Richtig Drainagieren

14.01.2021 Tom

Richtig Drainagieren

Hallo

Ich habe mir schon einige Beiträge auf dieser Seite durchgelesen und finde diese sehr interessant und hilfreich.
Wir renovieren zur Zeit einen alten Bauernhof. Mauern usw sind in einem guten Zustand und bestehen im unteren Bereich aus Granitbruchsteine bis zum Teil 1m über Fußboden und darüber Vollklinker. Zum Teil handelt es sich um Gewölberäume. Der gesamte Hof ist NICHT unterkellert.
Generell wird hier im Forum eher vor Drainagen abgeraten außer es handelt sich um drückendes Wasser. Wie in der angehängten Skizze zu sehen ist haben wir auf einer Seite ein Böschung (gelb schraffiert) die maximal 1,5m höher ist als die "Gräd". Weiters habe ich die beiden Brunnen eingezeichnet, die einen sehr hohen Wasserstand haben, welcher ungefähr der Unterkante der Böschung entspricht. Auch war früher der Bereich zwischen Böschung und Haus extrem sumpfig welche in den 80er Jahren durch eine Ziegelrohr-Drainage trockengelegt wurde. Jedoch ist diese Drainage nicht mehr voll funktionasfähig. Da wir die angrenzende Hausseite zu einem Wohnbereich umbauen wollen, stellt sich nun die Frage wie richtig drainagiert werden soll.

Aus meiner Sicht ergeben sich grundsätzlich 2 Möglichkeiten wobei die auch kombiniert werden könnten:
1. Drainage am unteren Ende der Böschung (vielleicht 0,5m vom Böschungsfuß entfernt). Wenn ja wie tief soll eine Aushub vorgenommen werden welcher später mit Rollschotter wieder aufgefüllt wird.
2. Drainage nahe am Mauerwerk: Wenn ja wie tief soll ausgegraben werden? Hier spielt vielleicht noch folgendes hinein. Wir möchten diese "Gräd" befestigen, sodass ein Gewisse Dicke an Schotter und darauf der Beton notwendig wird.

Kombination aus beiden. Tiefere Drainage am Fuß der Böschung (eventuell 1m tief) und ca 30cm unterhalb der Gräd aufgraben mit Gefälle im Lehmboden weg von der Mauer. Unterhalb der Außenkante der Gräd in ca. 40cm-50cm tiefe eine zweite Drainage aus Drainagerohren welche unten geschlossen sind verlegen.

Ich hoffe ich habe es gut genug beschrieben. Ansonsten erläutere ich es gerne noch genauer.

Vielen Dank für eure Tips.



Drainieren



wenn ich es richtig verstehe geht es darum, die "Gräd" in einen Zustand zu versetzen, dass ein befestigter Weg aufgebaut werden kann. Wie breit ist die Gräd also vom Mauerwerk bis Böschungsfuß ? Wohin wird/wurde das anfallende Wasser geleitet, eingeleitet ? Wenn Ihr dort massiv drainiert solltet Ihr Euch im Klaren sein, dass der Wasserspiegel im Brunnen auf die Höhe der Drainage sinken kann, ich weiß ja nicht inwieweit Ihr auf das Brunnenwasser angewiesen seid, aber bedenkt, dass Wassermangel in vielen Gegenden zuküftig die Regel sein wird.
Bei uns wird im hügelgen Erzgebirgsvorland wurde festgestellt, dass die zu DDR-zeiten massenweise eingebrachten Drainagen in den Feldern den Baumbeständen auf den umliegenden Hügeln das Wasser entzieht und diese regelrecht trockengelegt werden. Das soll jetzt teilweise rückgängig gemacht werden.
Ich würde eine gute Schotterlage unter die Wegbefestigung bringen, die ja auch eine Drainfunktion hat.



Hallo Pope



Danke für die Antwort

Es geht um 2 Dinge. Zum einen will/muss ich diese Gräd befestigen, da sie der neue Weg bis zur Haustüre wird. Weiters möchte ich das Wasser von der Böschung ableiten sodass es sich nicht an der Hauswand aufstaut und auch der Wiesenstreifen zwischen Gräd und Böschung nicht zu sumpfig wird.

Der "Alte Brunnen" im Bild wird nicht mehr verwendet. Daher stört es mich nicht wen hier der Wasserspiegel um 1-2m absinken würde. Die Gräd soll ca. 900mm breit werden. Der Abstand zwischen Hauswand zur Böschung beträgt ca. 8m.

Weiters geht es mir darum (wie in anderen Beiträgen bereits beschrieben), Das Fundament nicht zu schwächen und auch keine "Fundamentbewässerungsanlage" mit einer möglichen Drainage zu bauen.



Fundament bewässern



einem Fundament ist es egal, ob der Boden trocken oder naß ist, also kann man es nicht "bewässern". Die Aussagen im Forum, auf die Du Dich wahrscheinlich beziehst, betreffen Gebäude mit Kellern, wo in der Tat eine falsch ausgeführte oder unnötige Drainage die Situation verschlechtert kann. Bruchstein zieht kein Wasser.
Ich denke, ein ordentliche Auskofferung mit Schotter als Unterbau für den Weg ( bei 900mm Breite schließe ich mal eine PKW-Befahrbarkeit aus) sollte Drainung genug sein. Statt des Betons würde ich einen Weg aus Betonsteinen in Splitt verlegt bevorzugen.



Trockenlegung



Du könntest eine Böschungsmauer mit hangseitiger Schotterverfüllung errichten, um das
Hangwasser abzuleiten.
Entweder am Mauerfuß eine Wasserableitung vorsehen oder im unteren Bereich Löcher vorsehen, die das Wasser auf den Weg rinnen lassen.
Der Weg kann mit wasserdichtem Betonunterbau oder EPDM-Bahn und Geotextil auf einer Schotterbettung errichtet werden.
Voraussetzung ist immer eine gezielte Abführung des Regenwassers.