Risse in Strohdecke ausbessern

19.05.2014 Eni



Liebe Fachwerk-Community, wir sanieren momentan ein Jugendstilhaus Bj. 1910. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht den vorhanden Deckenstuck von Dispersionsfarbe und die Zwischenräume von Tapete zu befreien. Hier hat mir das Forum schon geholfen.

Doch mit dieser Maßnahme habe ich eine Baustelle eröffnet und dazu habe ich nichts passendes gefunden, weshalb ich mich nun hier registriert habe.

Mein Problem:
Einer der Vorbesitzer hat die alten verputzten Decken (Stohdecke mit unbekanntem Putz, kein Lehmputz) irgendwann neu Verputzen lassen und diese Putzschicht löse ich quasi mit ab. Übrig bleibt der orginale Deckenputz mit vielen Rissen, vor allem in der Hohlkehle.

Frage:
Welcher Putz ist hier am Besten geeignet um die Decken auszubessern und die Risse zu füllen? Wie geht man an die Decken fachlich am Besten ran... Verputzt man die Risse so wie sie jetzt sind oder ist es besser sie erst einmal zu vergrößern.

Eine Entfernung des alten Putzes bis auf die Strohmatten oder dergleichen kommt für mich nicht in Frage, der originale Deckenstuck soll erhalten bleiben.

Ich hoffe auf Antworten und warte gespannt.



Deckenputz



War der neue Deckenputz der jetzt entfernt wird rissefrei und eben?



Kontakt



Wenhn es mit einer Kontaktvermittlung getan ist, dann verschaffe ich dir hier einen guten Handwerksansprechpartner:

Stukkateurmeister
Robert Achtnichts

0351-2708248
0172-7962886

Am besten anrufen und Löcher in den Bauch fragen.

Ansonsten melden und ich versuche weitere Ansprechpartner dir zu vermitteln.

Kirchenmalermeister
Kay Zänker

0175-4108755


Viel Erfolg.



Deckenputz



Das klingt nicht nach einem neuen Oberputz sondern eher nach vielen alten Leimfarbschichten oder einem dünnen Glättspachtel auf Gipsbasis, der auf einer schlecht abgewaschenen Decke aufgetragen wurde.
Meine Frage nach den Rissen bezieht sich darauf ob das tote Risse sind oder sich die Rissflanken ständig bewegen. Wenn die Risse sich nicht bewegen ist ein Ausspachteln möglich. Die Decke ist vermutlich mit einem Gips- Kalkmörtel aufgetragen worden. Die Risse kann man ausspachteln und danach einen Glättspachtel neu aufziehen. Material: Gipsspachtel, Kalkglätte oder Lehmfeinputz.
Keinen Elektrikergips für die Risse nehmen!



Was



spricht gegen Bau- oder Elektrikergips? Ich habe damit bislang (ca. 15 Jahre) ausgezeichnete Ergebnisse, selbst vorher arbeitende Risse (gespachtelt, mit Gewebe versehen und seit den 50ern immer wieder übertapeziert) halten seit 12 Jahren unverändert.

Mein Eindruck ist, dass die Ausdehnung des Gipses beim Abbinden vorher recht wacklige Decken wieder stabilisiert.
Grundputz ist hier Lehm, darüber einige Millimeter (0-10) Gipskalkputz, offensichtlich original so, der Gipskalkputz zieht sich auch nahtlos auf die Gipsdielen-Zwischenwände.

Dazu habe ich von meinem Vater die Methode gelernt, Risse grob auszufüllen und dann wenn der Gips beginnt abzubinden mit einer Spachtel (ja, das Werkzeug ist in Österreich weiblich) glatt abzuziehen.



Decke



Elektrikergips zieht zu schnell an, er ist nichts für Spachtelarbeiten. Mit ein bisschen angerührem Gips im Gummibecher und einer schmalen Spachtel kriege ich keine sauberen Übergänge zu den Rissflanken, vor allem wenn die Risse vorher bis auf tragfähiges Material aufgeweitet werden müssen. Außerdem ist das bei größeren Bereichen uneffektiv. Das Zeug ist dafür da eine Steckdose zu fixieren und nicht Decken zu sanieren. Dann wird er härter als gefüllte Gipsspachtel. Beim Schleifen von den oft bucklig gespachtelten Rissen macht man sich unnötig Arbeit.
Ob Kalk- oder Gipsspachtel bleibt ihnen überlassen. An der Decke arbeite ich lieber mit Gipsspachtel denn da kleckert es schon mal.



Klar,



für flächige Arbeiten ist gerade E-Gips ungeeignet. Ich verwende auch wenn immer es geht Baugips (der allerdings teilweise als Bau- und Elektrikergips verkauft wird), der doch fast doppelt so lange verarbeitbar bleibt. Die größere Härte ist mir durchaus recht, einerseits wegen der erwähnten Stabilisierung wackeliger Putzstellen und andererseits weil sich Gipsspachtelmasse beim nächsten Leimfarbabkratzen leicht wieder mit verflüchtigt. Natürlich braucht man bei der Arbeit mit relativ kleinen Mengen etwas länger, das ist mir das dauerhafte Resultat in der eigenen Wohnung aber wert. Außerdem bin ich mir gar nicht so sicher wie groß der Zeitunterschied wirklich ist, da ich mit Baugips Risse in einem Zug füllen kann (denn der Gips wird bei Berührung mit den Rissflanken trotz Vornässung sehr schnell steif und hält daher gut), wohingegen mir das mit der auch im Riss lange weich bleibenden Spachtelmasse nicht leicht gelingt.

Schleifen nach dem Abbinden ist tatsächlich nicht sinnvoll möglich, daher ziehe ich wie erwähnt die Oberfläche zu Beginn des Abbindeprozesses ab, das gibt sofort eine sehr glatte Oberfläche. Harrisse und oberflächliche Schäden überarbeite ich dann ganz am Schluss noch mit Gipsspachtelmasse. Mit der glätte ich aber wenn es irgendwie geht maximal 1-2 mm tiefe Unebenheiten.

Ist natürlich alles auch eine Frage von Verarbeitungstechnik und persönlichen Vorlieben.