Renovierung Küche - Fußbodenheizung




Moin liebe Community,

in absehbarer Zeit wird die Renovierung der Küche anstehen, bei welcher ich über den Einbau einer Fußbodenheizung nachdenke. Das Heizungssystem wird im Frühjahr erneuert und in da in diesem Zuge auch neue Rohre verlegt werden bietet es sich natürlich an diese Überlegungen vorher abzuschliessen um entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Das Haus wurde 1930 erbaut, zweischalige Rotkklinker Bauweise. Im Haus liegen überall noch die Pitch Pine Dielen, wobei diese in der Küche irgendwann einmal mit PVC verschandelt wurden. Im EG habe ich letztes Jahr eine Einblasdämmung unter die Dielen einbringen lassen um den Wohnbereich zum Keller hin zu dämmen.

Da ich hier letztens einen interessanten Thread über das für und wider von FBH unter Dielen ausgegraben habe, wollte ich diese Frage noch einmal um den Aspekt der Altbau-Sanierung erweitern. Aus den bisherigen Informationsquellen habe ich herausgelesen, dass die Funktion nicht unerheblich von der verwendeten Diele abhängt. Und sofern eine Chance besteht diese heil herauszubekommen und wieder einzusetzen, würde ich gerne die alten Dielen weiterverwenden.

Meine Vorstellung auf Basis der bisher erhaltenen Informationen:
alte Dielen entfernen, Einblasdämmung raus, UK heraus, Dämmschicht auf Zwischendecke legen, neue (niedrigere) UK rein, FBH mit Wärmeleitblechen zwischen die UK, Dielen wieder auflegen.
Soweit die Theorie...

Interessant wäre in diesem Zusammenhang noch wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man die Küche nur mit FBH warm bekommt. Die Dämmung des Hauses ist insgesamt eher dürftig, wobei die Isolierung des Daches auch noch ein Thema ist dem ich mich eines Tages annehmen werde. Kann man da vielleicht aus Erfahrungswerten eine ungefähre Aussage zu treffen? Aus Platzgründen würde ich nämlich gerne den alten Gussheizkörper aus der Küche entfernen.

Und wo ich schonmal am Fragen bin: Kennt jemand in der Region Hamburg einen Statiker der sich mit alten Häusern auskennt? Es geht darum, dass ich zusätzlich überlege, einen Durchbruch von Küche zum Wohnzimmer zu machen. Leider gibt es jedoch ausser einem Grundriss keinerlei Dokumentationen über den Aufbau des Hauses, weshalb mir ein Kontakt zu jemanden der mit der Konstruktionsweise dieser Baujahre bewundert ist sehr weiterhelfen würde.

Ich bedanke mich bereits im Vorfeld für die Hilfe und freue mich auf rege Diskussion ;-)
LG
Arne



FBH



Wieviel steht denn als Aufbauhöhe zur Verfügung? Dielung in der Küche ist nicht unbedingt das allerbeste so als Oberbelag, vielleicht lässt sich ja auch noch eine andere Lösung entwickeln.
Für die Leistungsabgabe der FBH gehe einfach mal von 100-120W/m² belegter Fläche aus, festinstallierte Küchenschränke sind abzuziehen...
Möglicherweise könnte eine nachträgliche Kerndämmung sinnvoll sein.



Re: FBH



Also das Ziel sollte sein möglichst auf Niveau des angrenzenden Bodens zu bleiben. Eine kleine Kante wäre aber natürlich nicht schlimm.
Klar sind Fliesen grundsätzlich besser geeignet, allerdings mag ich den Charme alter Dielen und es würde gut zu der mir vorschwebenden massiven Küche passen. Es ist eben auch keine zwingend notwenige Anforderung, sondern nur eine Überlegung ob es geht und einigermaßen sinnvoll ist.



Fußbodenheizung Küche



Grundsätzlich sind Holzdielen in Küchen kein Problem- ich habe in einem vermieteten Badezimmer seit fast 20 Jahren einen geölten Pitchpine-Dielenboden und sonst auch in allen Küchen meines Hauses von 1910 Kiefern- oder Pitchpinedielen.

Ungünstiger wäre Sand, Pfennigabsätze und dauerhafte Nässe.

Befindet sich die Küche im Erdgeschoß ?
Auf der Holzbalkendecke und ist dort die Zellulosedämmung ?

Wie wolltest du denn überhaupt die Fußbodenheizung machen ?
Mit oder ohne Estrich ?

Ich würde in dem Fall allerdings keine Fußbodenheizung installieren.
Der Aufwand für eine gute Konstruktion ist beträchtlich.
Die Statik müßte überprüft werden.
Für einen guten Wärmeübergang müßten die Dielen geklebt werden- habe ich auch gemacht- mit 2-K-Kleber geht das, die Dielen müssen aber bis zum Abbinden des Klebers beschwert werden, die Klebfläche muß sehr sauber sein etc.

Zudem fühlt sich ein geölter/gewachster Dielenboden eh fußwarm an und die Heizung ließe sich doch auch entweder als Wandheizung oder als große dünne Strahlungsheizkörper installieren-
Küchen haben ohnehin große interne Wärmegewinne durch Kochen, Kühlschrank, Teifkühlgeräte, Geschirrspüler und Personen- da kann von geringerem Heizbedarf ausgegangen werden- Dunstabzug wäre dabei günstiger als Umluft statt Abluft.
Gibts denn sonst Dämmaßnahmen ? Innendämmung ? Fenster erneuert ?
Evt Wandhohlraum dämmen.
Um Genaueres zu sagen müßte aber das gesamte Gebäude beurteilt werden.

Durchbruch
Wie breit soll er werden ?
Wie dick ist die betreffende Wand ?
was liegt über dieser Wand ?
Wollt ihr den Durchbruch selber herstellen ?
Falls ihr eine örtliche Baufirma dazu nehmt sollte die aber ohnehin wissen was machbar ist.

Andreas Teich



Re: Fußbodenheizung Küche



Moin Andreas, danke für deine ausführliche Antwort. ich beantworte das mal im Text:

Grundsätzlich sind Holzdielen in Küchen kein Problem- ich habe in einem vermieteten Badezimmer seit fast 20 Jahren einen geölten Pitchpine-Dielenboden und sonst auch in allen Küchen meine Hauses von 1910 Kiefer- oder Pitchpinedielen.

Schlimmer wäre Sand und dauerhafte Nässe.

Befindet sich die Küche im Erdgeschoß ?

- Ja

Holzbalkendecke und dort die Zellulosedämmung ?

- Die genaue Konstruktion kenne ich nicht, im Keller sind allerdings Stahlträger erkennbar. Daher vermute ich, dass keine weiteren Holzträger eingezogen wurden. Die Dämmung befindet sich direkt im Hohlraum unter den Dielen.

Wie wolltest du denn überhaupt die Fußbodenheizung machen ?
Mit oder ohne Estrich ?

-Das hängt ein wenig von der Beschaffenheit unter den Dielen ab die ich noch nicht näher untersucht habe. Spielt das eine Rolle? Den Systemen die ich mir bisher angesehen habe ist das angeblich völlig egal. Lediglich der Aufbau ändert sich etwas.

Ich würde allerdings keine Fußbodenheizung in dem Fall installieren.
Der Aufwand für eine gute Konstruktion ist beträchtlich.
Für einen guten Wärmeübergang müßten die Dielen geklebt werden- habe ich auch gemacht- mit 2-K-Kleber geht das, die Dielen müssen aber bis zum Abbinden des Klebers beschwert werden, die Klebfläche muß sehr sauber sein etc.

- Also deiner Auffassung nach zu aufwändig? Wie hoch schätzt du denn die Wahrscheinlichkeit, dass man die alten Dielen überhaupt heil herausbekommt? Sie sind mit einem Meter Abstand 2fach pro Diele auf die UK genagelt. Wenn das nix wird muss eh ein neuer Belag her und dann werden es Fliesen.

Zudem fühlt sich ein geölter/gewachster Dielenboden eh fußwarm an und die Heizung ließe sich doch auch entweder als Wandheizung oder als große dünne Strahlungsheizkörper installieren-

- Wandheizung fällt aus, zuwenig freie Fläche. Da die Küche leider nicht sehr groß ist und der geplante Durchbruch genau dahin soll wo die Heizung jetzt noch steht möchte ich eben gerne eine FBH. Ich habe auch nix gegen Fliesen, stehe aber nun einmal auf die alten Dielen, deshalb diese Frage ;-)

Küchen haben ohnehin große interne Wärmegewinne durch Kochen, Kühlschrank, Teifkühlgeräte, Geschirrspüler und Personen- da kann von geringerem Heizbedarf ausgegangen werden- Dunstabzug wäre dabei günstiger als Umluft statt Abluft.
Gibts denn sonst Dämmaßnahmen ? Innendämmung ? Fenster erneuert ?
Evt Wandhohlraum dämmen.
Um Genaueres zu sagen müßte aber das gesamte Gebäude beurteilt werden.

-Dunstabzug ist als Abluft konstruiert. Ausser der Einblasdämmung ist nichts gedämmt. Fenster sind alt, aber nicht schlecht. Mit der Dämmung des Hohlraums habe ich mich noch nicht wirklich angefreundet. Zu vieles im unklaren was die Auswirkungen auf das Feuchtigkeitsverhalten betrifft.

Durchbruch
Wie breit soll er werden ?
Wie dick ist die betreffende Wand ?
was liegt über dieser Wand ?
Wollt ihr den Durchbruch selber herstellen ?
Falls ihr eine örtliche Baufirma dazu nehmt sollte die aber ohnehin wissen was machbar ist.

- ca. 2m breit, Wand ist ca. 20cm dick, auch Rotklinker, darüber liegt ebenfalls eine Wand zwischen 2 Zimmern.
Ob selber machen oder nicht hängt davon ab, ob ein Sturz eingezogen werden müsste. Das wäre mir zu kritisch. Ich neige aber nicht dazu Baufirmen blind zu vertrauen und hole mir dazu gerne verschiedene Meinungen ein. Ich befürchte halt, dass ein Maurer mir keine Garantie gibt ohne dass er genaue Pläne des Hauses gesehen hat. Zumindest würde mich zunächst die Meinung eines Statikers interessieren bevor ich den umsetzenden Part hole. Denn der wird mir garantiert nicht sagen, dass ich es auch selber machen kann ;-)



Andreas Teich



Fußbodenaufbau Küche



Du müßtest natürlich sehen wie groß der Hohlraum unter den Dielen ist.
Das düfte eine Standardkonstruktion sein:
Stahlträger, dazwischen ausbetoniert oder gemauert, darüber dann Holzbalken zur Befestigung der Dielen.

Die alten Dielen sollten auf jeden Fall heil zu demontieren sein- möglicherweise ziehen sich die Nägel durchs Holz- dann diese Stellen zukitten und die Dielen besser von oben an anderen Stellen durchschrauben - Nut und Feder werden die wohl eher nicht haben ?-

Heizungsrohre lassen sich einfach im Bodenhohlraum verlegen- ggf auch Elektrokabel, falls Bedarf besteht.

Statt Fußbodenheizung würde ich lieber den Boden so gut wie möglich dämmen- hier dürften auch die größten Wärmeverluste stattfinden- dafür können die Heizflächen kleiner ausgelegt werden.
Heizkörper lassen sich irgendwo, -evt mehrere- montieren.

Da kannst überschlägig von ca 80 Watt/qm Zimmergröße an Heizwärmebedarf ausgehen.

Dann mußt du sehen mit welchen Temperaturen deine Heizung gefahren wird und kannst danach die notwendige Heizkörpergröße bestimmen (Tabellen z.B. bei Kermi, Purmo etc) z.B. Typ 11, 22 etc.

Fliesenfußboden fühlt sich immer kalt an- gerade in der Übergangszeit wenn die Fußbodenheizung normalerweise noch nicht läuft und ist nicht so angenehm zu begehen, da nicht elastisch.

Zudem reagieren die so träge, daß Wärmegewinne wie Kochen etc nicht dazu führt, daß die Heizung sich herunterregelt
- das ist bei Heizkörpern wesentlich schneller- auch wenn nicht ständig gleichbleibend geheizt wird.

Durchbruch:
Am Besten ein Loch durch die Wand bohren und dadurch genau die Wanddicke feststellen.
20 er Wandstärke wäre selten- Steine waren ca 12 oder 24 oder 36 cm zuzügl. ca 2 cm Putz auf jeder Seite.

Es gab bei dünneren Zwischenwänden auch Konstruktionen mit Holzstützen und dünner Ausmauerung.

In den Eckpunkten der Öffnung Löcher durch die Wand bohren.
Links und rechts unterhalb der Öffnung die Wand soweit aufstemmen, daß 2-3 Lagen hoch Ziegelsteine in Zementmörtel als Auflager vermauert werden können.

Einseitig die Wand bis zur Hälfte einschlitzen im Bereich des zukünftigen Sturzes.
Als Sturz entweder einen Beton-Fertigsturz oder einen Stahl-I -Träger nehmen.
Erst einen Sturz bei einer Seite einsetzen, darüber gut mit Zementmörtel ausmörteln, dann nach 1-2 Tagen die andere Seite ebenso bearbeiten.

Normalerweise wird dafür kein Statiker benötigt- nur bei schwierigen Fällen oder wenn die darüberliegenden Lasten unklar sind.
Wenn einer in der Nähe wohnt kannst du ihn natürlich zur Sicherheit fragen-
ohne die Baustelle besichtigt zu haben lassen sich nur allgemeine Hinweise geben.

Andreas Teich



Deckenheizung...



... wie kommt die Wärme an die Füße?



eine alternative könnte sein



eine dämmschicht, darauf heizschleifen verlegen (analog wandheizung) und als Wärmespeicher den Zwischenraum mit Lehm ausfüllen und glatt abziehen um die dielen zu verlegen. aufbauhöhe ca. 16 cm. Warm wird es in abhängigkeit der VL Temp.. Ich würde mich noch um die dielen sorgen. wer macht die raus, wie marode sind sie und was ist wenn eine zerbricht?



Re: Fußbodenheizung Küche



@ Andreas:

Vielen Dank für deine hilfreichen Hinweise! Über die Trägheit einer Fußbodenheizung bin ich mir schon im Klaren, aber diese Eigenschaft hat sie ja immer.

Zum Durchbruch: Habe mich dazu auch noch einmal weitergehend informiert, so schwierig scheint das tatsächlich nicht zu sein. Allerdings werde ich dennoch nicht ohne eine fachliche Meinung meine Wand weg hauen ;-) Dafür ist der Durchgang zu groß.


Deckenheizung ist für mich keine wirkliche Alternative. Zum einen habe ich dann zusätzlich zum Fußboden noch den spaß die gesamte Decke neu zu machen und die Vorteile einer solchen mögen in Neubauten zum Tragen kommen, in einem schlecht isolierten Altbau kann ich mir das aber nicht vorstellen.

Bleiben noch: Lehmverbund und Lithotherm als Vorschläge. Vor allem letzteres System finde ich sehr interessant. Wenn ich das richtig verstehe, wird die Wärme in den Elementen gespeichert und von diesen großflächig an den Bodenbelag weitergegeben. Korrekt? Das wäre ja zu den Systemen mit Wärmeleitplatten die mir bisher für Dielen empfohlen wurden ein gewaltiger Unterscheid, da bei letzteren ja die Speicherung nur in der Diele erfolgen würde. Kann mir da jemand mehr zu sagen? Also die Vor und Nachteile der Systeme erklären?

Wenn eine Diele zerbricht werde ich sie gegen eine neue ersetzen und an einer Stelle einbauen die später unter den Küchenschränken liegt. Auf diese Weise kann ich bis zu 5 verstecken ;-)

Arne