Risse im Putz bei Holzbalkendecke

11.02.2015



Sehr geehrte Experten,

meine Frage bezieht sich auf die Renovierung bzw. Sanierung von Holzbalkendecken. In unserem Haus (Baujahr 1951) bestehen die Decken aus verputzten Schilfrohrmatten, die an einer Lattung unterhalb der Deckenbalken angebracht wurden. Der Putz an der Decke ist bis auf einige dünne Risse eigentlich gut in Schuss, sodass ich ihn im Großteil der Räume gerne erhalten würde. Da wir die gesamte Elektrik erneuen werden und in einigen Räumen (Flur, Küche, Bäder) auch Einbaustrahler installieren wollen, möchte ich einige Decken um wenige cm mit Gipskartonplatten abhängen (Vorgabe für die Einbautiefe der LED-Einbaustrahler: t > 50 mm).

Nun zu meinen Fragen:
- Ich befreundeter Architekt riet mir zur Verwendung von Direktabhängern. Er meinte bei einfacher Konterlattung auf die bestehenden Deckenbalken würden die Risse sonst immer wieder auftreten. Ich habe mir den Deckenaufbau in der Küche daher wie folgt vorgestellt. Direktabhänger auf die Deckenbalken aufgeschraubt, darunter mit minimalen Abstand zur Decke Rahmenschenkel 6 x 4 cm als Höhenausgleich, darunter Dachlatten mit 2,5 cm Höhe, darunter dann die GK-Platten mit 12,5 mm Höhe. Kann ich davon ausgehen, dass mit dieser Variante mein Rissproblem nachhaltig gelöst ist?

Welche Möglichkeiten gibt es für die Räume, in denen ich die Decke erhalten möchte? Gibt es eine Art dauerelastische Tapete (Vlies, etc.) oder spezielle Anstriche/Putze?

Die Deckenbalken im gesamten Haus haben eine Breite von 9,5 cm und liegen im Abstand von 63 cm. Ich freue mich auf hilfreiche Antworten.

Gruß Nic



Deckenbekleidung



Wozu Höhenausgleich?
Dafür sind die Direktabhänger da.



Direktabhänger



Genau die wollte ich verwenden.
Der Höhenausgleich erfolgt durch die Nivellierung des Rahmenschenkels im Direktabhänger. So wollte ich es ausdrücken.

Lassen sich die Direktabhänger von Hand auf die erforderliche Breite biegen?



Glasfasergewebe



Hallo,

wir haben in einem Raum Glasfasergewebe an der Decke verwendet.
Die kleinen Risse vorher ein bisschen erweitern und sauber spachteln.
Die Rolle Tapete kostete ca. 100 € zzgl. Kleber.
Gibt es im Fachhandel.

Beim abhängen sollten keine weiteren Risse mehr auftreten.
Entweder mit Direktabhängern oder mit Justierschrauben.
Abstand der Dachlatten 50 - 60 cm.
Hier noch ein Bild unserer Lattung. Diese wurde 2010 erstellt und bis heute ist kein Riss zu sehen.

Viele Grüße



Direktabhänger biegen



Grundsätzlich sollten die sich schon biegen lassen.

Schau mal bei Knauf auf der HP da ist eine grobe Erklärung mit dabei bzw. google mal nach Direktabhänger es gibt auch interessante Youtube Videos :-)

Nur werden dir nach dem biegen von Hand ziemlich die Hände wehtun wenn man bedenkt, dass du pro qm 6 bis 9 Abhänger brauchst.
Wir haben sie eingemessen und geflext in einem anderen Raum. Habe leider kein Foto von.



Direktabhänger



Was für zarte Händchen!
Was soll die Eierei. Profile und Abhänger sind nicht aus Stahl sondern aus Eisen und 6 bis 9 Abhänger braucht man auch nicht pro m².
Die Dinger werden angeschraubt und ausgerichtet, dafür gibt es die Langlöcher.
Abstand zwischen den Reihen 62,5 cm, ein Abhänger auf jeden Balken.
Dann die Randprofile an den Wänden ausrichten und anschrauben.
Dann entweder Dachlatten (30/50) oder Ständerprofile auf Höhe setzen. An einem Ende die Latte zwischen den ersten Abhänger der Reihe stecken, anschrauben, dann am anderen Ende. Die Latten zwischen die Schenkel zu stecken kriegt jeder hin, auch mit zarten Händchen. Wenn sie ausgerichtet ist an den Abhängern dazwischen anschrauben.
Was übersteht nach außen wegbiegen.
Kreuzlattung ist überflüssig. Dann die Deckenplatten anschrauben, spachteln, schleifen, fertig.
Wem der Platz fehlt der nehme Hut- bzw. Z- Profile und schraubt sie direkt durch Putz und Sparschalung in die Balken. Ist aber fummelig.



Profilholz im Randbereich?



Vielen Dank für die Ratschläge.

@Herr Böttcher: Das mit dem Randprofilen müssen Sie mir bitte nochmal erklären. Den äußerste Balken eine Raumes kann ich ja nicht abhängen, da sich darunter die Wand befindet. Verstehe ich das richtig, dass ich an der Stelle das Profilholz direkt in die Wand düble? Ist die Entkopplung denn dann überhaupt noch gegeben?



Ich glaube,...



ich habe jetzt etwas Verwirrung gestiftet. Mein Problem ist, dass in meiner Küche nachträglich angebaut wurde und die Deckenbalken in diesem Bereich (etwa die Hälfte des Raumes) senkrecht zu den restlichen verlaufen. Würden die Balken alle in die gleiche verlaufen, hätte ich dieses Problem nicht. Aber da lass' ich mir noch was einfallen.
Vielen Dank erst mal.





Randprofile sind aus Blech und werden an der Wand verschraubt. Sie haben eine U-Form (nicht werwechseln mit U-Profilen), so dass Hutprofile einfach eingeschoben werden können. Wenn Du jedoch mit Metallschienen und Abhängern arbeitest (was ich empfehlen würde, ist leicher zu justieren) musst Du passende Wandprofile bzw. U-Profile für die Wand und C-Profile an den Abhängern verwenden. Die C-Profile werden in die U- bzw. Wand-Profile eingeschoben. Dann brauchst Du noch Hutprofile auf die die GKP's geschraubt werden, wenn du nur mit Randprofil und Holzausgleich arbeitest kannst Du auch gleich Hutprofile nehmen, ohne Abhänger, aber dann wird die Decke vielleicht ein wenig wellig, uns hat das nicht gestört. Klingt komplizierter als es ist, am besten eine Film dazu anschauen oder im guten Baustoffhandel sich erklären lassen. Wenn man das alleine und zum erstenmal macht dauert es ne Weile bis man herausgefunden hat wie es geht.