhanf ausstopfen.
Bei farbigen Lehmputzen könnte es aber unschön werden, denn die Verwischtechnik/ Verfugetechnik wird sich auf die bestehnde Putzoptik auswirken.
Hat die Baufirma eine Alternativlösung ( Dehnungsfuge ; Quellband o. ä.)?

Mit freundlichen Grüßen
Danilo



Risse



Ich verstehe nicht ganz,sind in den Wänden schon Risse?

Oder soll nur der Lehmputz reissen?Wenn ja warum?

Wenn die Risse schon da sind ,Ursachen?

Grüße Martin





anders als bei allen anderen Putzarten,
können Risse im Lehmputz immer wieder eingeschlemmt werden.

Besser ist es aber Risse zu vermeiden. Bei farbigen Lehmputzen ist das auch noch ein optischer Nachteil.



Setzungsrisse



Ich vermute der Firma geht es um Setzungs- bzw. Bewegungsrisse.
So etwas sollte der Planer (das dürften Sie selber sein, oder?) berücksichtigen.
Es gibt nun mal den Grundsatz das Gebäude so geplant bzw. errichtet werden sollen das die sich ergebenden Bewegungen schadlos für das Gebäude in den Baugrund abgetragen werden. Das Bestandsmauerwerk wird sich verformen, die Gründung alt und die Gründung neu wird sich (unterschiedlich) setzen. Bei nicht bindigem Baugrund sind diese Verformungen zeitnah mit der Fertigstellung des Rohbaues abgeschlossen.
Diese Bewegungen sollten sich nicht auf den Putz übertragen.
Bei bindigem Bodenarten klingen diese Setzungen erst nach Konsolidierung des Baugrundes ab, also zeitversetzt.
Solche Bewegungen aus dem Schwinden und Kriechen von Baumaterialien sowie thermischen Verformungen können sich auf den Putz übertragen, dafür sollte der Planer konstruktive Maßnahmen vorsehen.
Oder einfach warten bis die Rissbildung abgeklungen ist und dann nacharbeiten.
Was für Baugrund steht denn an?

Viele Grüße



Vielen Dank für die Antworten!



Zu letzter Anwort "Setzungsrisse". Ja. ich habe als Architekt den Entwurf gemacht und reiche bald auch den Bauantrag ein. Ja, die ausführende Firma hat Bedenken wegen Rissbildung angemeldet die sich aufgrund des unterschiedlichen Setzungsverhalten Fundament alt und neu wohl ergeben werden. Die Firma meint auch dass sich diese nicht unbedingt nach Fertigstellung des Rohbaus bilden, sondern auch noch Jahre danach enstehen könnne, so dass ein warten bis die Risse abgeklungen sind schwierig werden könnte.

Meinen Sie mit konstruktiven Maßenahmen Dehungsfugen? Mir liegt leider kein Bodengutachten vor, so dass ich momentan keine Aussage zu bindigem Boden oder nicht machen kann. Das Bauvorhaben liegt im Landkreis Wittenberg in Sachsen Anhalt, falls dies weiterhilft....



Risse



Was die Sezung betrifft:
Bei der Setzung geht es um keine Dehnungs- sondern eine Bewegungsfuge.
Ob da bindiger Boden ansteht sollte sich wohl finden lassen. Mal in die alte Baugenehmigung schauen oder einfach mal vom Bauherren einen kleines Stück von der neuen Gründung als Probeschürf graben lassen. Zwischen Bestand und Anbau einen kleinen Versprung setzen, eventuell eine Halfenschiene als Anschluß zur Kopplung, die Bewegungsfugen dann mit Dämmstoff auffüllen, einem Kompriband schließen und mit einem Klemmprofil abdecken... was man eben halt so macht. Innen eine Schattenfuge im Putz setzen oder einen Kellenschnitt und Acryl. Da muß mit Acryl mal nachgebessert werden.
Eine Dehnungsfuge käme zum schadlosen Ausgleich von thermischen Längenunterschieden in Frage.

Viele Grüße

p.s. Mit dem Bauamt Wittenberg hatte ich vor 2 Jahren zu tu. Na, ja.