Darf ich ein bischen Kritik üben?

13.08.2004



Diese Woche habe ich im Internet dieses Forum entdeckt. Und war hellauf begeistert.
Es ist schön, wenn man sich auf so einfache und schnelle Weise wirklich profesionelle Hilfe holen kann. Ich durchstöbere nun schon stundenlag dieses Forum und habe viele wirklich tolle Fachwerkhäuser gesehen und beneide die Besitzer ein wenig. Vor allem, wenn man den Mut hat, diese auch wirklich wieder mit alten Methoden zu restaurieren. Wirklich schön. Jetzt gibt es aber Hausbesitzer, deren Besitztümer weder erhaltungswürdig sind, oder die Ansprüche an Wohnqualität doch etwas höher liegen. Die Geschmäcker sind nun mal verschieden. Ich werde den Eindruck nicht los, daß diese ein wenig verhöhnt werden. Man kann doch altes mit neuem kombienieren. Neue Baumaterialien müssen doch nicht schlecht sein. Ich habe schon tolle Sachen gesehen, und habe selbst viele Ideen.
Nichts desto trotz, ein bischen Witz darf sein, aber den Respekt darf man nicht verlieren.
Also seid nicht böse. Oder klärt mich einfach auf, falls ich falsch liege.

Jetzt gehe ich erst mal in ein arbeits- (renovierungs-) reiches Wochenende, und am Montag schau ich mal, wie Eure Meinung dazu ist.

Also schönes Wochenende und viele Grüße M.Schulz



Hallo Monika,



natürlich darf man Kritik üben. Deine Kritik ist sogar sehr willkommen! Antwort folgt.



Altes mit neu kombinieren



Hallo Monika
Natürlich lässt sich Alt mit Neu kombinieren, mein Wohnhaus hat noch niedrige Decken und schiefe Wände, vor 10 Jahren habe ich es komplett mit alten Möbeln eingerichtet, dieses Jahr beginnen wir den scheunenausbau und damit die Scheune klar als Scheune zu erkennen ist werden wir uns nicht die Mühe machen das ehemalige Scheunentor in Luft aufzulösen oder mit alten Fenstern zu Verschlimmbessern sondern wir werden eine lösung wählen die sich dem Alten unterordnet und dennoch zum Haus passt.
Auch innen werden wir neue Wege gehen, evtl Metall oder Edelstahl mit alten Eichebalken verbinden, ich bin mal gespannt ob uns diese Gradwanderung gelingt, genug gute Beispiele gibt es ja, das alte Wohnhaus bleibt davon unangetastet.
Problematisch ist es bei der Materialwahl da lässt sich halt nicht immer alt und neu verbinden, vieles ist für alte Häuser tödlich, auch würde ich nicht versuchen Wände zu begradigen, das nimmt nur Platz, und es nimmt dem Haus den Charakter.
Moderner Gruß
Hartmut



Hallo Monika,


Hirn-Holz

ich bin mir sicher, daß vielen Besucher auf Fachwerk.de ähnliche Gedanken durch den Kopf gehen wie dir. Beim Lesen im Forum wird man erschlagen von so vielen neuen Aspekten des Bauens. Komisch nicht?

Was genau meine ich mit neuen Aspekten?

Du schreibst: „Vor allem, wenn man den Mut hat, diese auch wirklich wieder mit alten Methoden zu restaurieren.“

Wir diskutieren hier nicht über hypermoderne Kohlenstoffkonstruktionen, sondern häufig über Bereiche wie z.B. den Lehmbau. Eine Bautechnik, die seit Jahrhunderten bekannt und dennoch irgendwie befremdlich auf einen Bauherrn von heute wirken kann. Lehmbau war früher, damals; ist lange überholt und entspricht nicht dem heutigen Standard – so oder ähnlich könnte man empfinden. Daher wird Lehmbau eben als neuer Aspekt empfunden, weil man sich eigentlich nie damit beschäftigt hat, obwohl doch er wesentlicher Bestandteil der erworbenen Immobilie ist.

Damit gelange ich an einen wichtigen Punkt: Die meisten Besucher von Fachwerk.de haben eine bestehende Immobilie erworben. Zunächst einmal ist es sekundär, ob sie 300 oder 30 Jahre alt ist, weil eben als erstes erkannt werden muß, dass etwas, das bereits vorhanden ist, umgebaut werden soll. Keine grüne Wiese, kein Neubau, sondern vorgegebene Strukturen. Es geht also nicht nur um die Schaffung von Neuem, sondern auch um das Erhalten der bestehenden Substanz.

Egal wieviel Neues man in die erworbene Immobilie einbaut oder einbauen möchte: der Bestand ist zu berücksichtigen. Es geht dabei nicht um rückwertige Bauromantik, sondern um Konstruktionsschutz. Wenn die Bestandsimmobilie nun ein Fachwerkhaus ist, so gilt es unter anderm die Holzkonstruktion zu schützen. Sie ist das Skelett des Hauses und sie ist in der Regel sehr alt. Dieses Alter hat sie erreicht, weil die Bauphysik der „alten Methoden“ das Material nicht zerstört hat. Vor allem die Feuchtigkeitsprobleme im Wandgefüge traten früher nicht in dem Maße zu Tage, weil eintretende Feuchtigkeit auch wieder austreten konnte.

Sind die „alten“ Methoden nun den „Neuen“ überlegen? Wie man es nimmt. Zunächst kann man festhalten, dass sie sich bewährt haben. Die Fachwerkhäuser stehen noch, trotz widrigster Wetterbedingungen. Sie stehen noch, obwohl viele Jahrhunderte alt sind. Soviel kann man ohne Zweifel feststellen. Was ist nun mit den „neuen“ Methoden? Ja, über welche sprechen wir den eigentlich? Welche kommen einem denn alt vor und sollen eigentlich durch neue ersetzt werden? Es sind doch die hier diskutierten konstruktionserhaltenden Maßnahmen, oder? Die Elektrik oder die Sanitärinstallationen oder die Heiztechnik ist genau wie in anderen Häusern auch.

Zu den konstruktionserhaltenden Maßnahmen zähle ich jetzt auch das Thema Wärmedämmung. Warum wird das hier wieder und wieder diskutiert? Weil es die Lösung nicht gibt. Nochmal: Wir bauen im Bestand und können also nicht auf ein ganz neu geplantes Wandgefüge zurückgreifen. Da ist eine Wand und die Wärmedämmung kann nun wärmedämmen und die Wandkonstruktion zerstören, oder aber wärmedämmen und die Wandkonstruktion erhalten. So einfach ist das: Die Wand ist da, die Wärmedämmung kommt. Die Wärmedämmung muß also die bestehende Wand berücksichtigen – sie ist nun einmal da.

Eigentlich drehen sich viele „Ohgottohgott“-Momente darum, dass die Erkenntnis, welche Konsequenzen der Kauf eines so alten Hauses mit sich bringt, erst während der „Traumrealisierungsphase“ eintritt. Diese Momente muß man erleben, um zu begreifen, was man da eigentlich wirklich erworben hat. Das ist normal und auch gut so – das hört übrigens nie auf ;-).

Eigentlich sollte es völlig normal sein, hier über Lehm und sonstige „natürliche“ Baumaterialien zu sprechen. Das das nicht so ist, ist absolut nachvollziehbar. Wir haben eine Zeit hinter uns, in der der Neubau die bestimmenden Aspekte definiert hat. Neue Materialien, neue Konzepte, neue Technologien. Das ändert sich aber gerade. Zukünftig werden bis zu 80% der Baumaßnahmen im Bestand ausgeführt werden – so zumindest die offiziellen Schätzungen. Bedenkt man weiterhin, dass sich jetzt die Folgen des Wärmedämmwahns zeigen und Begriffe wie „Sick Building Syndrom“ in aller Munde ist, die Klagen über schimmelnde Wohnungen nach „Modernisierungsmaßnahmen“ die Gerichte beschäftigen, beginnt man zu erkennen, dass das Neue nicht unbedingt das bessere ist.

Hätte der Lehmbau die Lobby, die moderne Baustoffe haben, würden wir hier nicht gegen manch „moderne“ Widerstände kämpfen müssen. Lehm wäre nicht exotisch und damit auch nicht „diskussionswürdig“. Würden die Politiker endlich erkennen, dass Wärmedämmung nicht per se glückseligmachend ist, wären wir viele Probleme los. Würden die „Altbauherrn“ manchmal weniger auf den Baumarkt-Mitarbeiter hören, hätte manches Fachwerkhaus höhere Überlebenschancen.

Wenn die Diskutanten in diesem Forum also häufig auf bewährte Methoden zurückgreifen, hat das handfeste Gründe und hat nichts mit irgendeiner Ideologie zu tun. Wenn die Fachleute in diesem Forum klare Worte sprechen, dann ist das darin begründet, dass wir hier nicht über den Sonntagsausflug sprechen. Die gestellten Fragen verlangen klare und fachlich kompetente Antworten. Die Fachleute wiederum dürfen dafür auch erwarten, dass ihre Antworten ernst genommen werden. Auch wenn manchmal die Lösungswege verschieden sind, sollten sie immer im Sinne der Problemlösung geschrieben sein. Das manchmal den Fachleuten die Ironie, der Sarkasmus, das blanke Entsetzen oder auch der Schalk im Nacken sitzt, ist menschlich und zeigt sie auch als Menschen. Das manche Antworten nicht den Erwartungen des Fragestelles ensprechen, liegt in der Natur der Sache: Viele Frager wollen nur eine Bestätigung der bereits selbst gefundenen Antwort und sind dann völlig erschrocken, wenn Schwachstellen oder totale Fehleinschätzungen aufgedeckt werden. Aber genau darin liegt der Nutzen dieses Forums. Wenn Kritik nicht als persönlicher Angriff, sondern als konstruktive Auseinandersetzung zur Findung einer Problemlösung angesehen wird, dann kann man über manche „Spitzen“ hinwegschauen - manchmal sind sie das Salz in der Suppe ;-).



Respekt ??



Hallo Monika

vorab möchte ich erst einmal meinen Respekt darüber ausdrücken, daß Du Dir die Mühe gemacht hast, stundenlang das Forum von fachwerk.de zu durchstöbern. Es gibt leider viel zu wenig „Fachwerkbesitzer“, die diese letztlich doch geringe Zeit investieren, um sich über ihren Besitz zu informieren. Sicherlich hast Du dabei auch die Erfahrung gemacht, daß viele Deiner Fragen, die sich irgendwo im Laufe der Zeit „im Hinterkopf“ angesammelt haben, dadurch gelöst werden konnten, bzw. sich dann anders darstellten.

Die beiden Hartmuts haben in ihren Beitrag schon einen sehr guten, roten Faden durch die Problematik gezogen. Insofern möchte ich mich hier nur auf weitere Details und eigene Erfahrungen konzentrieren.

Grundsätzlich habe ich in diesem Forum NIE die Erfahrung gemacht, daß ein(e) FragenstellerIn per se „verhöhnt“ wurde – im Gegenteil. Diejenigen, die von Anfang an klipp und klar gesagt habe, „Ich habe keine Ahnung – Nehmt mich an die Hand“ erhielten hier Antworten, Lösungsansätze oder Hilfe zur Selbsthilfe. Das schließt jedoch nicht aus, daß es auch Fälle von Ironie, Sarkasmus oder dergl. gab, gibt und auch weiterhin geben wird. Nach meinen Beobachtungen waren daß jedoch Fälle, in denen nicht der mangelnde Informationsstand „verhöhnt“ wurde, sondern „Besserwisserei“, Ignoranz usw. – Fälle, in denen irgendwo erkennbar wurde, daß der/die FragenstellerIn am System Fachwerk herzlich wenig interessiert ist, und sich auch nicht der Mühe unterzogen hat, der Du Dich gerade unterziehst. Betrachte bitte diese Fälle, in denen Du „Verhöhnung“ gespürt haben könntest, nachträglich noch einmal aus diesem Blickwinkel und versuche die Beiträge im jeweiligen Kontext zu sehen.

Kommen wir nun zu dem von Dir eingeforderten Respekt. Grundsätzlich gebe ich Dir Recht! Aber was meinen wir eigentlich mit Respekt ??? Wem oder was sind wir Respekt schuldig? Wenn wir über Fachwerkhäuser sprechen, sollte in erster Linie dem Objekt Respekt entgegengebracht werden, inkl. der Hochachtung gegenüber den „alten Meistern“, die diese Leistung vollbracht haben – Häuser aus Fachwerk hingestellt haben, die „ohne die sog. modernen Materialien“ Jahrhunderte überdauert haben. Respekt bitte auch denjenigen gegenüber, die Respekt vor dieser Leistung haben.

Aber jemand, der trotz Belehrung, fachlicher Ratschläge oder dergl. (nicht mit Unwissenheit) munter und bedenkenlos mit den modernen Werkstoffen loswurschtelt – mit aller Macht der eigenen Unfehlbarkeit gegen alle bauphysikalischen Erkenntnisse anarbeitet - verdient meiner Meinung nach keinen Respekt! Der Verfall seines Besitzes .- Jahre später - kann dann nur noch als gerechte Strafe gewertet werden. In diesen Fällen sind wir hier im Forum aber leider zur masochistischen Zuschauerrolle verdammt – und dann kommt manchmal Ironie statt Beifall.

Zu den verschiedenen Geschmäckern ! Wenn wir jetzt auch über Baumaterialien sprechen, sollte der Geschmack zuerst hinten an gestellt werden. Zuerst geht es ganz elementar um Bau-Physik – und um nichts anderes. Bezieht man uns Zweibeiner dann noch mit ein, kommen natürlich auch noch die Aspekte der Bau-Biologie dazu.

Nenne mir bitte ein modernes Material, das für das System Fachwerk unter den o.a. Aspekten besser geeignet ist als die traditionellen, wie Holz, Lehm (gebrannt und ungebrannt), Kalk, natürliche Öle und dergl.

Im Laufe der Geschichte wurde auch das Fachwerk immer weiter modernisiert – es wurden (vermeintlich) neue Baustoffe integriert, aus welchen Gründen auch immer. Aber nie wurde dabei dabei versucht, das System um der Modernität willen zu überlisten – was heute jedoch zu einem Breitensport geworden ist.

Ein Beispiel: Zement oder zementähnliche Baustoffe kannten schon die Römer (Trass, Puzzolane etc.) und waren auch in unseren Breiten verfügbar. Portlandzement ist mittlerweile auch ca. 150 Jahre alt. Warum wurde dieser moderne und ebenfalls billige Baustoff aber nicht als Mörtel z.B. bei Ziegelausfachungen eingesetzt? Ganz einfach, weil Kalkmörtel physikalisch und biologisch besser ist. Da funktionierten die Gehirnwindungen der am Bau Beteiligten noch.

Eine Diskussion über die Frage „Warum gibt es aber die modernen Baustoffe“ würde hier aber zu weit führen und allenfalls eine unnötige Gewinn- oder Kapitalismus-Kritik-Debatte anzetteln. Einiges entstand auch aus den vermeintlichen Nachteilen der alten Baustoffe:
- Kalkmörtel/-putz kann ähnlich wie Lehm nicht bei jedem Wetter verarbeitet werden.
- Leinöl trocknet sehr langsam (es sei denn, man gibt etwas Blei (!) hinzu
- Holz ist nicht maß-haltig und damit der Graus eines jeden kurzsichtig-modernen Planers
- PVC-Böden und knackige Laminate sind pflegeleichter als Holzdielen
- etc.

Das sind doch alles schlagende Argumente – die kann jeder im Crash-Kurs ausgebildete Baumarkt-Verkäufer lernen, behalten und auf Knopfdruck her-beten. Er weiß häufig nicht was Polystyrol-Hartschaum ist – er weiß jedoch, daß Styropor gut dämmt, und verkauft es massenweise - an die Unwissenden und Besser-Wissenden.

Pisa läßt grüßen – wie ein Eisberg: 80 % liegen noch unter der Oberfläche.

Und was haben wir heute: Immer mehr Gerichte, die z.B. die modernen Wärme-Dämm-Verbund-Systeme wegen der Springflut der Schimmelpilze und Algen als Baumangel klassifizieren. Das nenne ich Wohnkomfort in modernen Zeiten.

Ist aber doch ein gutes Konjunktur-Programm – oder ?

Abschließend: Ich habe überhaupt nicht gegen moderne Baustoffe – aber gerade bei einem Fachwerkhaus sollte doch zweimal überlegt werden, was man wo einsetzt. Und wie gesagt, das ist keine Geschmacksfrage.

Derjenige, der sich in seinem Fachwerkhaus den bunt bemalten Autoreifen auf die Rokoko-Kommode stellt, tut niemandem weh, weder seinem Haus noch anderen ;-)

Na ja, sind halt alles nur so Gedankensplitter.
Trotz oder gerade wegen der Renovierung ein angenehmes Wochenende und viele neue Ideen – oder lieber alte im neuen Gewande.

Bernd



Sehr guter Forums Beitrag!!



Hallo Monika, Hartmut, Hartmut, Bernd.
Ich meine dieses ein sehr guter Forums Beitrag wenn man diesen aufmerksam liest und studiert stellen sich einige Fragen und auch einige Antworten aber eine ganz wichtige Sache ist!
wie bekommt man das was ihr geschrieben habt in die Fachwerkhausbesitzer Köpfe hinein??
ich denke das geht nur wie Hartmut es hiermit dem Fachwerkforum begonnen hatt und durch aktive Mithilfe der einzelnen Forums Mitglieder.

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Alt und Neu



Hallo Frau Schulz,
nachdem Sie die beiträge von:Hartmut Stöpler,Hartmut Hees,Bernd Froehlich,Andreas Vollack gelesen,spühren Sie vielleicht eine art bereicherung an wissen.
für mich ist es eine art bestätigung und eine wohltat zugleich solche berichte wiedermal lesen zudürfen

ich setze noch eins drauf:

meinen beitrag empfinden Sie vielleicht als falsch,extrem,übertrieben...

z.b.ein kunststoff-boden,-teppich zerstört die atmosphäre innerhalb drei jahre
z.b.scharfe kannten,ecken von mobiliar(unnatürliche brechung eigener,natührlicher strahlung)
z.b.baustoffe auch Kunststofffenster ph.sauer nährboden für pilz,keim =sporen die man nichteinmal sieht!
z.b. metalle gehören nicht in wohnumgebung,nicht ins Schlafzimmer (dieses dient zum ausruhen)

wo setzt man nun die grenze?wo kann man kompromisse eingehen?
mit freundlichen Grüssen
Klepac Mladen



Wahrscheinlich bin ich auf dem Holzweg :)



aber, wenn sich das "Verhöhnen" auf diesen Beitrag bezieht: Forumeintrag-Eintrag

---Forenreferenz-----------
Kreative Tips - alter Holztrog -
Jetzt ist Kreativität gefragt:

Im alten Stall steht noch ein etwa 5 Meter langer wirklich super erhaltener Holztrog. Was könnte man daraus machen?
Nur rausreißen und verbrennen ist doch zu schade.

Bin mal gespannt. M.Schulz mehr ...
----------------------------------





muss ich ziemlich energisch widersprechen :) (ohne dabei die Beiträge der Vorredner schmälern zu wollen):


Eine Truhenbank wurde früher als Schlafplatz für die Kleinkinder benutzt, eine Nutzung des Troges als Schlafplatz ist also keineswegs abwegig (natürlich stand die Bank nachts offen und diente nur tagsüber als Sitzplatz). Bilder und Beispiele dieser Nutzung findet man in norddeutschen Heimatmuseen.


Neben den sich bautechnisch stellenden Fragen auf Fachwerk.de, hat der Besitz eines solchen Hauses meist noch den Nebeneffekt, dass er/sie sich mit der regionalen Geschichte beschäftigen sollte/muss, falls man sein Haus regionaltypisch wieder herstellen möchte oder um "moderne" Bauteile ergänzen. Dabei schliessen sich "alt und neu" keinesfalls aus, was man gerade an Hartmut Stöplers Haus bewundern kann.


Kurz auch wieder kritisch: Respekt ist kein Bonus, Respekt muss man sich erwerben, meisst durch Wissen, und genau dieses Wissen haben Sie hier gesucht und gefunden, können Sie es auch anwenden?

Liebe grübelnde Grüße
Heide



Bin positiv überrascht!!!



Hallo liebe Forumsmitglieder!!

Ich habe mir wirklich das ganze Wochenende darüber nachgedacht, wie dieser Beitrag wohl aufgefasst wird. Und ein bischen mulmig, war mir dann heute morgen schon.

Eines muß ich gleich vorweg sagen, diese Kritik hat sich auf keinen meiner Beiträge bezogen.

Mit Respekt meine ich: Sich mit der Materie so umfassend und gründlich auseinanderzusetzen, und nicht einfach in den nächsten Baumarkt zu gehen.

Ich habe es am Wochenende selbst wieder erlebt, was man alles kaputt machen kann, wenn man den einfachsten und billigsten Weg geht.

Unser neues Häuschen ist nicht groß. Als wir es uns das erste mal angesehen haben, war der erste Eindruck "ach ne, lieber doch nicht". Wieder zuhause, macht man sich dann doch Gedanken. Eigentlich ein super Grundstück, und wenn man jenes so, und dieses so macht, gar nicht schlecht.....! 2. Besichtigungstermin mit einem, der ein bischen Ahnung von so alten Gemäuern hat. Also, wenn man ein paar Balken austauscht, hier ein bischen drückt, und dort abfängt, gar kein Problem. Jetzt ist man infiziert, wird besessen. Das Haus muß es sein. Gesagt getan- gekauft. Zuerst hat man seine genauen Arbeitsabläufe im Kopf, und in diesem Zeitplan müsste das zu schaffen sein. Denkste. Der Vorbesitzer hatte von innen an alle Wände und Decken im Abstand von 20 cm ein Lattengerüst vorgesetzt und alles mit Kunststoffpaneelen verkleidet. Es war klar, das muß alles weg. Wie kann man nur? Gesagt getan. Jetzt sieht man, die Decke fällt Richtung Hausmitte ziemlich ab. Um genauer zu ermitteln, muß der Putz runter, dann die Latten, dann die Lehmwickel und dann.........die Bescherung. Alles zusammengestückelt. Hier angesetzt, da abgesägt und dort ausgebessert. Das die Hütte noch steht, ein Wunder.

Jetzt kommen die Fachleute. Der eine würde alles rausreisen, der nächst hat wieder andere Ideen. Heute nimmt man viel dickere Balken, wie kann so was heben. Das Ende vom Lied, man muß doch selber entscheiden, wie man es letztendlich macht. Möchte ich lieber eine gerade Decke, und verzichte auf ein sichtbare Balkendecke. Und, und, und..... An jedem Tag auf der Baustelle werden Ideen verworfen und neue Alternativen überlegt. Das Haus wächst quasi mit dem Wiederaufbau neu. Das ist nicht einfach für jemanden, der von der Materie so gut wie keine Ahnung hat. Und dann die vielen Ratschläge der Anderen, wo jeder auch noch andere Vorstellungen hat. Um da eine Linie beizubehalten, ein hartes Stück Arbeit und Durchsetzungsvermögen.

Aber wir haben ja hier jetzt kompetent Hilfe gefunden. Ich freue mich auf die harte Arbeit, den das neue-alte Haus wird auch ein Teil von uns. Und ich hoffe, wir werden die Richtigen Entscheidungen treffen.

Ich wünsche allen einen schönen Wochenanfang.

Gruß Moni



Was ist neu, was ist alt?



Sehr geehrte Monika Schulz,

wie man den vorhergehenden Beiträgen entnehmen kann, ist es nicht einfach zu sagen, was "moderne Baustoffe" überhaupt sind. Ich hatte wärend meiner Bauphase eher den Eindruck, dass die Planer und Handwerker hauptsächlich auf Materialien fixiert sind, die in den letzten 30 Jahren verwendet wurden. Bei so neumodischen Baustoffen wie z.B. Lehmbauplatten wurde ich als Bauherr bestenfalls belächelt. Ich habe mich, auch mit Hilfe dieses Forums, sehr lange mit dem System Fachwerk beschäftigt und glaube, einiges verstanden zu haben. Wenn dann ein Handwerker zu mir kommt und meint, ich sei ein Ökospinner weil ich den Estrich nicht bis über die die Balken gegossen haben will, dann entsteht bei mir Frust.
Wenn dann die Frage im Forum gestellt wird: "was ist denn so schlimm daran, dass ich die Ausfachung aus Klinker mit Zement einmauert habe, das hält wenigstens", dann fällt es mir schon schwer, sachlich zu antworten. Insofern ist die Kritik der Verhöhnung manchmal berechtigt.
Wenn man aber eine Lösung für sein Problem sucht, findet man (fast) immer eine oder mehrere Antworten, die einem weiterhelfen.
In diesem Sinne: Weiter so!

Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet


Elmar Hugenroth



Verzwickte Lage



Hallo Elmar Hugenroth,

das ist das größte Problem. Jeder Handwerker will sein Produkt verkaufen, und schwört auf seine Technik. Je mehr Meinungen, desto komplizierter. Der eine meint nicht umsetzbar, der andere meint kein Problem. Man wird total verunsichert, und möchte natürlich keine Fehler machen.

Gruß Moni



Nicht bange machen lassen



Hallo Monika,

kenn' ich ;-).

Zwei Ratschläge aus meinem reichen Erfahrungsschatz:

1) Legt fest, was genau ihr wollt. Eure Vorstellungen sind das Maß der Dinge. Die dann notwendigen Kompromisse müssen sich immer an eurem Ziel orientieren.

2) Lasst ein "geht nicht" nicht gelten. Mein, von den Handwerkern verfluchter Standardspruch: Erzählt mir nicht, das es nicht geht, sondern sagt mir, wie teuer es wird und warum es nicht für die Hälfte zu haben ist!

Wundersame Dinge sind möglich, wenn man die "Fachleute" zum überdenken von 08/15-Lösungen bringt. Der Mensch ist träge, vor allem beim Denken. Da muß man manchmal nachhelfen ;-).



Hallo Frau Schultz,



wenn ich so Ihren beitrag vom 16.em aug. lese,freue ich mich für Sie.auch das Sie ihr zukünftiges zu hause "häuschen"nennen ist herzig.
wahrscheinlich haben sie schon von anfang an gesehen,die arbeiten die entstehen,können nicht auf dem Papier entworfen werden wie bei einem neubau.
was kann und darf an Ihrem häuschen gemacht werden ohne die regel zu verletzen?:der bau befiehlt!
dort wo sich das tägliche leben abspielt und ein gewisser wohnkomfort selbstferständlich ist,liegen die dinge schwieriger d.h. dass an einem zu restaurierendem altem haus irgendwie immer ein eingriff entsteht,der diesen anforderungen Rechnung trägt.
hier im forum finden Sie bestimmt gute ratschläge für Ihr forhaben.
mit freundlichen Grüssen
Klepac Mladen