Risse bei Dämmung mit Holzfaserplatten

03.08.2011



Liebe Forumsmitglieder,
in die Südseite unseres Fachwerkhauses (1802) haben zur Innendämmung Holzfaserplatten (6cm) eingebaut. Da zugleich Heizungsrohre verlegt werden mußten, haben wir die Platten nicht bis auf den Boden gehen lassen sondern nur bis 30cm darüber. Die Heizungsrohre wurden darunter verlegt und dann mit Holzplatten abgedeckelt. So haben wir oben Faserplatte, direkt im Anschluß das Holz. Beides wurde dann anschließend mit Lehmputz verputzt, ohne Zwischenträger wie z.B. Gitter o.ä.
Es hat nicht lange gedauert, da zeigten sich auf der ganzen Breite Risse. Habt Ihr eine Idee, wie ich das langfristig sauber hinbekomme?
Viele Grüße,
Martin





Hi,

bin kein Experte, meiner Meinung nach muss aber definitiv eine Armierung eingebracht werden. Bei Materialübergängen eigentlich pflicht. (bzw. Balken, Kabelschlitzen etc.)

Evtl. kannst Du mit einer Schlämme über den bestehenden Putz gehen, das Gewebe Einlegen und nochmal dünn drüber putzen...

Gruss





Hallo,

am einfachsten ist es, das Holz ganz klar vom Putz abzusetzen:
- durch Schattenfuge
- durch zurückstehen
- durch Überlappung.

Alles andere ist mit sehr hohem Aufwand verbunden.

Mit freundlichen Grüßen



Hallo



stell doch mal ein Foto ein.

Grüße aus Koblenz



So sehen die Risse aus



Das ist das ganze Elend - hübsch zu sehen an den Stellen wo noch die Fußleisten fehlen, aber auch an der Decke, wo die Holzfaserplatte auf andere Materialien treffen.



Da



fehlt eindeutig das Gewbe im oberen Drittel der Gesamtputzlage.

Auch sieht die Oberfläche sehr bescheiden aus!

Wer hat die Putzarbeiten ausgeführt?

Grüße aus Koblenz



Zum Putz und der Armierung



Dank für den Tipp mit dem Gewebe. Verputzt haben wir selbst mit Lehmputz. Nochmal zum Gesamtaufbau: die alte Fachwerkwand war nur mit einer kunststoffhaltigen dichten Mischung (grünlich) überzogen, anschließend übertapeziert. Beides haben wir entfernt, die krumme Wand mit feuchtem Lehm/Stroh-Gemisch begradigt und dann die Faserplatten mit Lehmputz draufgeklebt und zusätzlich mit Schrauben + Tellerdübeln nach Herstellerangaben befestigt. Im unteren Bereich haben wir die Heizungsrohre mit Holzplatten verdeckt und dann die Gesamtfläche ohne Armierung mit Lehmputz ca. 1,5cm dick verputzt und dann angestrichen.

Das Problem war tatsächlich dass sich selbst hier im Fachwerkdorf niemand mit Fachwerkrenovierung auskannte und selbst die Fachbetriebe z.B. Außenbalken mit schöner dichter Hochglanzfarbe angepinselt haben. Zum Thema Lehmputz bekommt man Kommentare wie "Dreck in Tüten! - da gibts doch modernere Baustoffe!" zu hören etc. So haben wir alles Wissen aus Büchern zusammengekratzt und da kamen Themen wie Materialübergang nun leider nicht zur Sprache.

Viele Grüße
Martin



Guten Morgen!



Ich bin kein Fachmann, aber bei einer Innendämmung, hätte ich die auch über die gesamte Geschoßhöhe gehen lassen und nicht im Unteren Bereich (Sockel EG?) ausgespart:
"...haben wir die Platten nicht bis auf den Boden gehen lassen sondern nur bis 30cm darüber..."
Für die Rohrinstallation wären sicher nicht 60mm Aufbauhöhe notwendig.
Die Rohre hätte man sicher einputzen können anstatt diese mit einer Holzplatte abzudecken. So wäre der Materialmix weggefallen.
Das Gewebe wäre aber wohl dennoch notwendig gewesen.

Evtl. kann man den Holzdeckel durch eine Unterdeckplatte o.a. ersetzen. Sind die Heizungsrohre denn gedämmt?

Gruß
Michael



So solls nun werden..!



Liebe Forenmitglieder,
vielen Dank für die zahlreichen Tipps. Aus allen Hinweisen scheint mir nun folgende Lösung am sinnvollsten: Ich ersetze die Holzplatten durch dünne Holzfaserplatten (evtl. Unterdeckplatte), verbinde oberen und unteren Teil mit einer Armierung und verputze nochmal etwas kräftiger.
Sobald ich Ergebnisse habe, werde ich diese hier vorstellen.
Viele Grüße
Martin