Kalkputz aufgeplatzt, was nun?




Hallo,

ich komme aus Schleswig-Holstein / Dithmarschen und ihr glubt gar nicht wie schwer es ist Verarbeiter für Kalkputz zu finden. Drum habe ich einen Verputzer beauftragt unseren Hausteil zu verputzen, der bisher nur mit Gips- und Kalkzementputz gearbeitet hat. Ich war der Meinung mich im Vorfeld gut informiert zu haben, somit hat der Putzer am Donnerstag einen Tubag Vorspritzmörtel VSM auf unsere Kalksandsteinwände ( Bj. 1966 ) aufgetragen, dünn aber doch flächendeckend. Der Hersteller hatte 3 Varianten, ausreichend Vornässen, Aufbrennsperre oder Vorspritz. Da der Putzer sich mit Vorspritz auskennt haben wir uns für diesen entschieden. 2 Tage später wurde dann der Hessler HP9 aufgetragen, ohne nochmals vorzunässen erst eine dünne Lage, nach leichtem Anziehen die 2te. gesamt ca. 10-15mm. Er hat den Putz mit einer Kartätsche Plan gezogen, befeuchtet und mit einem Schwammbrett gerieben und dann mit so einem Breitspachtel glatt gezogen. Sah auch wirklich gut aus. Dann hat er Feierabend gemacht und ich bin bis heute morgen zur Arbeit gefahren. Als ich heut morgen in den Raum kam bekam ich einen Schock! Der Putz ist an vielen Stellen gerissen, nahezu aufgeplatzt und kling hohl! Mir fiel auf das ich den Elektroheizkörper vergessen hatte aus zu machen, aber im Nebenraum das gleiche Bild ( ohne Heizung ). Ich habe mir gleich den Wasserschlauch genommen und den Putz einmal nass gemacht, hat er auch so weggesogen. Montag kommt der Putzer und machte die 2te Haushälfte, was wurde Falsch gemacht????

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe...





Unter den HP 9 darf KEINE Aufbrennsperre, der Tubag Vorspritzmörtel (ein Zementmörtel) der flächendeckend aufgetragen wurde wirkt nicht viel anders als eine solche Aufbrennsperre.
Also wenn schon dieser Vorspritzmörtel dann nur netzförmig.
Abgerieben wird solch Putz üblicherweise mit einem Holz- oder Kunststoffbrett, die Unsitte zum Schluss noch mit einem Breitspachtel die Fläche abzuziehen und “Chic” zu machen funktioniert zwar bei Gipsputz wunderbar, bei Kalk- und Kalkzementputzen hat dies aber zur Folge das ein Großteil der Bindemittel und des Anmachwasser an die Oberfläche transportiert wird (Sinterschicht), und die reißt dann weil viel zu fettig.





Kann der weitere Putz trotz Vorspritzmötel aufgetragen werden? Muss dieser dann leicht vorgenässt werden oder lieber nicht?Also verstehe ich es richtig, das wenn der Putz nur mit einem Holzbrett abgezogen wird, wahrscheinlich nicht reisst? Was mache ich nun mit der bestehenden Putzfläche?





Auf jeden Fall nicht im Anschluss noch mal drüber glätten.





@thorben

Ein Maurer, der noch keinen Kalkputz gemacht hat, wird keinen Kalkputz laut Herstelleranleitung hinbekommen. Das muss man gelernt haben und man muss Übung haben.

Für trockene Kalk-Fertigputzmischungen, die bereits hydraulisch bindende Anteile enthalten, wird es wahrscheinlich auch kein historisches Maurerwissen geben. D.h. man wird jemanden benötigen, der genau mit dem Produkt oder einem vergleichbaren ausreichend Erfahrung hat.

Meinen (Ostdeutschland) Kalk-Innenputz auf Ziegelmauerwerk haben die Maurer so gemacht, wie sie es gelernt haben. D.h. Erdfeuchte Kies-Kalkhydratmischung wurde im Kieswerk bestellt und in Bigbags geliefert. Dazu noch eine kleine Fuhre Sand, weil das Kieswerk die Mischung erfahrungsgemäß zu fett (zu viel Kalk) fürs Putzen macht und einige Sack Zement als Hydraulikbinder. Dann wurde noch ein Mischer benötigt (für eine Pumpe hat es sich nicht gelohnt).

Erste Lektion: ein Maurer allein kann keine nennenswerte Fläche Kalkputz herstellen. D.h. es kamen 4 Mann. 2 Maurer und 2 Hilfskräfte.
Der bessere der beiden Maurer nässt mit dem Quast einmal kurz vor und wirft den eher dünnflüssig angerührten Mörtel bis zu 15mm in einer Schicht an die Wand und zieht das ganze mit der Kardätsche glatt. Dass muss so schnell geschehen, dass er eine zusammenhängende Fläche von Ecke bis Ecke fertig hat, bevor der Putz so weit angezogen hat, dass er sich nicht mehr gut reiben lässt. Je nach Größe der Fläche ist das eine extrem anstrengende Tätigkeit, so dass der Maurer für nichts weiter Zeit hat und bei allen Handreichungen von den Hilfskräften bedient wird. Eine Hilfskraft steht dabei überwiegend am Mischer und die Zweite trägt die fertige Mischung dahin, wo der erste Maurer sie benötigt.
Fürs Reiben mit dem Reibebrett ist der zweite Maurer zuständig. Der Putz kann gerieben werden, wenn so ein leichtes Kunststoffreibebrett nicht mehr am Putz Kleben bleibt. Dann muss die Fläche so zügig glatt gerieben werden, dass es nicht erforderlich ist, dass der Putz erneut nass gemacht werden muss, da er sich dabei entmischt. D.h. auch der zweite Mauerer hat durchgehend mit dem Reiben zu tun. Wieviel Arbeit er hat und wie gut das Ergebnis wird, hängt entscheidend vom Geschick des ersten Maurers ab. Das ganze machen die 4 Leute etwa 1,5 bis 2h am Stück, dann ist erst mal Erhohlungspause angesagt.

Zur Mischung: Bei mir kamen auf 1 Mischerfüllung 9 Schaufeln von dem erdfeuchten Kalkputz, 3 Schaufeln Putzsand, 1 Schaufel Zement.

Wenn ich einen anderen Hydraulikbinder als Zement gewünscht hätte, dann hätte ich den selbst besorgen müssen. Habe aber kein grundsätzliches Problem mit Zement und habe mich deshalb auf die Erfahrung der Maurer verlassen.

Wie man aus einer Trockenmischung einen gescheiten Kalkputz machen soll, kann ich nicht sagen. Nach meiner Erfahrung lässt sich mit Kalkmörtel der trocken angerührt wird, nicht gut putzen, da der Kalk innerhalb der ersten 24h viel Wasser bindet. Hat man Kalkydrat vorher eingesumpft oder lässt die erdfeuchte Mischung aus Sand und Kalkhydrat abgedeckt wenigstens 24h ruhen, dann ergibt sich ein geeigneterer Putzmörtel.

Sobald eine Mischung aber bereits hydraulisch bindende Anteile enthält, muss sie innerhalb von ein paar Stunden verarbeitet werden. Da solche Kalkputzmischungen angeboten werden, muss es ja irgendwie funktionieren. Allerdings kann ich mir da gut vorstellen, dass tendenziell zu wenig Wasser im Putz ist, so dass es eher zu Rissen und Ablösungen kommen kann, als wenn der Kalk vor dem Putzen ausreichend Zeit hatte genügend Wasser zu binden.





Kalkputz ist keine Hexerei. Auch kein reiner Kalkputz!

Wenn die Maurer wirklich gelernt haben, können Sie auch einen Kalkputz selbst anmischen...

@Erwin...das, was Deine Maurer gemacht haben ist von der Mischung her schon ein recht harter Kalkzementputz...das ist zwar an sich nicht schlimm, aber eben von einem reinen Kalkputz ein ganzes Stück entfernt. Ich kenne keinen Maurer, der früher gelernt hat, eine fertige Mischung zu bestellen.

Ich putze auch viel selbst und bin dabei allein und bekomme die Wände auch ordentlich hin. Was ich auf jeden Fall empfehlen kann - die Kalkputzmischung ruhig lange im Mischer drehen lassen...wenn ich eine Mischung mit der Karre hole, bereite ich die nächste Ladung gleich vor, denn wird der Putz deutlich "cremiger"...läßt sich gut Verarbeiten und steift dann an der Wand auch nicht so schnell an.





Fertige Mischungen gabs früher natürlich nicht, aber so wie mir die Maurer sagten, wurde der Kalk vorher eingesumpft.

Das Kieswerk, das heute die Erdfeuchte Mischung liefert arbeitet auch mit eingesumpftem Kalk. Also in sofern fast noch das selbe wie früher nur etwas bequemer.

Die "reine" Kalklehre hat es nie gegeben und wird es nie geben. Es geht im Wesentlichen immer um hydraulisch bindende Anteile. Eine harte Mischung kann ich bei mir auch nicht feststellen. Der Putz ist schon ein relativ empfindlicher Bröselkram, den man leicht wegkratzen kann, wenn das mal irgendwo erforderlich ist. Kalkputz ohne jegliche hydraulische Anteile (hydraulischer Kalk oder Trass oder Zement oder...) macht wohl kaum jemand. Das wird den meisten einfach viel zu lange dauern, bis sich da eine halbwegs ausreichende Festigkeit einstellt.
Mit Zement kennen sich wenigstens die meisten Maurer gut aus und können abschätzen, wie fest der Putz je nach zugegebener Menge wird.

Bevor ich den Maurern bei mir zugesehen habe, dachte ich auch, dass ich irgendwie schon ganz ordentlich putzen könnte und da nichts besonderes dran wäre.
Wenn man unendlich Zeit hat und die Flächen klein sind, dann geht das auch irgendwie. Fläche durch Setzen von Putschienen verkleinern ist ein Ausweg, wenn man allein ist und nicht so die Routine hat.

Wieviele qm kannst du denn, nachdem du die Mischung gemacht und an Ort und Stelle getragen hast, im Stück anwerfen bevor die Mischung alle ist oder dich die Kräfte verlassen, bevor du ohne nachnässen zu müssen mit dem Reiben durch bist?





Früher hat man auf der Baustelle den Brandkalk gelöscht. Heutzutage wird meist Weißkalkhydrat verwendet, der dann noch gesumpft wird...es spricht ja auch nichts gegen diese Fertigmischung, aber wenn Deine Maurer sowieso noch selbst dazumischen, hätten sie die Fertigmischung gar nicht gebraucht, sondern auch machen können. Wenn ich mir Deine Mischung anschauen, wird die bei etwa 9:2:1 liegen (Sand:Zement:Kalk)...laut meinen Mischungstabellen liegt das genau im Bereich des Kalkzementputzes.

Ich mache auf eine große Mischerladung für den Unterputz 18 Teile Sand, 5 Teile Weißkalkhydrat und 1/3 Teil Zement - nach meinen Proben reicht mir das vollkommen aus.



Maurer, die sowas Verarbeiten können, können auch reinen Kalkputz...ich würde bei beiden entpsrechend vor- und nachbehandeln.





Klar könnten die Maurer Kalkhydrat ausreichend lange vorher einsumpfen und dann die Mischung selbst herstellen.
Aber in meiner Gegend gibt es ein Kieswerk, das für seine ausgezeichnete Putzsandmischung bekannt ist und eine Anlage hat, um Erdfeuchte Mischung aus Sand und eingesumpftem Kalkhydrat herzustellen. Die Tonne davon kostet ab Kieswerk 22 Euro netto. Wenn man die Bigbags mit Folie abdeckt, kann man die Mischung bestimmt ein Jahr lang verwenden.
Da fahren auch die Selbermacher für Kleinmengen hin. Hänger am PKW, Folie rein, unter das Förderband fahren und rechtzeitig anhalten, bevor der Hänger zusammenbricht.





...bei dem Preis würde ich auch da hinfahren :-)

Au swelcher Gegend bist Du denn?





Genügt es denn wenn ich die losen Stellen der bisher verputzten Wand entferne und diese erneuern lasse? Der Rest sieht soweit gut aus und macht einen festen Eindruck...





...ich würde den Putzer erstmal auf die Baustelle beordern und fragen, was er dazu meint.

Man wird die nachgeputzten Stellen nachher sicherlich erkennen, solange man nicht die ganze Fläche nochmal überarbeitet.



Auf den Grundputz



kommt ja noch ein Feinputz, da habe ich eigentlich keine Angst das man es sehen kann. Die Fläche ist jetzt natürlich recht glatt, diese muss für den Feinputz dann wieder mit einem Rabott aufgerauht werden oder kann man dort direkt weitermachen?





@Thorben

Bevor du irgend etwas machst, müsste es einen Hinweis geben, was bei dir falsch gelaufen sein könnte. Da fehlt mir leider jede Erfahrung für das von dir verwendete Produkt und den Sandstein als Untergrund.

Was mir aus meiner geringen Erfahrung mit Kalkputz an deinem Bericht merkwürdig vorkommt:
* der Auftrag in 2 Schichten für insgesamt 15mm Putzdicke
* Schwamm- statt Reibebrett
* Glattziehen mit Spachtel

Ob etwas davon ursächlich für die beschriebenen Probleme ist, weiß ich nicht.

Der Hinweis im Hessler Datenblatt zum HP9, dass ausreichend vorgenässt und keine Aufbrennsperren verwendet werden sollen, könnte darauf schließen lassen, dass der Mörtel viel Feuchtigkeitsnachschub aus der Wand benötigt. Wenn da eine Aufbrennsperre oder ein kaum saugfähiger Untergrund wäre, dann reicht das Anmachwasser diesem Mörtel allein vielleicht nicht aus, um sicher rissfrei abbinden zu können. Ist aber alles nur eine Vermutung.

@joerjen
Das Kieswerk ist in Charlottenthal in der Nähe von Krakow am See in MV





@Thorben

Du redest schon die ganze Zeit von einem Innenputz oder?

Was soll denn da als Feinputz noch kommen?

Was sollten des Schwammbrett und die Spachtelaktion, wenn da noch eine Putzschicht kommen soll?

Klingt langsam sehr danach als wenn du zu viel Geld hättest.





Die Risse kommen wahrscheinlich daher, dass der Putz einfach nicht genügend Feuchtigkeit zur Verfügun hatte...hinzu kommt das Glattziehen...aber das muß Dir der Putzer sagen können!





Der Grundputz ist mir noch zu grobkörnig, es kommt noch der Hessler HP90 dünn als Feinputz drauf. Ja mal schauen was der Putzer morgen sagt... Das macht schon Sinn was du das schreibst, vielleicht sollte man den Untergrund ( Vorspritz ) doch etwas vornässen...





Ich habe ja vorher mit dem Kollegen vom Kalkwer telefoniert. Dieser sagt Vornässen, Aufbrennsperre oder Vorspritz aufbringen. Er sagte wenn 15mm Putz in einer Lage aufgebracht werden, läuft der Putz wieder von der Wand, deshalb in 2 Lagen aufbringen.





@Thorben
d.h. die Fa. Hessler hat dir die Aufbrennsperre telefonisch empfohlen obwohl in ihrem Datenblatt etwas anderes steht?

Aufbringen in zwei Lagen war sicher so gemeint, dass zweilagig angeworfen wird. D.h. erste Lage anwerfen, je nach Saugfähigkeit des Untergrunds kurz warten, zweite Lage anwerfen, kurz warten, mit Kardätsche abziehen, Fehlstellen ggf. nochmal nachwerfen.

Deinen Bericht hatte ich so verstanden, dass 2 Schichten nacheinander aufgebracht wurden.

Jetzt ahne ich auch, was da schief gelaufen sein könnte. Wer noch keinen Kalkputz gemacht hat, dem fehlt das Gefühl für das richtige Timing und die Konsistenz der Mischung. Wenn das Timing nicht stimmt, dann zieht man mit der Kardätsche oder beim Reiben den Putz teilweise wieder von der Wand und erzeugt die Hohlstellen und wenn man nicht genug Wasser in die Mischung macht, weil man mit der dünnflüssigen Pampe nicht klar kommt, dann ist zu wenig Wasser im Mörtel und es entstehen die Risse.

War bei mir auch ein Aha-Erlebnis, was sich der Maurer für eine dünnflüssige Brühe anrühren ließ, die nur bei richtigem Schwung und schnellem Arbeiten überhaupt an die Wand zu bringen ist.

Edit: Risse wegen zu wenig Wasser stimmt wohl eher nicht. Dann kann der Putz nur nicht richtig aushärten. Risse beim Kalkputz entstehen wohl eher, wenn die Mischung zu fett ist, d.h. zu viel Kalk im Verhältnis zum Sand.





Nein es wurden 2 Lagen an einem Vormittag aufgebracht.
Ja der Kollege vom Kalkwerk sagte alle 3 Varianten führen zum Ziel. Kalksandstein zieht natürlich auch extrem stark und viel Wasser, vielleicht hat er uns deshalb dazu geraten. Ich werde morgen Früh erneut Rücksprache mit ihm halten.



Details?



Was genau ist denn überhaupt abgeplatzt?
Der ganze Putz, also Vorspritz und Hessler HP9 oder nur die HP9-Schicht?

Wie kann der Putz über Nacht schon so sehr aushärten, dass er stellenweise hohl klingt?

Ich bin zwar nicht vom Fach, verarbeite aber zur Zeit selber auch gerade den Hessler HP9 und wundere mich, weil ich o.g. Erfahrungen trotz sehr problematischer Wandverhältnisse nicht gemacht habe. Es gab einmal ein paar kleine Schwundrisse, nachdem die Mischung mal etwas zu viel Wasser enthielt, aber das ließ sich später wieder verreiben.

Grundsätzlich ist zum Thema bereits mit der ersten Antwort alles gesagt. Hilfe könnte evtl. ein Anruf hei Hessler bringen. Die ganzen Exkurse über "Früher" sind zwar ganz amüsant und lehrreich, aber ich denke, in diesem Fall ist die Entscheidung seitens des Threaderstellers längst gefallen. Es interessiert leider nicht, was ein guter Maurer theoretische gelernt haben müsste, wenn die Verarbeiter, die es in der Nähe gibt, den gewünschten Putz nicht drauf haben.





@thorben
Das HP90 Datenblatt liest sich wie eine typische Kalkglättemischung. Deren Verarbeitung will aber auch beherrscht sein. Feine Risse oder die Übergänge durch nachgeputzte lockere Stellen lassen sich damit sicher kaschieren.

Die 2 Kg/qm bei zweilagigem Auftrag sind sicher etwas optimistisch. Die beiden Schichten sollten zusammen nicht dicker als 3mm werden, sonst droht akute Rissneigung.

Eine Kalk-Putzmischung für Innenputz, die man 24h nach dem Putzen mit einer Kalkschlämpe behandelt dürfte mit weniger Aufwand zum selben Ergebnis führen wie die Kombination aus Unterputz und Feinputz(Kalkglätte).





Es löst sich der HP9 vom Vorspritz, ich kann den Putz mit dem Daumen noch eindrücken, aber an mehreren stellen ist er gerissen und kommt leicht hoch. Die Entscheidung für den HP9 ist definitiv gefallen. Das Problem bei uns im hohen Norden ist es erfahrene Putzer zu finden die mit Kalkputz arbeiten. Ich habe niemanden gefunden. Deswegen ist es doch etwas holprig, ich muss aber ehrlich sagen ich hatte mir das ganze etwas einfacher vorgestellt. Mit solchen Problemen habe ich nicht gerechnet. Das mit der Kalkschlämpe hört sich ja gut an, aber ich werde niemanden finden der sich damit auskennt. Der HP90 Feinputz denke ich kann von einem Maler der eine gute Hand hat vernünftig verarbeitet werden.





Angesichts der super Auftragslage der Baubranche hatte ich im lezten Jahr auch große Problem eine Putzerkolonne zu finden. Die dann endlich kamen haben mir dann auch im Vertrauen gesteckt, dass sie ihr Geld zur Zeit leichter verdienen können als mit so harter körperlicher Arbeit, wie sie der Kalkputz mit sich bringt.





Ich habe mir bei 4 Putzern Angebote machen lassen für Kalkputz. Alle haben die Baustelle begutachtet und dann das Angebot geschickt. Keiner hatte Kalkputz angeboten, alle samt Kalkzementputze! Ist schon traurig...
Ich werde berichten was morgen bei dem Telefonat mit Hessler und bei dem Verputzen der 2ten Haushälfte rauskommt.





Kalkschlämpe 24h nach dem Putzen: Keine Ahnung wie es mit Eigenleistung bei dir aussieht, aber für die Kalkschlämpe benötigst du nur Weißkalkhydrat CL90 aus dem nächsten Baumarkt (25Kg für ca. 7 Euro). Die rührst du in Wasser zu einer Dicken Brühe ein und lässt die über nach stehen. Am nächsten Tag so weit verdünnen, dass sich eine dicke Milch ergibt. Die mit einem Quast (idealerweise einer Kalkbürste) großzügig auf den Putz auftragen. Der Kalk füllt die Poren im Putz und bindet zusammen mit dem Putz ab. Die Wand ist hinterher schon ziemlich weiß.

Kalkglätte und Maler kannst du vergessen. Nicht dass ein Maler nicht lernfähig wäre, aber Kalkglätte bleibt doch eher ein Mörtel als eine Farbe und wie beim Kalkputz kommt es auch bei der Kalkglätte auf das richtige Timing an. Die Kalkglätte ist nicht mit Rigips-Spachtelmasse zu vergleichen. Die kann man nach dem Abbinden glattschleifen. Kalkglätte benötigt passende Feuchteverhältnisse und muss im geeigneten Zeitfenster mit dem Schwammbrett in den Endzustand gebracht werden. Da muss man schon einige Übung haben damit das Ergebnis hinterher besser ist als vorher.

Habe vielleicht 70 bis 80qm alter Kalkputzwände mit selbstgemachter Kalkglätte überzogen. Die sind zwar glatter als die Wände die die Maurer gemacht haben, weil mein Sand feiner war, aber nicht so eben. Aber für mich ist das Ergebnis ok so. Problem war, dass ich noch nicht mal jemanden gefunden habe, der mit Kalkglätte überhaupt etwas anfangen konnte. Einhellige Meinung der Maurer: 2-3mm Kalkputz kann gar nicht halten. Rückblickend: wenn ich Maurer wäre würde ich wahrscheinlich auch lieber allen Putz abschlagen und einen neuen Putz aus einer Schicht machen. Damit bin ich schneller fertig als mit der Kalkglätte und teurer ist es auch nicht.





@thorben
hast du besondere Gründe warum dein Kalkputz keinen Zement enthalten darf?





Naja was bedeutet enthalten darf. Die angebotenen Putze waren alles Kalkzementputze. Und bei vielen Herstellern weiß man einfach nicht was alles drin ist in den Putzen. Deswegen wollte ich einen baubiologisch vernünftigen Putz ohne viel Zusätze. Ich bin der Meinung da bietet sich der HP9 an. Denn selbermischen macht hier oben niemand mehr, zumindest habe ich das Gefühl. Warum kann ich die Kalkschlämpe nicht 1 Woche nach Auftrag des Putzes aufbringen?





Kannst du auch später machen, dann musst du allerdings die Wand wieder nass machen und da du kaum wieder so nass machen kannst, wie es unmittelbar nach dem Putzen ist musst du den Kalk stärker verdünnen, damit er carbonatisieren kann. Das kannst du dafür mehrfach wiederholen. D.h. nass machen und mit dünner Kalkschlämpe streichen. Wenigstens 24h sollte die Wand schon feucht bleiben, damit der Kalk carbonatisieren kann. Wenn nicht, hast du nach dem Trocknen gut färbenden Kalk an der Wand. Die 24h nach dem Putzen wartet man auch nur, weil man sonst beim Kalk Streichen zu leicht den frischen Putz beschädigt. Sehr feine Risse füllt der Kalk auch.

Bei bestimmten Kalkzementputzen wird die Zusammensetzung noch relativ gut nachvollziehbar sein, weil eine Mischung aus Weißkalkhydrat, Sand und Zement im wesentlichen als Allerweltsputz funktioniert.

Wenn es als Hydraulikbinder partout kein Zement sein darf, dann wird es m.E. undurchsichtig was man bekommt. Das mag dann zwar alles biologisch korrekt sein, aber es ist ohne eigene Versuche und Erfahrung mit dem konkreten Produkt nur schwer abschätzbar, welche Produkteigenschaften sich ergeben und welche Anforderungen an die Verarbeitung gestellt werden.





Hallo,

ich lese, dass der Feinputz noch draufkommt. Ist das richtig ?
Dann sollte der Untergrund auch gerissen sein, damit der Feinputz sich anständig verkrallen kann.
Und: machen Sie nicht alles so schnell, es gibt auch noch Austrocknungszeiten.

Grüße vom Niederrhein



Rissbildung … und auch …



Hallo

ein paar Punkte zum Verputzen mit Kalk: Sinterschicht!
Wie entsteht die und warum muss die weg?

weiter ein Zitat:
Schrumpfrissbildung

Die langsam ansteigende Festigkeits-entwicklung des Frischmörtels wird überlagert von Schrumpfvorgängen. Die Oberflächen-spannung durch Abtrocknung nach außen und Aufnahme des Anmachwassers vom Putzgrund wird zunächst größer sein als die Mörtel-festigkeit. Sich konisch zum Putzgrund verengende Risse sind die Folge. Diese Risse stellen in der 1. Putzlage keinen Mangel dar, sie zeigen vielmehr eine erwünschte Entspannung der Oberfläche an. Spätrissschäden und Rissbildung in auf den Unterputz folgenden Fein/- Oberputzschichten werden dadurch sicher vermieden.


Quelle:
http://www.solubel.de/produkte/luftkalkmoertel.php

Florian Kurz





Ist es tatsächlich ein übliches Vorgehen einen Kalk-Innenputz aus Unter- und Oberputz zu erstellen?

Bisher war ich davon ausgegangen, dass so ein Aufbau nur bei Außenputz gemacht wird.





Ob üblich oder nicht ist sicherlich eine Frage des Geschmacks. Ich möchte eine sehr feinkörnig gefilzte Oberfläche haben und habe mich deshalb beispielsweise für einen feinen Filzputz entschieden. Ich habe aber auch schon etliche Wände einlagig geputzt.



… nicht nur …



… Optik … ob glatt oder rau oder wie auch immer

ein mehrlagiger Kalkputz hat sich als qualitatives Bauprodukt über Jahrtausende heraus entwickelt und optimiert …

um diese oder um reale Qualität geht es am Bau nicht mehr … sondern um schnell, billig und in
ob nötig oder real gut - bleibt auf der Strecke …

Das wirkliche Verständnis für Bauqualität ist fast verschwunden … im Lande der Baumärkte und das Muss alle Jahre sich ne neue Küche Kaufen zu müssen

grober Unterputz - feinerer Oberputz - Anstrich mehrlagig und dünn hat einfach SINN

früher hat man auch Gebäude gebaut, die locker 400 Jahre gehalten haben
heute können die Bauherrn froh sein, wenn das Jahr der letzten Kreditratenbezahlung nicht das Jahr ist, in dem es generalsaniert werden muss oder weg geschmissen wird …

Wer will, kann sicher einlagig arbeiten … aber …

Florian Kurz



Kalkputz die 2te !!!



Heute wurde die 2te hälfte des Hauses geputzt. Vorher habe ich mit dem Kollegen im Kalkwerk telefoniert. Er hat nichts anderes erzählt wie hier bereits geschrieben wurde. So haben wir ohne Vornässen die 1. Putzlage aufgetragen und ne knappe Stunde gewartet bis er schön angezogen hat. Nun die 2te Lage und nur mit nem Brett abgezogen. Ich muss sagen bis auf wenige Trocknungsrisse sieht es sehr gut aus. Keine größeren Stellen die sich ablösen, aber mal schauen wie es morgen Früh aussieht. Teilweise wurde mit dem Rabott schon die Sinterschicht entfernt, da der Putz aber noch zu weich ist wird damit erst morgen fortgefahren.
Die losen Stellen von Samstag wurden entfernt und neu geputzt. Bei der restlichen Fläche vom Samstag ist es sehr schwierig die Sinterschicht runter zu bekommen. Die ist verdammt fest. Rabott kannste vergessen. Der Putzer hat mit einem Flächenschleifer wie er auch zum Rigips Schleifen verwendet wird versucht diese Schicht zu entfernen, tja es scheint zu funktionieren, aber mit 80er Körnung bekommt man wirklich nur eine sehr düne Schicht runter, der Putz fühlt sich nicht mehr so "fettig" an, ist aber noch recht glatt. Ich bin mir nicht sicher ob dieser Untergrund so optimal für den Feinputz ist,
hat hier Jemand einen Tipp wie ich die Oberfläche Sinterfrei und etwas rauh bekomme?
Vielen Dank erst einmal für die wertvolle Hilfe die ich bisher erhalten habe.
Gruß Thorben





@fk

Danke für die Ausführungen zum mehrlagigen Putzen.

Beim alten Innenputz, den ich in meinem Haus abgeschlagen habe, waren keine verschiedenen Körnungen zu erkennen, so dass ich davon ausgehen würde, dass der vor ca. 100 Jahren auch schon als einlagiger Putz erstellt wurde.

Beim stark verwitterten Außenputz des Hauses, in dem ich bis vor kurzem gewohnt habe, waren dagegen sehr deutlich der Ober- und der Unterputz an Hand unterschiedlicher Körnungen erkennbar.

Was kann man erreichen, wenn man den Innenputz mehrlagig macht? Meine Maurer haben ja den Kalkputz eher mager gemacht, damit es möglichst keine Risse gibt. Die hat es auch nicht gegeben. Der Putz ist allerdings relativ weich. Macht man einen Unterputz, bei dem es Risse geben darf, dann kann man den wahrscheinlich etwas fetter machen, so dass er fester wird. Den darauf folgenden Oberputz kann man wahrscheinlich auch tendenziell etwas fetter machen, weil die Schicht nicht mehr so dick ist und damit weniger Rissneigung besteht.
Ist das ungefähr richtig so?

Wenn vom mehrlagigen Kalkputz mit verschiedenen Körnungen die Rede ist, ist dann damit auch eine Kombination aus Unterputz und 2-3mm Feinputz/Kalkglätte gemeint?





So, der Putz ist an der Wand und sieht relativ gut aus. Die Sinterschicht wurde mit dem Flächenschleifer entfernt, Zwar etwas ungleichmäßig, aber der Rest wird dann mit dem Feinputz geglättet. Der Putz sandet dort nun etwas, der Hersteller hat mir empfohlem hier mit verdünntem Wasserglas zu streichen. Beeinträchtigt diese Behandlung die Eigenschaften des Putzes?
Gruß Thorben





Sind Sie sicher das Sie sich beim anrufen nicht verwählt haben?





@thorben

Nochmal vorsichtshalber ein Hinweis zu deinem Feinputz HP90.
Das Produktdatenblatt veranlasst mich zu der Annahme, dass es sich um eine Kalkglätte-Mischung handelt. Speziell die Angabe des typischen Verbrauchs von 2Kg/qm.
Kalkglätte besteht etwa zur Hälfte aus feinem Sand bzw. Sandersatzstoffen und zur anderen Hälfte aus Kalk. D.h. es gibt einen sehr hohen Bindemittelanteil. Mit solchen Mischungen darf man keine einzelne Schicht machen, die dicker als 1,5 bis 2mm ist, weil sie sonst reißt. Die zwei empfohlenen Lagen ergeben dann höchstens 3 bis 4mm.
Selbst habe ich mit meiner eigenen Kalkglättemischung nur eine Lage von 1,5 bis 2mm gemacht. Mit einem Rest habe ich einmal eine kleine Stelle etwas dicker verputzt. Das ist so stark gerissen, dass ich es wieder abschlagen konnte.

Wenn hier im Thread die Rede von historisch üblichem zweilagigen Putzaufbau war, dann denke ich, dass damit kein Unterputz und eine Kalkglätte sondern zwei dickere Schichten aus einem Unterputz mit grober Körnung und einem Oberputz mit feiner Körnung gemeint war.

Die Arbeitsweisen für zwei dickere Putzschichten oder einer dicken Putzschicht plus einer dünnen Kalkglätteschicht dürften sich grundlegend unterscheiden.

Für Kalkglätte würde ich von einem ebeneren und glatteren Unterputz ausgehen als für eine dickere Oberputzschicht.

Mit dem HP90 würde ich dann vielleicht erst einmal nur eine kleinere Wand machen, so dass man sehen kann, ob sich Risse bilden.



Kalkglätte vs. Feinputz



Auch wenn sich der Hinweistext ähnlich liest, so weise ich darauf hin, dass es von Hessler auch eine dezidierte Kalkglätte (HP900) gibt oder haben Sie den verwendeten Grundputz HP9 mit dem HP 90 Feinputz verwechselt? In diesem Thread verstehe ich das Timing des Putzaufbaus übrigens nicht: Abgesehen von Lieferungen am Sonntag und ähnlichen Rätseln, sowie den seltsamen Telefonauskünften des Herstellers geht mir das alles viel zu schnell. Wie kann schon nach wenigen Stunden der Putz beim Entfernen der Sinterschicht absanden? Überhaupt, warum wird statt netzförmigen Vorspritzens oder sporadischen Aufstreichens von Haftmörtel HP14 per Zahntraufel flächig sperrender Zementputz aufgebracht? Ein gründliches Vornässen wäre hier doch schon die halbe Miete gewesen, es ist schließlich ein Fertigmörtel mit "Klebeanteil". Ich nehme den nur für die kritischen Wände, ansonsten benutze ich auch die Eigenmischung aus Weißkalkhydrat und Sand.


Ich hatte bisher zwei Putzfirmen auf der Baustelle: Beide wollten am liebsten Rotband o.ä. draufschmieren, einer erklärte sich für Kalkputz nur auf Sperrgrund bereit und wollte dafür im Gegensatz zum Gipsputz kein Quadratmeterangebot machen, sondern zum Stundensatz abrechnen, der andere wollte, dass wir die Wände komplett vorbereiten, damit er mit der Maschine drübergehen kann (bei uns ist fast jede Wand anders, was Zustand und Bauart angeht). Angeblich wäre aber der Hessler-Putz (von dem beide noch nie etwas gehört haben) nicht maschinentauglich, besser wäre etwas aus dem Hause Weber/maxit. Jetzt kommt noch ein weiterer Verputzer, ein Freund meiner Eltern, also jemand, der eigentlich noch von alter Schule sein müsste.
Derweil haben wir aber einfach testweise schon selber angefangen und zwar ausgerechnet mit den Wänden, die von den Verputzern am argwöhnischsten begutachtet wurden.
Bisher sieht alles gut aus und hält. Trotzdem ist es aus Zeitgründen keine Option, dass wir das ganze Haus komplett selber verputzen, somit muss man also doch auf eine Firma zurückgreifen. Dann soll es aber auch jemand sein, der etwas davon versteht, denn auf o.g. Überraschungen habe ich keine Lust. Öko-Bauen ist zwar in den Medien der große Renner, aber schon was die Verfügbarkeit der Baustoffe angeht, sieht es mau aus und erst recht, was kompetente Verarbeiter angeht. Lehm und vor allem Tadelakt sind zwar große Mode und werden von kommerziellen Dienstleistern gerne aufgegriffen vor allem in Form von Mitmach-Seminaren mit Kuschenathmosphäre, aber bei einem soliden klassischen Kalkputz hört es dann leider ganz schnell auf. Abgesehen davon, dass ich schon Lehmputz zum 10-fachen Preis pro qm des ortsüblichen Satzes für Gips- oder Zementputz angeboten bekommen habe. Warum soll so einer noch Kalkputz anbieten?

Die rührigen Geschichten aus den Lehrjahren einiger Forumsmitglieder, die offenbar zu Zeiten von Pieck und Grotewohl oder gar noch früher stattfanden, nutzen demjenigen, der heute einen fähigen Verputzer sucht leider nicht wirklich.





Meinte schon den HP90 Naturkalk Feinputz.
Habe gerade nochmal geschaut.
Im Datenblatt wird ein Verbrauch von 2Kg/qm angegeben.
Das würde auf eine Schichtdicke von vielleicht 1,5mm hinauslaufen.

Bisher war ich davon ausgegangen, dass so dünne Schichten mit "normalen" Kalkputzmischungen nicht gehen.



Grundputz



Der Putz, der beim Threadersteller abgefallen ist, war der Grundputz HP9. Darauf soll jetzt noch der Oberputz HP90. Ob der nun eher einer Kalkglätte entspricht oder doch ein "dekorativer Oberputz" ist, spielt nur eine untergeordnete Rolle, das Problem liegt beim Grundputz bzw. der Grundierung darunter.





Bestimmte Risse in ausgewiesenen Unterputzen scheinen nach den Anmerkungen von Herrn Kurz nichts Außergewöhnliches zu sein.

Hohlstellen entstehen, wenn man beim Abziehen und Reiben nicht die Erfahrung mit Kalkputz hat.

Wenn der Unterputz eine recht grobe Körnung hat und beim Reiben nicht gerade totgerieben wurde, dann würde ich davon ausgehen, dass man hinterher nicht mit dem Rabott beigehen muss, damit der HP90 hält. Da sehe ich eher die Gefahr, dass man wegen zu großer Rauhigkeit oder Unebenheit des Unterputzes zu einer zu großen Schichtdicke des Feinputzes kommt, die dann vielleicht eine verstärkte Rissneigung hat. Was mich stutzig machte, waren die 2Kg/qm für einen Kalk-Feinputz. Derartige Größenordnungen kenne ich von Kalkglätte und da gibt es deutliche Warnungen vor zu großen Schichtdicken.





Die Sinterschicht wurde am Dienstag entfernt, von dem Putz der Samstag angebracht wurde. Dieser sandet nun leicht. Den HP90 als Feinputz aufzubringen war meine Idee um eine schöne glatte Wand zu bekommen, aber bei den leichten Unebenheiten denke ich auch ist es nicht die beste Variante. Was könnte ich dann verwenden um leichte Unebenheiten auszugleichen und eine glatte Wand zu bekommen?Muss ja nicht aus dem Hause Hessler kommen.
Verwählt habe ich mich nicht. Also muss kein Wasserglas aufgetragen werden?





@thorben

Mit einem Putz, der mit der Traufel in mm-Stärke aufgezogen wird, kann man eine Wand zwar glatt machen aber eher keine großartigen Unebenheiten mehr ausgleichen.
Wie es mit der Rissneigung beim HP90 bei größeren Schichtdicken aussieht, würde ich beim Hersteller erfragen. Aber wahrscheinlich ist das Zeug so teuer, dass sich größere Schichtdicken von allein verbieten.

Bei den angeschliffenen Flächen wirst du nicht drumrum kommen, da eine Schicht Feinputz drauf zu ziehen. Dann ist die Oberfläche auch wieder fest. Die Überlegungen zum Wasserglas kannst du vergessen.

Wenn du ursprünglich nur den HP9 als Putz machen wolltest, dann sollte der ja halbwegs maßhaltig und eben aufgebracht sein.
Gab es da auch eine Empfehlung, dass man den HP9 ohne Oberputz als Innenputz machen kann?





Es war von Anfang an gedacht einen Feinputz aufzubringen. Da die Sinterschicht so hartnäckig war wegen Falscher Oberflächenbearbeitung ( Schwammbrett und Breitspachtel ) ist die Wand nun an einigen Stellen nicht mehr ganz eben, es sind leichte Vertiefungen ( wenige mm ) vorhanden. Gut ich werde also die leichten Vertiefungen mit Feinspachtel Plan ziehen, anschließend wird dann der Feinputz ganzflächig aufgebracht. Hat jemand mit einem anderen Feinputz als HP90 gute Erfahrungen gemacht? Wie gesagt, selber mischen kommt nicht in Frage.





Womit willst du denn da jetzt spachteln?

Spachteln gehört doch eher in die Gipsecke.

Ich würde da jetzt keinen dritten Baustoff dazu bringen. Vielleicht an den schlimmsten Stellen eine Lage mehr von dem HP90.





Ja genauso habe ich es ja vor. Evtl. gibt es ja gute Alternativen zum HP90. Ist mein erster Kalkputz und Kalkfeinputz und mir fehlt die Erfahrung...





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