Regenwasser drückt sich durch die Innentreppe des Kellers durch




Hallo,
nach ca 3 Jahren suchen haben wir endlich ein Objekt was wir kaufen würden. Bei der ersten Besichtigung gabs direkt unter der letzten Treppe im Keller ( Betontreppe; Zugang innen im Haus durcht eines der Badezimmer) ca 1 cm Wasser auf ca 45 cm Durchmesser. da haben wir an einem Rohrleck gedacht. Heute sind wir zum zweiten Besichtigung da gewesen und das Wasser war schon ca 4 cm hoch. Zu erwähnen wäre das es gestern auch stark geregnet hat. Darauf sagte die Maklerin das sie mit eigenen Augen gesehen hat wie sich das Regenwasser an der "nut" zwischen letzte und vorletzte treppe reingedrückt hat.
Wie kann man die Stelle Abdichten und mit welchen Kosten wäre zu rechnen. Das Haus ist in den 1900 Jahren gebaut und wahrscheinlich ohne Dranaige.
Der Hauskauf und die anschließende Renovierung läuft eher in Lowbudget Bereich sonst hätten wir einen Sachverständigen mitgenommen, der kostet aber fast 400 Euro und das ist in Moment bei uns nicht drin.


Vielen Dank
P. Wirges



Gibt es Fotos?



So ganz werde ich aus ihrer Beschreibung nicht schlau? Handelt es sich um eine Treppe innerhalb eines Gebäudes oder außerhalb? Welche Wand liegt hinter der Treppe?

Ganz grob: Eine Treppenstufe neu setzten kostet etwa 100€/ Stufe + 50€ Material+ 150€ Lohn. Muss dahinter aufgegraben und abgedichtet werden, würde ich etwa 2000-4000€ rechnen. Haben sich gar schon holzschädigende Pilze eingenistet, kann auch schnell die 10000€- Grenze erreicht werden. Sie sehen, aus der Ferne kann kaum etwas gesagt werden.

Gleich ein guter Rat zu Beginn: Ich habe jetzt selbst eine Komplettsanierung eines Altbausvon 1939/1994 mit kompletter Entkernung hinter mir. Es lauern hohe Risiken, gerade wenn vielleicht das Haus in den Jahren zuvor saniert wurde und wenn das Budge eng ist. Oft werden Sie sogar gesetzlich zu Sanierungsmaßnahmen verpflichtet.

Handelt es sich bei ihrem Wasserschaden schon um einen Älteren, können bspw. organische Bauteile massiv geschädigt sein und oft gibt es dann nur die Einheit 10 000€ bei Sanierungsmaßnahmen. Da sind ein paar hundert Euro ein Clacks.

Ihr Haus ist nochmals fast ein halbes Jahrhundert älter. Damit der Traum vom Haus kein Alptraum wird, würde ich Ihnen unbedingt einen Gutachter empfehlen. Ein Makler kann Ihnen viel erzählen und kann nicht haftbar gemacht werden. Der Gutachter im Gegenteil schon.

Ohne das Haus zu kennen, würde ich bei diesem Baualter von 500€-1500€ pro Quadrameter Wohnfläche an Sanierungskosten +15% Sicherheitszulage rechnen. Damit wären sie auf der sichereren Seite und könnten entspannter auf den Wasserschaden schauen.



Hauskauf



Ich drücke mich noch etwas deutlicher aus:
Wenn Sie nicht in der Lage sind ein paar hundert Euro für die Konsultation eines Sachverständigen vor einem Hauskauf auszugeben dann können Sie sich weder den Kauf noch die Sanierung leisten. Der SV sieht nicht nur den Schaden an der Grundleitung sondern garantiert noch mehr. Er kann Ihnen auch eine erste grobe Einschätzung für die Sanierungskosten geben. Damit können Sie Ihren Finanzierungsrahmen prüfen
Reparieren kann man alles.
Wenn man es bezahlen kann.
Zu glauben das Sie wie eine geölte Sau durch den Regen rennen können ohne nass zu werden- das klappt nicht (Stichwort low-budget).



Sanierung



wir haben uns vor nicht allzulanger Zeit ein Haus gekauft. Ein solcher Schaden tritt nicht einfach nach 100 Jahren so auf. Da muss es irgendwelche Gründe geben die dazu führen. Gerade alte Häuser wurden nicht einfach so in das Grundwasser gesetzt, dass der Keller überflutet werden kann. Mir würde das Sorgen machen und diese Sorgen lassen sich in Kosten umrechnen. So etwas muss vor dem Kauf mit einbezogen werden. Ich würde mal schätzen, dass eine Abdichtung das Problem nicht löst, da es in alten Häusern keine dichten Keller gab. Der Keller wurde früher so gebaut dass kein Wasser darin steht. Wenn nicht, ist die Ableitung für das Wasser fehlerhaft, oder eine nicht vorgesehene Zuleitung dazu gekommen. Im besten Fall ist es die Dachentwässerung, die häufig einfach zu Verlegen ist.

Wir haben uns bei unserem Haus vor allem darauf verlassen, dass in den letzten Jahren fast nicht renoviert wurde und es keine sichtbaren (besonders auch riechbare) Schäden gab. Auch keine Renovierungen die Schäden verdeckt haben könnten. Dazu haben wir unsere Finanzierung so gewählt, dass wir eine Renovierungsreserve für wichtige Investitionen hatten. Dieses Geld für eine low budget Sanierung hatten wir bereits fest mit in den "Kaufpreis" einberechnet.



Verpressungen gegen eindringendes Grund - oder Hangwasser



Viele der Hausbesitzer sind erschüttert, wenn sie feststellen, dass Ihr Keller feucht wird, oder gar Wasser eindringt. Dies löst oft eine Reihe von Problemen aus. Unter anderem, dass es im Keller zu Fäulnisschaden kommt. Alles organische Material was auf dem Boden steht und mit Wasser in Berührung kommt fängt an zu faulen. Schimmelpilze entstehen in den Kellerräumen, es modert.
.
Gerade in den letzten Jahren kann man feststellen, dass es häufiger zu diesen Problemen kommt.
Die Gründe können verschieden sein: das Ansteigen von Grundwasser aber auch durch erhöhte Niederschläge und zwar innerhalb kürzester Zeiträume. Auch durch die Reparatur bzw. Abdichtung der Abwasserkanäle kommt es zu einem Anstieg vom Grundwasser bzw. Schichtenwasser.

Diese Not macht sich eine Reihe von Firmen zu Nutze und versprechen dem Hausbesitzer zu helfen in dem sie den Keller abdichten. Sehr oft kann man erleben, dass ein sehr billiges Angebot erstellt wird und auch, dass sich dieses Angebot als sogenanntes Einsteigerangebot herausstellt. Die Rechnung fällt dann meist wesentlich höher aus.

Eine wasserdichte Wanne
Besonders diffizil ist die Angelegenheit, wenn die Hausbesitzer der Meinung waren, bei ihrem Haus handelt es sich um eine dichte Wanne. Die Enttäuschung ist auch groß, wenn man bei Untersuchungen feststellt, dass statt Beton (der als Ortbeton gegossen wird), es sich um Betonsteine (die vermauert wurden), handelt.
Hier eine nachträgliche Abdichtung herzustellen ist fast ausgeschlossen. Es helfen die schönsten Versprechungen und Urkunden auch nicht darüber hinweg, dass es insbesondere an der Statik des Gebäudes liegt, dass keine nachträglichen Abdichtungen hergestellt werden können.
Es gilt nämlich die Gesetzmäßigkeit, dass der Wasserdruck nur aufgenommen werden kann, wenn eine dementsprechende Verankerung oder der Wasserdruck mit einem "Gegengewicht" ausgeglichen wird. Dies bedeutet auch, dass z.B. wenn davon auszugehen ist, dass außen ein Meter Wassersäule über dem Kellerfußboden ansteht bei einer nachträglichen Abdichtung mindestens 50 cm Beton aufgefüllt werden müsste. Da dieser doppelt so schwer ist, reicht die Hälfte der Wasserhöhe. In den meisten der Fälle ist dies jedoch technisch nicht machbar.
Eine ganz andere, aber auch wichtige Betrachtung ist, dass wenn Wasser in ein Gebäude eindringt nie genau kontrolliert werden kann, woher dieses Wasser kommt. Außerdem, wenn diese eine Stelle abgedichtet wird, könnte es durch das ansteigen des Wassers an einer anderen Stelle, die bisher nicht betroffen war, wieder austreten. Dies dadurch, weil durch die bisherige Fehlstelle eine Entlastung vorgenommen wurde. Es baut sich also ein erneuter Druck auf und Wasser kann an anderer Stelle eindringen.
Genauso problematisch bleibt bei Undichtigkeiten in Beton, dass es sich dabei um sogenannte Kiesnester handeln könnte, wobei ebenfalls davon auszugehen ist, dass wenn eine Stelle dicht ist, dann an einer anderen Stelle das Wasser eindringen kann.
Die Grundwasserstände unterliegen erheblichen Schwankungen.
Nach einer Verpressung wird so manchen Bauherrn oft suggeriert, die bis dahin erfolgte Abdichtung war schon ein Erfolg. Dabei handelte es sich nur um das zurückweichen des Wasserstandes.
Zu berücksichtigen ist außerdem noch, dass oft nach dem das Grundwasser sich wieder absenkt, die eigentliche Fehlerquelle nicht mehr zu ermitteln ist. Oft kann man diese falsche Einschätzung jedoch erst nach einem erneuten ansteigen des Grundwassers feststellen, was jedoch auch Jahre dauern kann. Die dadurch notwendigen Nacharbeiten sind somit kein erneuter Mangel. Es ist denkbar, dass mehrmals eine Verpressung durchgeführt werden muss.

Der Keller kann von innen abgedichtet werden
Nun solle nicht der Einruck erweckt werden, eine nachträgliche Abdichtung von der Innenseite ist in jedem Falle auszuschließen. Es gibt durchaus Fälle bei denen eine Abdichtung sinnvoll ist, jedoch bedarf es hier sehr guter Fachkenntnisse und auch ein gewissermaßen ehrliches Verhalten. Insbesondere auch die Information an den Hausbesitzer, was machbar und was nicht machbar ist.
So ist es durchaus denkbar, wenn z.B. während der Bauzeit zwischen der Schalung bei dem Erstellen des Betoniervorganges entweder ein Stück Holz oder auch ein Metall oder sonstiger Gegenstand in diese Schalung fällt, so dass diese keine ausreichende Betonüberdeckung aufweist, zu einer Undichtigkeit führen kann. Eine solche Fehlerstelle ist, wenn sie erst gefunden ist, ohne Problem abzudichten.
Ganz anders sieht es aus, wenn z.B. zwischen der Bodenplatte und der aufgehenden Wand kein Fugenband verwendet wurde. Es kann dann schon bei den geringsten Setzungen oder auch den thermischen Bewegungen zu einer Undichtigkeit wegen geringfügigen Bewegungen kommen.
Hier ist oft eine Abdichtung möglich. Jedoch schon ungleich problematischer und dies setzt ebenfalls sehr viel Fachwissen voraus.
Selbstverständlich spielen auch die Materialauswahl und die qualifizierte Ausführung durch die Handwerker eine wichtige Rolle.

Der deutsche Holz- und Bautenschutzverband DHBV, ein Zusammenschluss von qualifizierten Fachbetrieben, hat für solche Arbeiten ein Merkblatt bzw. ein Empfehlungsblatt für die Bearbeitung solcher Probleme herausgegeben. So dass sich auch der nicht so fachkundige, an Hand der Beschreibung orientieren kann welche Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Auch einige Materialhersteller haben ihre Verarbeitungsrichtlinien mit solch qualifizierten Merkblättern ausgerüstet.
Jedoch bleibt die Problematik wie oben beschrieben und deshalb sollte genau und sorgfältig geprüft werden, welche der Maßnahmen zum Erfolg führen ! .....können.

Normenwerke; Merkblätter; Verarbeitungshinweise. Siehe auch: http://www.wta.de/



Wenn 400€ nicht drin sind



dann lass die Finger davon.
Renovieren und Instandsetzen von einem Haus kostet und das nicht zu knapp.
Wir haben inzwischen mehr als 100t€ ausgegeben und sehen das Ende noch nicht.

Klaus