Lehminnendämmung und Anschluss an Reetdach?

13.02.2005



Hallo, liebe Fachwerk-Mitglieder und Nicht-Mitglieder,

ich habe ein Problem bezüglich einer Lehminnendämmung und dem Anschluss an das Reetdach.

Aber zuerst einmal zur Ausgangssituation: das Haus besteht aus (Außenwände) 24 cm starkem Backsteinmauerwerk. Die Dacheindeckung besteht aus Reet (ungefähr 30 cm). Hier wurde bisher nichts gemacht, d.h., es liegt keine Dämmung oder Verschalung vor. Nun haben wir die Außenwände des Erdgeschosses mit einer Innenschale aus Leichtlehmsteinen (13 cm plus 2 cm Putz) versehen. Diese Schale wollten wir bis mindestens zur Dachkante hochmauern, um eine Kältebrücke zwischen den beiden Stockwerken zu verhindern. Es stellt sich nun die Frage, inwieweit man die Innenschale und auch die tragenden Außenwände des Hauses (die ja nicht bis an das Reet reichen, da die Holzbalkendecke die Last abträgt) an das Reetdach anschliessen lässt. Unsere bisherige Vorstellung ist, ab Oberkante des Backsteinmauerwerkes in gesamter (neuer) Mauerwerksbreite, also inklusive der Innenschale) mit den Leichtlehmsteinen bis an die Dachinnenseite hochzumauern und mit Lehmmörtel den Anschluss zu verschlämmen. Es stellt sich die Frage, ob hieraus bauphysikalische Probleme hinsichtlich der Tauwasserbildung im Reet (oder am Reet, oder am Übergang zum Reet) auftreten können. Gesagt werden sollte noch, dass das obere Stockwerk in ein paar Jahren bewohnt werden soll und dann das Reet zumindest noch einmal verschalt werden müsste.

Für sachdienliche Hinweise wären wir sehr, sehr dankbar.

Viele Grüße aus Meck-Pomm

Volker und Anhang



Reet-Lehmanschluss



Hallo
so aus ihrer Erläuterung zu schliessen hört sich das ganz gut an: keine Fremdwerkstoffe; keine unnötigen Materialwechsel und Lehm und Reet werden sich vertragen
eine genaue Schnittzeichnung gibt es nicht? Mich würde der Übergang Wand / Reetdach / Decke interessieren
Gut kontrollierbar sollte alles bleiben und auf gute Lüftbarkeit achten
Wir brauchen auch Luft! von Aussen und innen?!!

Florian Kurz



Weitere Baumassnahmen geplant?



z.B. der Ausbau des Dachgeschosses?
Wenn nicht, halte ich persönlich es nicht für angebracht die Lehmkonstruktion bis an das Reet zu führen. Vielmehr sehe ich es so, dass eine gute Belüftung das Dachraumes hergestllt werden sollte und die Decke zum darunter liegenden Geschoss ausreichend gedämmt sein sollte, wobei in Deckenebene wenn möglich ein luftdichter Anschluss an den Putz erfolgen sollte.



Antwort: Baumassnahmen sind geplant



Das obere Stockwerk soll in ein paar Jahren zum Teil bewohnt werden. Der Teil über dem Wohnzimmer soll auf jeden Fall bewohnt werden. Damit wäre die Möglichkeit, nicht nach oben anzuschliessen, ausgeschlossen.

Zum Problem der Belüftung/Atmung: wir wollten eigentlich gar keine Belüftung schaffen. Wie? Wenn wir mit dem Lehm direkt an das Reet anschliessen, ist doch eigentlich kein Platz mehr für Belüftung? Oder? Wir hatten ja auch überlegt, das Reet ohne irgendeinen Anschluss stehen zu lassen, aber wenn wir oben wohnen wollen, müssen wir zumindestens verschalen. Aber hat man denn dann nicht gleich das Problem, dass sich hinter der Verschalung/Dämmung mit Lüftung Feuchtigkeit halten kann und erst recht zu Schimmelbildung führt? Oder wie muß ich die Belüftung gestalten, damit gerade das nicht geschieht??

Die Decke besteht aus Deckenbalken mit Lehmfüllung; die Wand innen auch aus Lehm. Damit ist der Übergang Wand-Decke eigentlich ja gar kein richtiger Übergang, sondern "ein Aufwasch". Tja, und der Übergang zum Reet sollte, wie gesagt, so gestaltet werden, dass direkt an das Reet "rangelehmt" wird. Also: Lehmsteine und Reet werden mit Lehmmörtel miteinander verbunden...was meint ihr??

Vielen Dank schon mal für die Antworten...