Rhombusschalung vor Fachwerkwand




Hi ihr Lieben,

ich bin derzeit am überlegen, welche Fassadenverkleidung ich im Obergeschoss vor der Fachwerkfassade anbringe.

Meine Auswahl ist zwischen Kriecher/Decker, Stülpschalung und Rhombusschalung.

Ich denke rein technisch wäre die Stülpschalung die beste Wahl, da der Ablauf des Wassers am besten gewährleistet scheint, allerdings habe ich bedenken, ob es aufgründ der 17m Gebäudelänge blöd ausschaut, da es das Gebäude optisch noch weiter in die Länge zieht...was meint ihr?...habe auch per Google keine Beispiele für Stülpschalung am Bauernhaus finden können, vermutlich genau aus diesem Grund?!

Was mich auch interessieren würde ...ist die Rhombusschalung auch anwendbar, oder ist sie durch die Lücken eher ungeeignet? , da das Fachwerk ja nicht voll geschützt ist...und ja auch optisch vermutlich blöd aussieht, wenn es in den Abständen durchschaut?
Wie müsste es gemacht werden sofern es doch anwendbar wäre?
Eventuell eine Art Unterspannbahn aufbringen, damit der Hintergrund unter der Rhombusschalung einfarbig ist?

Verwendet werden soll natürlich Lärche oder Douglasie.



Mein Favorit



ist Kriecher/Decker, da ich die senkrechten Hölzer meiner Umgebung klasse finde. Das Holz wittert aus und trocknet auch wieder gut. Viel Luft drum herum. Mein Elternhaus, ländlich aber kein Bauernhaus, das 1936 aufgestockt wurde hat eine lackierte Stülpschalung. Konstruktion ist Fachwerk aber nicht sichtbar. Hält schon knapp 80 Jahre und zieht sich an der Rückfront über 20 m. Ist beeindruckend aber der Faktor optisch strecken finde ich nicht schlimm. Das Holz wird so alle 20 Jahre gestrichen. Erdgeschoss ist in dem Fall verputzt bzw. Wetterseite Schwarzwälder Schindeln. Rhombus passt meiner Ansicht nach besser für moderne Häuser, aber so kennt man das eben auch.



Holzverkleidung Fachwerkhaus



Hallo Heinrich,
Was bei dir optisch besser paßt läßt sich ohne das Haus zu kennen kaum sagen.
Bei uns habe ich Rhombusschalung angebracht
-Beste Hinterlüftung auch ohne extra Belüftungsschlitze bei Fenstern, Türen etc
- problemlose Austauschbarkeit/ Demontierbarkeit von einzelnen Brettern
- läßt sich dadurch bis zum Boden herunterziehen ohne daß eine separate Sockelverkleidung hergestellt werden muß
- benötigt nur eine Konterlattung und keine Kreuzlattung etc.

Ich habe allerdings breitere Lärchen Bretter in Rift/Halbrift mit 140 x 24 mm genommen mit 30 Grad Schräge, damit das Wasser schneller abläuft.
Die sind allerdings nur schwierig zu bekommen- geht aber auch ohne Rift-Einschnitt.
Die Fugenbreite soll mind 7 mm betragen- wenn die Unterkonstruktion dunkel gestrichen wird sieht man sie nicht mehr-
bei uns ungestrichen nur bei Schrägsicht von unten möglich.

Folie etc habe und würde ich im Normalfall nicht verwenden,
-da meistens unnötig,
-Lebensdauer eher geringer als die der Verbretterung,
-zur Optik bei breiteren Fugen genügt meist das dunkelstreichen der Unterkonstruktion und bei der
besser 30 Grad betragenden Schräge und schmalen Fugen wird kaum jemals Wasser an die Hauswand kommen und dieses kann dann wegen bester Hinterlüftung schnellstens wieder abtrocknen.
Bei dir würde es natürlich anders aussehen.

Zur besseren Vorstellung kannst du doch ein Bild deiner Fassade machen und dann verschiedene Verbretterungen einzeichnen oder mit PC einfügen.

Ich habe bei dem abgebildeten Projekt einen CAD-Plan gezeichnet mit genauer Ansicht und Aufteilung aller Fassaden, da die Verbretterung um 3 Seiten geht und ich keine Einschnitte bei Fenstern und Türen haben wollte- danach auch die Fugenbreite festgelegt.
Bei Fragen kannst du mir gerne eine Mail schicken
Andreas Teich





Die von Ihnen gezeigte Variante gefällt mir sehr gut und ich werde diese mit hoher Wahrscheinlichkeit umsetzen.
Wie stark haben sie die Unterlattung gewählt?..ich denke 3cm sollte es Minimum sein?!

Was genau ist dieser Rift/Halbrift?...habe versucht es über Google heraus zu bekommen, aber mit den gefundenen Bildern, kann ich nichts richtiges anfangen.



Rhombusschalung



Die UnterkonstruktioDie Unterkonstruktion ist 32 mm dick und 95 mm breit, könnte aber auch schmaler sein und nur wo es Stöße von 2 Brettern gibt breiter nehmen.

Neben den Türen ist die Unterkonstruktion 140 mm breit, da ich hier Auflage für die späteren Klappläden benötige.

Die sinnvollen Maße können aber in anderen Fällen anders sein, da ich einen speziellen Unterbau habe wegen nachträglicher Fassadendämmung.

Rift/Halbrift heißt, daß die Lage der Jahresringe bei Rift 90 bis max 60 Grad, bei Halbrift 60 bis max 45 Grad betragen darf (je nach Sortierungsbestimmung bzw -vereinbahrung).
An der Fassade ists aber eigentlich nicht notwendig, man kann ca den doppelten Preis rechnen gegenüber Seitenbrettern, wobei ich für die abgebildeten Flächen auch die guten Bretter ausgesucht habe.

Wenn du noch spezielle Infos brauchst bitte per email-
wird sonst zu umfangreich.(zu div Möglichkeiten Fugenbreite, Profilierung, Oberflächenbehandlung, Verschraubung, Holzsortierung u -verlegung,Anschlüsse an Fenster-,Türöffnungen, div Normen etc)

Auch wenn es einfach aussieht- es gibt doch eine Menge zu beachten, damit das über Jahrzehnte schadensfrei funktioniert

Andreas Teich