Riss, Fundament, Lehm, Hauswand, Böttcher

17.03.2007



Hallo
Wir haben uns ein Haus gekauft wo das Fundament auf Lehmboden steht.Der mittlere Bereich ist unterkellert.Nun haben wir einen Riss in der Aussenwand.Der Vorbesitzer hatte das auch auf der anderen seite und hat da bis zum Fundament gegraben und da drunter dann Beton gefüllt und seitdem war da ruhe.soll ich das auch so machen ? wenn ja wie genau gehe ich vor ?



Riss in Hauswand



Der Riss kann verschiedene Ursachen haben, ohne genaue Ohne Untersuchung vor Ort ist eine Schadensanalyse und eine Empfehlung zum Handeln nicht möglich.
Falls eine Setzung des Baugrundes dafür verantwortlich ist, muß Wasser in die Fundamentsohle eingedrungen sein. Lehm ist ein sehr tragfähiger Baugrund, wenn er trocken ist, Wassereintrag führt zum Tragfähigkeitsverlust.
Eine andere Ursache können die Arbeiten des Vorbesitzers an der anderen Gebäudeseite sein. Weitere mögliche Ursachen erspare ich mir, am besten, Ihr sucht Euch vor Ort einen Sachverständigen, der sich das mal ansieht.
Bastelt auf keinen Fall selber am Fundament herum!

Viele Grüße
Georg Böttcher



lehm trocken oder nass!?



Herr Böttcher schreibt, dass Lehm als Baugrund trocken sein muss ... sollte ...
Bin da etwas anderer Meinung, denn pauschalisieren kann man das m.E. nicht, denn wenn ein Baugrund immer - sagen wir einmal - feucht oder trocken war und ist, wird sich nicht viel ändern oder passieren - das problem sind dann die Veränderungen aus welchem Grund auch immer ...
entweder wirds nässer ... oder trockener ... dann ändern sich die Tragfähigkeiten und oder Volumina des Lehms oder Tones ...

Im Einzelfall zu definieren, pauschalisieren kann gefährlich werden!

FK





Also der Vorbesitze sagte das zwischen dem fundament und dem lehm eine kleine spalte war und dann nachdem da beton drunter kam war es gut.Oder meint ihr wenn man es so lässt und einfach den riss zu macht das das so bleibt



Riss in Hauswand



Hallo Matthias,
eine Lücke zwischen Fundamentsohle und Baugrund klingt für mich sehr abenteuerlich.
Das Freilegen des Fundamentes bis zur Sohle klingt für mich nicht nur abenteuerlich, sondern eher gefährlich.
Ich wiederhole nochmals meine Empfehlung, such Dir einen Fachmann (Statiker, Planer, Gutachter)vor Ort und bastle nicht selber am Fundament herum.
An Florian Kurz:
Ehrlich gesagt verstehe ich Ihren Beitrag nicht ganz.Wollten Sie etwas zur Baugrundkonsolidierung sagen? Das kann sicher eine Ursache von ungleichmäßigen Setzungen und damit Rissen sein.

Viele Grüße
Georg Böttcher



@Böttcher



"Das kann sicher eine Ursache von ungleichmäßigen Setzungen und damit Rissen sein."

Da sage ich nichts anderes!
Bloss glaube ich, dass nicht nur eindringende Feuchte in die Baugrundschichten unter der Fundamentsohle der Grund sein kann dass es zu Setzungen kommt - sondern dass es auch möglich ist, dass feuchter Baugrund aus Ton oder Lehm durch Drainagen austrocknen kann - hier kommt es zwar zu einer Festigung aber auch zu einer Volumenminderung des selben und aus diesem Grund zu Rissen.
War das verständlicher?

FK





es wird ja nicht komplett freigelegt sondern stückchenweise.Der Vorebsitzer hat es so schon bei 3/4 des Hauses so gemacht.Was ist dann daran verkehrt ?



Riss in Hauswand



Also ich würde es schon komisch finden, ein Haus zu kaufen, dessen Fundament unterfangen wird. Ich hoffe, es war schön billig.
Die Frage ist doch, warum das Fundament reihum unterfangen werden muß. Wenn es, wie in diesem Fall, über einen längeren Zeitraum erfolgt, sind Risse ohnehin unvermeidlich, da jetzt weitere Setzungen ungleichmäßig erfolgen
Der Tip von F.K., den ich jetzt verstanden habe, ist schon hilfreich, Schrumpfung des bindigen Gründungskörpers durch Austrocknung. Aber warum? Ein Baugrund verliert nicht so einfach seinen Feuchtegehalt, außer durch Auflast, aber das ist ein normales Verhalten, das zur zeitverzögerten Setzung führt und üblicherweise ohne Schäden für den Baukörper abläuft. Wenn also kein Tragfähigkeitsverlust(und damit Grundbruch) durch Nässe, dann Austrocknung durch Dränung? Das sollte auf jeden Fall geprüft werden.
Auf jeden Fall sollte hier ein Sachverständiger ran,und zwar schnell.

Viele Grüße
Georg Böttcher





Hm! Also bis jetzt habe ich nur die Reservierungsgebühr von 500 EUR bezahlt.Habe gerade mit einem Gutachter telefoniert und der sagte mir das das mit dem Beton unterfüllen etwas bringen könnte .Ich weiß absolut nicht was ich da jetzt machen soll.





So nun weiß ich etwas mehr .Undzwar ist der Grundwassserspiegel gesunken und deshalb hat der Lehm eine andere Konsistenz bekommen und deshalb ist das haus abgesackt.Der bauher meinte auch das man das ganze warscheinlich sogar einfach zuspachteln kann und weg ist der riss.Sicherer wäre es laut seiner Aussage jedoch beton unter das halbe fundament zu setzen.Also quasi steht quasi dann das fundamnet zur hälfte ich schätze mal 30cm auf Lehm und 30cm auf Beton abgestützt.Weil komplett das fundament zu unterbetonieren wäre ne heikle sache.Was meint ihr dazu ?