Reinigung von Kalk-Zementputz mit Natronlauge zur Prävention von gelben Durchschlag bei Kalkputz/-glätte

21.05.2019



Hallo Allerseits,

Wir wohnen in einem Haus dem Jahr 1961 und renovieren Zimmer für Zimmer mit ökologischen Baustoffen.
Trotz der gründlichen Entfernung der alten Tapete und Reinigung des Kalkzementputzes mit viel Wasser, kommt es bei Verwendung von HAGA Bio-Kalkputzglätte an vereinzelten Stellen zu gelben Durschlag.

Ein erfahrener Denkmalpfleger teilte mir mit, dass die alkalische Kalkglätte alte Leim/Kleisterreste (wahrscheinlich tierischen Ursprungs) auflöst und diese dann an der Oberfläche sichtbar werden.

Nun spiele ich mit dem Gedanken die Wände mit einer Natronlauge zu Reinigen, bevor der neue Kalkputz aufgebracht wird. Selbstverständlich unter Berücksichtigung jeglicher Sicherheitsmaßnahmen. Hat jemand von euch Erfahrung mit diesem Prozess? Und könnte sich die Natronlauge, auch wenn sie mit viel Wasser abgewaschen wird, negativ auf den Grundoutz auswirken?

Für Antworten und Meinungen wäre ich Euch sehr dankbar.



Sorry



… auf einen bestehenden Kalkzementputz einfach mal HAGA-Ökoputzdünnglätte auftragen hat m.E. nichts mit "biologischer Sanierung" zu tun … rein garnichts … 

Ich versuche mal mit einem Gleichnis darzustellen, was ich meine … 
Ihr Zahn tut weh und der Zahnarzt will ausbohren und dann eine Füllung machen … Sie aber haben einen Vorschlag … "nur ein bisschen sauber machen und dann die Füllung … nicht das unangenehme AUSBOHREN"

Wundern Sie sich dann nicht, wenn nach ein paar Wochen sich der Zahn wieder meldet … ????

M.E. gabe es 2 sinnvolle Lösungen:
1. alter Putz weg und mit neuem Kalkputz mehrlagig aufbauen … bis zur Kalkglätte (Unterputz … Oberputz … Glätte … 
2. alten Putz grob aufrauen und dann einen Neuaufbau … mehrlagig wie vor … (evtl. kann dann der Unterputz wegfallen)

Das andere mit Lauge und anderen Zaubervorschlägen würde ich bleiben lassen … 

Bei den Vorschlägen von mir hängt es natürlich wieder davon ab, wie "zementhaltig" der KalkZementputz im Bestand wirklich ist … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Vielen Dank



für Ihre Antwort Herr Kurz.

Aufgrund des guten Zustandes des Kalkzementputzes, seiner fein abgeriebenen Oberfläche und geringem Zementanteil (eher weiß bis beige, statt grau) haben wir uns entschieden auf diesen beuzubehalten. Zumal die meisten Kalkgrundputze, auch Haga, einen geringen (Weiß-) Zementanteil aufweisen.

Wir haben bereits 2 Zimmer mit der Glätte verputzt ( mehrlagiger Aufbau, ca. 5-6 mm) und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nun mussten wir aufgrund des gelben Durschlages, welcher sich bereits nach Aufbringung der Mineralputzgrundierung zeigte, die oberste Schicht (1-2mm) mit der Sanierfräse abtragen. Es wahr zwar ein mühsamer Arbeitsgang, jedoch haben wir nun glatte reinweiße Wände.

Da bald das Treppenhaus und Wohnzimmer anstehen (ca. 250 qm Wandfläche) würde ich eine Reinigung der Wände mit Natronlauge als Alternative zum Fräsen sehr begrüßen.

Zurück zur Anfangsfrage: Kann sich die Natronlauge negativ auf den bestehenden Putz oder die Kalkputzglätte auswirken? Hat jemand Erfahrungen in diesem Bereich?

Vielen Dank und beste Grüße aus OWL

Zeno