Remmers HK Lasuren

25.04.2018



Hallo,

wir haben ein kleines Problem. Wir haben unsere Bretter für unsere Terrasse mit der Remmers HK Lasur silbergrau gestrichen. Nach dem ersten Anstrich haben wir bemerkt, dass die Lasur sehr schlecht deckt daher haben wir diese 3 mal gestrichen.
Hat jemand eine Ahnung was passieren kann, wenn die Bretter öfters gestrichen sind?
Ich wollte heute eigentlich nochmal Nachschub holen, da der Verkäufer vom Fachhandel gemeint, dass die Oberflächenspannung zu hoch ist und somit kann, weil das Holz arbeit, diese platzen.
Wir wissen jetzt nicht was wir machen sollen. Bin für jeden Tip dankbar.



Verbrauch



Die Materialauswahl soltten wir beim nächsten mal, besser vorher hier besprechen.

Aber macht euch nicht verrückt.

Wahrscheinlich ist das Holz zu glatt.

Der Hersteller gibt auf seinem "Merkblatt" den Verbrauch mit 200 bis 250 Millilitern an. Weiterhin sollen erfahrungsgemäß MINDESTENS zwei Anstriche, bei gehobelten oder dichten Hölzern drei ausreichend sein.



Fachhandel? Wirklich?



Ich zitiere von der Remmers homepage zur HK Lasur:
"Nicht für Beschichtung von Bodenflächen (Terrassen, Holzdecks usw.) geeignet"

Und dass die Chemiepampe reisst und abplatzt hat wohl jeder schon gesehen, oder?



Remmers



Schau hier:
https://www.remmers.com/de/holzfarben--lacke/holzanstriche/lasuren-farben-und-andere-holzanstriche/3in1-holzschutz-lasuren-auen/hk-lasur/p/000000000000225001

Und da steht noch mehr: Grund-, Zwischen- und Schlussbeschichtung
Macht insgesamt 3!



Lasur



Lasur deckend? Habt ihr da was falsch verstanden?



Nein, nichts erklären



Der Unterschied zwischen Lack und Lasur ist zwar klar, aber es ist doch lustig zu lesen, wie die Leute antworten, auch wenn es absolut sinnfrei ist.

Also mir machen solche Threads Spass.

Klaus



so einfach ist das nicht mehr...



bei diesem Produkt handelt es sich um eine Alkydharz-Lasur. Lasuren sind keine Öle und auch keine Lacke, sie sind eine Art Zwischenprodukt.

Öle ziehen ein, der Überstand muss abgenommen werden, sonst klebt es (oder dauert ewig bis es trocknet, oder es ist in der Anwendung nicht unbedenklich). Eine deckended Schicht soll eben nicht entstehen.

Lacke sollen dagegen möglichst gleichmäßig schichtbildend sein. Sie können auf Untergründe aufgebracht werden, in die sie gar nicht einziehen (z.B. Metalle oder vorgestrichene Hölzer).

Lasuren sind eigentlich ein Zwischenprodukt. Ein Teil wird einziehen, ein Teil wird an der Oberfläche verbleiben, z.B. alle Pigmetanteile.
Welcher Teil einzieht (ölige Bestandteile oder wässrige) hängt von der Zusammensetzung des Produktes ab aber auch vom Material (roh, geölt, lasiert-womit, welches Holz.......).
Wenn es "deckend" sein soll (nach welchem Anstrich auch immer...) wird's noch komplizierter: wieviel Pigment enthält der Anstrich, enthält er Anteile, die nicht einziehen und daher Schichtbildend sind (z.B. Alkydharz).

Nun gibt es zahllose "Lasuren".
Neulich sollte ich ein Pflegeprodukt für den Teakholztisch auf der Terrasse mitbrigen. Versehentlich habe ich in der Eile ein sogenanntes Teaköl gekauft (lt. Etikett) und nicht aufgepasst. Nachdem das Produkt auf dem Teakholztisch aufgebracht war, habe ich feststellen müssen, dass es sich um eine in Wasser emulgierte Alkydharzlasur gehandelt hat, die im Gegensatz zu (Teak-) Holzöl ganz sicher schichbildend ist. Man erkennt es daran, das der behandelte Tisch nun nach 6 Monaten abblättert und eigentlich komplett abgeschliffen werden müsste.

Ein klassisches Beispiel für so ein Mischprodukt sind die alten Ölfarben. Ein Teil des Öls wird in rohe Flächen einziehen (daher soll man vorher immer grundieren) das Pigment bleibt aber auf der Oberfläche. Wenn man darauf herumläuft, gibts Laufstraßen. Daher sind diese Produkte für Dielen ungeeignet. Bei den Lasuren ist's genauso: das Pigment auf der Oberfläche läuft sich ab.

Fazit: ein Boden, der begangen wird, sollte nur farblos geölt werden. Die Farbe bestimmt das ausgewählte Holz. An mechanisch unbelasteten Flächen kann man machen was man möchte. Viele Pigmente sind im Gegensatz zu fast allen Hölzern bei Sonneneinstahlung sogar farbecht.
Wenn das derzeitige Ergebnis auf dem Fußboden in der Farbe nicht gefällt, muss man sich Gedenken machen, ob man nocheinmal (und immer wieder) streicht, oder ob man diese "Gebrauchsoptik" (heute sagt man shabby chic) nicht doch akzeptiert.

p.s. viele Hölzer bekommen völlig unbehandelt bei Bewitterung nach einer Weile einen gewissen Grauton, der sich nicht abläuft und einen ganz einfachen natürlichen Holzschutz darstellt.