Risse im Lack

06.03.2008



Hallo, ich habe eine ca. 100 Jahre alte Holztreppe Restaurieren lassen (abbeizen, schleifen, lackieren). Nach nur ca. 3 Monaten sind grobe, unschöne Risse im Lack zu sehen. Insbesondere in den Ecken der Fassetten (siehe Bild). Meine Fragen: Was ist falsch gemach worden? Wie kann man sowas vermeiden? bzw. was kann man da jetzt machen, damit das Problem so schnell nicht wieder auftritt?
Güße Mike



Risse im Lack



Können wir ein besseres Bild haben ?
Ich glaube, daß Holzteile, die beweglich miteinander verbunden sind, gemeinsam überstrichen wurden, und das geht nicht ohne Risse.

Grüße





Hallo Herr Beckmann, danke für die Nachricht. Besseres Bild habe ich i.A. nicht. Es handelt sich hier um die untere Verkleidung der Treppe zum Kellerabgang. Dort wo die Kassettenfüllungen in die Massiven Profile hineinlaufen. (Wioe bei einer alten Kassenten- Zimmertüre) Hoffe Sie kommen mit der Beschreibung zurecht. Grüße.



Risse im Lack



Dann ist es so. Die Kassettenfüllungen bewegen sich ja.

Gru



Das sind die "Vorzüge"



der guten Dispersionsfarben.

Mit einer Öllasur wär's nicht passiert, die bildet nur dünne Schichten.

Also beim nächsten Mal schleifen... Spaß beiseite, Ihr könnt höchstens die Fugen mit dem Cutter sauber aufschneiden, damit beim Arbeiten des Holzes nicht noch mehr Farbe abgelöst wird, uns an Schadstellen sehr dünn nachstreichen.

Grüße

Thomas



Treppen ölen



Überall, wo Holzteile stark arbeiten wegen großer Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, ist dünnes Ölen angesagt: kalt gepresstes rohes Leinöl dringt tief ein, bildet aber auf der Oberfläche keinerlei Schicht. Deshalb kann nichts reißen oder abplatzen. Leinöl feuert die Maserung an und dunkelt unter Lichtabschluss mit der Zeit etwas nach.
Das Öl härtet mit der Zeit durch, stärkt so die Holzstruktur und ist wasserabweisend.
Zur Pflege alle paar Jahre ganz dünn nachölen, am besten vor dem Sommerurlaub, damit das Öl lange ungestört trocknen kann.

Der Tipp mit dem scharfen Cutter ist gut. Erst an einer verborgenen Stelle ausprobieren, ob dabei Ränder ausfranseln. Auf keinen Fall mit Silikon verschlimmbessern! (Nur weil ich diesen Tipp schon mal an anderer Stelle gelesen habe ...)

Ölige Grüße,
Peter



Silikon / Acryl



Hallo Peter,
der Maler hat genau das empfohlen! Er will mit Silikon oder Acryl die Fugen, damit dauerelastisch, nachziehen. Warum eigentlich nicht Silikon? Ist das optisch oder bauphysikalisch problematisch? Grüße Mike



Elasto-Plasto



... ist aus mancherlei Gründen nicht zu empfehlen.
1) Beide Stoffe werden nach einiger Zeit unansehnlich, durch Staub und Putzen wird das Problem verstärkt.
2) Hinter vielem, was dicht ist, fängt es irgendwann an zu modern, weil evtl. eingedrungene Feuchtigkeit nicht schnell genug wieder ausdunsten kann.
3) Silikon kann nicht überstrichen werden. Spätestens wenn die Treppe also wieder mal "soweit ist", muss die Masse restlos rausgeschnitten werden. - Eine Schweinearbeit.

Ich würde die Sache jetzt einfach so lassen und eine Minderung des Preises vorziehen.

Bunte Grüße
Peter



Preisminderung?



Das wird der Maler wohl anders sehen. Das Arbeiten bei Rahmen/Füllungskonstruktionen ist eine natürliche Eigenschaft des Holzes. Mit einem deckenden Anstrich auf Ölbasis hätte es wohl keine Abrisse gegeben, wohl aber das Heraustrocknen eines ungestrichenen Streifens.

Jetzt geht die Heizperiode zu Ende, weiter wird das Holz nicht trocknen. Also wird der Pinselfreund besser gebeten, vorsichtig nachzustreichen. Das wird im gleichen Farbton problematisch. Wie wäre es mit einem farblich abgestzten sauberen Strich als optischer Rahmen der Füllung?

Acryl ist übrigends nach dem Trocknen überstreichbar, aber eindeutig nicht mein Favorit. Eine neue Variante des "Wunders aus der Kartusche" sind MSP-Dichtstoffe, die nicht anschmutzen und überstreichbar sind. Was da genau drin ist, habe ich aber noch nicht herausgefunden.

Grüße

Thomas