Fundamentsabdichtung

07.05.2012



Hallo!

Ich saniere einen alten (18xx) Vierkanthof.

Dabei stehe ich nun vor einem Problem mit den Fundamenten.
Das Gebäude ist teilunterkellert. Die Keller sind natürlich feucht.

Wesentlich problematischer sind jedoch die nicht unterkellerten
Teile. Diese haben teilweise kein richtiges Fundament sondern
die Mauern sind, nach den Bodengegebenheiten, einfach auf den
Lehmboden gesetzt worden. Hierbei habe ich nun mehrere Problemstellen.
Diese Stellen liegen im Innenbereich etwas unter dem Erdniveau. Bei
Regen sieht man an den Rohwänden im "Fundamentsbereich" (dies bedeutet
eine Mischung aus Ziegel/Lehmerde/Steine) innen sofort dass diese Nass
werden (innerhalb einer 1/4-1/2 Stunde).
Natürlich sind die Stellen die unterkellert sind bzw. die über dem
Erdniveau liegen nicht wesentlich besser aber man sieht eben die Nässe
nicht sofort ;-) (Galgenhumor).

Generell sind die Wände im unteren Bereich natürlich alle etwas Feucht.


Nun, leider bin ich bisher noch keinem Professionisten begegnet der
mit so etwas individuell umgehen kann.


Was wird vorgeschlagen:

1) Fundamente erstellen durch Graben und Einspritzung.
2) Fundamente mit Platten horizontal vom Lehm trennen.


Leider sind beide Varianten finanziell nicht tragbar da es hier um ca.
110 lfm Fundamente geht.

Mir ist klar perfekt kann es nicht werden. Was ich möchte ist a) die
horizontale Feuchtigkeit abzuhalten und die vertikale Feuchtigkeit
etwas weiter nach unten zu drängen.

Ich dachte da einfach an das Aufgraben außen (ca. 1m tief - was ohnehin
schon problematisch genug ist in Anbetracht der Statik). Und einen Vorsatz
in Nasenform zu betonieren. Diesen abzudichten und an der untersten Stelle
eine Drainage zu legen. Die Drainage eingebettet in Kies und Geovlies,
Verschüttet soll das ganze dann mit Schotter werden. Ich weiß Schotter
"zieht die Feuchte natürlich noch mehr an" aber es ist derzeit ohnehin
auch beim Lehm schon so und würde ich Lehm zum Verschütten verwenden würde
die Verdichtung nur mit massiven Maschineneinsatz zu machen sein was
wiederum auf die Bausubstanz gehen würde.


Lese ich in diesem Forum ähnliche Beiträge durch so komme ich zu dem
Schluss dass eigentlich gar nichts hilft außer ein Neubau nach
neusten Erkenntnissen ;-).

Meine "Idee" kann natürlich auch genau das Gegenteil bewirken, eben
dass zwar das horizontale Wasser aufgehalten wird aber das vertikale
Wasser noch mehr nach oben kommt.

Was meint Ihr was könntet Ihr mir raten?


Danke!

MfG
Anton Huber



Fundamente unterfangen



Hallo Herr Huber,

Hier in Deutschland gibt es die DIN 4123 für das abschnittsweise Unterfangen von Fundamenten.

Das ist auch zu beachten:
http://www.bgbau-medien.de/bausteine/d_208/d_208.htm

viele Grüße





Bitte beachten, dass bei Mauerwerk über Lehmboden eine Trockenlegung zu Bodensetzungen und damit zu Rissen im aufgehenden Mauerwerk führen kann. Bei Lehmboden ist ein Drainagegraben unter Fundamentebene auch wegen möglichem Grundbruch problematisch.
Einfachste Abhilfe: Bei den problematischen Gebäuden das Erdgeschoss nicht in den Wohnbereich einbeziehen.

Ich würde erst einmal dafür sorgen, dass kein Oberflächenwasser zum Mauerwerk hinfliessen kann, dass kein Schlagregen an die Mauern kommt, und dass Dachrinnen, Fallrohre und Grundleitungen dazu in Ordnung, d.h. vorhanden, frei und dicht sind. Wenn die Nässe nach Regenbeginn so rasch eintritt wie Sie schreiben dürfte hier einiges im Argen liegen.



Fundamentsabdichtung



Sehr geehrte Herren,


Ihre Informationen bzw. Einwände sind mir durchaus bewusst.

Das EG nicht zu nutzen ist nicht möglich.
Die Kanalisation/Regenrinnen usw. sind alle in Ordnung bzw.
in Stand gesetzt worden. Ein Problem ist auch dass das Grundstück sehr alt ist und sich in direkter Nähe ein alter Garten mit teils sehr alten Flachwurzlern ("durchlöchertes"
Erdreich?!?) befindet. Weiters befindet sich das Grundstück auf einer Anhöhe/Abbruchkante d.h. die Lehmschicht ist vielleicht 3-5 Meter hoch danach kommt sofort Gestein (schnelle Sättigung?!? Stehendes Wasser?!?).
Und eben wie gesagt das "Fundament" ist letzlich keines,
es besteht aus Lehm, teils Ziegel und teils Gesteinsbrocken.

Ich denke diese Gegebenheiten in Summe bewirken das schnelle Durchfeuchten bei Regen. Ich muss aber auch dazu
sagen dass diese Beobachtung (1/4-1/2 Stunde) sicherlich
bereits einigen regnerischen Abschnitten (Sättigung)
vorhergegangen ist.

In Summe bleibt aber, dass ich irgend etwas machen muss und
sei es nur dazu um zumindest für etwas Entspannung zu sorgen.

Ich habe mich bereits oberflächlich in einige (Horizontal-/
abdichtungs)Systeme eingelesen. Letzlich bleibt dass die
einen Varianten zu intesiv in die Statik eingreifen und
die anderen nicht recht wirksam sind. Letzlich haben aber
all diese Varianten eines gemeinsam, sie sind sehr kostenintensiv.

Daher auch die Idee eines Betonvorsatzes, eventuell sogar
sehr flach ausgeführt um somit nicht wirklich in die
"Fundaments"-tragenden Lehmschichten zu kommen.


Vielen Dank für Ihre Informationen!

MfG
Anton Huber



Rinne als "österreichische Lösung"



Hallo,
habe eine ähnliche Konstellation (Hanglage, Lehmboden, kein wirkliches Fundament, Räume nicht unterkellert und etwas unter Oberflächenniveau). Allerdings war entlang der Mauer von anno dazumal eine Art Betonrinne vorhanden, die z.T. völlig zugewachsen war. Die Rinne hat ihren tiefsten Punkt ca. 50 cm von der Mauer entfernt und ist in Richtung Hang offen (Form: ca. wie ein halbes U oder V); tiefster Punkt entspricht Fußbodenniveau.
Daher folgender Ansatz: Schlagregen kein Problem, da Dachüberstand und mittlerweile Dachrinne. Nicht graben, Rinne Abdichten und erneuern, damit das Oberflächenwasser bei Regen sofort über die Rinne abfließt und nicht in Richtung Mauer einsickern kann (Gefälle entlang der Mauer beachten!). Wasser unter der Oberfläche: keine finanziell und bautechnisch vertretbare Lösung möglich da Grundbruchgefahr zu groß. Funktioniert bis jetzt gut - Mauern werden trockener. Ob sie jemals ganz trocken werden weiß ich allerdings nicht.
lg
Ute