Holzbock

04.11.2003



Ich habe 1996 eine Doppelhaushälfte (Baujahr1928) gekauft. Während der Renovierungsarbeiten habe ich einen Holzbockbefall festgestellt. Im Bereich des Dachstuhles habe ich anschließend die Konstruktion chemisch mit einen Mittel der Fa. Remmers "Holzwurmtod" behandelt.
Nach Abschluß der Renovierungsarbeiten sind allerdings die Frassgeräusche geblieben. Ich schließe nicht mehr aus, das evtl. das Mittel der Fa.Remmers vor der Auslieferung Frost ausgesetzt war (Die Hallen des Baustoffhänderlers waren nicht gedämmt u. beheizt. Meinen Doppelhausnachbar (Kommune) habe ich 1999 den Befall schriftlich angezeit. Er hat allerdings gegen den Hausbock nichts unternommen, so dass davon auszugehen ist, dass dieser noch in der Nachbarhaushäfte aktiv ist.
Frage ?
Ist evtl das Mittel durch den Frost in seiner Wirkung eingeschränkt?
Kann eine einseitige Bekämpfung überhaupt zum Erfog führen?
Durfte die Kommune das Schreiben überhaupt ignorieren?



..mmhmmm...



Generell steht in den Produktbeschreibungen bei Remmers drin, das frostfrei zu lagern sind. Ob das nur eine Vorsichtsmaßnahme ist oder die Wirkung anschließend tatsächlich eingeschränkt sind kann Ihnen wahrscheinlich nur das Labor von Remmers beantworten, fragen Sie doch einfach mal dort an. Der Hausbock ist ein Insekt, dessen Larven sich immer knapp unterhalb der Holzoberfläche entlang frisst. Die Entwicklungszeit zum Insekt liegt zwischen 3 und 10 Jahren. Bis dahin sehen sie nichts (!) an der Holzoberfläche. Ausflugslöcher kommen erst, wenn das ausgebildete Insekt aus purem Fortpflanzugsbedürfniss raus kommt um sich zu paaren und die Eier anschließend wieder im Holz abgelegt werden. Sind Sie sich also sicher, das Sie wirklich alle Schadstellen erwischt haben? Haben Sie Ihren Befund nicht nur der Kommune sondern auch Ihrem Nachbarn mal mitgeteilt? Die Kommune hat keine automatische Mitteilungspflicht gegenüber Ihrem Nachbarn! Grundsätzlich können Sie allerdings davon ausgehen, das der von ihnen behandelte Bereich (so es den fachgerecht ausgeführt ist) nicht von einem Neu- oder Wiederholungsbefall betroffen wird. Aber eben nur der behandelte Bereich! Grüße aus Leipzig von





Moin Herr Kruth,

mir sagte man bei Remmers das es keine Nachteile
gibt wenn es nicht frostfrei gelagert wurde.
Ich habe Multi GS eingesetzt. Jedoch hat das den
Bock ebenfalls nicht sonderlich gestört. Nach einer Rückfrage bei Remmers sagte man mir das der
befallene Balken mehrmals "getränkt" werden sollte, da mein Sparren eingebaut ist habe ich ihnen 4 x "getränkt/gestrichen" dann war Ruhe.
Mal schauen was nächstet Jahr so kommt.

MfG

UE





Hallo Hr. Kruth,

Hierbei handelt es sich um ein bekanntes Problem bei einer chemischen Holzschädlingsbekämpfung. Wie Hr. Malangeri schon sagte, haben die Käfer schon eine ganze Zeit lang an Ihrem Holz gefressen, bevor man sie zu Gesicht bekommt. Die äußeren Schichten des Holzes sind dann meist schon abgefressen und bestehen oft nur mehr aus Nagemehl. Die Käferlarven sind oft schon in den nächsten Schichten. Wenn Sie jetzt das Holz von außen streichen, tränken Sie das Nagemehl, erwischen aber meist nicht die Larven selbst. Aus diesem Grund müssen Balken vor der chemischen Behandlung bis zum tragenden Querschnitt abgebeilt werden und erst dann chemisch behandelt werden. Und dann wird's meistens relativ aufwändig. Alternative zur Bekämpfung bietet, wenn dies möglich ist eine Heißluftbehandlung, bzw. wenn chemisch behandelt werden soll, empfehle ich die Durchführung einer Bohrlochtränkung (drucklos oder mit Druck). Das sollte aber Sache eines Fachmannes sein.

Gruß aus Salzburg