Hauskauf




Hallo,

da ich nicht weiß wie ich den alten Thread hochholen kann,
fange ich hier nochmal an.

Wir haben vor uns ein Fachwerkhaus zu kaufen,erbaut 1880,
ca.175m², Grundfläche ca 7x13m, seit 5 Jahren unbewohnt.
Außen Sichtfachwerk, sieht optisch gut aus.
Innen ist alles optisch ca. von 1965.
Dach ist ca 30 Jahre alt und dicht. Bei der Dacherneuerung wurde eine Gewebefolie eingebaut. Keine Dämmung.
Der Boden im EG ist an einer Stelle eingebrochen, die im
Erdreich ausgelegten Balken verfault.
Ein Schwellbalken ist auf ganzer Länge morsch.

Ich werde nun in den nächsten Tagen das Haus mit einem fachwerkerfahrenen Zimmermeister anschauen.
...
Wir haben nun das Objekt der Begierde mit einer Zimmermeisterin angeschaut. Sie ist der Meinung das die Substanz des Hauses in Ordnung ist.
(Kein Hausschwamm gefunden)
Gemacht werden müßte wie gesagt ein Schwellbalken auf ganzer
Länge, die Enden der angrenzenden Ständer und Streben sowie einige kleinere morsche Stellen rundherum. Außerdem sollte
das Sichtfachwerk Sand oder Trockeneisgestrahlt werden,
und danach entsprechend weiterbehandelt/instandgesetzt werden.
Das Dach wurde wohl nach dem Krieg komplett mit Dachstuhl
ersetzt, evtl. wegen Brand o.Ä. Diese Konstruktion ist wohl
sehr sparsam ausgelegt und sollte in den nächsten 10-20 Jahren durch einen komplett neuen Dachstuhl ersetzt werden.
Kann man aber erst mal lassen.
Im EG müssen alle Böden raus, sie empfahl den Bereich tiefer zu graben, Feuchtigkeitssperre, Styrodur, Trockenestrich... wie gesagt im gesamten EG ca. 85m².
Die Außenwände müßten mit einer Innendämmung versehen werden, welche so eingebaut werden sollte, daß eventuelle spätere Arbeiten an den Gefachen von außen diesen Innenaufbau nicht beschädigen.
Inwieweit die Decken gemacht werden müßen ist noch unklar,
Putz ist jedenfalls noch keiner abgefallen, höchstens ein paar Risse.
Hier noch ein paar Aufzählungen was sonst noch so fällig ist:
-alle Fenster neu (20 Stück)
-alle Innentüren entlacken/restaurieren
-Fensterlaibungen (außen,fast alle)
-Haustüre restaurieren
-Böden im OG restaurieren,evtl öffnen,Schüttung/Dämmung ern.
-Heizung
-Sanitär
-Elektrik

Was mich nun brennend Interessiert ist die Frage mit welchen Kosten ich ca. rechnen muß.

Alle erforderlichen Arbeiten können selbst erledigt werden,
mit folgenden Außnahmen:

-Fachwerksanierung (ca.20.000€)
-Trockeneisstrahlen(20€/laufender Meter?)
-Innenputz,angedacht währe ein Lehmputz, Kosten pro m²?


Und wie lange wird das wohl dauern, 1 Mann (ich, Bauerfahrung vorhanden) 3 Werktage pro Woche Zeit.
Ob 2 Jahre wohl reichen. Hilfskräfte sind auf Abruf auch vorhanden. Ein Schreiner in der Familie könnte z.B. neue Fensterlaibungen anfertigen etc.

Alles große Fragezeichen, die Zimmermeisterin sagte:
rechnen Sie mal mit 200.000€, Schluck, ob es wirklich so teuer werden würde?

Ach ja, was gibt es bei einem solchen Projekt für Fördermöglichkeiten ? Auch im Bezug auf Kulturdenkmal (Sprossenfenster ?)

Ach ja, so nebenbei erfuhr ich im Gespräch daß das Haus nicht nur unter Denkmalschutz steht, es ist ein Kulturdenkmal. Ich denke mal das wird wohl kein Vorteil sein,oder ?

Grüße,
Rich

P.S. vielen Dank an alle die den langen Beitrag gelesen haben, ich habe mir halt mal von der Seele geschrieben -:)



Melden



Hallo Rich,

irgendwie glaube ich das ich das Objekt kenne. Wenn es in Trebur ist melde Dich doch mal, vielleicht kann ich was dazu sagen, wenn nicht, liegt es wahrscheinlich in der Nähe, dann kann ich mal einen Blick darauf werfen.
Ohne es wirklich gesehen zu haben ist es mit den Kosten schwierig. Die Geschichte mit dem Kulturdenkmal nach §2 HDschG muss nicht unbedingt von Nachteil sein, im Landkreis GG habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Jede Maßnahme am/im Objekt ist dann selbstverständlich mit der Behörde abstimmungsbedürftig.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Böden Erdgeschoß:



Solltet Ihr da wieder Dielen legen wollen (das passt zum Haus und ist fußwärmer als Fliesen/ Stein), könnt Ihr Euch den Trockenestrich sparen. Bei Interesse findet Ihr alternative Aufbauten hier im Forum, oder Ihr fragt noch 'mal.

Der Zeitrahmen ist dann realistisch, wenn die Hilfstruppen funktionieren.

Viel Erfolg, stellt doch immer 'mal ein paar Bilder ein.

Grüße

Thomas



Ohne ..



das Objekt gesehen zu haben, ist die Aussage, dass der (Holz?) Fußboden eingebrochen ist und im Erdreich! ausgelegte Balken verfault sind, sowie die Schwelle morsch sei ein Zeichen, dass Nassfäule besteht (muss nicht der Echte sein)! Auch wenn Ihre Zimmerermeisterin kein Myzel fand, gibt es genug Dinge, die auch anderweitig auf den Echten Hausschwamm deuten (Verformungen, Brüche, Käferarten die auf pilzvorgeschädigtes Holz gehen). Hier ist die Einschaltung eines holzbauerfahrener Architekten oder Sachverständigen mehr als sinnvoll! Die Durchführung der Idee, erst eine Innendämmung durchzuführen, die unabhängig von der nachträglich zu sanierenden Außenwand steht, halte ich für nicht ausführbar. Auch überzeugen mich die Vorschläge zum Trockenestrich im Fußboden usw. wenig. Die Information zum Kultur- und EINZELDENKMAL ist durchaus Geld wert, hierzu sollten Sie das Angebot zur Besichtigung des vor mir antwortenden Architekten annehmen..! Mit den Kosten lag Ihre Zimmermeisterin aber durchaus richtig. Viel Erfolg!



Bitte mal...



... bei mir auf der Webseite nachschauen.

Der Tipp der Zimmermeisterin ist sehr gut geschätzt.
Soviel hat es bei uns mit neuem Dachstuhl gekostet.
Es hat 4 Jahre gedauert und viele graue Haare erzeugt :-)

Trotzdem hat es sich gelohnt:
Fachwerkhaus Lorsch

Mit meinen Erfahrungen konnte ich auch einem Kunden aus Trebur weiterhelfen:
Fachwerkhaus Königstädten

Gruß T. Bucher



Moin Rich,



auch ich halte den angedachten Geld- und Zeitrahmen für realistisch.

Nicht eingerechnet die Zwangsbaupausen wg.Krankheit bzw. burn-out, langem Winter bzw. verregneten Mai.....sowie die sinnvollen Extras von der Sorte "Na wenn wir schon dabei sind...".

Wenns 2,5 Jahre dauert und 240 000,- kostet, sollte eure Kalkulation das noch verkraften können - ich komm grad von der Bank wg. Nachschlag...;-).

Viel Erfolg, Boris



Da es sich um



ein Denkmalgeschütztes Haus und gleichzeitig um ein Kulturdekmal handelt, hat die Demkmalbehörde ein kräftiges mitsprache Recht.
Hier gilt es bei Umbaumassnahmen eine sorgfältige Materialauswahl zu treffen.
Vorallem der der Zimmerer Ihrer Wahl den Restaurator im Zimmererhandwerk haben, ansonsten gibt es Probleme.

Grüsse Thomas