Riesenproblem

18.07.2019 Christmasangel



Liebe Leute,danke für die Aufnahme.Und ich komme direkt mit einem Riesenproblem:Habe ein uraltes Bauernhaus ersteigert und werke seit 2,5 Jahren daran herum ,die Innenwände mit Lehm zu verputzen."Bereits 2 Handwerker haben nach dem Abfallen ihres gemachten Lehmputzes und mit reichlich Vorschuss,das Weite gesucht.Die Innenwände sind aus Bruchsandstein und schon 2 mal ist der fertige Putz komplett von der Wand gefallen,nachdem er einigermaßen getrocknet war.Ich weiß nicht mehr weiter.



Moin,



was für ein Putz?
Also Hersteller, genau Bezeichnung etc., wie wurde verarbeitet?

Untergrund, Vorbehandlung? (Fotos, Beschreibung)

Spontan würde ich sagen zu dick aufgetragen, aber nach entsprechenden Angaben können die Spezialisten sicherlich was dazu sagen.

Bei einem solchen Projekt sollte man einen erfahrenen Planer zur Seite nehmen.



Fotos



Hallo hat leider etwas gedauert.Lehm ist von Fa Golem.Fotos der Misere anbei



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Untergrund jetzt mit Betonkontakt





Hallo Christmasangel,

das ist ja wirklich ein Problem größeren Ausmaßes...

Foto 1 ... sieht nach einer sehr dick aufgetragenen, tonhaltigen Mischung aus, das führte vielleicht zu diesen bodenerosionsartigen Rissen?

"Untergrund jetzt mit Betonkontakt " - was meinst du damit?

Vielleicht liegt das Problem versteckt; ich denke da an Feuchtigkeit, die den Lehm nach Auftrag und oberflächlichem Trocknen wieder anlöst?

Viel Glück,
Alexander



lehmputz hält nicht..



Moin
Das von Euch gewählte Produkt ist halt scheinbar noch nicht ganz ausgereift..
Dem Unterputz fehlt die Armierung in Form von Fasern aus zb Miscanthus oder Gerstenstroh,desweiteren fehlt es an Körnung im Sand..
ein Putz mit dem ich 3cm am stück aufziehen Möchte der sollte als Gröstkorn dann bestenfalls bis zu 8mm Körnung enthalten .

wenn,wie in eurem Lehmprodukt,keine Fasern und ein Gröstkorn von 2-3mm verwendet wird und auch noch Schluff,,,dann wird jeder Putz der deutlich dicker als 9 mm daherkommt dann Zwangsläufig zur Rissbildung neigen.

man kann aus diesem Produkt bestimmt einen vernünftigen Putz machen aber da braucht es Fachwissen und ein Urteilsvermögen bezüglich Putzmischungen. da reicht es nicht n Sack aufzureissen und Loszulegen..


nun Zum eigentlichen Problem wieso hält der Putz nicht vielleicht ist der Untergrund Versalzen oder anderweitig Durchfeuchtet..zb aussen schlecht verfugt oder halb Eingegraben..

aber ich Vermute mal es liegt einzig und allein an der Lehmputzmischung...

und ich würde mal ne Probefläche anlegen mit etwas Mehr Sand und Gerstenstroh in 3cm länge wieviel Sand (0-8)das kann man nur durch Herantesten rausbekommen..

nuja und Betokontakt hat auf Natursteinen auch nix verloren da gibt es Bessere Grundierungen..

so das erst mal in aller Kürze..

gutes gelingen wünscht Flakes..



Lehmputzmischung



Hallo,

da schließe ich mich dem Vorredner an - die Putzmischung wird in der Stärke und auf dem Untergrund nicht vernünftig funktionieren.

Golem schreibt ja selbst: "... Stärken bis 2 cm sind rissfrei auszuführen ... hier wird mit Strohhäckseln abgemagert....!!"

Ich habe jüngst Coluto Lehmunterputz verarbeitet. Der hat schon einen gesunden Mix aus Schluff und Sand. Und recht große Strohhäcksel. Ab einer Stärke von 2 cm in einem Auftrag (Wandheizung) wollte aber selbst dieser Putz trotz guter Untergrundhaftung bei mir an einigen Stellen der Schwerkraft nicht mehr trotzen - da hilft nur mehrmaliges Auftragen.

Wenn wie bei euch noch ohne Armierung gearbeitet wird behaupte ich dass das gewählte Produkt nicht geeignet ist! Stroh beimengen könnte helfen, mehrlagig verputzen. Gewebe einbringen.

Viele Grüße
Jan



Den roten Dreck sofort entfernen



Mir sträubts die Nackenhaare ob des Beschmieren der Wande mit Betonkontakt , bitte entfernen sie das Zeugs umgehend bevor sie überhaupt an den Antrag von Lehm an die Wand denken. Wenn schon eine Erhöhung der Haftung sein muss dann bitte mit eine Vorspritzer aus NHL und groben Sand , da haben sie mechanische und adhesive Haftung in einem ohne Chemiemurks



Riesenproblem



Danke erstmal für die Antworten.Leider findet sich im Saarland nirgendwo ein vernünftiger und auch bezahlbarer Verputzer,der das Lehm putzen beherrscht.Ich bin am Ende mit meiner Weisheit.In meiner Verzweiflung habe ich eben Betonkontakt genommen ,als Haftung und auf einem Probestück,scheint der Putz darauf zu halten.Warum muss ich den Betonkontakt nun wieder entfernen,was eigentlich unmöglich ist,den kriege ich nicht mehr ab.Was passiert damit schlimmstenfalls?Ich wollte eigentlich alles selber machen,aber 2 verschiedene Krebserkrankungen innerhalb der letzten 2 Jahre schränken mich sehr ein.Bin nahe daran Lattung und Gipskarton zu machen,aber 4 Tonnen Lehm stehen hier bei mir rum.



lehmputz



richtig einstellen ist garnicht so schwer..
betokontakt einfach überputzen,und ab jetzt zb mit Gekkosol oder Kalkhaltigem Vorspritzmörte lweiterarbeiten damit erstmal die Wand griffiger wird..
dann brächten wir mal deine PLZ im Saarland..
es gibt beim Dachverband Lehm eine Verarbeiterliste,,möglicher weise können die Dir dann weiterhelfen..
Du sucht halt jemanden der sich mit dem Material sehr gut auskennt,das sollte ja wohl zu regeln sein..
ich wüsste wie ich das Retten kann aber ich hab leider Keine Zeit..
zb der Lehmbauer marc ist der nicht in der nähe?
greets Flakes..



Riesenproblem



Postleitzahl 66564, die beiden Firmen in der Nähe,die genannt wurden habe ich angeschrieben,eine hat gar nicht geantwortet,die andere schrieb,dass sie keinen Lehmputz mehr macht.Mit Lehmbauer Marc hatte ich auch Kontakt,aber er ist zu weit weg,er wollte aber noch einen Kollegen aus dem Hunsrück fragen,aber ich habe da noch nichts weiter gehört.Danke für die Tipps



Riesenproblem



Lieber Flakes,wie würdest du es denn retten,bin für jeden Tipp dankbar.Das Haus muss so schnell als möglich fertig werden,es ist behindertengerecht und meine Frau hat nur noch 30 % Herzleistung und große Probleme mit den Treppen,wo wir jetzt wohnen.Danke



siehe oben..



wie oben schon Beschrieben Putzmuster erstellen und mit Gröberen Zuschlägen strecken,
Stroh oder Miscanthus Schilf 3 cm schnipsel.. und Estrichsand aber wenn es geht ohne Nullkorn..
dann sagen wir so 100 kg von deinem Lehm mit bis zu 10% Zuschlagstoff anreichern ,anfangen würde ich mit 5% und 500 g Stroh..
das ganze dann auf eine fertig grundierte testfläche werfen und abziehen und dann mal sehn ob das auch so reißt..
wie gesagt das wäre die Low Budget rettungsvariante...

Lediglich ein Versuch dem Produkt Nachträglich eine Vernünftiges Stützkorn zu Verpassen..

besser ist immer das richtige Material zu bestellen für das Jeweilige Projekt,aber der Zug is wohl abgefahren..
beim Oberputz muss man dann natürlich auf Estrichsand Verzichten und Maurersand nehmen..
gutes gelingen wünscht Flakes..



Riesenproblem



Habe nun einen weiteren Bauunternehmer kontaktiert,der nun vorgeschlagen hat,Kalkputz mit dem Lehmputz zu mischen und hat damit einen qm zur Probe verputzt.Dieser Putz hat auch feine Risse bekommen,hält aber gut seit er trocken ist.Aber ist das wirklich das Gelbe vom Ei eine Mischung von Kalk und Lehm und dann muss ja auch noch Zement rein.Was meint ihr,kann man das so machen?Er meinte er hätte früher Lehmputz gemacht,mit Menschenhaaren und Kuhmist,das möchte er aber nicht mehr machen.



Wieo



denn da noch Zement rein? Kalk+ Lehm zu mischen ist schon möglich, habe gestern einen Beitrag im Forum entdeckt, der diese Mischung (+Quark) als sperrenden Lehmputz gegen Ruß verwendet hat. Eigentlich löst dies aber nicht dein Problem, nämlich dass dein gekaufter Putz scheinbar zu fett / zu tonhaltig eingestellt ist und deswegen reisst. Flakes nannte schon die Lösung, an welche man schnell über zwei, drei kleine Testflächen an der Wand herantasten kann. Material zum Abmagern gibts entweder im Baustoffhandel (Sand in Mengen) oder im Raiffeisenmarkt um die Ecke (Strohhäcksel, Leinenstroh, Schilfhäcksel o.Ä. als Pferdeeinstreu), zur Not kann man es auch im Internet bestellen und liefern lassen.

(Was du machen willst ist ja einen groben Unterputz zu erstellen, also da muss schon irgend ein Zuschlag rein.)

Ich weis dass Herumprobieren Zeit kostet, aber genau betrachtet geht das wohl schneller als loszugehen und Lattung + Gipskarton zu kaufen und zu montieren.

Hast du schonmal probiert den Putz, also das MATERIAL an sich zu wechseln? D.h. die Mischung zu beeinflussen oder einfach testweise für 15,X € einen Sack Conluto o.Ä. zu bestellen um auszuschliessen dass es am Untergrund liegt?

Haare und Kuhmist sind ja nicht besonders verwerflich wenn es um Lehmputz geht. Möchte er nicht mehr machen? Wieso? Zement würde ich niemals beimischen, dann könntest du genausogut irgendeinen mineralischen Putz aus dem Baumarkt nehmen.

Wie Flakes ebenfalls erwähnte: Das Zauberwort ist "Anwerfen", der Putz muss natürlich richtig an die Wand gepresst werden, mit Kelle aufdrücken, werfen, klatschen, wie auch immer. Er hält mechanisch und verkrallt sich nur dort in den Untergrund, wo keine Luft stört.

Vielleicht liegt es daran, dass die aufgebrachte Kraft (und die Erfahrung der zuerst bestellten Verputzer) nicht gereicht hat um den Putz in jede Vertiefung zu drücken --> Ablösung dahinter und keine gute Haftung?

Ich hoffe ihr findet einen Weg, damit deine Frau und Du schnell in die neuen vier Wände einziehen könnt! Ich wünsche dir lehmige Erfolgserlebnisse!

Viele Grüße, alles Gute und halt uns auf dem Laufenden,
Alexander





Das Thema hatte wir hier ja vor geraumer Zeit schon mal erörtert.

https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/lehm-faellt-ab-und-reisst-279236.html

Blöd das bis heute noch keine praktische Lösung gefunden wurde.

Der Kern des (Riesen-)Problems ist das es sich bei dem gelieferten Lehmputzmaterial um einen "Universalputz" handelt, der als Oberputz bzw. bis 20 mm Antragsstärke als Unterputz verwendet werden kann.

Als Unterputz ist das Material nur nach dem mischen mit Strohhäckseln, die der Hersteller separat liefert verwendbar.

Das Problem bei dicken Aufträgen ohne Abmagerung mit Pflanzenfasern ist das die fette Lehmmischung beim trocknen derart stark schwindet das es zu Oberflächenspannungen im Putz kommt, der übermäßiger Rissbildung befördert und gar ein ablösen vom Untergrund bewirkt.

Die Zugabe von Kalk bewirkt an dem Problem nichts, da der Kalk ohne Magerung ebenfalls zu stark schwindet.

Die Hinweise die hier bereits gegeben wurden laufen recht präzise auf eine sachgerechte Lösung hin. Die Versuche und Materialpanschereien deiner Bauleute sind hingegen wenig produktiv.

Lass uns mal bitte wissen, wie viel Quadratmeter zu machen sind und was an Material an der Baustelle noch vorhanden ist. Dann ließe sich zumindest ein Plan aufstellen wie die Sache nunmehr günstig zu bereinigen ist.



Riesenproblem



Danke für die Antwort.Also an neuem Material stehen noch eine Tonne Universal und eine Tonne Lehmfeinputz vor der Baustelle.Innen ca 2 Tonnen abgefallener Putz,den ich am Sieben bin um ihn wieder zu verwenden.





Wie viel Quadratmeter sind noch zu machen?