rinden-/bastreste am neubaudachstuhl




habe ein neues holzgebäude erstellen lassen (über 300m2 dach) und es wurden viele bast- u.rindenreste nicht entfernt,als nicht erforderlich abgetan, u. lt. neuester Begutachtung durch einen Architekt als unbedeutend abgewiesen, da sich durch unseren klimawandel jetzt keine schädlinge mehr in den bastresten halten können.
könnt ihr mir dazu etwas sagen oder einen tipp geben wo ich hilfe/infos über die zulässigkeit von rindenresten bekommen kann?





Hallo Roland Seiler,
seit Jahrtausenden ist es so, daß die Rinde und das Splintholz zuerst befallen werden. Ungesehen möchte ich sagen: Hier wird offensichtlich gepfuscht.!!
Machen Sie sich erst schlauer, bevor Sie die Rechnungen bezahlen.
Viele Grüße D.Fr.



Mythen



Wie wahr, wie wahr lieber Dietmar

Und schon ist ein neuer Mythos entstanden:
Der Klimawandel verscheucht alle Holzschädlinge!
Wie schön !!!!
(und natürlich alle Reklamationen)

Gruß

Lutz



Böcke ???



Da wir nun langsam mediterranes Klima bekommen, könnte man glatt alte Kalauer umdichten:

Wir sitzen hier am Mittelmeer,
und haben keine Böcke mehr.

Nieder mit den Alpen, freien Marsch für den Klimawandel.

Gruß aus BS



Nachhilfeunterricht...



...sollte sich Dein Architekt reinziehen.
Natürlich klingt das vom Klimawechsel für den Laien erst einmal recht fundiert und gläubig, doch gerade das Gegenteil ist hier der Fall.
Außerdem ist nicht gesagt, ob es sich um baumdörre Bäume schon aus dem Wald handelte oder nicht.
Ist das erstere der Fall, dann sollte schleunigst die Rinde herunter, da sich unter dieser eine Vielzahl an Schädlingslarven und Käferchen befindet.

Grüße aus der Lausitz.



Baumrinde



Guten Morgen,

was steht denn eigentlich
a) in der Statik
b) in der Ausschreibung ?

da Holz ordentlich klassifiziert ist, hat man Ihnen möglicherweise etwas mangelhaftes angedreht. Dann stehen Ihnen schon daraus bestimmte Rechte zu.

Im Übrigen kann man sich wieder nur über mafiöse Praktiken wundern.

Gruß



Rindenreste an Konstruktionsholz



Dag ok. Es handelt sich bestimmt um fehlkantiges Konstruktionsholz. Wird es in statisch wichtigen Bauteilen eingebaut, sind die vorhandenen statischen Werte geringer als die geforderten. Bei der ingenieurmäßigen Bemessung z.B. von Dachkonstruktionen wird immer ein Sicherheitszuschlag mit eingerechnet. Ubersteigt jedoch die Anzahl fehlkantiger Konstruktionsteile einen bestimmten Prozentsatz, ist der Sicherheitszuschlag alsbald aufgebraucht. Zum anderen erfordert gerade die Aussicht auf ein Mittelmeerklima, erhöhte Sorgfalt beim Einbau schädliegsanfälliger Konstruktionselemente, da ja die natürliche Merzung unterbleibt. Na denn man to.



Es ist wird kälter, nicht wärmer!



Ich muss Euch enttäuschen. Das Mittelmeerklima könnt Ihr vergessen. Orientiert Euch an skandinavischem Klima. Das erwartet uns in Deutschland wahrscheinlich. Also Lutz, wie sieht es mit den Holzwürmern in Skandinavien aus?

An meinem 110 Jahre alten Hause wurde auch von Anfang an "kostengünstig" gebaut - mit Rinde. Stehen tut es noch inkl. der Holzwürmer. DaDein Haus ja nun mal steht, würde ich kräftig den Preis drücken.



Klima



Ja nun Stephan, dann laß uns mal einschüren!

Den Hausböcken geht es gerade in Skandinavien gut:
Viel Holz - Viel Futter

Übrigens: Die besten Spezialisten für die Holzschädlinge befinden sich in den skandinavischen Ländern.

Gruß

Lutz



3 Fakten



Guten Tag,
Fakt 1: Die zulässige Baumkante (aus statischer Sicht) wird in DIN 4074 Teil 1 für Nadelholz und Teil 5 (Fassung Juli 2003) für Laubholz festgelegt. Ein wenig Baumkante hat noch keine Auswirkung auf die Tragfähigkeit, weil der verminderte Querschnitt durch unverletzte Faserstruktur ausgeglichen wird.
Fakt 2: In der Bastschicht eingeschleppte Schädlinge sind Frischholzschädlinge, d. h. sollte aus versehen ein Frischholzschädling mit eingebaut worden sein, schlüpft nur eine Generation. Auch das ist natürlich ein Mangel und kann zu Folgeschäden führen. (Ausnahme: Scheibenböcke sind irgendwo zwischen Frischholz- und Trockenholzschädling anzusehen. wenn genug Rinde vorhanden ist, können noch Folgegenerationen entstehen.)
Fakt 3: Falls es sich um chemisch geschütztes Bauholz handelt, ist die bastschicht abzuschälen und die betreffenden stellen sind nachzuschützen. Der Bast wirkt wie eine Sperre gegen das eindringen von Holzschutzmittellösungen.
Mit freundlichengrüßen Ulrich Arnold