Richtiger Deckenaufbau mit Rigips und Dampfbremse

12.01.2017 Palle



Hallo zusammen,
bin neu hier im Forum und habe schon etwas mitgelesen, aber eine Info zu einem speziellen Problem fehlt mir noch:

In unserem alten Bauernhaus sind wir gerade beim Erneuern eines Badezimmers im EG. Es wurde völlig entkernt, Wände neu verputzt und nun geht es an die Neukonstruktion der Decke.
Der Dachboden ist ungenutzt, nicht begehbar (es sei denn man balanciert über die Innenwandmauern aus Kalksandstein) und soll mittelfristig nicht ausgebaut bzw. isoliert werden. Daher möchte ich eine Gipskartondecke unter Trockenbauprofilen erstellen, die ich von oben mit entsprechender (Mineralwolle-) Isolierung versehe. Rundum U-Profile, CD-Profile, Kreuzverbinder usw.
Meine Frage: Da der Bodenraum nicht isoliert ist, brauche ich eine Dampfbremse, nur wo bringe ich sie korrekt an? Meine einzige Idee wäre, sie auf die CD-Profile zu kleben, aber dann liegt der Gipskarton direkt auf der Folie und ich durchlöchere die Folie mit den Schnellbauschrauben. Wäre dankbar für einen Tipp!

VG, Palle



Deckendämmung im Bad



Wenn die Gipskartondecke nur dazu dient die Dämmung zu halten würde ich mir die Arbeit sparen und die Dämmung lose oben auflegen-
ohne Dampfbremse, sofern der Putz unten ok und keine Konvektion möglich ist.
Als Dämmstoff Hanffasermatten, Holzfaserdämmung, Zellulose oä.-
als kapillaraktive Dämmstoffe wesentlich feuchteunempfindlicher und vom Hitzeschutz her viel besser gegenüber Mineralwolle.
Dämmung uU mit Winddichtung oä diffusionsoffenen Folie abdecken, um die Durchströmung zu reduzieren.

Andreas Teich





Danke für die Antwort, Herr Teich. Wenn eine Dampfbremse nicht zwingend erforderlich ist, kann ich sie weglassen. Putz ist neu und die Gipskartonplatten würden dicht und sauber verspachtelt an den Putz anschließen. Danke auch für den Hinweis zu den Dämmmaterialien!

Herzliche Grüße, Pal Horvath



Erinnerung...



... die EnEv fordert die Dämmung der obersten Geschossdecke.

Bitte keine halben Sachen machen, hier ist die Dämmung wirklich kein so gewaltiger Aufwand und rechnet sich auch.

Mein Vorschlag: OSB Verlegeplatten von unten anbringen, dienen als Dampfbremse und geben Stabilität für eine darauf liegende, offen eingeblasene Zellulosedämmung oder ähnlich. Eine Dämmschüttung hat den Vorteil dass man sich nicht gross um kleine Fitzelchen bei den Profilen kümmern muss, und auch nicht auf der nicht tragfähigen Konstruktion herumturnen muss.

Das OSB kann man dann von unten noch mit Gipskarton verkleiden.



Danke...



...für die Antwort!
Naja, nicht nur weil die EnEV die Dämmung fordert, auch weil ich ungern den Bodenraum mit heizen will, möchte ich die oberste Geschossdecke dämmen ;-)

Die Zellulose scheint sich ja schon mal als favorisierter Dämmstoff herauszukristallisieren. Das eine Folie unnötig ist, scheinbar auch.
Um auf EnEV U<0,24 zu kommen, müsste ich mindestens 160mm z.B. Thermofloc auffüllen, die Idee gefällt mir sehr gut, auch wenn der kleine Raum mit einigen Balken gesichert noch recht gut von oben zu erreichen ist, gestaltet sich eine Schüttung wesentlich einfacher!

Ihr Tipp wäre eine zusätzliche OSB Platte zwischen die Profile und den Gipskarton, dann würde aber auch die einfache Beplankung mit Gipskarton reichen, da ich ursprünglich doppelt geplant habe, oder?
Ist der Hintergrund nur eine höhere Stabilität oder tatsächlich eine, der Dampfbremsfolie ähnliche, Eigenschaft der OSB Platten?
Die Zelluloseschüttung würde ich dann, wie von Herrn Teich vorgeschlagen, mit diffusionsoffener Folie abdecken, also praktisch eine Unterspannbahn vom Dach auflegen.
Interessant! Gut, das ich gefragt habe!
VG



OSB als Dampfbremse



Siehe z.B. http://www.egger.com/downloads/bildarchiv/38000/1_38014_BR_Holzbau-Verarbeitungsleitfaden-OSB_DE.pdf Abschnitt 7.

Eine 15 mm Platte hat einen Sd Wert zwischen 2.2 und 3.0.

Das OSB sollte man an den Rändern für Luftdichtheit abkleben, dann eine Schicht Gipskarton.



Oberste Geschoßdecke dämmen



Wenn die Deckenverkleidung von unten ok ist, wie angegeben, ist es unnötiger Aufwand, von unten irgendwelche Arbeiten vorzunehmen.

Wie gesagt- bei diffusionsoffenen Aufbauten wie hier wird keine separate Dampfbremse benötigt, wenn die Decke durch Putzschichten oä schon abgedichtet ist. Die Zellulose oder auch Hanf, Holzfaserdämmung etc hat einen derart geringen Sd-Wert dass eindringender Wasserdampf problemlos diffundieren und auch kapillar abgeführt werden kann.

Allenfalls würde ich aus praktischen Gründen auf den Balken in Raummitte einen schmalen Steg bauen um nicht über fragile Balkenfelder balancieren zu müssen (durch hochstehende Latten markieren, damit man später weiß wo man laufen kann- nach dem Einblasen sieht man die Balken nicht mehr)
Die ENEV muß in solchen Fällen praktisch nicht mehr beachtet werden-
ich würde ohnehin nicht mit gesetzlichen Verpflichtungen argumentieren sondern mir überlegen was sinnvoll ist und was nicht.
Eine gute Dämmung der obersten Geschoßdecke ist in aller Regel sinnvoll und zudem günstig in Eigenleistung zu erledigen.

Als Dämmhöhe würde ich nicht unter ca 20 cm nehmen, besser 30-40 cm, abhängig vom Bestand und dem gewünschtem Dämmstandard.

Bei losen Schüttungen die unteren Dachränder durch aufgestellteBretter oä abtrennen und auch um den Treppeneinstieg.
Dieser sollte auch durch eine Klappe oä abgetrennt und gedämmt werden.

Um mögliche Staubentwicklung zu vermeiden kann diffusionsoffene Folie, Winddichtung, dünnes Geotextilvlies oä aufgelegt werden oder Zellulose zB mit dem Pflanzensprüher leicht mit Wasser benetzt werden, wodurch die obersten Fasern gebunden werden (wie bei Pappmachee)

Hanfmatten, flexible Holzfaserplatten etc können alternativ verwendet werden.
Bei unebenem Untergrund sind Schüttungen einfacher und unterströmungssicherer.
In solchen Fällen zuerst die Unebenheiten mit Schüttung ausfüllen und dann ggf Platten auslegen.

Es gibt auch begehbare Holzfaserplatten, die ggf auf eine Sparschalung gelegt werden können, wenn kein tragfähiger Untergrund vorhanden ist.

Andreas Teich





"Wenn die Deckenverkleidung von unten ok ist, wie angegeben, ist es unnötiger Aufwand, von unten irgendwelche Arbeiten vorzunehmen."

Hallo Herr Teich, ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir uns richtig verstanden haben. Die Decke soll komplett erstellt werden, ich fange bei Null an. Also Trockenbauprofile, Plattenwerkstoff und Dämmung.

Möglichkeit a): doppelt Gipskaron direkt unter die Trockbauprofile geschraubt, Zellulosedämmung, evtl. diffusionsoffene Abdeckung mt Folie

Möglichkeit b): einfach Gipskarton und eine 15mm OSB Platte unter die Trockenbauprofile, Zellulosedämmung und evtl. auch eine diffusionsoffene Abdeckung

Bei a) keine Dampfbremse, bei b) die OSB Platte die als Dampfbremse fungiert?

Würde mich über nochmalige Antwort von Ihnen freuen! Versuche noch ein Foto einzustellen.

VG



Schwierig...



...zu fotografieren. Der große alte Eichenbalken wird ca. 20cm über der zukünftigen Zimmerdecke liegen. Gerade da drunter wäre die Zelluloseschüttung die einfachste Option!



Konstruktion der Badezimmerdecke zum Dachraum



Halllo
Stimmt- ich hatte es etwas mißverstanden.

Als Bekleidungsplatten würde ich Gipsfaserplatten verwenden, Lehmbauplatten, Heraklith mit Kalkputz versehen oä.

Gipskartonplatten sind nicht so sorptionsfähig und schimmelgefährdeter.

Platten dicht an die Wände anschließen, bei zweilagiger Verlegung nach der ersten Lage die Randbereiche mit Klebebändern abdichten.

Darauf 30-40 cm dick Zellulose.

Eine Dampfbremse ist bauphysikalisch gesehen unnötig (stört aber auch nicht).
Allenfalls kann eine Folie sinnvoll sein, damit nicht die ganze Dämmung herunterfällt, falls später an der Decke Änderungen vorgenommen werden.

Andreas Teich





Super, vielen Dank für den ganzen Input!

VG



Baddecke



1. Deckenbalkenlage einbauen. Egal ob begehbar oder nicht begehbar: Die Balkenlage sollte einen Menschen zusätzlich zum Eigengewicht tragen können.
2. Dampfsperre von unten direkt an den Balken montieren.
3. Traglattung aus Dachlatten im Systemabstand montieren.Da die Balkenlage neu ist sollte das kein Problem sein.
4. Dämmkeile oder flexible Dämmmatten in die Balkenfelder klemmen. Ein paar OSB- Platten dienen als Montageplattform.
5. Diffusionsoffene Unterspannbahn als Windschutz und Staubfänger auftackern.
6. 1 Lage GKI 12,5 mm unten anschrauben. Randprofil nicht vergessen!
7. Spachteln, schleifen, Übergänge zur Wand mit Acryl abspritzen, streichen, fertig.

2 Lagen GK an der Decke- da ist eine unnötig.