Eine schlimme Nachricht ...

18.11.2005



habe ich gestern vom Nachbarn erhalten.
Auf dem Grundstück neben mir steht ein altes (wenn nicht das älteste im Dorf) Fachwerkhaus welches der Nachbar nun verkaufen will. Der Preis ist lächerlich, es sei aber viel zu tun mein er. Von aussen sieht es noch ganz proper aus, den wahren Bauzustand kenne ich leider nicht. Das Haus steht unter Denkmalschutz.
Die potenitellen Käufer haben aber wohl kein Interesse die alte Substanz zu erhalten und - jetzt die schlimme Nachricht - verhandeln mit dem Denkmalamt über einen Abriss und einen Neubau nach vergleichbarer Optik. Das heisst für mich, irgendein 0815-Bau mit optisch vorgetäuschter Altertümlichkeit - ein Grauß.
Ich frage mich jetzt, welche Möglichkeiten ich als Nachbar wohl habe, um einen solchen Frevel zuu verhindern - falls es das Denkmalamt nicht schon selber tut. Zufälligerweise kenne ich einen anderen Interessenten, der auf jeden Fall das Gebäude in seinem ursprünglichen Zustand erhalten will. Ich denke mal, damit habe ich ein Pfund in der Hand.
Was ratet ihr mir? abwarten und Augen und Ohren aufhalten ist ja wohl klar. aber weiter?



Freie Marktwirtschaft contra Denkmalpflege (Bewahrung vor Abriß)?



Hallo Jens,
der Besitzer kann -gemäß unserer freien Marktwirtschaft-verkaufen an wen er will. Die Denkmalpflege muß Ihren Job in Richting Erhalt hist. Bausubstanz machen. Ich kann Dir auf die schnelle anraten, die Macht der örtlichen Presse nicht zu unterschätzen. Da hat schon manch ein aufrüttelnder Presseartikel die verantwortlichen Ämter/Behörden umgestimmt.Die bundesweit agierende Interessengemeinschaft IG Bauernhaus e.V. hat da hunderte von historisch wertvollen Gebäude vor dem Abriß bewahren können.
viel Erfolg wünscht
Klaus Schillberg, www.texbis.de



Die Antwort --



-- von Herrn Schillberg möchte ich hiermit
voll unterstützen !!
-
Mit beifällig nickenden Grüßen
aus Nordsachsen
-
Andreas Milling



Erhaltung unserer Kulturgeschichte!



Gott schütze dieses Haus vor Not und Feuer

vor Spekulanten und Camouflage

Die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. ist zwar nicht flächendeckend in deiner Gegend vertreten, aber manchmal ist Deutschland sehr klein;-)

Schau mal unter www.igbauernhaus.de

Viel Erfolg für das Haus

Michael Eckardt



IGB



hallo,
in Weifa gibt es eine Kontaktstelle der IGB, vielleicht kann da jemand helfen.
C. Gräfe und W. Mattig, Tel: 035951-34222.
Ansonsten die Idee mit der Presse ist sehr gut.
Viel Erfolg
J.E.Hamesse



Erhalt alter Bausubstanz



Da es noch einen anderen Interessenten gibt, der das Haus erhalten möchte und das Denkmalamt doch die Abrissgenehmigung geben will, wäre auch die Möglichkeit gegeben den Petitionsausschuss einzuschalten. Anfragen können an die IGB gestellt werden. Unter http://www.igbauernhaus.de/ findest Du eine Kontaktstelle in Deiner Nähe.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Danke



Ich werde die Entwicklung beobachten und hoffen, das ich eure Hinweise nicht brauche.



Mitteilung



Ja, ja, die leidlichen Themen mit den Behörden und leider auch mit den Denkmalschutzämtern.
Dies kennen wir Tag täglich und legen uns mit diesen auch manchmal ganz schön an.
Doch trotzdem müssen wir mittlerweile auch sagen, wenn es ein sensibler Bauherr ist und Kosten-Mutzen-Rechnung einmal durchführt, kann es auch bei einer fachlich vernünftigen Lösing als Repro erstellt werden.
Beispiel eines unserer letzten Bauvorhaben belegt dieses Thema präzise.
Übrigens sind Deine Klammern da und demnächst bekommst Du diese mit dem Tacker mal vorbeigebracht.

Grüße Udo und Jens



repro...



ich habe ein wenig Bauchschmerzen mit diesem Reprohaus, es sieht alles so sauber aus, so perfekt, so gerade, so mittig.
so glatt! Aber vielleicht wird sich bald die Patina einsetzen und etwas gutes tun. Es gibt bereits vorpatinierte Dachrinnen und Dachziegel. Auch Holzdielen kann man mit Holzwurmlöcher kaufen, Fachwerkbalken jedoch noch nicht.
Dann die Stufen auf dem Dach (und das noch ohne Handlauf), und dieser Metalldeckel (man hat mir gesagt es wäre eine Antenne!) Aber es fehlen noch die aufgeklebten Plastiksprossen auf den Kippfenster, wielleicht wird es dann etwas besser aussehen. In 50 Jahren steht das Haus unter Denkmalschutz und in 200 Jahren werden die Gelehrte (ich meine die Hausforscher) sich dann Gedanken machen über die Bauwaisen am Anfang des 21 Jahrhunderts. Wie sieht es Innen aus? GKP auf Metallständer oder Porenbeton?
M.f.G.
J.E.Hamesse



Re zu Repro



Innausbau komplett in Lehm, Wandheizungen, Holzweichfaserbodenaufbauten mit Pellito-Ausgleichsschüttung, Linoleum-Bodenbeläge, Naturfarbenwandbeschichtungen, Bäder in Lehm und punktionaler Wandbefliesung, Trennwände in Holzständer mit Heraklithbeplankung und Hobelspänen mit trockenem Kalk imprägniert befüllt udgl. mehr. Auch Fußbodentemperierungssysteme mit einem Lithotherm-trockenverlegesystem sind da eingebaut worden. Also komplett ökologisch und dem verfallenem Vorgängerhaus entsprechend neu erstellt nachempfunden.
Familie Deppner ist Plattformmitglied und kann auch darüber kontaktiert und befragt werden.

Grüße nach Braunschweig
aus der Lausitz



Camouflage



Wie sieht es dem mit dem Fachwerk aus?

Repro-Fachwerk gibt es bei Mir in der Ecke genug!
Im Zuge dessen verfällt die Geschichte und der Lohnabbund für Riehmschenfachwerk erlebt einen Höhenflug:-O

Vorhersehung: Zimmerleute werden dann nur noch mit gehobelter Schalung zum BV anreisen, auch wenn es heißt "Fachwerksanierung eines Hofes":-o

Grüße in die Zukunft und Denkmal ADE'



Zu Ecki



Na gut schaut es mit dem Fachwerk aus. Komplett mit Lehm ausgefüllt (verputzt). 2-lagig ca. 65 mm stark.

Grüße nach Berlin



Gefache in Lehm ist ja gut und schön,



aber meine Frage war ja, wie ist das Fachwerkgefüge ausgebildet? Vorgesetzt oder wie...?