Zunehmender Riß in tragender Dachpfette

18.01.2007


Hallo und guten Abend,

vielleicht kann mir hier jemand helfen. Wir haben ein in den Hang gebautes Haus, welches zur Hangseite hin innen offen gebaut ist, das Dach verläuft hier vom Obergeschoß bis zum Untergeschoß durch und wird - links und rechts auf Kalksandstein aufgelegt - von einer schweren Dachpfette (tragender Balken) getragen. In der Mitte hat sich nun über 7 Jahre ein etwa 25 cm langer Längsriß gebildet und ich mache mir Sorgen, daß die Auflast zu groß ist bzw. der Balken bricht. Der Architekt meinte, die Statik sei ausreichend. Ich denke aber, ich würde das als Architekt auch im Nachhinein sagen...
Was soll ich hier machen bzw. ist ein solcher Riß normal oder gefährlich? Er bildet sich übrigens genau in der Mitte, also dort wo der Schwerpunkt der Auflast liegen muß.
Über Zuschriften würde ich mich sehr freuen.



Ferndiagnose schlecht möglich



Ohne Skizze und Foto wird eine Fernaussage schlecht möglich sein. Ich empfehle Ihnen, sich gleich mit einem Statiker vor Ort zu treffen, der sicher die Tragfähigkeit des Balkens abschätzen kann. Statik aus der Ferne ist immer eine schwierige Sache.



wahrscheinlich weniger bedenklich



Guten Tag, wahrscheinlich ist es ein wenig bedenklicher Trockenriss. Wie Hr. Kugler sagte, kann das nur ein Statiker vor Ort endgültig sagen.
Ich vermute, dass vor 7 Jahren recht feuchtes Holz verbaut wurde. Gerade so große Schnittholzquerschnitte und -längen wie bei Pftetten lassen sich schlecht technisch trocknen. Zum Einbauzeitpunkt war für die Festigkeitssortierung von Nadelschnittholz Rissbildung in unbegrenztem Umfang zulässig. Seit Juni 2003 gilt eine neue Sortiernorm, die aber auch nur bei sehr tiefen Rissen eine Einschränkung der Tragfähigkeit bestimmt. Laien sind oft verblüfft, wie große Trockenriss sich nicht auf die Tragfähigkeit auswirken. Sie schreiben der Riss sein in der Mitte der Länge und halten das für besonders bedenklich. Ich gehe davon aus, dass der Riss dort "gut platziert" ist. Im Rissbereich ist die Holzfläche, die den Schubverbund zwischen Oberseite und Unterseite der Pfette herstellt gemindert. Die größten Schubkräfte sind aber (bei einem Träger auf zwei Stützen) Schubkräfte aus Querkrafteinfluss. Die größte Querkraft wirkt in so einem statischen System an den Auflagern. Zur Mitte wird sie aufgehoben.
Also: Erst mal keine Panik und einen Statiker holen, wenn der Bedenken hat, können Sie sich ja immer noch Sorgen machen. -Und sich beraten lassen welche Verstärkungsmaßnahme angebracht ist. Warum vorher verzeifeln? Alles Gute Ulrich Arnold