Risse in Kalkputz

22.03.2019 Princell



Hallo Miteinander und Servus aus Tirol!
Wir sanieren in einem ca. 500 jahre alten Haus eine Wohnung im 3. Stock. Folgende sachlage liegt vor.
Das Foto zeigt die Decke mit den, weiter unten beschriebenen Rissen, an den Stoßkanten des Heraklith.

Vorgehensweise der Verputzarbeiten:
Unterkonstruktion: alter Putz von Wänden abgeschlagen und Decke komplett bis zu Deckenbalken entfernt
Neuer Deckenaufbau: bestehende Holzbalken, Glasfasermatten, Dreischichtplatte, Heraklith, Wand erst mit Quarzolith K60 maschinell verputzt, bei Holzbalken mit Netz, sonst ohne Netz direkt auf bestehende Altputzreste (teilweise bis zu 10cm dick, um Unebenheiten auszugleichen); dann mit Quarzolith K10, 2-3 mal dünn aufgetragen und geschliffen
Wand: teilweise alte Holzbalken, altes Mauerwerk aus Ziegel und Flußsteinen und alten Verputzresten
Decke auf Heraklith ohne Netz maschinell Verputz mit K60, und anschließend mit Quarzolith K10, 2-3 mal dünn aufgetragen und geschliffen
Deckenkanten mit Hohlkehle
Trocknungszeit des K60 ca. 6 Wochen im Zeitraum Dezember bis Jannuar, sprich minusgrade draußen. Es wurde 2-3 mal am Tag ca. 30min Stoßgelüftet.
Nun Bilden sich an den Stoßkanten des Heraklith an der Decke Risse. Es sind auch Risse zu erkennen an der Wänden auch dort wo mit Netz darunter gearbeitet wurde. Risse werden nach und nach mehr und breiter. Fotos siehe anbei.

Zur Sachlage:
Wir wurden vom Bauunternehmen darauf hingewiesen, dass es zu Rissbildung kommen kann, in Absprache mit Quarzolith und auf Einhaltung bestehender DIN-Normen wurde dann gearbeitet.
Der Verputzer war ein Subunternehmer und ich weiß nicht ob sie schon öfters mit dieser Art von Putz gearbeitet haben. Sie haben den Unterputz maschinell in mehreren Lagen (nach Antrocknen) aufgetragen.
Bauunternehmen und Quarzolith wollen nun mit vollflächigen Netz über die Decke und Gips/Plastik (Polyester) Komponente versuchen die Risse zu schließen. Sie kommen uns Preislich entgegen, d.h. sie übernehmen 2/3 der Kosten von ca. 3000 € (Grundfläche der Wohnung ist ca. 160 m²)
Die Wände wollen wir vorerst so lassen und dann mit Kalkfarbe (selbstgemischt) tünchen.
Meine Fragen:
Ich bin jedoch nicht sehr glücklich darüber nun auf diesen Kalkputz (ich weiß es ist leider kein reiner Kalkputz) mit Netz und Plastik darüber zu fahren und alles Luftdicht zu verschließen.
Habt ihr deshalb vll einen anderen Lösungsvorschlag? Hilft es noch das ganze richtig durchtrocknen zu lassen und dann nochmal mit K10 die Risse auszugleichen oder wird die Rissbildung immer weitergehen?
Kann vll. auch Netz und dann nochmal K10 schon reichen um die Risse zu schließen bzw. zu vermeiden?
Wie lange sollte denn ein solcher Kalkunterputz bei einer maximalen Auftragungsstärke von 10cm eurer Meinung nach trocknen bevor der Feinputz aufgetragen werden kann.
Und mich würde auch interessieren was denn Falsch gelaufen ist? Habt ihr vll eine Vermutung?

Ich würde mich sehr über Antworten freuen
und verbleibe mit freundlichen Grüßen aus Tirol
Genaue Datenblätter für Putz unten!
Vinzenz Mell

Quarzolith K60
Technisches datenblatt:
http://www.quarzolith.at/fileadmin/user_upload/quarzolith.at/downloads/Produkte/01_Putze/01-1_innenputze/tm/Quarzolith_TM_K60.pdf
sicherheitsdatenblatt:
http://www.quarzolith.at/fileadmin/user_upload/quarzolith.at/downloads/sdb/Quarzolith_SDB_K60.pdf
leistungserklärung:
http://www.quarzolith.at/fileadmin/user_upload/quarzolith.at/downloads/Produkte/01_Putze/01-1_innenputze/le/Quarzolith_LE_100027_K60.pdf
ce kennzeichnung:
http://www.quarzolith.at/fileadmin/user_upload/quarzolith.at/downloads/Produkte/01_Putze/01-1_innenputze/ce/Quarzolith_CE_100027_K60.pdf

Quarzolith K10:
Technisches datenblatt:
http://www.quarzolith.at/fileadmin/user_upload/quarzolith.at/downloads/Produkte/01_Putze/01-1_innenputze/tm/Quarzolith_TM_K10.pdf

sicherheitsdatenblatt:
http://www.quarzolith.at/fileadmin/user_upload/quarzolith.at/downloads/sdb/Quarzolith_SDB_K10.pdf

leistungserklärung:
http://www.quarzolith.at/fileadmin/user_upload/quarzolith.at/downloads/Produkte/01_Putze/01-1_innenputze/le/Quarzolith_LE_100188_K10.pdf

ce kennzeichnung:
http://www.quarzolith.at/fileadmin/user_upload/quarzolith.at/downloads/Produkte/01_Putze/01-1_innenputze/ce/Quarzolith_CE_100188_K10.pdf



Hmmm....



....eine gute Frage, ob die nunmehr angebotene Lösung auch diesen Erfolg bringt?
Eine Ferndiagnose ist hierüber leider nicht vollends möglich, da man sich die Situation genau vor Ofrt anschauen müßte.
Auch ihre detaillierte Info zum Verputz und die angebliche Untergrundvorbereitung und -aufarbeitung kann nicht völlig zur Schadensursachenfindung beitragen.

Heraklith auf funktional gut befestigte Holzsparschalung aufgebracht und nach Herstellervorgaben verschraubt?
Was wurde als Befestigungsmaterial verwendet?
Dann einen entsprechenden Grundputz auftragen und dahinein ein grobmaschiges Glasfasergewebevollflächig einbetten.
Nach durchtrocknen der Unterputzschicht die Oberputzlage aufbringen und oberflächenfertig abschwammen.
Sie schreiben etws von Oberfläche geschliffen?
Welch Hintergrund oder aus welcher Überlegung heraus?
Haben sie vielleicht noch ein paar genauere Fotos parat?

Sie können mich auch gern mal anrufen.

FG Udo